So sieht das also aus mit der kanadischen Quellensteuer

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Es gibt Dinge, die will ich einfach mit eigenen Augen sehen. Die kanadische Quellensteuer gehört dazu. Ich hatte extra eine ausschüttungsstarke Aktie gekauft und sie im Depot beim Smartbroker gelassen.

Nun ist die erste Dividende gezahlt worden und ich kann sehen, wie mit der kanadischen Quellensteuer verfahren wurde.

Wie immer kannst Du das anhand des Originalbelegs mitverfolgen. Und ich offenbare meine weitere Strategie zu der Aktie. Denn ich habe einen Plan! Und eine Lösung zur kanadischen Quellensteuer soll es auch geben. Alles Weitere in diesem Beitrag!

Der kanadische Telekommunikationskonzern BCE ist mein erster kanadischer Depotwert geworden. Zum Kauf habe ich das Unternehmen hier ausführlich vorgestellt.

Dividendenzahlung

Hauptgrund meines Kaufs war ja die kanadische Quellensteuer. Und hier ist sie nun: Für die 20 Aktien von BCE erhielt ich eine Quartalsdividende von jeweils 0,8325 CAD. Das ergibt eine Brutto-Dividende von 16,65 CAD. Sie wurde vom Smartbroker * zum Kurs von 1,5531 in Euro umgerechnet. Dann wurden 25% kanadische Quellensteuer abgezogen, von denen lediglich 15% auf die deutsche Quellensteuer angerechnet wurden. Übrig bleibt nach Steuern damit eine Netto-Dividende von 6,91 €. Sie wird mit Wertstellung 15.10.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift BCE im Oktober 2020

Perspektiven

Wie bereits beim Kauf angekündigt, werde ich die BCE-Aktien nun in mein Depot bei maxblue übertragen. Und dann werde ich hoffentlich das sehen, was viele Kommentatoren bestätigt haben: eine volle Anrechnung der kanadischen Quellensteuer bei der nächsten Quartalsdividende. Die Netto-Dividende müsste dann etwa 1 € höher sein.

Und wenn das dann geschafft ist (die nächste Quartalsdividende wird am 15. Januar gezahlt), dann habe ich fest vor, BCE noch einmal aufzustocken. Denn mit lediglich rund 700 € Kurswert sind die Aktien in meinem Depot sehr gering gewichtet. Und bei einer Dividendenrendite von 6% kann ich schon mit einem kleineren Nachkauf meine Dividendenerträge weiter steigern. Warum mir eine hohe Dividendenrendite manchmal auch wichtig ist, habe ich hier beschrieben. Aber das ist etwas für 2021! Kaufen werde ich die Aktien nach wie vor gebührenfrei beim Smartbroker * und sie dann zu maxblue übertragen.

Die letzten Quartalszahlen von BCE zeigten jedenfalls eine gewisse Widerstandskraft gegen die Corona-Pandemie. So stieg der operative Cash-Flow um 22,4% und der freie Cash-Flow sogar um 49,7%.

Im Mobilfunkbereich konnte die Kundenzahl weiter gesteigert und die 10 Millionen Marke überschritten werden.

Der Umsatz war trotzdem rückläufig (-9,1%), da viele Konsumenten und Unternehmen weniger Geld für Serviceleistungen ausgaben.

BCE ist damit keine Kursrakete, sondern zählt in die Kategorie der soliden Dividendenzahler. Solche Titel habe ich auch gerne in meinem Depot, sorgen sie doch für verlässliche Ausschüttungen, die ich dann wieder in neue Aktien investieren kann. Deshalb möchte ich den Titel nächstes Jahr einmalig aufstocken, um dann von den Dividenden zu profitieren und in aussichtsreichere Aktien zu diversifizieren.

Auf einen Blick:

Unternehmen:BCE Inc.
ISIN:CA05534B7604
Im Divantis-Depot seit:27.07.2020
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:20
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:35,59 €
Gesamtkaufpreis:711,70 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:6,91 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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16 Gedanken zu „So sieht das also aus mit der kanadischen Quellensteuer“

  1. Hallo Ben,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag.
    Kannst Du nochmals erläutern, weshalb maxblue bei kanadischen die komplette Quellensteuer anrechnet. Im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Kanada und Deutschland ist festgehalten, dass nur 15 Prozent der kanadischen Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet werden kann. Wie kann dann Maxblue die ganze Steuer in Höhe von 25 Prozent verrechnen?

