Quellensteuer

Inzwischen blicke ich auf eine lange Kundenkarriere bei nahezu allen deutschen Brokern zurück. Dabei habe ich viele Unterschiede bei der Handhabung der Quellensteuer bei ausländischen Dividendenzahlungen festgestellt. Nach und nach habe ich dann durch Depotüberträge mein Dividendendepot optimiert. Über meine Erfahrungen habe ich in verschiedenen Beiträgen auf dem Divantis-Blog berichtet.

Diese Seite bietet Dir einen Schnelleinstieg in meine Erlebnisse mit der Quellensteuer. Es handelt sich dabei um keine verbindlichen Empfehlungen, vor allem können sich die Regeln der Broker auch ändern, ohne dass ich das sofort merke. Stelle ich allerdings bei einer Dividendenzahlung eine Veränderung fest, dann werde ich nachfolgende Übersicht selbstverständlich aktualisieren.

StaatBrokerWarum?Beitrag
Finnlandmaxbluevolle QuellensteueranrechnungLink
FrankreichDKBQuellensteuervorabreduzierung auf 12,8% und volle Anrechnung (einmalige Gebühr 11,90 € für 3 Jahre und alle französischen Aktien im Depot, Antrag und Finanzamtsbestätigung erforderlich)Link
ItalienDKBteste ich gerade – Dividendenabrechnung steht noch aus
(einmalige Gebühr 11,90 € pro Jahr und für alle italienischen Aktien im Depot, Antrag und Finanzamtsbestätigung erforderlich)
Link
Kanadamaxbluevolle QuellensteueranrechnungLink
SchweizING, Consorsbank, SmartbrokerTax-Voucher gratisLink

Meine Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind meine Erfahrungen und ich kann natürlich nicht Aktien aus allen Staaten bei allen Brokern halten, um alle Quellensteuerabrechnungen zu testen. Bei den genannten Konstellationen habe ich aber entsprechend gute Erfahrungen gemacht, über die ich jeweils auch mit Belegen berichtet habe.

Ich werde auch weitere Staaten und Broker testen, um den Überblick zu vervollständigen. Keine Besonderheiten habe ich übrigens bisher bei den folgenden Staaten festgestellt, so dass ich da keine spezielle Broker-Empfehlung habe:

StaatHandhabungBeispielabrechnung
Australienbei meinen „Stapled“-Wertpapieren unterschiedliche QuellensteuernLink
Dänemark27% Quellensteuer, von denen 15% angerechnet werdenLink
Großbritannienkein QuellensteuerabzugLink
Japan15,315% Quellensteuer, von denen 15% angerechnet werdenLink
Niederlande15% Quellensteuer, die voll angerechnet werdenLink
Spanien19% Quellensteuer, von denen 15% angerechnet werdenLink
USA15% Quellensteuer, die voll angerechnet werdenLink

Hast Du weitere positive Erfahrungen, über die Du für alle Leser berichten kannst? Dann schreib gerne einen Kommentar und wir alle können davon profitieren.

28 Gedanken zu „Quellensteuer“

  1. Hallo Ben,

    ich habe gestern unter der Rubrik „Schweizer Quellensteuer“ zu der Vorgehensweise mit der Schweiz Hinweise gegeben.

    Und habe dort über das Problem mit der Quellensteuererstattung aus Norwegen berichtet, wobei das Problem nicht Norwegen ist, sondern der deutsche Fiskus. Seit Ende 2019 bin ich im, nennen wir es so, „regen Austausch“.

    Seit dem 01.01.2019 gibt es eine geänderte Quellensteuergesetzgebung in Norwegen.

    Es gibt 2 Möglichkeiten für private Aktionäre:

    1. Eine Vorabreduzierung auf 15% norwegischer Quellensteuer mit dem Formular „Application – reduced withholding tax rate“.
    Dies Formular als Wohnsitzbescheinigung und eigener Erklärung, man ist als Privatperson Eigentümer der Aktien, muss vom
    Finanzamt abgestempelt werden. Meine Aktien werden in Norwegen gelagert und meine Aktien sind dort mit einem VPS-Konto
    geführt. Den Antrag auf eine Vorabreduzierung kann nur durch die Depot-Bank erfolgen, in meinem Fall S Broker. S Broker hat
    mir mitgeteilt, sie führen diesen Service nicht durch. Ich habe bei der DKB-Bank eine Anfrage laufen, ob sie in Norwegen eine
    Vorabreduzierung durchführt, das Ergebnis werde ich berichten.

