Warum ich mehrere Depots bei verschiedenen Banken habe…

Aktualisiert am

4.6
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Eigentlich gibt es doch genug Gründe, nur bei einer Bank ein Depot zu führen: Man hat dann übersichtlich alles in einem Depotauszug, hat einen einzigen Onlinezugang, nutzt einen steuerlichen Verrechnungstopf für alle Transaktionen und erhält alle Dividenden gesammelt auf ein Girokonto. Warum mich das nicht überzeugt und ich trotzdem mehrere Depots habe?Weil ich meine Risiken gerne streue! Und natürlich gibt es Risiken bei Aktiendepots. Ich meine jetzt nicht, dass der Kurs sinken könnte. Das größte Risiko finde ich tatsächlich, nicht jederzeit auf mein Depot zugreifen zu können. Und leider passiert das den Banken immer mal wieder. Nämlich dann, wenn es besonders hektisch an den Börsen zugeht. So passierte das zuletzt beim Brexit, als morgens erst mal die Kurse in die Knie gingen. Und alle ihre Aktien umschichten wollten und bei manchen Banken die Onlinezugänge zusammenbrachen. Wenn man dann Aktien kaufen und die niedrigen Kurse nutzen will, aber nicht kann, dann ist das sehr ärgerlich. Und interessanter Weise sind es nicht immer die selben Banken, die in solchen Situationen Probleme haben. Mal die Eine, mal die Andere. Gut also, wenn man bei verschiedenen Banken Depots hat.

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Genauso wäre es, wenn eine Bank insolvent werden würde und von der Bankenaufsicht geschlossen würde. Dann würde man zwar sein Aktienvermögen nicht verlieren, da die Bank im Depot ja die Aktien nur für Rechnung der Kunden verwahrt. Es kann aber trotzdem einige Tage oder Wochen dauern, bis man wieder an sein Depot kommt. Braucht man dann dringend Geld und möchte Aktien verkaufen, sieht es schlecht aus.

Mit mehreren Depots kann man ansonsten auch schön sein Gesamtdepot strukturieren. Ich habe z.B. in einem Depot alle meine deutschen Werte und dort auch meinen Freistellungsauftrag erteilt. Die dortigen Dividenden werden so bis 801 € komplett ohne Steuerabzug ausgezahlt.

In einem anderen Depot sind meine ausländischen Werte mit Quellensteuerabzug. Da dort kein Freistellungsauftrag erteilt ist, wird die Quellensteuer sofort bei Ausschüttung auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet.

Bei meinen Depots lege ich wert darauf, dass ich keine Depotgebühren zahlen muss. Deshalb achte ich besonders auf die jeweiligen Konditionen und sorge dafür, dass eine etwaige Mindestdepotsumme auch erreicht wird.

Wie macht Ihr das? Habt Ihr auch mehrere Depots? Oder ist Euch das zu aufwändig?

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13 Gedanken zu „Warum ich mehrere Depots bei verschiedenen Banken habe…“

  1. Ich habe nun fast alle deiner Beiträge auf der Seite gelesen und muss über einige Themen bzw. Ansätze schmunzeln. Mir fallen da nur die Begriffe “German Angst” (der Artikel hier) bzw. “Hamsterbusiness” (P2P) ein. Bei Letzterem würde ich mich fragen ob mir meine Zeit (gerne in Euro) es Wert ist um über gewisse Themen zu schreiben bzw. nen Fuffi über P2P zu investieren und DAS eine Investition zu nennen aber jeder Jeck ist anders. Die Schwaben soweiso.

  2. Hallo Ben,
    hast du auch ein Depot bei der comdirect? Falls ja, hast du hier schonmal Aktien von der comdirect in ein anderes Depot verschoben? Ich würde gern zwei Titel aus diesem Depot in ein anderes übertragen. Ich finde es nämlich nicht online. Oder hat jemand hier eine Erfahrung?

    Viele Grüße!

    1. Ja, habe ich beides. Die Comdirect macht es nicht ganz so einfach wie z.B. die Consorsbank, bei denen das online möglich ist. Um von der Comdirect weg zu übertragen, holst Du Dir ein Formular bei der aufnehmenden Bank, füllst es aus und schickst es an diese. Die kümmern sich dann um den Übertrag.

  3. Guten Abend zusammen, ich habe eben ein neues Depot eröffnet – exklusiv für US-amerikanische Titel. Nach der Eröffnung wandert ein Depot komplett von Bank A zu Bank B. Das dauert ja einige Tage. Was passiert denn mit Dividenden, die während des Transfers fällig werden? Wo werden diese gutgeschrieben?
    Gruß
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,

      Du kriegst die Dividenden in das Depot gebucht, bei dem am exDividende-Tag die Aktie lag. Bei US-Titeln ist das oft 2-3 Wochen vor dem Dividendenzahltermin. Verloren geht Dir nichts.

