Mein neues Dividendenziel für 2021 und alle Dividenden analysiert

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Für einen Jahresrückblick ist es noch zu früh, schließlich haben die Börsen noch bis kurz vor Jahresende geöffnet und bei der Depotentwicklung kann sich noch etwas tun.

Da ich die letzte Dividendenzahlung des Jahres aber schon erhalten habe, kann ich meine Dividendenerträge bereits analysieren. Und das ist in diesem Jahr durchaus aufschlussreich, da Corona für einige Turbulenzen gesorgt hat.

Ich werfe deshalb einen Blick auf alle Dividendenzahlungen, ranke meine Depotwerte nach ihren Ausschüttungen und zeige Dir auch meine persönlichen Dividendenrenditen (Yield on Cost) für das Jahr 2020. Außerdem findest Du eine Aufstellung meiner nicht angerechneten Quellensteuern. Und am Ende nenne ich Dir auch mein Dividendenziel für das neue Jahr.

Gesamtergebnis

Insgesamt habe ich im Jahr 2020 Nettodividenden in Höhe von 10.036,40 € erhalten. Damit habe ich für mich einen neuen Höchststand erreicht, auch wenn ich mein eigentliches Jahresziel (11.000 € netto) leider verfehlt habe. Hauptgrund für die Zielverfehlung sind ausgefallene und gekürzte Dividenden aufgrund der Corona-Pandemie.

Brutto erreichten die Dividenden übrigens einen Wert von 13.598,18 €.

Anpassung der Anlagestrategie

Als Freund regelmäßiger Dividendenerträge habe ich für mich das Kriterium zur Anlage in Aktien definiert, dass sie eine Dividende zahlen müssen. Mit Sydney Airport, Atlantia und Taylor Wimpey haben drei Titel aus meinem Depot in 2020 ihre Dividenden gestrichen. Da dies wegen Corona verständlich war, habe ich die Aktien im Depot gelassen, jedoch ein neues Kursdepot geschaffen. Es besteht bisher nur aus diesen drei Titeln, ergänzt um die per Spin-Off eingebuchte Siemens Energy. Sydney Airport hatte sogar im Februar – vor dem weltweiten Ausbruch der Pandemie – noch eine Dividende gezahlt.

Ebenfalls angepasst habe ich mein Verhalten bei Dividendenkürzungen. Vor Corona war das für mich ein Grund, eine solche Aktie aus dem Depot zu schmeißen. Ihre Dividende gekürzt haben Welltower, VINCI, Veolia, Metsä Board und die Transurban Group. Ich halte allen Werten die Treue. Genauso wie Siemens und der Deutschen Beteiligungs AG, die für 2021 eine Dividendenkürzung angekündigt haben. Geärgert habe ich mich allerdings über die Pennon Group, die den Anlegern eine Dividendenkürzung in 2021 als Erhöhung verkaufen will. Ich habe die Hälfte meiner Aktien verkauft.

Der Regelfall in meinem Depot: Dividendenerhöhungen

Neben den bereits genannten Dividendenstreichern und Dividendensenkern haben nur ganz wenige Titel ihre Dividende in 2020 konstant gehalten: Omega Healthcare Investors, Kellogg, Spark Infrastructure, Unilever, Paul Hartmann und L’Oréal. Alle anderen Depotwerte haben ihre Dividenden erhöht!

Aufgrund des schwächeren US-Dollars kamen leider nicht alle Dividendenerhöhungen auch als solche auf meinem Konto an. Aber dafür können die Unternehmen ja nichts und das zählt zum allgemeinen Fremdwährungsrisiko. Mit einem schwächeren Dollar hatte ich in meiner Jahresprognose für 2020 auch gerechnet.

Das Ranking der Dividendenzahler

Natürlich ist es kaum verwunderlich, dass die größten Depotwerte auch die größten Dividendenzahler sind. Zwar nicht durch die Bank (Microsoft und MSCI Inc. haben Dividendenrenditen unterhalb von 1%, zählen aber zu den Top 10 meiner Depotwerte), aber im Wesentlichen. Dazwischen schieben sich Werte mit deutlich überdurchschnittlichen Dividendenrenditen wie Omega Healthcare Investors oder AT&T, deren Depotanteil niedriger als im Dividendenranking liegt.