    1. Hallo Ben, hallo Oli,
      ich glaube, es handelt sich eher um eine Vorabreduzierung aufgrund der korrekten Meldung des Empfängerlandes. Das machen einige Banken gut und andere nicht.
      Gut machen es Maxblue und IBKR kostenfrei und ohne speziellen Antrag, um den man sich kümmern müsste. Bei beiden wird nur 15% abgezogen und diese werden voll angerechnet auf die deutsche Kapitalertragssteuer. Das habe mir gerade bei den letzten Ausschüttungen, die ich dort aus Kanada bekommen habe, überprüft. Bei Maxblue war es am 21.07. Nutrien und bei IBKR am 15.09. NWH.UN(CA6674951059).
      Die DKB kann das wohl auch, kostet dann aber analog zu Frankreich (nochmals danke für den Tipp) 11,90 EUR alle drei Jahre.

      Von der DKB habe ich mir mal das Formular schicken lassen. Darin heißt es:

      Quellensteuervorabreduzierung Kanada
      Der gesetzliche Quellensteuerabzug auf kanadische Dividendenzahlungen beträgt 25%. Für
      Gebietsansässige eines Landes, das ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Kanada
      geschlossen hat, kann eine Reduzierung des Quellensteuersatzes auf den entsprechenden DBASatz
      erwirkt werden.
      Wer kann eine Reduzierung der Quellensteuer beantragen?
      Teilnahmeberechtigt sind alle Endbegünstigten, die ihren steuerlichen Wohnsitz in einem Land haben,
      das ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Kanada geschlossen hat und deren Aktienbestand
      in Kanada verwahrt wird.
      Gattungen vom Wertpapiertyp TRUST UNITS können an der Quellensteuer-Vorabreduzierung nicht
      teilnehmen.
      Von der Quellensteuervorabreduzierung ebenfalls ausgeschlossen sind Partnerschaften
      (partnerships) und gemischte Unternehmensformen (Hybrid Entities).
      Ob Sie in diesem Zusammenhang zur Vorabreduzierung berechtigt sind, muss letztendlich
      von Ihnen selbst durch Ihren Steuerberater geklärt werden.
      Hinweis:
      Bei Zahlungen über den Jahreswechsel, bei denen der Ex-Tag im alten Jahr und der Zahlbarkeitstag
      im neuen Jahr liegt, können Sie an der Vorabbefreiung nur teilnehmen,
      wenn der Antrag bereits beide Jahre umfasst Dieses ist insbesondere zu beachten, wenn das
      Formular NR301, zum Jahresende abläuft.
      Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?
      • Formular NR301
      • Wohnsitzbescheinigung des zuständigen Finanzamtes
      Wie oft ist die Erklärung abzugeben?
      Ca. alle 3 Jahre im Original (gültig bis auf Widerruf). Das Formular NR 301 und die
      Wohnsitzbescheinigung ist ab dem Ausstellungsdatum bis zum 31.12. des Ausstellungsjahres plus
      drei weitere Jahre gültig.

      Wie üblich erkauft man sich den guten Service von Maxblue mit einem schlechten Wechselkurs. Die 0,007 CAD Aufschlag, also etwa 0,45%, sind immerhin viel kleiner als 10% nicht angerechnete Quellensteuer.

  2. wie Uli gut beschreibt, ist der Aufwand für den Kleinaktionär doch erheblich.
    Ein Jammer angesichts der tollen Aktien wie Canada Railway, Brookf Infra und Renewable oder Royal Bank of Canada.
    Ich habe mir das Thema kürzlich nochmal detaillierter angeschaut (weil ich erwogen habe, bei Enbridge einzusteigen) und mich dann bewusst dafür entschieden,
    a) vorerst keine kanadischen Aktien zu kaufen und
    b) damit zu leben, dass ein paar Kanadier immerhin im Vanguard Developed World enthalten sind (A12CX1).
    Was mich auch zu dieser Entscheidung geführt hat:
    Mir ist aufgefallen, dass der Steueraufwand für einzelne kanadische Aktien wesentlich höher ist als mit ETFs. Und was – für mich überraschenderweise – zusätzlich passiert: Die Besteuerung des A12CX1 (Broker: DKB) lag für die letzte Dividende bei 18,5% ! Da kann bisher keine (auch keine US- oder britische) Aktie mithalten.
    Dividenden auf Brookfield Infrastructure und Renewables wurden in 2020 mit 26% respektive sogar 45% besteuert!
    Der niedrige Pflegeaufwand und die günstige ETF-Besteuerung sprechen an dieser Stelle für obige Strategie.