    2.a Es gibt die Möglichkeit, die komplette norwegische Quellensteuer zurückzufordern (shielding deduction). Den Nachweis hierzu
    zu führen, ist für die Privatperson nicht einfach aber auch nicht sinnvoll. Man zahlt dann auf 25% deutsche Quellensteuer den
    Solidaritätszuschlag.

    2.b Man fordert nur 10% zurück gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen. das Formular „Application for refund of Norwegian
    withholding tax under a Double Taxation Treaty“, dies Formular ist ähnlich aufgebaut wie das frühere Formular 85 der Schweiz.
    Man kann für 3 Jahre rückwirkend die Steuern beantragen. Dieses Formular ist vom Finanzamt abzustempeln und dann mit
    den Dividendenbelegen nach Norwegen schicken. Dies kann man erst 3 Monate nach Jahresende, für 2020 also ab dem
    01.01.2021. Der Grund ist, bis zum 31.03. eines Jahres können norwegische Unternehmen ihre Jahresbilanz korrigieren. Die
    Zahlung aus Norwegen erfolgt ähnlich schnell wie aus der Schweiz, es fallen aber keine zusätzlichen Bankgebühren an.

    Mein Problem mit dem Finanzamt besteht darin, die Punkte 1 / 2.a / 2.b funktionieren nur mit Stempel und somit mit Kenntnis des Finanzamtes.

    Ich bin verpflichtet, bis zum 31,07. eines Jahres meine Steuererklärung abzugeben, wenn ich Steuerrückforderungen habe, möchte ich den Antrag möglichst schnell abgeben.

    Meine Meinung ist, wenn ich vor meiner Steuerklärung das Formular nach 2.b. vom Finanzamt abstempeln lasse, mit Einreichung meiner Dividendenbelege, dann ist das Finanzamt voll informiert über meine Zahlungen, die ich aus Norwegen zu erwarten habe.

    Laut Finanzamt ist die Vorgehendweise so, ich gebe meine Steuererklärung ab, wenn der Deutsche Steuerbescheid vor dem Norwegischen Steuerbescheid eintrifft, muss ich innerhalb der 4-Wochenfrist Einspruch einlegen mit Hinweis auf noch fehlende Daten.

    Ich habe am Freitag einen Bescheid erhalten, der seitens des Finanzamtes noch Erklärung erfordert. Ich berichte über das Ergebnis.

    Unsere Finanzminister verteilen in Europa unser Geld, ausländische Aktionäre werden von Deutschland bestens bedient.

    Uns was Europa für uns bedeutet, sieht man auch beim Impfstoff. Nach meiner Kenntnis haben Aktionärsverbände vor etlichen Jahren eine Petition in Brüssel für die Gleichbehandlung der Aktionäre in Europa eingereicht. Von Europa kommt nichts.

    Ben, ich finde es gut, wie hier für die, die anfangen mit Aktien, sie die richtigen Informationen bekommen.

    Auf der Internetseite der „BZSt -Ausländische Formulare“ kann man die erforderlichen Formulare der verschiedenen Länder erhalten.

    Ich halte es seit über 15 Jahren so, zwischen Weihnachten und Neujahr erstelle ich alle Unterlagen für die Rückerstattungen und Wohnsitzbescheinigungen für meine Frau und mich, und mittlerweile auch für unserem Sohn. Ein Tag Arbeit, Anfang des Jahres fuhr in der Vergangenheit meine Frau zum Finanzamt und lies alles abstempeln, dies Jahr mit Corona sieht alles anders aus.

    Ich hoffe, ich konnte für ein wenig Klarheit sorgen.

    Mit besten Grüßen

    Peter

    1. Hallo Ben und alle anderen

      ich habe mein Hauptdepot aktuell noch bei der Consors Bank aber ich werde wohl irgendwann zur DKB Bank wechseln und da einige Aktien Lagern

      Ben und alle andere Lohnt sich das die Aktien nach Ländern bei verschiedenen Brokern zu haben und zu verwalten?

      oder ist das viel mehr Verwaltungsaufwand

      ich Frage weil ich wohl Ende des Jahres die 100 verschiedene Aktienmarke knacken werden und mich dann richtig aufstellen wollte.

      Ben hast du schon ein Testergebnisse zu deinen Italienischen Aktien wie das läuft mit der Quellensteuer reduzierung?

      viele dank und allen eine sonniges Wochenende

      Gruß Freddy

  2. Hallo Ben,

    ich habe heute Morgen eine E-Mail von DKB erhalten, sie führen auch in Norwegen eine Quellensteuervorabreduzierung auf Dividenden durch.

