Hochdividendenwert mit 11,4% Rendite eiskalt ins Depot gelegt

Am letzten Handelstag des Novembers war diese Aktie bei Börsenöffnung schon in der Region, in der ich sie für einen Kauf sehen wollte. Nun ist es aber so, dass der Spread, also die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, mit fast 4% bei dieser Aktie sehr hoch ist.

Hinzu kam noch, dass meine Depotbank beim Handel an der Börse Stuttgart, dem einzigen Handelsort der Aktie in Deutschland, eine Zusatzgebühr nimmt.

Ich setzte deshalb ein Limit in der Mitte des Spreads außerbörslich bei Tradegate und zog das Limit dann im Verlauf des Vormittags mehrfach nach Unten. Am Ende gab ich dann ein Limit ein, das meilenweit vom Eröffnungskurs entfernt war. Und zwar deshalb, weil ich die Aktie nicht zwingend kaufen musste. Und siehe da: Am Nachmittag wurde das Limit ausgeführt. Eiskalt habe ich mir die Aktie ins Depot gelegt. Mit einer Dividendenrendite von exakt 11,44%!

Ich möchte Dich als Leser aber warnen: Wenn Du weiter liest, dann bilde Dir unbedingt eine eigene Meinung zu der Aktie. Sie ist riskant und ich bin auch nur mit einer für mich kleinen Position eingestiegen. Ich könnte auch einen Totalverlust verkraften. Und ich kann auch einen weiteren Kursrückgang verschmerzen.

Aufmerksame Leser meines Blogs kennen die Aktie schon: es ist Taylor Wimpey. Ein britisches Bauunternehmen mit einer ausgezeichneten Historie. Und der vollen Wucht des Brexits im Aktienkurs. Ob diese Wucht berechtigt ist? Na ja, genau das ist die Spekulation.

Der Aktienkauf

Ich kaufte, wie schon beim ersten Mal vor 6 Wochen, 500 Aktien. Diesmal zum Kurs von 1,5005 €, also 30 Eurocent weniger als zuvor. Das zeigt schon das Risiko der Aktie: mehr als 16% Kursverlust in 6 Wochen! Für die Aktien zahlte ich bei der Consorsbank 760,20 €. Das ist ein Rabatt von 150 € gegenüber dem Erstkauf. Warum ich mehrere Depots bei verschiedenen Banken habe, erfährst Du hier.

Die Originalabrechnung des Kaufs von Taylor Wimpey im November 2018

Die Dividende

Taylor Wimpey schüttet dreimal im Jahr eine Dividende aus. Die Dividende wird in britischen Pfund gezahlt. In diesem Jahr wurden insgesamt 0,1528 GBP bezahlt. Je nach Entwicklung der Währungen kann die Dividende natürlich in Euro deutlich weniger wert sein. Nach aktuellem Kurs beläuft sich die Dividendenrendite aber auf 11,4%. Aus meiner Sicht ist das ein wirklich großer Risikopuffer.

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Meine weitere Strategie

In meinem Beitrag zum Erstkauf hatte ich Taylor Wimpey detaillierter vorgestellt und die Notwendigkeit von Nachkäufen beschrieben. Je nach Entwicklung des Brexits könnte es noch mal richtig runter gehen. Nach dem Kauf ging es hingegen erst mal ganz nett nach Oben. Dann kamen aber die Rücktrittsforderungen gegenüber der britischen Ministerpräsidentin Theresa May nach der Brexit-Vereinbarung mit der Europäischen Union. Und seitdem geht es abwärts.

Ich gehe nicht davon aus, dass es noch wesentlich tiefer geht. Aber man weiß nie! Für diesen Fall bin ich bereit, einen weiteren Nachkauf zu tätigen. Vermutlich wäre das bei einem Kurs von 1,20 €. Das wäre dann wieder 0,30 € tiefer und analog zu diesem Nachkauf. Dann wäre zudem eine aberwitzige Dividendenrendite von 14,3% erreicht. Immer vorausgesetzt, die Dividendenfähigkeit von Taylor Wimpey bleibt erhalten. Aber daran gibt es bisher keine begründeten Zweifel.

Zum Abschluss noch einmal der Hinweis: Ich habe selbst Aktien von Taylor Wimpey im Depot. Mein Blick auf die Aktie kann dadurch subjektiv positiver sein als es richtig wäre. Mach Dir in jedem Fall vor einem Investment ein eigenes Bild. Und wenn Du Dir nicht sicher bist, dann lass die Finger von der Aktie. Ich bin – wie in der Überschrift dargestellt – eiskalt gegenüber diesem Investment. Ich habe mir das Unternehmen angeschaut und es hat mich überzeugt. Ich stehe auch weitere Kursrückgänge durch, ohne davon schlaflose Nächte zu bekommen. Aber die Position macht auch nur 0,5% meines Aktiendepots aus. Es ist eine von wenigen Positionen, die ich als spekulativ einordnen würde.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Taylor Wimpey
ISIN:GB0008782301
Im Divantis-Depot seit:19.10.2018
Letzter Nachkauf am:04.06.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:2.500
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:1,78 €
Gesamtkaufpreis:4.441,40 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:31,88 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

 

8 Gedanken zu „Hochdividendenwert mit 11,4% Rendite eiskalt ins Depot gelegt“

  1. Wie schon beim Erstkauf sieht es jetzt erst mal gut aus. Der Geldkurs von Taylor Wimpey liegt heute bei 1,53 € und damit 2% über meinem Kaufkurs. Kurzfristig also gutes Timing. Aber darum geht es ja nicht in der langfristigen Anlage. Trotzdem erfreulich…

    1. Inzwischen steht Taylor Wimpey bei 1,70 €. Mit der Gesamtposition bin ich jetzt im Plus, die Dividendenrendite beträgt „nur noch“ 10,0%. Rückblickend wirklich ein guter Nachkauf.

