Zitronen-Depot

gequetschte Zitrone

Ein ausgewogenes Wertpapierdepot verfügt über verschiedene Komponenten, die sich ergänzen, Schwankungen reduzieren und zu einer langfristige Wertsteigerung beitragen.

Neben einem Investment in Aktien sind klassischerweise Anleihen als sichere Asset-Klasse Bestandteil eines solchen Depots. Da wir uns beginnend mit dem Jahr 2021 in einer Phase von steigenden Zinsen befinden und diese Phase meiner Einschätzung noch einige Jahre dauern wird, sind Kursverluste bei Anleihen derzeit vorprogrammiert.

Mein Depot für Sondersituationen soll eine Alternative zum Anleiheanteil eines ausgewogenen Wertpapierdepots darstellen. Es ist allerdings nicht die Alternative. Denn es funktioniert anders und bietet nur einem sehr langfristig orientierten Anleger eine Chance auf Ertrag.

Als Sondersituationen werden an der Börse z.B. Übernahmeangebote, Rückkaufangebote oder Squeeze-Out-Verfahren bezeichnet.

Ich konzentriere mich mit meinem Sondersituationen-Depot im Schwerpunkt auf Squeeze-Outs.

Mein Motto dazu lautet:

Wenn Dir die Börse Zitronen schenkt, mach Limonade draus!

Und deshalb erhält das Depot die Bezeichnung Zitronen-Depot: Ich sammle Zitronen ein, lasse mich ausquetschen und mache dann Limonade daraus.

Wie funktioniert ein Squeeze-Out?

In der Kurzfassung sieht das so aus: Der Großaktionär entscheidet sich, den restlichen Streubesitz auszuschließen und die Aktiengesellschaft damit vollständig allein zu halten. Dafür wird ein Preis je Aktie festgesetzt (Barabfindung) und eine Hauptversammlung einberufen. Dort wird dann dem Übernahmeverlangen zugestimmt. Nach Eintragung in das Handelsregister werden die Aktien an den Großaktionär zwangsweise übertragen und die ausgebuchten Aktionäre erhalten den Squeeze-Out-Preis.

An dieser Stelle wird es dann interessant: Die ausgebuchten Aktionäre können zwar nichts gegen das Squeeze-Out unternehmen – ihre Aktien müssen sie abgeben. Aber sie können den Preis in einem Spruchverfahren überprüfen lassen. Und sie erhalten dann, wenn das Gericht die Barabfindung anpasst, eine Nachbesserung.

Die Nachbesserung wird mit 5%-Punkten über dem Basiszins verzinst.

Alle betroffenen Aktionäre erhalten die Nachbesserung. Es ist keine Teilnahme an dem Spruchverfahren o.ä. notwendig, wenn nur irgendein Aktionär ein solches Verfahren anstrengt.

Es gibt kein Risiko nach Unten, eine Anpassung der Barabfindung erfolgt entweder nicht oder es gibt eine Nachbesserung.

Wie Profis agieren

Professionelle Anleger, wie z.B. die Scherzer & Co. AG, setzen nun im Vorfeld auf mögliche Squeeze-Outs. Sie scannen den Markt, schauen sich Aktien mit niedrigem Streubesitz an und analysieren, welche Vorteile der Großaktionär von einer Alleinstellung haben könnte. Geht eine solche Spekulation auf, dann winken ihnen erhebliche Gewinne. Aber sie haben das Risiko, dass sich auch jahrelang nichts tun könnte und sie dann trotzdem in der Aktie investiert sind.

Wie ich vorgehe

Meine Vorgehensweise ist anders. Ich setze auf eine sehr kurze Kapitalbindung und baue mir ein Depot mit Nachbesserungspotenzial auf. Dazu kaufe ich die Aktie erst, wenn ein Squeeze-Out-Verlangen mit einer Barabfindung veröffentlicht wurde. Das kann sogar noch nach der Hauptversammlung sein, in dem der Squeeze-Out-Beschluss gefällt wird. Da aber nicht feststeht, wann die Eintragung im Handelsregister erfolgt (sie kann sich z.B. durch eine Anfechtungsklage verzögern), ist meine Kapitalbindung unterschiedlich lang.