Wertpapier Brutto-Dividende 2020  Kaufpreis YoC
Münchener Rück 1.225,00 €  22.231,25 €5,51%
Allianz 1.200,00 €  19.239,03 €6,24%
Talanx 780,00 €  14.489,51 €5,38%
Red Electrica 631,14 €  11.025,69 €5,72%
AT&T 523,99 €  9.079,00 € 5,77%
TERNA 512,40 €  9.414,22 € 5,44%
Johnson & Johnson 510,63 €  13.619,23 €3,75%
Siemens 468,00 €  11.477,90 €4,08%
Kimberly-Clark 467,14 €  13.176,55 €3,55%
PepsiCo 419,62 €  9.130,94 € 4,60%
Omega Healthcare Investors 378,46 €  3.897,40 € 9,71%
3M 339,96 €  11.440,50 €2,97%
Swiss Re 335,16 €  5.152,35 € 6,50%
BASF 330,00 €  6.341,70 € 5,20%
Verizon Communications 325,22 €  6.340,78 € 5,13%
BlackRock 313,32 €  9.893,58 € 3,17%
Pennon Group 294,91 €  2.535,57 € 5,82%
Procter & Gamble 274,19 €  6.877,66 € 3,99%
General Mills 260,40 €  6.492,31 € 4,01%
Deutsche Beteiligungs AG 225,00 €  4.600,80 € 4,89%
ENAV 209,40 €  3.580,94 € 5,85%
Spark Infrastructure 208,64 €  3.633,09 € 5,74%
Medtronic 197,78 €  8.701,82 € 2,27%
Clorox 191,16 €  5.431,34 € 3,52%
Coca-Cola 179,61 €  3.287,62 € 5,46%
Microsoft 179,36 €  6.448,56 € 2,78%
Transurban Group 170,75 €  4.849,04 € 3,52%
KONE 170,00 €  4.249,35 € 4,00%
Unilever 164,16 €  4.739,09 € 3,46%
VINCI 162,50 €  10.270,48 €1,58%
Danone 147,00 €  4.890,09 € 3,01%
Metsä Board 144,00 €  3.575,06 € 4,03%
IBM 140,09 €  3.141,45 € 4,46%
Novartis 138,99 €  4.448,05 € 3,12%
Siemens Healthineers 120,00 €  4.612,85 € 2,60%
Sydney Airport 119,06 €  5.058,21 € 2,35%
Hamborner REIT 117,50 €  2.364,25 € 4,97%
Givaudan 116,95 €  3.994,19 € 2,93%
Novo Nordisk 114,74 €  3.439,05 € 3,34%
Veolia Environnement 100,00 €  4.145,54 € 2,41%
Kellogg 97,41 €  3.286,85 € 2,96%
BayWa  95,00 €  2.706,30 € 3,51%
Civitas Social Housing 89,30 €  2.354,97 € 5,06%
Welltower 82,88 €  2.096,17 € 3,95%
MSCI Inc. 75,85 €  3.639,64 € 2,08%
Sekisui House 71,86 €  1.363,35 € 5,27%
McDonald’s 64,79 €  576,45 € 11,24%
Partners Group 24,18 €  738,80 € 3,27%
Paul Hartmann 21,00 €  1.205,40 € 1,74%
L’Oréal 19,48 €  1.345,02 € 1,45%
SAP 15,80 €  1.078,10 € 1,47%
Lam Research 10,98 €  2.864,90 € 1,53%
BCE 10,72 €  711,70 € 6,03%
Texas Instruments 8,11 €  569,80 € 2,85%
Cisco Systems 4,59 €  539,93 € 3,40%
Summe 13.598,18 € 316.393,42 € 4,30%

In der Tabelle habe ich die Brutto-Dividenden aufgeführt, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Ansonsten wären Titel, die früh im Jahr ausschütten und bei denen mein Freistellungsauftrag noch greift (insbesondere Siemens oder die Deutsche Beteiligungs AG) stark bevorteilt. Statt der aktuellen Dividendenrendite, die ja mit jeder Veränderung des Aktienkurses schwankt, habe ich Dir meine persönliche Ausschüttungsrendite des Jahres 2020 (YoC – Yield on Cost) aufgeführt. Für mich als Langfristanleger ist sie besonders aufschlussreich. Mich motiviert es enorm, wenn ich auf mein eingesetztes Kapital solche prozentualen Ausschüttungen erhalte. Und mit jeder zukünftigen Dividendenerhöhung steigt der Wert weiter. Bei Werten, die ich noch nicht ganzjährig im Depot hatte, habe ich die YoC-Rendite übrigens hochgerechnet. Und bei der Pennon Group habe ich die YoC-Rendite halbiert, da ich ja im November die Hälfte der Aktien verkauft habe.

Was leite ich daraus für die Zukunft ab?

Ich habe mir aus der Analyse dieser Erträge einige Gedanken gemacht, die ich Dir in den nächsten Tagen im Rahmen der Divantis-Anlagestrategie für 2021 vorstellen werde. An meiner grundsätzlichen Ausrichtung wird sich nichts ändern. Ich setze weiterhin auf Dividendenwerte. Denn ihre Ausschüttungen geben mir die Möglichkeit, mit den Netto-Erträgen neu zu entscheiden. Neu zu entscheiden, ob ich in diesen Titel reinvestieren möchte. Oder lieber andere Aktien davon kaufen möchte. Oder gar meinen Lebensunterhalt damit bestreiten möchte.

