Warum ich mehrere Depots bei verschiedenen Banken habe…

Eigentlich gibt es doch genug Gründe, nur bei einer Bank ein Depot zu führen: Man hat dann übersichtlich alles in einem Depotauszug, hat einen einzigen Onlinezugang, nutzt einen steuerlichen Verrechnungstopf für alle Transaktionen und erhält alle Dividenden gesammelt auf ein Girokonto. Warum mich das nicht überzeugt und ich trotzdem mehrere Depots habe?Weil ich meine Risiken gerne streue! Und natürlich gibt es Risiken bei Aktiendepots. Ich meine jetzt nicht, dass der Kurs sinken könnte. Das größte Risiko finde ich tatsächlich, nicht jederzeit auf mein Depot zugreifen zu können. Und leider passiert das den Banken immer mal wieder. Nämlich dann, wenn es besonders hektisch an den Börsen zugeht. So passierte das zuletzt beim Brexit, als morgens erst mal die Kurse in die Knie gingen. Und alle ihre Aktien umschichten wollten und bei manchen Banken die Onlinezugänge zusammenbrachen. Wenn man dann Aktien kaufen und die niedrigen Kurse nutzen will, aber nicht kann, dann ist das sehr ärgerlich. Und interessanter Weise sind es nicht immer die selben Banken, die in solchen Situationen Probleme haben. Mal die Eine, mal die Andere. Gut also, wenn man bei verschiedenen Banken Depots hat.

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Genauso wäre es, wenn eine Bank insolvent werden würde und von der Bankenaufsicht geschlossen würde. Dann würde man zwar sein Aktienvermögen nicht verlieren, da die Bank im Depot ja die Aktien nur für Rechnung der Kunden verwahrt. Es kann aber trotzdem einige Tage oder Wochen dauern, bis man wieder an sein Depot kommt. Braucht man dann dringend Geld und möchte Aktien verkaufen, sieht es schlecht aus.

Mit mehreren Depots kann man ansonsten auch schön sein Gesamtdepot strukturieren. Ich habe z.B. in einem Depot alle meine deutschen Werte und dort auch meinen Freistellungsauftrag erteilt. Die dortigen Dividenden werden so bis 801 € komplett ohne Steuerabzug ausgezahlt.

In einem anderen Depot sind meine ausländischen Werte mit Quellensteuerabzug. Da dort kein Freistellungsauftrag erteilt ist, wird die Quellensteuer sofort bei Ausschüttung auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet.

Bei meinen Depots lege ich wert darauf, dass ich keine Depotgebühren zahlen muss. Deshalb achte ich besonders auf die jeweiligen Konditionen und sorge dafür, dass eine etwaige Mindestdepotsumme auch erreicht wird.

Wie macht Ihr das? Habt Ihr auch mehrere Depots? Oder ist Euch das zu aufwändig?

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