    Ich freue mich in diesem Forum immer über kritische Stimmen oder Einwürfe, die eine neue Perspektive vermitteln. Vielen Dank Euch!

    Sonnige Grüße aus Berlin, Euer Matthias

    1. Hallo Matthias,
      da habe ich wohl missverständlich ausgedrückt. Wenn man bei der richtigen Bank ist, gibt es keinen Aufwand aufgrund kanadischer Quellensteuer. Es ist genau wie bei US-amerikanischen Aktien.

      Zur Besteuerung des ETF: Seit der letzten Reform der Besteuerung von Investmentfondes, die zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist, wenn ich mich recht erinnere, werden Ausschüttungen von ETF und anderen Investmentfonds nur noch zu 70% besteuert.
      Das wurde damals damit begründet, dass ja private Aktionäre die Möglichkeit hätten, sich Quellensteuern von Dividenden von Einzelaktien erstatten zu lassen. Da das nicht geht, wenn die Aktien in einem Fonds (auch ETF) liegen, werden zum Ausgleich nur 70% besteuert.
      Der ETF hat also schon Quellensteuern abgeführt, von denen man nur nichts sieht. Der ETF muss mindestens 15%, vielleicht aber sogar 25% abführenn und von ausgeschütteten 75% werden dann “nur” 18 % abgezogen. Dafür bezahlt man noch die TER und die Transaktionskosten, die der Fonds hat, weil das Fondsvolumen schwankt, weil andauernd Leute Anteile vom ETF kaufen oder verkaufen. Da wäre ein Anleger, der eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgt und ein für eine ordentliche Diversifizierung mit Einzelaktien ausreichendes Depotvolumen hat, mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er ETF kaufen würde.

      Über die Besteuerung auf Fondsebene bei ETF wird recht wenig geschrieben. Ich habe gerade mal gegoogelt und dies gefunden:
      https://www.justetf.com/de/news/etf/us-quellensteuer-sparen-mit-den-richtigen-etfs.html
      Darin wirbt Just ETF mit den Vorteilen von in Irland aufgelegten Fonds für US-Aktien im Vergleich zu anderen ETF, weil diese auf Fondsebene nur 15% statt 30% Quellensteuern abführen müssen. Aber selbst bei 15% auf Fondsebene und “nur” 18% auf Ausschüttung des ETF zahlt man effektiv über 30% Steuern und dazu noch die Fondskosten.

      Meine Perspektive ist übrigens auch dadurch geprägt, dass ich seit 10 Jahren in ETF investiert bin, die ich liebend gern verkaufen würde, es wegen der Steuern, die dann auf die Kursgewinne anfallen würde, aber nicht tue. Damit bin ich für den Rest meines Lebens den Fondsgesellschaften und ihren Verschmelzungen und Kostenerhöhungen ausgeliefert. Selbst gegen fallende Kurse hat sich der Fiskus teilweise abgesichert, wie ich selbst im Lockdown feststellen musste, als ich zu tiefen Kursen ein paar ETF-Anteile verkauft und Aktien gekauft habe. Es werden nämlich 100% der fiktiven Kursgewinne bis zum 01.01.2018 versteuert und nur 70% der Verluste seit dem Datum negativ angerechnet.

      Wer langfristig signifikante Dividendeneinkünfte erhalten möchte, sollte also auf Einzelaktien setzen, nicht auf ETF.

      Bin gespannt auf andere Argumente.

