Wasser im Dividendendepot – natürlich aus dem regnerischen England: Pennon Group

Aktualisiert am

An Wasser herrscht in England bekanntlich kein Mangel. Tage ohne Regen kann man an einer Hand abzählen. Aber das Wasser muss ja auch noch in den Wasserkreislauf aus Brauchwasser und Abwasser geführt werden. Und dafür sind in England private Wasserversorger verantwortlich. Ein besonders aussichtsreicher Titel unter ihnen ist die Pennon Group. Ihre Aktien befinden sich im Dividendendepot. Aber warum Wasser und warum England? 

Wasser gehört zu den Grundstoffen allen Lebens. Ohne Wasser kein Leben.  Wasser ist unverzichtbar und deshalb prädestiniert für ein langfristig ausgerichtetes Aktiendepot.

Transparente Regulierung des britischen Wassersektors

Kürzlich hatte die ebenfalls im Divantis-Depot enthaltene Allianz mit einem Konsortium den nicht börsennotierten englischen Wasserversorger Affinity Water übernommen. Dabei publizierte sie den schönen Satz „Mit seiner transparenten Regulierung bietet der britische Wassersektor eine gute Planbarkeit und eine faire Rendite„. Nun kommen für das Divantis-Depot nur börsennotierte Unternehmen in Frage. Und auch hier haben die englischen Wasserversorger einiges zu bieten.

Wasser und Abfall bilden die Group

Die Pennon Group besteht aus South West Water und dem Abfallentsorger und -aufbereiter Viridor. Damit wird Wasser- und Abwasser in Devon, Cornwall und Teilen von Somerset, Dorset, Hampshire und Wiltshire bewirtschaftet. In dieser Region leben über 2,2 Millionen Einwohner. Viridor betreibt Recyclinganlagen, spezielle Glasrecyclinganlagen, Abfalltransferstationen, Kläranlagen, Hausmüllverwertungsanlagen, Kompostierungswerke und Abfallenergie- und Deponiegas-Kraftwerke. Viridor ist außerdem einer der größten Deponiebetreiber in Großbritannien.

Starke Geschäftszahlen in 2016/2017

Die Pennon Group beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Pfund. Das EBITDA betrug im vergangenen Geschäftsjahr 486 Millionen Pfund, aus dem ein Vorsteuerergebnis von 250 Millionen Pfund wurden. Nach Steuern wurden 180,5 Millionen Pfund oder 39,8 Pence pro Aktie verdient. Das ist ein Plus von 7,6% gegenüber dem Vorjahr.

Nachhaltigkeitsanspruch

Die Pennon Group hat Nachhaltigkeit zu ihrem Kerngeschäft erklärt. Als führender Umweltinfrastrukturanbieter wäre alles andere auch nicht verständlich. Folgerichtig wird die Pennon Group auch im Nachhaltigkeitsindex FTSE4Good geführt. Unternehmensintern wurde ein Nachhaltigkeitsausschuss eingesetzt, dem u.a. der Group CEO angehört. Ein Bericht des Nachhaltigkeitsausschusses ist im jährlichen Geschäftsbericht enthalten. Daneben gibt es jeweils einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht der Pennon Group und der Tochter Viridor.

Dividende

Die Dividende wird im April und – seit 2016 – im September bezahlt. Dabei handelt es sich bei der Aprilzahlung um eine vorläufige Dividende, im September wird dann die finale Dividende bezahlt. Entsprechend unterschiedlich sind die Ausschüttungen in der Höhe: die Septemberdividende ist ungefähr immer doppelt so hoch wie die Aprildividende. Im April 2017 wurden 11,09 Pence pro Aktie ausgeschüttet, im September 2016 waren es 23,12 Pence. Sowohl die vorläufige als auch die finale Dividende wurde in den letzten Jahren immer erhöht. Seit 1990 wird die Dividende ununterbrochen bezahlt. Bis 2020 sind Dividendensteigerungen von 4 Prozentpunkten über der Verbraucherinflationsrate geplant. Die Dividendenerhöhungen liegen kontinuierlich bei 6 Prozentpunkten.

Die Septemberdividende liegt im Jahr 2019 nun schon bei 28,22 Pence.