    Benötigt wird eine Ansässigkeitsbescheinigung, die vom Finanzamt abgestempelt werden muss, und ein BO Certificate (Beneficial Owner Certificate).

    Die personenbezogenen Daten auf den einzelnen Formularen müssen inhaltlich deckungsgleich sein.

    Das BO Certificate ist grundsätzlich nur einmal einzureichen, es sei denn, die Steuernummer ändert sich.

    Die Ansässigkeitsbescheinigung ist für das laufende Jahr plus 2 Kalenderjahre gültig.

    Die DKB schickt beide Formulare in der derzeit gültigen Version zu.

    Die Gebühr beträgt 11,90 EUR für die Hinterlegung.

    Noch ein Tipp, ich habe nachgefragt bei der DKB, ob für folgende Länder eine Quellensteuervorabreduzierung durchgeführt wird:

    Norwegen, Schweden, Frankreich und Kanada. Für diese Länder wird sie durchgeführt.

    Es wird keine Liste herausgegeben, man muss die entsprechenden Länder anfragen, somit ziemlich viele möglichst.

    Ben, jetzt kannst Du Deine Liste um ein Land erweitern.

    Beste Grüße

    Peter

  3. Hallo ins Forum,

    eben hat die DAB-Bank darüber informiert, dass Spanien mit Wirkung vom 16. Januar 2021 eine Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,2 % eingeführt hat.

    Gruß Sebastian I

    1. Hallo Sebastian I,

      habe die Nachricht vom Smartbroker jetzt auch entdeckt: auf der letzten Seite der Vermögensübersicht zum 31.12.2020 steht der Hinweis. Die Finanztransaktionssteuer fällt aber nur beim Kauf von Aktien an, nicht bei Dividendenausschüttungen. Die 0,2% halte ich für verkraftbar. In Frankreich gibt es ja schon länger eine ähnliche Steuer.

      Viele Grüße Ben

  4. Hallo Ben,
    hallo Sebastian,

    diese Börsensteuern, auch Stempelsteuern genannt, werden auch in GB und CH erhoben, wenn ihr an diesen ausländischen Börsen handelt. In GB beträgt die Stempelsteuer 0,5%, in CH beträgt sie 0,15%.

    Wenn ihr an deutschen Börsen Aktien aus GB oder CH kauft, den den Lagerort GB oder CH haben, zahlt ihr diese Stempelsteuer indirekt über den Spread. Bei manchen Bankabrechnungen steht zum Beispiel „Fremde Auslagen“, zum Teil aufgerundet. So werden die Stempelsteuern kaschiert für den Kunden.

    Momentan ist es so, Schweizer Aktien kann man Dank EU nur in der Schweiz kaufen, ich gehe davon aus, L&S vermittelt Käufe in der Schweiz, also Lagerort CH.

    Wenn Aktien aus GB bei uns mit geringem Handelsvolumen gehandelt werden, ist es zum Teil sinnvoller, diese Aktien in London zu handeln zu besseren Kursen, Trotz höherer Spesen und Stempelsteuern.

    Dies sind meine Erfahrungen, Stempelsteuern gibt es in viele weitere Länder.

    Viele Grüße

    Peter

  5. Moin, hier meine Erfahrungen

    Schweden
    bei: maxblue
    Aktie: Securitas
    betrifft: Dividende Dez. 2020
    Quellensteuer: 15% für Schweden + 10% für Deutschland (also unproblematisch wie USA)
    ausländische Quellensteuer wird voll auf die dt. KESt angerechnet

    Panama
    bei: maxblue
    Aktie: Carnival
    betrifft: Dividende März 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25% (die DDR-Abgabe lass ich mal der Einfachheit weg)

    Färöer
    bei: maxblue
    Aktie: Bakkafrost
    betrifft: Dividende April 2019
    Quellensteuer: 35% für Färöer + 25% für Deutschland
    kein DBA, keine Rückforderung, aber Anrechnung der 35% beim dt. FA im Rahmen der Steuererklärung (ist mir gelungen)

    Bermuda
    bei: maxblue
    Aktie: Triton International
    betrifft: Dividende Dez. 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25%

    Liberia
    bei: maxblue
    Aktie: Royal Caribbean Cruises
    betrifft: Dividende April 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25%