Und all das bieten mir Aktien, die keine Dividende zahlen, nicht. Dort müsste ich mich stattdessen immer damit beschäftigen, ob ich die Aktienposition teilweise oder vollständig verkaufe. Denn nur dadurch lassen sich Erträge generieren. Und ein Verkauf ist meines Erachtens immer auch eine Entscheidung gegen das Unternehmen. Wenn ich aber eigentlich von ihm überzeugt bin, dann komme ich nicht mehr an mein Geld.

Übergangsweise werde ich aber nicht mehr so einen starken Fokus auf Dividendenerhöhungen legen. Unternehmen, die ihre Dividende trotz der Wirtschaftskrise stabil halten, können in den Folgejahren ja durchaus wieder zu Dividendenerhöhern werden. Und dann freue ich mich, dass ich sie weiterhin in meinem Depot habe.

Quellensteuer: Wenn die Dividenden nicht steigen, müssen andere Wege für mehr Netto gefunden werden

Die Dividendenaristokraten in meinem Depot werden mit ziemlicher Sicherheit auch in 2021 ihre Dividenden wieder erhöhen. Da ich aber mit einem weiter schwächelnden US-Dollar rechne, kommt davon in Euro nicht unbedingt etwas an.

Was bleibt, um höhere Netto-Dividenden zu erhalten? Die Steuerabzüge lassen sich nicht vermeiden und auch der Solidaritätszuschlag bleibt für Kapitalanleger erhalten. Ich habe mir deshalb vorgenommen, noch weitere Optimierungen an der Quellensteuer vorzunehmen.

Für meine italienischen Dividendenzahler (vor allem TERNA) bietet die DKB * die Möglichkeit einer Vorabbefreiung, ähnlich wie für die französische Quellensteuer. Das werde ich in 2021 nutzen und damit meine Netto-Dividenden erhöhen.

Außerdem habe ich meine kanadische Aktie BCE in das Depot zu maxblue übertragen und erhalte dort dann eine volle Anrechnung der kanadischen Quellensteuer auf die deutsche Kapitalertragsteuer.

Übrig bleiben dann noch die „Quellensteuer-Baustellen“ Schweiz, Dänemark, Spanien und Irland. Hier werde ich Anträge auf Rückerstattung stellen und – so wie bereits in der Schweiz geschehen – hoffentlich ordentliche Zusatzerträge in Form von Rückzahlungen erhalten.

Das Potenzial ist nicht zu verachten: im Jahr 2020 sind mir netto 297,41 € als nicht anrechenbare Quellensteuer abgezogen worden. Meine Netto-Dividendeneinnahmen hätten also rund 3% höher sein können, wenn ich eine volle Anrechnung der Quellensteuern erhalten hätte.

Mein Quellensteuerpotenzial 2020 im Überblick:

AktieLandQuellensteuerangerechnetnicht angerechnetDatum
Transurban GroupAustralien30%15%0,73 €14.08.20
Novo NordiskDänemark27%15%8,55 €02.04.20
Novo NordiskDänemark27%15%5,21 €20.08.20
Civitas Social HousingGroßbritannien20%15%1,48 €16.06.20
Civitas Social HousingGroßbritannien20%15%1,50 €09.09.20
Civitas Social HousingGroßbritannien20%15%1,49 €08.12.20
MedtronicIrland25%0%12,09 €21.01.20
MedtronicIrland25%0%12,40 €21.04.20
MedtronicIrland25%0%12,63 €21.07.20
MedtronicIrland25%0%12,32 €20.10.20
ENAVItalien26%15%23,03 €27.05.20
TERNAItalien26%15%36,37 €24.06.20
TERNAItalien26%15%20,00 €25.11.20
Sekisui HouseJapan15,315%15%0,11 €24.04.20
Sekisui HouseJapan15,315%15%0,11 €30.09.20
BCEKanada25%15%1,08 €15.10.20
GivaudanSchweiz35%15%23,39 €31.03.20
NovartisSchweiz35%15%27,80 €05.03.20
Partners GroupSchweiz35%15%4,84 €19.05.20
Swiss ReSchweiz35%15%67,03 €23.04.20
Red ElectricaSpanien19%15%6,55 €07.01.20
Red ElectricaSpanien19%15%18,70 €01.07.20