      Schöne Grüße auch aus Berlin
      Uli

  3. An Mathias : bei Enbridge musst du etwas aufpassen. Meines Wissens ist Enbridge eine Öl oder Gaspipeline. Und denen wird vom Staat ein besonderes Steuermodell angeboten : MLP. Da zahlt die Firma selbst nur minimale steuern, muss dafür aber fast allen Gewinn an Dividenden auszahlen. Deswegen haben die alle eine sehr hohe Dividende.
    Der Haken an der Geschichte ist aber, dass der aktionaer dann gigantisch zur Steuerzahlen verdonnert wir. Ich hatte Mal so ein ding, ich glaube es hieß Magelan. Ein MLP. Da würden mir in usa(?), Oder wars Kanada (?) Zuerst mal 37% Quellensteuer abgezogen, von denen NICHTS anrechenbar war. Zusätzlich wurden mir dann in D nochmal die vollständige abgeltungssteuer abgeltungssteuer abgezogen. Ich kann also auf insgesamt 60+ % steuern. Needless to say : ich hab das Ding bei nächster Gelegenheit wieder verkauft. Über sowas schreiben die MLP Promoter natürlich nichts !

    @ Ben. Mir ist das schon sehr früh, zum ersten Mal bei ATT aufgefallen, dass ATT ein negatives Working Capital hat. Das hat mich damals etwas beunruhigt: working Capital = current assets – current liabilities. Es ist ein Mass dafür, ob die Firma in der Lage ist, aus ihren flüssigen Geldmittel die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten bezahlen kann. Sind die current assets groesser als die current liabilities, dann ist alles in Butter. Wenn aber nicht, kann dies oft eine Red Flag sein, und ein Zeichen dafür, dass die Firma in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hineinsteuert. Jetzt hab ich bei ATT gesehen dass die das schon immer so gehandhabt haben. Die vertrauen hald drauf, dass da immer was aus dem EBITDA an Cash nachkommt. Und jetzt hab ich festgestellt, dass fast alle telecoms ein negatives Working Capital haben : ATT, Verizon , KDDI, dtsch telecom und, und, und . . . !
    Einzige Ausnahme : NTT .
    Man sollte sich also bei telecoms nicht allzusehr auf die hohen Dividenden verlassen, das hat anscheinend Gründe !
    Man sollte immer den Cashflow und die Verschuldung mit im Auge behalten !

    @ Michael 1 : du hast ja auch Chinesen im Depot. Heute hab ich gelesen, dass der Xi seine Truppen auf Krieg einstimmt. Und er will die Connections zur amerikanischen Militärpolitik kappen. Und Taiwan soll keine Waffen mehr geliefert bekommen . . .

    1. Hallo Manfred,

      was KDDI betrifft, die haben seit 24 Jahren die Dividende nicht gesenkt und aktuell eine Ausschüttungsquote auf den Free Cashflow von 28,5% bei über 4% Dividendenrendite. Solche Investments sind z.B. in den USA momentan kaum bis gar nicht zu finden.

      In der Vergangenheit also ziemlich solides Investment, was natürlich keine Garantie für die Zukunft ist.

  4. Hallo Ben,
    freut mich, dass das mit den kanadischen Aktien ganz gut geklappt. Die Frage dazu kam ja ursprünglich von mir. Da du diese Anregung so schnell umgesetzt hast, hab ich gleich eine weitere bzw. eine Frage nach deiner Meinung. Was hältst du von monatlich ausschüttenden Aktien? Konkret hab ich mir im Juni/Juli ein paar Aktien von SL Green Realty ins Depot gelegt, die vermieten Büroraum in Manhattan. Auf Grund von Corona war die Aktie um fast 50% abgestürzt, zahlt aber brav monatlich Dividenden. Rendite liegt beim derzeitigen Kurs bei ca. 7%. Ich zögere noch, ob ich da mehr investieren soll. Generell gibt im kanadischen und US-Markt eine ganze Reihe von monatlichen Zahlern. Was hältst du davon?

    1. Hallo HW,

      ich bin neutral zu monatlichen Zahlern eingestellt. Ich sehe darin weder einen Nachteil noch einen Kaufgrund. Wenn die Aktie gut ist, würde ich sie kaufen. Ansonsten nicht.
      Wer sich frisch ein Dividendendepot aufbaut, für den kann ein Monatszahler etwas attraktiver sein. Denn damit sind dann ja schon mal monatliche Dividendenerträge gesichert. Da ich mit meinem breit diversifizierten Depot auch so schon ordentliche monatliche Ausschüttungen erziele, ist das halt kein Kriterium nach dem ich suche.
      Deine SL Green Realty hört sich übrigens nach einem Papier an, für das starke Nerven notwendig sind. Aber zur Beimischung bestimmt nicht uninteressant. Habe mich aber noch nicht näher damit beschäftigt.