    Jersey
    bei: maxblue
    Aktie: Amcor
    betrifft: Dividende Dez. 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25%

    aus Irland ‚werde ich nicht schlau‘:
    bei: Consors
    Aktie: Linde
    betrifft: Dividende Dez. 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25%

    bei: maxblue
    Aktie: Pentair
    betrifft: Dividende Nov. 2020
    Quellensteuer: keine; Besteuerung wie Inlandsaktie also 25%

    bei: maxblue
    Aktie: Medtronic
    betrifft: Dividende Okt. 2020
    Quellensteuer: 25% für Irland + 25% für Deutschland

    Finnland
    bei: Consors
    Aktie: Nokia
    betrifft: Dividende Aug. 2019
    Quellensteuer: 15% für Finnland + 10% für Deutschland (also unproblematisch wie USA)
    ausländische Quellensteuer wird voll auf die dt. KESt angerechnet

    so viel von mir zu diesem unendlichen Thema

    1. Hallo Gerrit,

      da hast Du wirklich interessante Titel im Depot und so einen breiten Überblick über die Quellensteuersituation. Vielen Dank, dass Du uns diesen Einblick gibst!

      Bei Linde ist es wohl so, dass die ihren steuerlichen Sitz haben, die Dividende aber über eine Niederlassung in Großbritannien auszahlen. Dadurch ist die Zahlung für deutsche Anleger quellensteuerfrei. Eben anders als bei Medtronic, die ebenfalls steuerlich in Irland sitzen und von dort aus auszahlen.

      Viele Grüße Ben

      1. Hallo Ben,

        und danke für die Info bzgl. Linde. Ich habe mich daraufhin noch einmal mit der Pentair beschäftigt. Und siehe da lt. Wikipedia ist ‚Pentair ein irischer Mischkonzern mit Sitz in Dublin und operativer Hauptzentrale in London‘. Das erklärt dann auch die Quellensteuerfreiheit. Ich dachte immer, die ISIN (Pentair = IE00BLS09M33) ist maßgeblich für den Firmensitz und damit für die Besteuerung. Wieder etwas gelernt (was die Sache allerdings nicht einfacher macht).

        Liebe Grüße
        Gerrit

  6. Hallo Ben,

    ich habe gerade meine Quellensteuerrückzahlung in Dänemark beantragt, Zeitaufwand weniger als 15 Minuten.

    Als erstes sollte man sich die Erklärung auf deutsch herunterladen:

    Skat.dk: Rückerstattung dänischer Dividendensteuer beantragen

    Hier wird alles erläutert, leicht verständlich.

    Als nächstes das PDF-Formular Wohnsitzbescheinigung:

    Attestation om skattemæssigt hjemsted til refusion af dansk udbytteskat

    herunterladen, ausfüllen, ausdrucken und vom Finanzamt abstempeln lassen, dann einscannen.

    Es ist sinnvoll einen Ordner anzulegen mit:

    1. mit der Wohnsitzbescheinigung

    2. mit den PDF-Belegen der Dividendenzahlung, sinnvoll z.B. => z.B. Orsted-2020-03-03 (bis 20 Dividenden-Eingaben sind möglich)

    Der Antrag kann bis zu 3 Jahre zurück gestellt werden.

    Steuernummer TIN und Bankverbindungen bereitlegen und dann geht es los:

    Internetseite BZSt – Ausländische Formulare öffnen und dann bei Dänemark die Internetseite öffnen:

    Das Ausfüllen ist dann einfach, die Eingabe der einzelnen Dividenden erfolgt nacheinander.

    Es braucht nur die ISIN-Nummer des Unternehmens eingegeben werden.

    Bei den Steuersätzen nur die Zahlenwerte eingeben, ohne %-Zeichen.

    Die Zahlungsbelege für die Dividenden müssen hochgeladen werden.

    Zum Schluss muss auch die Wohnsitzbescheinigung hochgeladen werden.

    Wenn der Antrag abgeschickt ist, kann man in als PDF oder aus Papier ausdrucken, ebenso die Bestätigung mit Antragsnummer.

    Ich habe den Antrag für 2020, 2019 und 2018 gestellt und lasse mich überraschen, wie lange die Bearbeitung dauert. Meine Anträge von 2017 und 2016 sind bis jetzt noch nicht bearbeitet, ich werde hier schriftlich nachfassen.

    Einen schönen Sonntag noch mit Blick auf eine weiße Landschaft.

    Peter

    1. Hallo Peter,

      das hört sich wirklich nicht kompliziert an. Das probiere ich auch mal aus, habe ja mit Novo Nordisk auch eine dänische Aktie im Depot.