Link zu den Dividendeninformationen des Unternehmens:

http://www.pennon-group.co.uk/dividends

Ausblick

Die Pennon Group ist ein Unikat im Dividendendepot. Sie ist nicht nur der einzige Wasserwert, sondern auch noch der einzige britische Wert. Und dementsprechend der einzige Wert, der seine Dividende in britischen Pfund zahlt. Ich bin dieses Fremdwährungsrisiko bewusst eingegangen. Weil ich durchaus auch eine Chance darin sehe, wenn Dividendeneinkünfte aus anderen Währungen als „nur“ dem Euroraum und dem US-Dollar kommen. Die politische Entwicklung Großbritanniens, insbesondere mit dem Brexit, muss aber beobachtet werden. Ich habe mit den 200 Aktien eine Position eröffnet, die erst mal groß genug ist, um „dabei“ zu sein. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass die Brexit-Folgen kalkulierbar sind, dann will ich weitere Aktien hinzukaufen. Je nach Entwicklung will ich im Ziel zwischen 500 und 800 Aktien der Pennon Group im Divantis-Depot haben.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Pennon Group
ISIN:GB00B18V8630
Im Divantis-Depot seit:04.05.2017
Letzter Nachkauf am:02.02.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:600
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:9,12 €
Gesamtkaufpreis:5.473,81 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:413,41 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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13 Gedanken zu „Wasser im Dividendendepot – natürlich aus dem regnerischen England: Pennon Group“

    1. Hallo Jochen,
      ich habe auch nach Nachrichten gesucht, die den Kursrückgang erklären könnten. Habe aber nichts gefunden. Ich interpretiere es einfach als „aus dem Blickwinkel verloren“.
      Bist du investiert in der Pennon Group?
      Viele Grüße Ben

  1. Ich werde wohl bald eine erste kleine Position kaufen. Scheint mir ein sehr solides Unternehmen zu sein und die Dividendenrendite ist sehr verlockend. Ich möchte halt nich ins fallende Messer greifen!

    Gruß Jochen

    1. Von der Charttechnik her würdest du wohl ins fallende Messer greifen. Da würde ich an deiner Stelle vermutlich noch auf eine Konsolidierung warten. Ich habe das aktuelle Kursniveau allerdings gestern tatsächlich für einen weiteren Nachkauf genutzt.

  2. Jetzt muss ich ja zugeben, dass ich nicht der Bilanzexperte bin. Und bei englischen Bilanzen und Jahresberichten habe ich überhaupt keine Lust mich da durchzuquälen. Aber hat sich mal jemand die Mühe gemacht das anzuschauen? ich bin der Meinung, dass die Verschuldung relativ hoch ist und die Nettoschulden seit Jahren wachsen. Das ist vielleicht ein Grund, warum es mit dem Kurs bergab geht. Sollten Die Zinsen steigen, wird es halt schwieriger diesem Schuldenberg zu finanzieren. Wenn sich das mal jemand die Mühe gemacht hat anzuschauen und es versteht, kann man hier ja mal darüber berichten. Auf jeden Fall ist ein Kauf der Aktie momentan ein Griff in das fallende Messer.

    1. Diesen Kommentar würde ich doch gerne nochmal hervorholen. Interessante Aktie, aber da ich mich mit Versorgern nicht so gut auskenne die Frage in die Runde: Die Zinslast und Verschuldung hat weiter zugenommen (Zahlen vom 1H Bericht) > Ist die hohe Verschuldung bei diesen Unternehmen ein Problem?

      1. Hallo Phil,

        ich sehe kein Problem darin, da die Verschuldung für solche Infrastrukturunternehmen typisch ist. Die durchschnittliche Laufzeit der Verbindlichkeiten beläuft sich bei der Pennon Group auf 20 Jahre und deckt sich mit Abschreibungszeiten der Vermögensgüter. Aufgrund der sicheren Cash-Flows entspricht diese Vorgehensweise einer üblichen Kalkulation: Ein Infrastrukturunternehmen erwirbt eine Konzession z.B. für 30 Jahre und refinanziert die Kosten dafür fristengleich. Die Cash-Flows bedienen dann die Verschuldung und der Rest ist – nach Kosten – der Gewinn.

        Ich bin jedenfalls völlig entspannt bei der Pennon Group.

        Viele Grüße Ben

        1. Hi Ben,
          danke für die Antwort – Sehr gutes Argument und hier gibts glaub auch die Kennzahl der Zinsdeckung (freie Übersetzung von ‚Net interest cover‘)) mit 4.4x (auch aus der 1H 18/19 Präsentation, Folio 34). Sollte dann in der Tat alles passen!
          Cheers,
          Phil

  3. Hallo, ich habe die vergleichbare United Utilities Aktie, diese finde ich etwas besser. Ich denke die GB Aktien sind aufgrund der Brexit Sorgen im Moment sehr günstig ( Vodafone, Unilever und SSE, sowie BT Group zb auch ). Ich bin recht zuversichtlich, das er anschließend bergauf geht.