Mein Dividendenziel für 2021

Neben den bereits bekannten Dividendenkürzungen befürchte ich in 2021 noch einige weitere Dividendeneinschläge. Vor allem bei den europäischen Aktien gibt es ja nicht so eine starke Tradition der Dividendenkontinuität wie in den USA. Bei den US-Aktien hingegen wird der schwächere US-Dollar die Nettodividenden weiter unter Druck setzen. Und so werde ich für 2021 erstmals nicht mit einem höheren Dividendenziel arbeiten. Und nur durch Zukäufe und Optimierungen bei der Quellensteuer gehe ich davon aus, dass ich das Ergebnis von 2020 in 2021 wiederholen kann. Mein Dividendenziel für 2021 wird also bei 10.000 € netto liegen. Das ist schon recht ambitioniert und ich hoffe, dass ich es erreichen kann. Aber eine Negativentwicklung zu planen, das fällt mir dann doch zu schwer!

Über alle Dividendenzahlungen werde ich auch in 2021 in gewohnter Ausführlichkeit und Transparenz berichten. Und ich plane auch, den Newsletter regelmäßiger zu versenden. Wenn Du also immer auf dem Laufenden bleiben möchtest, dann schau regelmäßig auf dem Divantis-Blog vorbei und registriere Dich für den Newsletter:

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38 Gedanken zu „Mein neues Dividendenziel für 2021 und alle Dividenden analysiert“

  1. Hallo Ben,
    vielen Dank für diese tolle Zusammenfassung, ein super Überblick der Entwicklung des Jahres 2020.
    Eine Analyse wie sich Entscheidungen auswirken ist meiner Meinung sehr wichtig um zu sehen ob die eingeschlagene Richtung stimmt oder ob man kleine Anpassungen machen muss.
    Ich halte auch an meinen Werten fest auch wenn sie heuer massiv z.T. gekürzt haben und ich gehe davon aus das deutsche UN 2021 ebenfalls weiter kürzen werden (BASF) vermute ich stark.
    Also weiterhin viel Erfolg.

  2. Hallo Ben
    Kümmert sich maxblue nicht auch um die schweizer Quellensteuer?
    Übrigens bin ich schon sehr lange treuer Stammleser. Schon vor deinen Interview beim Finanzrocker. Witzigerweise habe ich auch viele Anlageentscheidungen ähnlich wie du getroffen…
    Hochzinsanleihen (schon lange her), Novartis…und das vor dem Lesen hier.
    Mach weiter so und bleib gesund.
    Det

    1. Maxblue hat das mal gemacht. Man muss hier aber einen Antrag für Erstattungen und Vorabbefreiungen ausländischer Quellensteuer stellen.
      Ich weiß gar nicht mehr wann, aber es gab eine Änderung, weil das gesetzlich wohl als Steuerberatung deklariert werden kann. Da ich schon vor geraumer Zeit meine Nestle und Novartis verkauft habe, kann ich nicht sagen wie sich das tatsächlich ausgewirkt hat und jetzt behandelt wird.

  3. Hallo,

    eine schöne, unterhaltsame Darstelllung.
    Die Angabe eines YoC erscheint mir aber weitgehend sinnlos; ich habe das bei meinen Auswertungen wieder herausgenommen.
    Klar ist es witzig, und es kann für den einen oder anderen auch in gewisser Weise motivierend sein, aber es ist doch eher irreführend.
    Denn die Performance des Investments in Aktien wird bestimmt durch Kurssteigerung und gezahlte Dividende.
    In diesem Sinne ist z.B. ein YoC von 50% oder mehr bei einer aktuellen (möglicherweise jahrelangen) Performance von um die 3% nicht wirklich etwas worüber man sich freuen könnte.
    Und wenn ich von den Dividenden leben wollte, und mir die Kurssteigerung deshalb nahezu egal wäre, dann müsste ich bezüglich der aktuellen Dividendenrendite (und Wahrscheinlichkeit der Zahlung…) optimieren, auch hier ist der YoC nicht hilfreich.

    Nur meine Gedanken dazu, unterhaltsam ist es allemal. :-)

    VG
    1Steven1

    1. Hallo 1Steven1,

      ich sehe das ähnlich. Habe den YoC in meinen eigenen Auswertungen auch nicht drin. Da es aber die Nachfragen dazu gab und es eine Jahresübersicht ist, fand ich es hier passend. Und einen gewissen Informationswert hat es ja auch: langfristige Anlage rechnet sich und macht Spaß!

      In diesem Sinne viele Grüße
      Ben

        1. Zum Glück hat jedes Ding zwei Seiten. Es ist natürlich bitter, dass so wenige Euros als US-Dividenden gutgeschrieben werden, aber derzeit bekommt man die US-Werte auf der anderen Seite auch relativ günstig. Dass viele Unternehmen aus D/EU ihre Dividenden für 2020 kürzen, ist verständlich, bringt mich aber als Langfristanleger nicht um den Schlaf.
          Schöne Feiertage wünsche ich.