      Vielen Dank für Deine Anleitung!

      Dir auch einen schönen Sonntag und viele Grüße

      Ben

  7. Hallo Ben,

    ich habe meine norwegischen Aktien zur DKB-Bank transferiert und einen Antrag aus Vorabreduzierung der norwegischen Quellensteuer gemäß DBA auf 15%.

    Ich habe nun meine erste Dividendenabrechnung für meine Scatec-Aktien erhalten. Es wurden 15% norwegische Quellensteuer einbehalten, aber zudem 25% deutsche Kapitalertragssteuer plus Soli.

    Die DKB-Bank hat das norwegische Antrags-Formular zwecks Reduzierung der Quellensteuer auf 15% gemäß dem DBA nicht akzeptiert, sondern das Formular der allgemeinen Ansässigkeitsbescheinigung gefordert, das keine Festlegung meiner Forderungen beinhaltet. Das BO-Formular, das mich als Besitzer der Aktien ausweist, ist kein Problem.

    Es gibt ein Rundschreiben des BMF vom 15.11.2011, „Anrechnung norwegischer Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer nach § 43a“. Hier wird hingewiesen, es gibt zwei Möglichkeiten auf Reduzierung der norwegischen Quellensteuer gibt, erstens die Reduzierung auf 15% gemäß DBA, und zweitens die komplette Erstattung der Quellensteuer in Norwegen gemäß der „shielding deduction“. Deshalb ist die Dividendenzahlung mit dem Steuersatz von 25% zu besteuern.

    Vor vielen Jahren habe ich die norwegische Steuerbehörde angeschrieben und nachgefragt, was muss ich tun, um die komplette Quellensteuer gemäß „shielding deduction“ zu erhalten. Die Antwort war einfach, sie trifft für Privatpersonen nicht zu.

    Ich habe von der DKB-Bank eine Antwort verlangt, warum die 15%ige norwegische Quellensteuer nicht in Anrechnung gebracht wurde, die Antwort steht noch aus.

    Das Schreiben vom 15.11.2011 kann aus meiner Sicht keine Anwendung mehr finden, da sich die norwegische Steuergesetze von 2 Jahren geändert haben. Durch das neue norwegische Formular der Forderungsnennung der Quellensteuerreduzierung auf 15% gemäß DBA, und dieses dann vom Finanzamt abstempeln lassen, lässt keine Möglichkeiten der Steuerverkürzungen zu.

    Ich warte auf die Antwort der DKB-Bank und werde mich dann an das BMF in Berlin wenden.

    Das Fazit ist, mit den Norwegern gibt es keine Probleme mehr, nur noch mit dem deutschen Fiskus.

    Viele Grüße

    Peter

    1. Lieber Peter,

      die DKB ist der falsche Ansprechpartner. Sie haben „wie von Dir gewünscht“ die Vorabbefreiung des Vorababzugs getätigt.

      An der deutschen Steuergesetzgebung ist die DKB gebunden und wird für Dich nicht die Erstattung der Quellensteuer vornehmen, da Sie das nicht darf. Das kannst nur Du in der Steuererklärung durchführen.
      Das Schreiben vom BMF ist auch heute noch gültig.

      Die korrekte Adresse für Dein Anliegen ist das BMF. Da mit dem Schreiben des BMF auch institutionelle Anleger abgedeckt werden, gebe ich Dir wenig Chancen.

      Was Du Dir ersparst, ist das Anschreiben an die norwegische Steuerbehörde.

      Beste Grüße
      BörseHai

      1. Hallo BörseHai,

        in einem Steuerbescheid vor ca. 8 bis 10 Jahren hat mir das Finanzamt mitgeteilt, ich hätte in Norwegen Anspruch auf teilweise oder kompletter Erstattung der Quellensteuer gemäß Schreiben vom 15.11.2011.

        Dort steht:

        Dividendenzahlungen einer norwegischen Kapitalgesellschaft an eine in Deutschland
        ansässige natürliche Person unterliegen der norwegischen Quellensteuer in Höhe von der-
        zeit 25 %. Die mit Quellensteuer belasteten Anteilseigner mit Wohnsitz in einem EU- oder
        EWR-Staat haben einen Anspruch auf vollständige oder teilweise Erstattung der
        Quellensteuer.

        Ich habe darauf hin die norwegische Steuerbehörde angeschrieben, das Schreiben beigefügt, und gefragt, ist dies so richtig. Die Antwort war, für Privatpersonen trifft dies nicht zu.