      Viele Grüße Ben

  5. Das Problem mit der kanadischen Quellensteuer besteht bei der ING Diba auch schon seit Anfang 2019. Da ich in Kanada nur einige kleine Positionen in Minenaktien habe, die ohnehin kaum ausschütten, lohnt sich der Aufwand nicht. Ärgerlich ist das aber trotzdem. Ich hoffe sehr, dass sich das recht einfache Verfahren bei der Quellensteuer für die USA nicht irgendwann ändert. Wäre schön wenn es stattdessen mehr Vereinfachungen für Privatanleger geben würde. Auf meine Quellensteuerrückerstattung aus Dänemark warte ich inzwischen auch schon fast ein Jahr. Dazu kommt noch der Aufwand mit dem Finanzamt, die natürlich gerne alle Dokumente in deutsch hätten :-/

  6. Diese ganze Quellensteuerproblematik geht mir dermaßen auf den Senkel, dass ich nur noch Aktien mit DBA kaufe. Es gibt doch angeblich an die 150.000 Aktien weltweit ( lt. Aussage von diesem Christian Röhl, andere Quellen liegen da zahlenmäßig weitaus niedriger , I don‘t know ) , warum also in solche Gebiete investieren, die die Besteuerung derart hoch treiben oder verkomplizieren ? Mir ist es schon ein Graus, wenn ich nur an das deutsche Finanzamt denke ( obwohl ich mit den Heinis auch noch sporadisch beruflich zu tun habe, und dann immer noch höflich sein muß ), geschweige denn noch mit ausländischen Finanzämtern mich herumschlagen müßte.
    Gibt es denn nicht noch schönere Dinge im Leben, als Aktien wegen Kostenminimierung von einem billigen Depot ins nächste noch billigere zu schieben, sämtliche Quellenbesteuerungen / Überträge / Verlustvorträge im Blick haben zu müssen, Megabürokratieformulare auszufüllen, um ein paar Euros zu sparen und so weiter ? Eine Endlosschleife an Kostenoptimierungen, die im besten Fall einige Hundert Euro im Jahr spart. Welch Aufwand.
    Ich hatte mal spanische, italienische und schweizerische Aktien. Die beiden ersteren haben mir fast 40 % Steuern von der Dividende abgezogen, bei der letzteren habe ich mit einem speziellen Formular die Rückzahlung der erhöhten Besteuerung beantragen müßen und von den bekanntlich schnellen ( von den deutschen Beamten abgeguckt ? ) Eidgenossen eine Gutschrift nach 2 Jahren erhalten.
    Solche Aktien aus diesen Ländern meide ich ( es sei denn, ich glaube an eine schnelle Performance, dann kaufe ich die unabhängig von der Dividendenbesteuerung, Nestle habe ich als slow perfomer aber auch ), mir ist dieser Aufwand – gerade wenn man mehrere Aktien in diesen Hochsteuerländern hat – einfach zu hoch. Die Kosten – Nutzen Relation sollte man dabei im Auge haben. Für eine Nestle oder LVMH Dividende werde ich diesen Aufwand nicht mehr betreiben, soll der jeweilige Staat doch die Differenz behalten, ist mir völlig schnuppe.
    Ich bin der Meinung, die Performance liegt in der Kursentwicklung der einzelnen Aktien, die man im Depot hat und nicht in der Steueroptimierung von Dividendenerträgen / Kostenreduzierung von EK + VK . Das sind doch eher ganz niedrige einstellige Prozentpunkte, die man da herausholen kann, außer man traded im hochvolumigen Bereich. Da lohnt es sich natürlich.
    Aber das ist eben meine Denkweise und beinhaltet keinerlei Kritik an steueroptimierten Dividendenliebhabern.
    Ohne hochnäsig klingen zu wollen, aber vielleicht habe ich auch Glück in der Auswahl meiner Aktien, welches das Nachdenken über die Optimierung von Dividendenerträgen bzw. deren Besteuerung obsolet macht. Ich habe Aktien gekauft, die entweder marginal oder auch keine Dividenden auszahlen, die dafür aber in einem Zeitraum von 3 – 15 Monaten 50 % – 150 % Gewinn gemacht haben. Was interessieren da noch Dividenden / Ek + VK Depotkosten resp. irgendwelche Besteuerungen ?
    Um einige zu nennen : Apple ( gekauft 08/2019 ), Zhongan ( gekauft 09/2019 ), Rentokil Initials ( gekauft 03/2019 ), Maxar Technologies ( gekauft 07/2020 ), BMS ( gekauft 04/2019 ), Mensch + Maschine ( gekauft 03/2019 ) u.s.w.
    Aber wie gesagt, das ist ein anderer Denkansatz, ich investiere auch immer – neben meinen Dividendenaktien aus steuerfreundlichen Ländern mit DBA – Abkommen – in spekulative und / oder dividendenfreie Aktien.