      1. Hallo Max,

        das würde ich gerne machen, wenn es da etwas zu berichten gäbe. Du kannst bei Maxblue nämlich nichts selbst beeinflussen, was die Quellensteuer-Rückerstattung angeht. Du wirst von denen angeschrieben oder auch nicht. Nämlich dann, wenn die mögliche Rückerstattung hoch genug ist. Aber es gibt (zumindest für mich ersichtlich) keine Regelmäßigkeit darin und auch keine näheren Erläuterungen, wie hoch die Beträge sein müssen und für welchen Zeitraum. Es ist für mich eine Blackbox, über die ich mehr nicht schreiben kann. Gut ist natürlich die automatische Anrechnung der kanadischen Quellensteuer auf die deutsche Kapitalertragsteuer. Da brauchst Du gar nichts zu machen, sondern nur die Aktien bei maxblue im Depot haben. Genauso bei Finnland.

        Viele Grüße Ben

      2. Hallo Max,

        ich vermute, da muss ein Antrag auf Vorabbefreiung vorher ausgefüllt werden, so wie es oben Theodor beschrieben hat.
        Hier der Link
        https://www.maxblue.de/dam/maxblue/de/files/pdf/maxblue_Vollmacht_Steuererstattung_deutsch-englisch.pdf

        Selbst bin ich auch noch zurückhaltend vor kanadischen Aktien wegen der Quellensteuerthematik. Werde ich aber demnächst auch mal versuchen.
        Bei Consors kam bei schwedischen Aktien paar Wochen vor der Dividendenzahlung ein Formular zum Ausfüllen, dann wurde der Quellensteuersatz reduziert.
        Bin mal gespannt wie es dann bei Ben läuft. Oder können andere schon aus Erfahrung bei MaxBlue erzählen?

        Viele Grüße
        Carsten

        1. Genau das ist das Dokument, welches man ausfüllen und übersenden muss. Maxblue fordert dann noch eine Ansässigkeitbescheinigung des zuständigen Finanzamtes an. Die Quellensteuer wurde bei mir dann automatisch angerechnet. Kann bei Bedarf eine entsprechende Abrechnung zur Verfügung stellen.

          1. Hi Stefan,

            I h habe z.b. die TD Bank als Dividendenzahler.
            Wenn ich diese nun zu Maxblue übertrage, dann bekomme ich automatisch schon die Anrechnung oder mit dem Formular, welches man dann ausfüllen muss?

  4. Hi Ben,

    die Aufstellung finde ich ebenfalls echt super und aufschlussreich.
    Wie siehst du denn Unternehmen mit einer hohen Dividendendynamik? Wäre das eine Option diese Sparte weiter auszubauen? Ein paar davon hast du ja bereits.
    Es gab nämlich auch in diesem Jahr Unternehmen, die ihre Dividende überdurchschnittlich steigern konnten.

    Viele Grüße und frohe Weihnachten
    Chris

  5. Hallo Ben,

    ich betrachte immer die aktuelle Dividendenrendite. Zudem habe ich eine Excel-Tabelle mit den Dividendenzahlungen der letzten 10 Jahren, dies für alle Aktien in meinem Depot sowie im Anhang für Unternehmen auf meiner Watch-Liste.

    Ich werte wie folgt aus:

    Dividendensteigerung der letzten 10 Jahre in %
    Die letzte Bruttodividende, und hierzu die Dividendenrendite
    Die letzte Nettodividende (dies sind meine Nettoeinkünfte)

    Beispiele / Steigerung 10 Jahre / Dividendenrendite

    Allianz / 134% / 5,1%
    Encavis / 420% / 1,7%
    BB Biotech / 447% / 4,9%
    Tomara Systems / 650% / 1,2%
    Home Depot / 550% / 2,4%
    NextEra / 184% / 2,1%
    Cisco Systems / 190% / 3,4%

    Dies sind nur einige meiner Dividenden-Aktien. Die Dividenden meiner Aktien sind in den letzten 10 Jahren um 160% gestiegen!

    Diese Aktien sind auch zum größten Teil Wachstum-Aktien mit Kurssteigerungen von mehr als 100% in den letzten 10 Jahren.

    Die Entscheidung für eine Aktie ist die Dividendenentwicklung und der 10-Jahres-Chart.

    Zu den Quellensteuern-Erstattungen möchte ich noch hinzufügen, für die Schweiz benötigt man Tax-Voucher für jede Aktie von der Depot-Bank. Dann muss man das Formular ESTV 85 (Internet) am PC ausfüllen, ausdrucken, mit den Dividendenzahlungsbelegen zum Finanzamt und abstempeln lassen, und dann mit der Kopie für die Schweizer Steuerbehörde (ESTV), den Tax-Voucher und den Zahlungsbelegen in die Schweiz schicken. Die Zahlung erfolgt relativ schnell (4 bis 12 Wochen).