        Von der DKB-Bank will ich nur wissen, nach welchen Vorgaben sie so handelt.

        Wenn die Antwort vorliegt, werde ich mich an das BMF wenden. Die in dem Schreiben vom 15.11.2011 gemachten Aussagen haben heute mit der Realität der norwegischen Steuergesetze nichts gemein.

        Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht

        Peter

  8. Hallo Ben,

    aufgrund dessen, dass ich spanische und schwedische Aktien halte, habe ich mich bei der DKB über eine Vorabreduzierung erkundigt. Für beide Länder bietet DKB eine Vorabreduzierung der Quellensteuer an. So könntest du deine hilfreiche Aufstellung noch ein wenig ergänzen :).

    Viele Grüße
    VanJan

  9. Hallo zus.

    Gibt es denn hier im Blog eine Auflistung von den möglichen Vorabbefreiungen bei der DKB? franz., norweg., kanad., spanisch, schwedisch… hab ich was vergessen? Italien?

    Vielen Dank im voraus!!!

  10. Hallo Ben,

    mit dem Steuerbescheid aus Norwegen über die Rückzahlung der Quellensteuer wurde mir in einem Begleitschreiben mitgeteilt, ab Oktober 2021 können die Anträge auf Steuerrückerstattung digital gestellt werden, es wird hierzu nur eine Ansässigkeitsbescheinigung und die Zahlungsbelege der Dividende, alles im hochladfähigen Format (PDF). Dies ist für 5 Jahre rückwirkend möglich.

    Das Verfahren ist dem dänischen wohl ähnlich.

    Norwegen hat innerhalb von 10 Wochen meinen Antrag bearbeitet und gleichzeitig das Geld überwiesen.

    Seit 2021 habe ich eine Vorabreduzierung der Quellensteuer über die DKB-Bank.

  11. Hallo Ben,
    gibt es von Dir auch einen Leitfaden für die Quellensteuerrückführung aus Österreich? Es soll ja eine gigantische Dividendenzahlung von STRABAG geben, da sollte es sich lohnen.
    Und Deine Hinweise (Schweiz und Frankreich) sind einfach die Besten.
    Besten Dank für Deine Unterstützung.
    Werner

    1. Hallo Werner,
      was genau willst Du dazu wissen? Man meldet sich 1.) elektronisch an und gibt die Daten ein und sendet dann 2.) den vom Finanzamt unterzeichneten Ausdruck nach Wien.

      Die komplette verständliche Beschreibung kannst Du hier finden: https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/internationales-steuerrecht/rueckerstattung/rueckerstattung-oesterreichischer-abzugsteuer.html

      Für Dividenden muss das WEB-Formular „DIAG“ ausgefüllt werden.
      Ein bisschen Eigenrecherche darf es sein. Mit „Österreich Quellensteuer“ hilft der 2. Eintrag

    2. @Werner
      Die „gigantische“ Dividendenzahlung ist bereits gelaufen und am Kurs ablesbar.

      STRABAG SE
      Villach
      Dividendenbekanntmachung
      ISIN: AT000000STR1

      In der am 18.6.2021 abgehaltenen 17. Ordentlichen Hauptversammlung der STRABAG SE wurde für das Geschäftsjahr 2020 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 6,90 je Stückaktie beschlossen.

      Die Aktien der STRABAG SE werden ab Freitag, 25.6.2021, ex Dividende 2020 gehandelt. Der Nachweisstichtag für die Dividende („Record Date“) ist Montag, 28.6.2021.

      Die Auszahlung der Dividende über die Zahlstelle erfolgt ab Dienstag, 29.6.2021. Als Zahlstelle fungiert die Raiffeisen Bank International AG, 1030 Wien, Am Stadtpark 9. Die Auszahlung der Dividende über die Zahlstelle erfolgt ausschließlich abzüglich 27,5 % Kapitalertragsteuer (KESt) durch Gutschrift bei den depotführenden Kreditinstituten.

