Wer würde denken, dass hinter Mondamin, Domestos und Rexona die gleiche Aktie steckt?

Die Aktie dieses Unternehmen bestimmt im Februar 2017 die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse. Und schuld daran ist ein Ketchup-Hersteller. Die Aktie ist aber schon lange im Divantis-Depot. Das Unternehmen selbst ist 1930 entstanden.

Die Rede ist von Unilever, einem Zusammenschluss einer britischen und einer niederländischen Firma. Bis heute hat der Konzern zwei Unternehmensteile mit Sitz in London und Rotterdam und zwei Börsennotierungen. Im Divantis-Depot befinden sich die niederländischen Aktien, was sich insbesondere im Hinblick auf den Brexit als vorteilhaft erweisen sollte.

Im Februar 2017 versuchte der US-Konzern Kraft Heinz Unilever für 134 Milliarden Euro zu übernehmen. Geboten wurde rund 50 US$ pro Aktie. Das Unilever-Management um Paul Polman wies das Angebot sofort als nicht akzeptabel zurück. 2 Tage nachdem das abgelehnte Angebot bekannt wurde, sagte Kraft Heinz offiziell den Übernahmeversuch ab.

Eine Top-Marke im Unilever-Konzern: Domestos

Der Versuch zeigt aber, wie attraktiv Unilever aufgestellt ist. Eine Vielzahl von Marken wie Langnese, Pfanni, Knorr, aber eben auch Rexona, Domestos und Mondamin bringen Unilever unter die Top 10 der Konsumgüterhersteller weltweit. Hinzu kommt die Aktionärsstruktur, die keinen starken Großaktionär aufweist.

Nachhaltigkeitsfaktor

Unilever gilt als Nachhaltigkeitsvorbild unter den großen Konsumgüterkonzernen. Teilweise werden dafür sogar Umsatzrückgänge in Kauf genommen. Die Einführung von kleineren Deo-Spraxdosen mit ähnlichem Inhalt etwa kostete Unilever Marktanteile. Aber die kleineren Dosen haben eine deutlich bessere Umweltbilanz.

Besonders nachhaltig: bewusst kleinere Dosen bei gleichem Inhalt und ohne Aluminiumsalze im Deo

Im Dow Jones Sustainability Index wird Unilever im Jahr 2016 als Industry Group Leader geführt. Ebenso ist das Unternehmen im Dow Jones Sustainability Europe Index und im Dow Jones Sustainability Eurozone Index enthalten.

Von RobecoSAM wurde Unilever im Sustainability Yearbook 2017 in der Körperpflegebranche mit der Goldmedaille als Sustainability Leader ausgezeichnet. Von 20 untersuchten Branchen-Unternehmen belegte Unilever damit den 1. Platz!

Dividende

Unilever ist ein verlässlicher Dividendenzahler. Seit 2006 wurde die Dividende stets erhöht. Seit dem Jahr 2010 wird die Dividende quartalsweise in den Monaten März, Juni, September und Dezember bezahlt. Erhöhungen finden immer zur Juni-Auszahlung statt. Aktuell beträgt die Quartalsdividende 0,3872 € nach zuvor 0,3585 € pro Aktie.

Link zu den Dividenden-Informationen des Unternehmens:

https://www.unilever.com/investor-relations/dividends/

Ausblick

Ich mag Unilever sehr. Es ist ein breit aufgestelltes Unternehmen mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch und attraktiven Dividenden. Also geradezu ideal für das Divantis-Depot. Nachdem ich lange Zeit 250 Aktien von Unilever im Depot hatte, hatte ich Unilever wegen einer vermeintlich negativen Meldung über Glyphosat in Ben&Jerry’s Eis verkauft. Nachdem sich die Meldung als nicht kursrelevant herausstellte, kaufte ich einen Teil der Position zurück. Perspektivisch möchte ich wieder auf meine alte Position von 250 Unilever-Aktien zurückkommen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Unilever
ISIN:NL0000388619
Im Divantis-Depot seit:01.11.2017
Letzter Nachkauf am:07.02.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:47,39 €
Gesamtkaufpreis:4.739,09 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:185,94 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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3 Gedanken zu „Wer würde denken, dass hinter Mondamin, Domestos und Rexona die gleiche Aktie steckt?“