    @Manfred : Danke für deinen Hinweis, hatte bereits ähnliches gelesen, werde es aber drauf ankommen lassen. Dann sinken die Aktienkurse eben, wenn‘s hart auf hart geht. Ist mir wiederum schnuppe. Mal abwarten wie die US Wahl ausgeht, Biden liegt ja ungefähr mit 11 % vorn, wird schwer für El Sid werden, da noch zu gewinnen. Sollte Großvater Biden gewinnen, wird sich die Situation USA – China entspannen. Denke ich zumindestens mal. Werde also chinesische Titel nicht verkaufen, eher bei fallenden Kursen dazu kaufen.

    Und zu den Telefonieaktien : Gut, die zahlen allesamt eine hohe Dividende, aber man muß die horrenden Investitionen mal begutachten, die diese Unternehmen permanent investieren müßen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Von den hohen Investitionen für die G 5 Auktionen mal ganz zu schweigen. Das sind Unternehmen, die investieren, investieren, investieren….und es kommt dabei nur eine hohe Dividende bei rum. Mehr nicht, denn die Investitionen zehren alles andere weitgehend auf. Die Telekom muß auch in Finsterwalde die Internet / Telefonverbindungen verbessern, und das ist sicherlich nicht lukrativ. In anderen Ländern wird das ähnlich sein, denn auch in Montana will jedes Blockhaus von IT&T im Wald damit versorgt sein. Lukrativ ?
    Telekom Ausgabepreis 28,50 DM, Stand heute ? 28,00 DM, dürfte hinlänglich bekannt sein.
    ATT ? Performance in 10 Jahren ? No comment.
    Die meisten haben eine hohe Verschuldung wegen der immensen Investitionen, die sie dauernd tätigen müssen. Das wäre ungefähr so, als wenn eine Löwin statt 3 jetzt 8 Junge zu säugen hätte. Zwangsläufig werden davon 5 auf der Strecke bleiben, die Telekomunternehmen ziehen aber 8 Junge groß und nehmen dafür eben Schulden auf, was die Löwin eben nicht kann.
    Die Natur ist eben de facto effizienter !
    Aber erkennt das auch der Aktionär ?

    1. Michael,
      ( Muss immer wieder schmunzeln, wenn ich deine Kommentare hier lese ! ) So, aber nur wieder ernsthaft.

      1) die Kriegsgefahr in China/ Taiwan halte ich momentan für sehr gross, weil “El Sid” die Karre ziemlich runtergefahren hat. Nie war Amerika so schwach wie heute ! Und der hat in den nächsten Monaten bestimmt andere Probleme, als sich um Taiwan zu kümmern. Schliesslich muss er ja seine Frisur täglich aufpolieren lassen, fuer 80,000 $ each !
      Und dass sich die Chinesen Taiwan wieder einverleiben werden, das ist keine Frage. Die Frage ist eher : wann ? Und die Gelegenheit ist günstig ! Und grossvaeterchen wird diese Sache dann eher an sein enkelinchen Weiterdirigenten. Schaun mehr Mal. Ich geh natürlich auch nicht raus, das ist dann eher Mal eine Gelegenheit, endlich mal Taiwan Semiconducter günstig zu kaufen, ( falls die dann nicht auch auf die Boykott Liste gesetzt werden. Man kann dies vielleicht mit der Krim “annektion” vergleichen : werte wie lukoil knickten kurz ein, und gut wars.

      2) es gibt Ausnahmen bei den telecoms : KDDI hat eine recht günstige verschuldungs Bilanz.

  7. @Manfred
    KDDI kommt derzeit auch nicht ohne Risiken daher, vor allem politischer Druck das die Telekommunikationsunternehmen in JPN ihre Preise senken sollen. Nicht umsonst ist der Kurs in den letzten 2 Monaten deutlich zurückgekommen. Aus meiner Sicht aber einen Blick wert.

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