      Villach, im Juni 2021
      Der Vorstand

  12. Hallo Ben,
    bin bei Maxblue und meine Dividende von UPM Kymmene (Finnland) wurde 2021 mit 35% besteuert. Im Jahr 2020 waren es noch 15%. Auf Nachfrage habe ich Erfahren, dass zum 1.1.2021 tatsächlich die gesetzlichen Bestimmungen geändert wurden und die normale Vorabbefreiung nicht mehr gilt. Vielleicht kannst du das in der Liste oben entsprechend vermerken.
    VG Tom

  13. Hallo Ben,
    hier meine Erfahrungen bzw. „Erlebnisbericht“ zur italienischen Quellensteuer.
    Zunächst lagen meine italienischen Titel bei der comdirect, hier gab es jedoch trotz erteilter DBA-Vollmacht keine Vorabreduzierung oder ein Rückerstattungsverfahren für die zuviel gezahlte italienische QSt.
    Nach der Einrichtung eines Depots bei Maxblue habe ich meine Eni- und Generali-Aktien dorthin übertragen und auch hier eine DBA-Vollmacht am 14.02.19 hinterlegt. Laut DBA-Vollmacht kümmert sich Maxblue um die Rückerstattung der italienischen QSt, eine Vorabreduzierung wird bei Maxblue nicht angeboten.
    Nachdem nichts geschah habe ich am 23.05.21 Maxblue angeschrieben warum ich noch keine Formulare erhalten habe im Zusammenhang mit den beiden Dividendenzahlungen vom 22.05.19 (Generali, erstattungsfähige Quellsteuer über 39,50 € und Eni erstattungsfähige QSt über 13,30 €) sowie die Dividendenzahlung vom 25.09.19 (Eni, erstattungsfähige QSt übe13,96 €) um den entsprechenden Erstattungsprozess in die Wege zu leiten.
    Die Antwort kam erst am 16.06.21 und auch nur weil mich eine Deutsche Bank Filiale anrief, weil diese umziehen würde. Ich wusste gar nicht, dass ich eine Filiale habe, ich bin doch extra nur bei Direktbanken damit mich keiner an einen Schalter locken kann und mir einen aktiv gemanagten Fond oder einen Bausparvertrag verkaufen kann. Wie auch immer habe ich auf die Frage „was können wir für Sie tun“ geantwortet, dass ich es gut finden würde, wenn meine per Email gestellten Fragen beantwortet würden. Und tatsächlich kam am nächsten Tag die Antwort, was sehr ungewöhnlich ist, da ich bisher bei Maxblue entweder gar keine Antwort erhalten habe, teilweise erst nach 3-4 Erinnerungen und meistens gingen die Antworten nicht auf die Fragen ein:

    „vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen vom 23.05.2021 an uns gewandt haben. Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort.
    Sie bitten um Mitteilung, warum Sie für die Gattungen:
    WKN 850 312 Assicurazioni Generali Ex-Tag 20.05.2019
    WKN 897 791 ENI Ex-Tag 20.05.2019
    WKN 897 791 ENI Ex-Tag 23.09.2019
    keine Rückerstattungsanträge erhalten haben. Der Fachbereich teilte uns hierzu mit, dass die Beträge nach Berücksichtigung fremder Spesen (Kosten der Lagerstelle) unter der Mindesterstattungsgrenze von 10 Euro liegen.
    Wir bedauern, Ihnen keine anderslautende Mitteilung geben zu können.“

    Dies war zumindest schon einmal eine Antwort und ich habe es mir erspart nachzufragen wie hoch denn genau die fremden Spesen sind um ausrechnen zu können ab welchem Betrag Maxblue aktiv werden sollte. Dieses mühsame Spielchen habe ich jahrelang mit der comdirect betrieben und ist wegen widersprüchlicher Informationen und Reaktionszeiten wie bei Maxblue extrem zermürbend und ich hatte, inspiriert durch dieses Forum, sowieso einen anderen Plan.

    Ganz anders die DKB:
    Am 23.05 um 19:54 habe ich die DKB angeschrieben was zu tun ist damit ich bei der DKB gemäß des Preis- und Leistungsverzeichnisses eine Vorabreduzierung der italienischen Quellensteuer einrichten kann.
    Die Antwort mit allen benötigten Formularen im Anhang kam am 24.05.21 9:26 – das war der Pfingstmontag!
    Sogar eine Ausfüllhilfe für die „One-Time Master Introduction“ war dabei.
    Auch auf eine tiefergehende Frage zum Ausfüllen kam nach 2,5 h die für mich fundiert klingende Antwort:
    „Unter „Foreign Tax ID“ ist zwingend die Steuernummer anzugeben. Dies ist eine Vorgabe der italienischen Steuerbehörden.
    Ihre Steuer-ID würde nicht anerkannt werden.“

    Ist natürlich Schwachsinn die Steuerliche Identifikationsnummer ist eindeutig und behält man sein Leben lang während ich z.B. zwei Steuernummern habe und diese sich inzwischen wegen Umzugs wieder geändert haben. Dies hat nächstes Jahr zur Folge, dass ich wieder ein „“One-Time“ Master Introducion“ aufüllen darf. An genau solchen Kleinigkeiten kann das Procedere scheitern und der italienische Fiskus freut sich und genau deshalb ist es erfreulich, dass bei DKB Menschen sitzen, die sich offensichtlich aufkennen. Interessant ist auch, dass die „OTMI“ bei der Clearstream Operations Prague hinterlegt wird – muss man nicht verstehen, aber wenn es hilft…..