  2. Herzlichen Glückwunsch ! Da hast Du offensichtlich ein goldenes Händchen für Aktie und Zeitpunkt gehabt. Ich dachte das spektakuläre bei Taylor Wimpey wäre die Dividende, aber der Kursverlauf steht dem nicht nach; gestern Abend über 1,90 €.
    Leider hatte ich mich nicht getraut einzusteigen und kann mich jetzt nur mit der Erholung bei Fuchs Petrolub trösten.

    Apropos Baubranche – was hältst Du von Helma Eigenbau, falls man aktuell nicht unbegründet erst mal eine Pfundschwäche fürchtet?

    Gruß Heiko

    1. Hallo Heiko,

      so ganz traue ich dem Braten noch nicht. Kurzfristig sieht es richtig gut bei Taylor Wimpey aus. Aber was ist nächste Woche? Das Brexit-Thema ist total wackelig und für niemanden abschließend einzuschätzen. Deshalb habe ich bei meinem Investment auf die Dividende geschaut und mich gefragt, ob Taylor Wimpey so gut aufgestellt ist, das sie die Dividende weiter zahlen und sogar erhöhen können. Nachdem ich da ein positives Gefühl hatte, habe ich die Aktien gekauft. Und ich würde sie auch nicht verkaufen, wenn der Brexit jetzt dramatisch werden sollte. Denn irgendwann wird sich auch die britische Wirtschaft davon erholen. Immerhin ist es die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas.

      Wenn es aber gar nicht so schlimm kommt (und aktuell bestehen ja sogar noch Chancen, dass es ein zweites Referendum und dann einen Verbleib in der EU gibt), dann freue ich mich darüber natürlich sehr.

      Helma Eigenheimbau ist jahrelang gut gelaufen, stand ja sogar mal bei 60 € im Kurs. Im letzten Jahr ging es teilweise dramatisch abwärts. Mir ist der Titel zu klein. Mit 130 Mio. € Marktkapitalisierung kann da immer mal Unvorhergesehenes passieren. Als Anleger ist man mit Informationen immer hinten dran. Deshalb lasse ich generell die Finger von solch kleinen Werten.

      Falls Du Dich für die Branche interessierst und auch nach Japan schauen würdest: Ich analysiere gerade für mich intensiv die Sekisui House Ltd. Ebenfalls im Wohnungsbau tätig, deutlich größer, aber natürlich auch schwierig mit aktuellen Informationen.

      Viele Grüße Ben

      1. Die Sekisui House hatte ich ja schon mal als auf meiner Watchlist stehend benannt. Leider habe ich die günstigeren Kurse im Dezember dann nicht genutzt, aber vielleicht schaut die Aktie ja in den kommenden Wochen noch einmal spürbar unter die 13.

  3. Hallo Ben,

    dieser Beitrag passt ganz gut zu einer Frage die ich habe. Ich bin noch relativ neu an der Börse und mein Ziel ist es ebenfalls ein nettes Dividendendepot über die Zeit aufzubauen. Sprich eigentlich nur buy & hold Titel, die ich auch locker mal 10-20 Jahre oder länger liegen lassen kann.

    Jetzt ist mir vor kurzem der Armour Residential REIT über den Weg gelaufen (WKN: A14VN9).
    Dieser bietet angeblich eine Dividende von ~11,5% und monatliche Ausschüttung.

    Allerdings klingt das für mich als Anfänger einfach „zu gut“ und ich finde darüber auch gerade nichts in deinem Depot. Könntest du mir vielleicht mal deine Meinung dazu sagen, oder wieso du ihn bspw. nicht im Depot hast?

    Viele Grüße und danke für diesen Blog!

    1. Hallo Bernd,

      da ist Dir ein ziemlich spezielles Wertpapier über den Weg gelaufen. Die Ausschüttung ist real, auch die Ausschüttungsrendite gibt es wirklich. Allerdings sind solche hohen Renditen auch immer mit Risiken verbunden. Bei dem Armour Residential REIT handelt es sich um einen REIT, der in verbriefte Hypotheken investiert. Das sind genau die Papiere, die die letzte Finanzkrise (Stichwort: Subprime) ausgelöst haben. Man könnte jetzt sagen, alles kein Problem, denn die drei Emittenten dieser Verbriefungen (Fannie Mae, Freddie Mac und Ginnie Mae) sind ja inzwischen verstaatlicht.

      Für mich bleiben das aber hochriskante Papiere, die auch toxisch sein können. Die hohe Ausschüttungsrendite ist nicht garantiert und wenn der Immobilienmarkt in den USA wieder crasht, dann wird der Armour Residential REIT garantiert erheblich im Kurs sinken. Und dann hast Du zwar gute Ausschüttungen erhalten, aber insgesamt dennoch einen Verlust.

      Und genau deshalb habe ich so ein Papier nicht in meinem Depot. Ich mag entspannte Investments, die ein reales Geschäft abbilden, lieber. Taylor Wimpey finde ich da z.B. wesentlich weniger riskant (obwohl trotzdem Risiken vorhanden sind!) und viel besser für ein langfristiges Investment geeignet.

      Viele Grüße Ben

      1. Hallo Ben,

        vielen Dank für deine schnelle und vor allem ausführliche Antwort! Habe ich mir schon fast gedacht, dass es da ein paar Haken geben muss und werde lieber erstmal die Finger davon lassen. Werde mich also weiter von deinem Blog für meine nächste Investition inspirieren lassen :)

        Danke nochmals und weiterhin viel Erfolg in allen Lagen!

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