    Von Dänemark sind meine Anträge auf Rückerstattung von 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 noch nicht bearbeitet. Mir wurde mitgeteilt, dies wäre wegen der CUM_EX-Probleme. Zwischenzeitlich wurde das Antragsverfahren zweimal geändert.

    Ich wünsche Frohe Weihnachten, bleibt gesund und viel Erfolg und eine glückliche Hand im nächsten Jahr beim Investieren.

    Peter

  6. Ich habe für manche eine vielleicht nicht nachvollziehbare Berechnung. Selbstverständlich ist die tatsächlich erhaltene Dividende das was man netto hat. Aber grundsätzlich schaue ich mir die Dividenderwartung an, welche ich eigentlich bekommen müsste.
    Also wenn ich 100 Aktien habe und bekomme im Jahr 2019 dafür 100 EUR netto und ich kaufe mir vor der Dividendenzahlung im Jahr 2020 nochmals 100 Aktien, dann liegt meine Dividenderwartung bei 200 EUR netto. Wenn ich dann jetzt nur 150 EUR netto bekomme dann liegt zwar meine realisierte Nettodividende 50% über Vorjahr aber eben 25% unter meimet Erwartung.

    Und so konnte ich im Jahr 2020 meine Nettodividende zwar um 1.106 EUR steigern, aber das größtenteils nur durch Zukäufe. Hätten alle Firmen die gleiche Dividende netto wie im Vorjahr bezahlt, hätte ich um meine Zukäufe bereinigt insgesamt 527 EUR mehr erhalten müssen. Also hätte mein Dividendeneinkommen um EUR 1.633,- gegenüber 2019 steigen müssen.

    Das meine Dividendenerwartung nicht realisiert werden konnte das lag teilweise an dem starken EUR, Währungsschwankungen allgemein, Dividendenkürzungen, Ausfall der Dividende und teilweise anderer Besteuerung.

    So hat mich z.B. die Deutsche Post in der realisierten Dividende zur erwarteten Dividende EUR 92,11 gekostet. Letztes Jahr wurde noch die gesamte Dividende mit Steuerstundung ausbezahlt, dieses Jahr nur noch ein kleiner Teil. Daimler hat mich EUR 145,- netto gekostet. MTU EUR 37,25. Telefonica haben dieses Jahr nur die Dividende mit noch mehr wertlosen Aktien bezahlt, das hat mich netto auch nochmals um EUR 66,52 gebracht. Christian Hansen hat überhaupt nichts bezahlt, das waren nochmals EUR 52,30. Und so geht es weiter.

    Dem standen natürlich auch positive Beispiele gegenüber wie Allianz, BASF, Bechtle, Münchner Rück, Enel, Nestle, Novartis und kleinere positive Verschiebungen, teilweise auch amerikanischer Aktien, welche einfach die Dividende in US$ stärker gesteigert haben als der US$ gegenüber dem EUR an Wert verloren hat.

    Mein YOC netto liegt nur noch bei 3,48% und geht seit 2016 kontinuirlich zurück. Das liegt natürlich am Nachkauf neuer Aktien und der dadurch erfolgten Verwässerung. Mit Aktien wie Microsoft, Bechtle, Nestle, Novo Nordisk, United Health, Visa, Paypal, Taiwan Semicinductor, Apple, Accenture, Qualcomm, Blackrock, Compugroup, Amazon, Mensch u. Maschine, Resmed usw. lassen sich halt keine Traumdividenden von 5% erzielen. Aber dafür stimmt die Kursentwicklung. Und mir sind nach wie vor geringe aber steigende Dividenden symphatischer als eine hohe Anfangsdividende und dann Ausfall oder Kürzungen. Ich hasse nichts mehr als dass wenn meine Dividenderwartung nicht erreicht oder übertroffen wird. In den letzten Jahren ist das durchwegs gelungen. Deshalb ist das auch nur ein teilweise befriedigendes Jahr für mich.
    Mehrdividende gegenüber letztem Jahr erreicht aber meine theoretische Dividendenerwartung klar verfehlt.

  7. Hallo Ben,

    mich würde interessieren, ob Du Deinen Freistellungsauftrag auch „optimiert“ hast. Der Ertrag ist bekanntermaßen im Kalenderjahr am höchsten, wenn auf ihn nur deutsche Dividenden angerechnet werden und nicht ausländische Erträge mit Quellensteuern.