Was sich jetzt so einfach anhört, hat natürlich einen Haken! Denn bekanntlich gibt es keinen Free Lunch an der Börse. Mit Veröffentlichung des Barabfindungspreises notiert die Aktie oberhalb dieses Preises. Entweder war sie das vorher schon oder der Kurs schnellt dann erst mal nach Oben. Und damit generiere ich mit dem Kauf zunächst einen Verlust. Das ist das eine Risiko. Und das andere ist natürlich, dass es in den meisten Fällen zu keiner Nachbesserung kommt. Und schließlich: Risiko Nr. 3: für das Spruchverfahren sind 2 Instanzen (Landgericht und Oberlandesgericht) vorgesehen, die auch immer durchgezogen werden. Und das dauert seine Zeit. Ältere Spruchverfahren haben schon mal 15 Jahre gedauert. Bei neueren Verfahren ist aber eher mit einem rechtskräftigen Abschluss schon nach 5-6 Jahren zu rechnen.

Deshalb möchte ich an möglichst vielen Squeeze-Outs teilnehmen, um dann auch entsprechende Nachbesserungs-Treffer darunter zu haben. Ich werde es mir relativ einfach machen und nicht anfangen, die Bewertungsgutachten auf mögliche Fehler untersuchen. Das ist zwar interessant, bietet aber keinerlei Sicherheit, dass ein Gericht das ähnlich sieht. Die Zeit spare ich mir einfach!

Konkretes Beispiel

Anhand eines konkreten Beispiels möchte ich Dir den konkreten Ablauf zeigen:

Bei RIB Software wurde am 3.11.2021 der Hauptversammlungsbeschluss gefasst, die Aktien zum Kurs von 41,72 € dem Großaktionär zu übertragen. Ich habe an diesem Tag 100 Aktien zum Kurs von 42,55 € gekauft (4.271,49 €):

RIB Software Kauf im November 2021
Die Kaufabrechnung der RIB Software-Aktien

Der HV-Beschluss wurde am 14.12.2021 in das Handelsregister eingetragen. Die Aktien wurden mir am 15.12.2021 ausgebucht und am 21.12.2021 erhielt ich den Abfindungsbetrag (4.172 €) und eine Verzinsung von 3,30 € für die Tage zwischen Ausbuchung und Zahlung.

RIB Software Squeeze-Out
Die Squeeze-Out-Ausbuchung bei RIB Software

Damit habe ich zunächst einen Verlust von 96,19 € gemacht. Oder anders ausgedrückt: für ein Nachbesserungsvolumen von 4.172 € habe ich 96,19 € bezahlt. Mein Kapital war 7 Wochen gebunden.

Kommt es irgendwann zu einer Nachbesserung, dann erhalte ich diese automatisch von meiner Bank gutgeschrieben. Nehmen wir an, dass das Verfahren 5 Jahre läuft und der Abfindungsbetrag gerichtlich auf 47 € erhöht wird. Dann erhalte ich eine Nachzahlung von 528 € (5,28 € je Aktie) und Zinsen darauf für 5 Jahre. Da der Basiszinssatz halbjährlich neu festgelegt wird, kenne ich sie für die Zukunft nicht. Aktuell liegt er bei -0,88%, die Verzinsung für die Zeit bis zum 30.06.2022 wäre also bei 4,12%. Tendenziell sollte der Basiszinssatz in Zukunft steigen. Bei 4,12% Zinsen kämen jedenfalls für 5 Jahre noch 108,83 € hinzu. Insgesamt also eine Nachzahlung von 636,83 €. Und für dieses potentielle Nachzahlung habe ich lediglich 96,19 € bezahlt. Mein Gewinn würde damit 540,64 € auf eine siebenwöchige Kapitalbindung von 4.271,49 € betragen.

Strategie

Spannend wird das Ganze vor allem durch die kurze Kapitalbindung. Denn nachdem ich den Abfindungsbetrag erhalten habe, kann ich das Kapital direkt in die nächste Aktie investieren und mich dort auch wieder zwangsweise abfinden lassen. So kann ich mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz die Wahrscheinlichkeit, an einer Nachbesserung zu partizipieren deutlich vergrößern.

Mein Ziel ist es, mir über die nächsten Jahre ein Nachbesserungsvolumen von 1 Mio. € zu erhandeln. Die Kosten dafür sollen bei maximal 2-3% liegen, also bei 20-30.000 €. Und ich erwarte mir ein Potenzial von 13% an Nachbesserungen daraus. Älteren Studien zufolge liegt die Nachbesserung bei durchschnittlich rund 16%. Ich werde aber nicht bei allen Verfahren dabei sein können, da ich mich auf börsennotierte Squeeze-Outs beschränke. Nach Kosten möchte ich damit gerne eine Rendite von 10% erzielen.