  1. Hallo Ben,

    wie siehts bei dir eigentlich bei Unilever aus. Ist die auf deiner Watchlist mittlerweile höher gerutscht, oder hast du hier momentan „bessere“ Werte, wo du aufstockst?

    Im Nachhinein kannst du ja doch ganz froh sein, dass du die in einer „Nacht und Nebelaktion“ verkauft hast, da du sie ja momentan mit ordentlich Rabatt am Markt kaufen könntest (sie waren heute Vormitag bei 45,22 €). Ich selber habe leider etwas früh bei 47,30 € zugeschlagen und bin schon fast wieder in Versuchung nachzulegen, da ich grundsätzlich von dem Wert überzeugt bin und nicht verstehe das die Aktie momentan so unter die Räder kommt.

    1. Das Timing war wirklich ganz gut, wenn auch nicht beabsichtigt. Ich will bei Kursen von maximal 45 € wieder nachkaufen. Hatte auch schon eine Order im Markt, das Limit wurde aber nicht ganz erreicht.
      Unilever halte ich für einen Topwert, gerade auf diesem Niveau!

  2. Das ist einer der „üblichen Verdächtigen“, die jeder Anleger auf dem Schirm hat. Entsprechend schwierig ist es, einen günstigen Zeitpunkt für einen Kauf zu erwischen – da muss eigentlich schon eine Gewinnwarnung oder etwas Ähnliches kommen, um ein „Schnäppchen“ zu tätigen, und ob man in diesem Moment die Nerven dafür hat?

    Was bietet die Aktie dem Anleger? Langfristige 6,5% p.a. an EPS-Wachstum plus derzeit 3% Dividendenrendite, also zunächst mal einen Hauch mehr die Aktienmarktrendite. Die Zyklusabhängigkeit ist sehr gering, in der Finanzkrise ging das EPS nur um einen einstelligen Prozentsatz zurück. Die Zinsabflussquote liegt im einstelligen Prozentbereich, also auch hier „alles grün“.
    Dafür verlangt der Markt im Durchschnitt seit 2004 etwa dasselbe KGV wie für Nestlé, nämlich knappe 17. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März wurde das Papier für ein KGV unter 12 gehandelt – das war blanke Panik des „perfekten Marktes“.

    Buffetts Übernahmeversuch kam am 17.02.2017 – da stieg die Bewertung der Aktie prompt von 103% auf 117% dieses Durchschnittswertes. Am Tag davor hatte sie noch sehr nahe an meiner „Kaufen“-Grenze gelegen – Buffet weiß, was er tut. ;-)

    Seitdem das Orakel aus Omaha dieses Unternehmen durch seinen Übernahmeversuch „geadelt“ hat, kauft der Markt die Aktie allerdings „um jeden Preis“, d. h. inzwischen auch für 130% ihres Durchschnittswertes. Und das ist trotz des ordentlichen Wertschöpfungspotenzials zu viel, nämlich leider der höchste KGV-Prozentwert, der seit 2004 jemals zu beobachten war – man bezahlt für die Aktie aktuell denjenigen Preis, den sie aller Voraussicht nach Ende 2022 wert sein wird.

    Das EPS+365d liegt derzeit bei etwa 2,4 €; das 17-fache davon wäre ein Aktienkurs von 41 €. Sie kostet aber 53 €. Finanzkrisen-Niveau wären 28 €, also eine Halbierung des aktuellen Aktienkurses. Da hilft auch das schöne Geschäftsmodell nicht.

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