    Gruß und Frohes Fest

    Andreas

    1. Hallo Andreas,
      natürlich habe ich das! ;) Der Freistellungsauftrag gilt für mein Depot bei der Augsburger Aktienbank. Dort liegen nur deutsche Aktien. Der Freistellungsauftrag ist allerdings schon durch die Dividende von Allianz oder Münchener Rück aufgebraucht.
      Viele Grüße und Frohe Weihnachten
      Ben

      1. Inwiefern wird denn hier der Freistellungsauftrag optimiert? Wenn man mal nur bei US-Aktien bleibt, dann werden doch die 15% Quellensteuer (QSt) mit angerechnet und entsprechend gesammelt bis der Freistellungsauftrag aufgebraucht ist und dann sukzessive aufgezerrt.

        1. Hallo Stefan,

          ich sehe darin zumindest eine Cash-Flow-Optimierung. Denn erst mal würden die Quellensteuern trotz Freistellungsauftrag abgezogen. Indem ich den Freistellungsauftrag ausschließlich für meine deutschen Aktien nutze, kann ich die 801 € netto relativ frühzeitig im Jahr „einstreichen“.

          Viele Grüße Ben

  8. Hallo Stefan,

    die einbehaltene 15% ausländische Quellensteuer vom Sparerfreibetrag ist nicht verloren, er wird erst bei der EKSt-Erklärung berücksichtigt.

    Bei der EKSt-Erklärung werden die Kapitaleinkünfte ermittelt, davon wird der Sparerfreibetrag in Abzug gebracht, und daraus werden die Kapitalertragssteuer festgelegt. Von den Kapitalertragssteuern werden die anrechenbaren ausländischen Steuern abgezogen.

    Du hast keinen finanziellen Verlust, sondern den Vorteil des Freibetrags hast Du erst durch die EKSt-Erklärung, somit erst im Folgejahr.

    Ben hat, so wie er es macht den Vorteil, die maximal 120€ ein Jahr früher an investieren.

    Viele Grüße

    Peter

    1. Peter,

      sehr ich das richtig : nehmen wir mal den Fall an, jemand muss insgesamt 1000 € Steuern bezahlen. Wenn er jetzt aber im Laufe des Jahres schon 1000 € an Quellensteuer abgeführt hat, dann bekommt unser Finanzamt also nichts mehr ! Alle Steuern bekommt Uncle Sam !

    2. Hallo Peter,
      danke für deine Erklärung, der ich aber widersprechen muss.
      Bei der comdirect werden zB die Quellensteuern (bei gleichzeitiger Nutzung des Freibetrages) in einem separaten Topf angesammelt, der dann nach Verbrauch des Freibetrages mit weiter anfallenden Quellensteuern verrechnet wird.
      Dass man die Quellensteuer dann in der EKSt-Erklärung wiederholen kann, ist mir auch bewusst.
      Ich war nur etwas verwirrt, dass hier deutsche Kapitalerträge in der Gesamtschau günstiger wegkommen sollten. Ist ja aber nicht so

  9. Hallo Manfred,

    in Deinem geschilderten Fall ist das richtig, ich bin aber davon ausgegangen, alle die hier vorbeischauen, haben noch andere Einkünfte.

    Für diejenigen, die andere Einkünfte im Bereich des Grundfreibetrags, für Kinder mit NV-Bescheinigung, ist es sinnvoll, nur deutsche und englische Dividendentitel zu haben, sonst Wachstumstitel ohne Dividende. Dann werden alle Steuern gespart.

    Viele Grüße

    Peter

    1. Thanx, Peter,
      Ich bin steuerlich nicht so bewandert, und um da ein gefuehl dafuer zu bekommen, spiel ich gern mit extremfaellen und sindersituationen herum.

      Uebrigens : hongkong behaelt auch keine QS zurueck, singapur glaub ich auch, und china nur 10%, die aber NICHT angerechnet werden koennen.

      1. HI Ben

        wenn ich es richtig verstanden habe transferierst Du regelmäßig Aktien aus Deinem Smartbroker Depot in andere Depots. Da ich dort neu bin, könntest Du mir kurz den Ablauf beschreiben, da ich bislang leider keinen entsprechenden Link zu einem Depot/Aktienübertrag von Smartbroker zu anderen Depotbanken finden konnte. Bei anderen Brokern ist dies recht einfach (zB Consorsbank).

        Danke,
        Jochen

        1. Hallo Jochen,

          eigentlich ist das ganz einfach: Du suchst bei Deiner Zielbank nach dem entsprechenden Formular! Willst Du z.B. vom Smartbroker zur ING übertragen, dann gehst Du in Dein ING-Depot und wählst dort den Depotübertrag/-einzug aus. Dann gibst Du die Daten vom Smartbroker ein (Bankleitzahl, Depotnummer und zu übertragende Aktien) und Dir wird das entsprechende Formular generiert. Das kannst Du dann online abgeben oder per Post versenden – je nach Anbieter.