    Nun komme ich endlich zum Punkt – es hat geholfen!!!
    Am 21.09.21 habe ich für meine 295 ENI S.P.A.AZIONI NOM. O.N (897791) folgende Abrechnung erhalten:

    Dividendengutschrift 126,85+ EUR
    Einbehaltene Quellensteuer 15 % auf 126,85 EUR 19,03- EUR
    Anrechenbare Quellensteuer 15 % auf 126,85 EUR 19,03 EUR
    Kapitalertragsteuerpflichtige Dividende 126,85 EUR
    Verrechnete anrechenbare ausländische Quellensteuer
    (Verhältnis 100/25) auf 19,03 EUR 76,12 – EUR
    Berechnungsgrundlage für die Kapitalertragsteuer 50,73 EUR
    Kapitalertragsteuer 24,45 % auf 50,73 EUR 12,40- EUR
    Solidaritätszuschlag 5,5 % auf 12,40 EUR 0,68- EUR
    Kirchensteuer 9 % auf 12,40 EUR 1,11- EUR
    Ausmachender Betrag 93,63+ EU

    Es wurden also nur 15% Quellensteuer angesetzt und diese komplett bei der Kapitalertragssteuer angerechnet! Wer jetzt frägt warum Schade diesen Aufwand wegen 11% x 126,85 € = 13,95 € (abzüglich 11,90 € DKB-Gebühren) betreibt dem anworte ich: Aus Prinzip, ich würde es sogar machen wenn ich draufzahle. Lieber zahle ich 10 € (+MWSt) an die DKB als dass ich dem italienischen Staat (oder dem französischen-, tschechischen-, norwegischen-, spanischen… Staat) zuviel Steuern zahle.

    Darüber hinaus ist es das Schöne, dass bei der DKB die 11,90 € nur einmal jährlich anfallen und die Vorabreduzierrung für alle Dividendenzahlungen von Italienischen Aktiengesellschaften in dem betroffenen Jahr gelten.
    Inspiriert durch dieses Forum habe ich mir auch noch Terna ins Depot gelegt und sehe nun gelassen und zufrieden 2022 entgegen.

  14. Hallo Schade,

    ich hole uns seit über 15 Jahren aus diversen Ländern zu viel gezahlte Steuern zurück, mal ist der Betrag gering, mal sehr hoch, ich handle immer aus Prinzip wie Du.

    Viele Länder haben den Aufwand für di Rückzahlung deutlich reduziert, die Schweiz, Norwegen und Dänemark. Dänemark zahlt nur seit 5 Jahren nur nicht die Ansprüche aus, trotz Aufforderung meinerseits. Wenn ich in absehbarer Zeit nichts höre, werde ich mich beim deutschen Finanzminister beschweren und bei der EU, es gibt ein Gleichheitsprinzip, dänische Bürger wird von Deutschland kein Geld vorenthalten.

    Ich habe Anfang 2021 meine norwegischen Aktien zur DKB verlagert und den Antrag auf Vorabreduzierung gestellt, es lief alles problemlos. Der Antrag ist 3 Jahre gültig und kostet 11,90 EUR. Ich rate nur, wenn man Aktien zur DKB verlagert, sollte man das Übertragungsformular der DKB ausfüllen, ausdrucken und handschriftlich unterschreiben und direkt zur Bank senden, bei der die Aktien liegen. Dies verkürzt die Übertragung massiv.

    Ich habe gestern vom SBroker eine Mitteilung erhalten, die Vorabbefreiung von ausländische Quellensteuern wird zukünftig für einen erweiternden Kreis von Ländern möglich sein, hier bin ich auf Näheres gespannt.

    Viele Grüße

    Peter

  15. Peter und Schade … vielen Dank für die guten Infos. Überlege jetzt wirklich, ob ich mir neben Maxblue auch bei der DKB noch ein Depot eröffne

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