      Viele Grüße Ben

  4. Hallo zusammen.
    Stand Dienstag (21.04.2020) benötigt Smartbroker derzeit sechs Wochen zur Depoteröffnung, man sollte Geduld mitbringen.
    Gruß Sebastian

  5. Hallo,

    ja, das scheint ein etwas spezieller Broker zu sein. Die Depot-Eröffnung hatte bei mir dann geklappt, nach ca. 4-6 Wochen (müsste nachsehen, hatte ja hier berichtet), immerhin wurde man aber öfter über den Stand informiert.
    Intuitiv kommt man dort kaum weiter, zum Beispiel liegen alle Formulare außerhalb der Web Site (d.h. im Bereich der vor dem Einloggen existiert). Diverse Daten kann man im persönlichen Bereich nicht nachsehen (wie es sonst Standard ist), d.h. sie sind nirgendwo ersichtlich. Im persönlichen Bereich hatte ich einmal unten auf Links neben dem Impressum geklickt, da erscheint ein Preisverzeichnis mit extrem hohen Gebühren, ich vermute dies gehört zu einem Standard-Konto bei BNP Paripas. Nach einigen Tagen hatte ich plötzlich (ohne Nachfrage) Nachrichten im Postfach, die offenbar das Preisverzeichnis für Smartbroker darstellen sollen.
    Das Ganze scheint sich im Aufbau zu befinden, und insbesondere das Interface zu BNP Paripas scheint Probleme (zumindest in der Darstellung den Kunden gegenüber) zu bereiten.
    Ich habe noch nichts dorthin überwiesen. Ich hatte auch schon überlegt, das Depot zu vergessen.

    ABER: Heute habe ich dort einmal angerufen. Ich hatte sofort einen kompetenten Gesprächspartner am Telefon, der mein Anliegen gut bearbeitet hat. Ich habe danach eine E-Mail an den Service geschrieben. Ich hatte sofort eine Bestätigung bekommen (automatisiert) und nach wenigen Minuten eine Nachricht von einem Mitarbeiter über die Weiterleitung meines Anliegens an die richtige Adresse.

    Hm, also die Erfahrung heute war sehr positiv, evt. setzt man dort sehr auf persönlichen Support, und die Web Site wird nachgezogen.
    Ich beobachte das weiter und starte vermutlich dann in Kürze dort.

    VG
    1Steven1

  6. Hallo Ben,

    ich bin deiner Anregung gefolgt und habe meine Aktien auf verschiedene Broker verteilt. Neben der Consorsbank (mit gemeinsamen Freistellungsauftrag), der DKB (Merci für Frankreich und Kanada) und TradeRepublic (für das Spaßdepot) müsste ich jetzt noch ein Konto bei der ING-Diba eröffnen. Mein Cash liegt auf einem Konto bei der Rabobank.

    Wie steuerst du den deine Cash-Reserve über die verschiedenen Verrechnungskonten? Hast du auf jedem Betrag X oder handelst du nicht so spontan und überweist dir das Geld immer vom Festgeldkonto auf das Verrechnungskonto und orderst erst dann?

    Viele Grüße und weiterhin ein glückliches Händchen beim Aktienkauf.
    Markus

  7. Hallo Ben,

    ich habe eine Frage zu DKB da der Kundenservice seit Wochen nicht darauf antwortet:

    Wenn ich eine Vorabbefreiung, für zum Beispiel kanadische Aktien, dort anlege kostet mich das nach PLV 11,90€.
    Gilt diese Gebühr für JEDE Dividendenzahlung (z.B. bei der comdirect kostet es für JEDE Dividendenzahlung) oder ist das einmalig bei Einreichung des Formblattes NR301 zu entrichten und somit nur alle drei Jahre als Kosten auf der Rechnung?

    Kannst du dazu was sagen? Wie sind deine Erfahrungen?

    Liebe Grüße
    Tobias

    1. Hallo Tobias,

      ich kann hier natürlich nicht für die DKB sprechen. Zumal ich mit kanadischen Aktien noch keine Erfahrungen habe. Allerdings ist es bei Frankreich und Italien bei der DKB jeweils so, dass die 11,90 € für das Hinterlegen des Formulars anfallen. Und nicht pro Dividendenzahlung. Sonst wäre das ja auch unattraktiv. Wenn Du dann 100 Dividendenzahlungen aus Frankreich in drei Jahren hast, dann kostet das genauso eben nur die 11,90 €. Hast Du aber keine Dividendenzahlung und das Formular hinterlegt, dann zahlst Du trotzdem einmalig 11,90 €. Ich vermute, dass es mit Kanada genauso läuft.

      Viele Grüße Ben

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