          Du musst beim Smartbroker lediglich beachten, dass Du keine Depotüberträge zur Consorsbank machen kannst. Weil das im Ergebnis die gleiche Bank ist. Ich habe das allerdings schon über einen Umweg gemacht. Also erst zur onvista bank übertragen und dann zur Consorsbank. Das ist etwas mehr Aufwand, aber funktioniert.

          Viele Grüße Ben

          1. Hallo Jochen, hallo Ben,

            vorteilhafter ist es noch, wenn das Formular dann direkt zur abgebenden Bank geschickt wird. Auch wenn die Formulare das manchmal anders vorsehen. Dadurch sind noch ein paar Tage Zeitersparnis beim Transfer drin.

            Viele Grüße
            Carsten

  10. Danke Ihr beiden. Hatte schon vermutet dass es hier etwad umständlicher ist. Bei Consors kann man das ganz einfach und bequem online machen ohne jegliches Formular…

    Viele Grüße
    Jochen

  11. Danke Euch beiden.

    Ich hatte schon vermutet, dass es nicht überall so bequem ist wie bei der Consorsbank, wo man es bequem online machen kann (auch als abgebende Bank).

    Viele Grüße
    Jochen

  12. Hallo, vielen Dank für die Informationen, ich war der Meinung in GB gibt es keine Quellensteuer ? habe ich da was verpasst ?
    Grüße Dieter

  13. Übrigens, ich habe in 2020 versucht die Quellensteuer aus Norwegen zurück zu holen. Der Aufwand ist enorm, obwohl die norw. Steuerbehörde mit mit Briefpost geantwortet hatte. ich habe dann wegen dem großen Aufwand das ganze nicht weiter verfolgt. Leider Leider

    1. Hallo Dimi,

      die Steuerrückzahlung aus Norwegen ist relativ einfach, das erforderliche Formular aus dem Internet herunterladen, ausfüllen, vom Finanzamt abstempeln lassen und mir den Dividendenbelegen nach Norwegen schicken. Gezahlt wird nach einigen Monaten.

      Ein zweiter Weg ist die Vorabreduzierung der Steuer auf den Steuersatz von 15% gemäß DBA. Die DKB-Bank bietet diesen Service an, der Antrag ist für 3 Jahre gültig und kostet einmalig 11,90 EUR.

      Beide Wege habe ich hier an anderer Stelle genau beschrieben. Verschenkt kein Geld!

      Viele Grüße

      Peter

      1. Hallo Peter, Danke für die Hilfe, ich fülle grade die Whnsitzbestätigung für mein DKB Depot aus, für Canada.
        ( leider kann ich hier kein bild mit ran hängen. )

        Ansässigkeitsbescheinigung der deutschen Finanzverwaltung
        Certificate of Residence from the German Tax Administration

        auf der Seite2 gibt es folgendes Feld zum ausfüllen

        B.) Angaben über die im Ausland zu entlastenden Einkünfte / Information on the foreign
        income to be relieved from tax

        Zuflusszeitpunkt – was muss ich hier eintragen, es geht ja für die zukünftigen Dividenden

        Name und Anschrift des Schuldners der Vergütungen (ausschüttende Gesellschaft)
        – ich habe aktuell 3 Aktien, plane noch Enbridge zu kaufen, soll ich hier alle Aktienunternehmen eintragen ?

        Danke für die Hilfe, ( der Vorgang ist leider immer noch sehr rückständig, ausdrucken und zum Finanzamt bringen … )

        Grüße
        Dimi

        1. Hallo Dimi,

          schreibe einfach die Aktien hinein die Du hast. Diese Angaben sind nach meiner Sicht sekundär, entscheidend ist der Stempel des Finanzamtes für die Wohnsitzbescheinigung.

          Viele Grüße

          Peter

  14. Hi Peter !

    Hast du Erfahrung mit QS Steuerrueckholung aus Belgien. Die Prozedur duerfte wohl die selbe sein, aber die Handhabung ?

  15. Hallo Manfred,

    ich habe selbst noch keine Quellensteuerrückerstattung in Belgien durchgeführt, vor ein paar Jahren hatte ich eine Zeit lang Umicore im Depot.

    Ich habe mir aber folgende Internetseite notiert:

    https://community.comdirect.de/t5/Wertpapiere-Anlage/so-geht-s-Quellensteuer-aus-Belgien-zur%C3%BCckholen/td-p/35052

    Diese Anleitung scheint mir plausibel, im 2. Anschnitt unter hier kannst Du das Formular herunterladen, es ist 3-sprachig, auch in deutsch.

    Gib bescheid, wenn es funktioniert hat.

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