    1. Die hatte ich mir seinerzeit auch angeschaut. Gestört hat mich dabei, dass die Dividende zweimal (und zwar in Jahren 2009 und 2011) gekürzt wurde. Die Pennon Group hat auch in diesen Jahren weiter ihre Dividende erhöht. Das war dann ausschlaggebend für meine Entscheidung.

    1. Hallo Guido,

      ich habe sie an der Börse Stuttgart gekauft, aber das Limit in der unteren Hälfte des Spreads gesetzt. Also etwas über dem Bid und deutlich unter dem Ask. Bin nicht sofort, aber doch recht bald bedient worden. Deshalb auf jeden Fall mit Limit arbeiten.

      Viele Grüße Ben

  4. Bei Pennon gibt es zunächst mal relativ viele „Störgeräusche“ in der Berechnung des Gewinns, sodass die Verwendung des „earnings before non-underlying and deferred tax“ eine deutliche Verbesserung beim Verständnis des Geschäftsmodells liefert.

    Alles in allem bekommt man lang-, mittel und kurzfristig (und in € umgerechnet) schwankungsarme 2% p. a. an EPS-Wachstum und derzeit 6% Dividendenrendite (bei 80% Ausschüttungsquote), also insgesamt 8% und damit knapp die Aktienmarktrendite. Wenn man für die Aktie also etwas weniger bezahlt als ihr historisches Durchschnitts-KGV von 14.5, dann kann man so etwas im Depot haben.
    Und das hatten wir auch: Im Frühjahr 2018 war die Aktie für 7 € attraktiv genug für den Kauf. Sechs Monate später zu 8,3 € fiel die Aktie allerdings bereits unter die „Halten“-Grenze: Es gab es 16% Kursgewinn mitzunehmen, der Pfund-Kurs zum Euro lief in dieser Phase seitwärts, eine „Final“-Dividende gab es zudem auch noch. Vom Timing her hatte alles prima funktioniert.

    Die Erträge sind bei solchen regulierten Ver- bzw. Entsorgern mehr oder weniger staatlich garantiert, sodass die Unternehmensleitung eine relativ hohe Planungssicherheit hat – und dies dazu verwendet, den Kredithebel bis zum Anschlag auszureizen (was natürlich zu einem Problem werden kann, wenn der Staat irgendwann das Geschäftsmodell kaputt macht wie in Deutschland beim Verbot des Betriebs der Kernkraftwerke).
    Pennon verdient magere 5,6% seiner Bilanzsumme als EBIT und bezahlt 1,9% für sein Fremdkapital, da sind 27% Eigenkapitalquote schon ein bisschen dünn und führen zum Abfluss von fast 30% der „verteilbaren Beute“ an die Gläubiger. Das ist so ungefähr die Schmerzgrenze, die ich bei einem Investment gerade noch zu akzeptieren bereit bin.

    Bei den Peers sieht es nicht viel anders aus: United Utilities ist mit nur 4,9% GK-Rendite sogar noch schlechter, verwendet zudem nur 22% Eigenkapital und muss deshalb 48% der Beute an die Gläubiger überweisen; hinzu kommt ein sogar leicht negatives bereinigtes EPS-Wachstum plus 5% Dividendenrendite (bei 80-90% Ausschüttungsquote – das KGV ist hier vergleichsweise hoch, da muss fast der komplette Gewinn ausgekehrt werden). Das ist also eine „Anleihe mit Aktienrisiko“.
    Severn Trent kommt ebenfalls auf „0+5“ (bei 70% Ausschüttungsquote), schafft immerhin 6,4% GK-Rendite, leistet sich jedoch den Luxus, nur 10% Eigenkapital zu verwenden, was in einer Zinsabflussquote von sogar 53% resultiert – das ist weit jenseits des für mich Zumutbaren. Hätte Severn Trent etwa 35-40% Eigenkapital, dann wäre die Aktie zu einer entsprechenden Bewertung durchaus nach meinem Geschmack (bei einem KGV von 10-11 wäre ja mehr verteilbarer Gewinn vorhanden, um dann ungefähr „2+7“ zu produzieren).

    Pennon erzielt 96% seiner Umsätze im United Kingdom. Alles in allem ist das eine ziemlich reinrassige Wette auf das britische Pfund, wobei ein „harter Brexit“ immerhin die Wahrscheinlichkeit für steigende Zinsen in UK reduzieren dürfte und damit die Verschuldungssituation der Branche nicht noch weiter verschlechtern würde.
    Derzeit ist Pennon nach KGV historisch normal bewertet und schafft damit eine Einstufung am unteren Rand des „Halten“-Bereichs; um die Aktie kaufen zu dürfen, müsste sie nach den aktuellen EPS-Prognosen (die Anfang 2018 noch besser aussahen als heute) auf ein KGV von ungefähr 11 sinken.

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