Aktueller Bestand im Zitronen-Depot

In meiner Anlagestrategie für 2022 habe ich eine Zielgröße von 10% meiner gesamten Wertpapierdepots für das Zitronen-Depot vorgesehen. Das entspricht zu Jahresbeginn 2022 einem Depotwert von rund 54.000 €. Diesen Wert möchte ich durch Umschichtungen aus dem Dividendendepot erreichen. Wenn ich diese Summe 2-3 mal im Jahr einsetzen kann, dann würde das Nachbesserungsvolumen jährlich um rund 150.000 € steigen und mein Millionen-Ziel im siebten Jahr erreicht.

Aktuell befinden sich diese Titel im Zitronen-Depot und warten auf ihre zwangsweise Abfindung:

TitelHV-TerminAbfindung /AktieStückzahlInvestKosten
KUKA17.05.202280,7715112.142,65-53,62
Verallia Deutschland24.08.2022620,062516.425,44923,94
cash.life29.08.20221,802.2244.419,09415,89
Als „Kosten“ verstehe ich die Differenz meines Invests mit der zu erwartenden Abfindung (alle Beträge in Euro).

Squeeze-Out-Watchlist

Neben vielen potenziellen Squeeze-Out-Kandidaten gibt es auch einige Unternehmen, die bereits mitgeteilt haben, dass ihr Großaktionär ein Squeeze-Out-Verlangen beabsichtigt. Sie beobachte ich intensiver und warte auf die Mitteilung des Abfindungspreises und die Einberufung der Hauptversammlung.

UnternehmenMeldungHV geplant
Gateway Real Estate22.04.2022offen
Adler Real Estate23.06.2022Ende 2022
Petro Welt Technologies (Österreich)26.07.2022offen

Auf dem Weg zu einem Squeeze-Out befinden sich wohl u.a. auch zooplus, Wild Bunch und Hornbach Baumarkt. Hier gab es bisher Übernahmeangebote des Großaktionärs, ein Squeeze-Out-Verlangen ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Oftmals ist ein Delisting ein signifikanter Schritt in dem Prozess.

Vorsicht allerdings bei Biotest (Stammaktien): Hier wird ein übernahmerechtliches Squeeze-Out durchgeführt. Das bedeutet, dass der Großaktionär kurz nach der Übernahme gerichtlich den Ausschluss der Minderheitsaktionäre beantragt hat. Das Landgericht Frankfurt am Main prüft dann die Angemessenheit der Abfindung außerhalb eines Spruchverfahrens. Stimmt es dem Antrag zu – und bleibt auch die Beschwerde erfolglos -, werden die Aktien der Minderheitsaktionäre zwangsweise übertragen. Die beschriebenen Chancen aus einem Spruchverfahren existieren dann nicht. Deshalb kommt diese Aktie auch nicht ins Zitronen-Depot. Solche übernahmerechtlichen Squeeze-Outs (§ 39a WpÜG) sind allerdings vergleichsweise selten, da der Großaktionär mindestens 95% der Aktien im Rahmen eines Übernahmeangebots angedient bekommen haben muss.

Bisheriges Nachbesserungsvolumen

TitelDatumAbfindung /AktieStückzahlNachbesserungs-volumenKosten
GxP German Properties8.9.226,022.00012.040,00998,13
SinnerSchrader31.5.2216,4390014.787,00177,00
Akasol9.2.22119,16404.766,40154,14
Sport1 Medien2.2.222,301.0002.300,00117,82
RIB Software14.12.2141,721004.172,0096,19
HumanOptics12.11.218,71100871,0040,92
Summe38.936,401.579,93
Als „Kosten“ verstehe ich die Differenz meines ursprünglichen Invests mit der erhaltenen Abfindung (alle Beträge in Euro).

Chancen und Risiken zusammengefasst

Zusammenfassend noch mal auf einen Blick die Chancen und Risiken meiner vorgestellten Strategie, die ich mit dem Zitronen-Depot verfolge:

Vorteile

  • Aktienkurs ist durch den Abfindungsbetrag vor Korrekturen gut abgesichert, Verlustpotenzial klar kalkulierbar
  • Üblicherweise nur kurze Kapitalbindung
  • Gerichtliche Überprüfung im Spruchverfahren ohne persönlichen Aufwand, volle Partizipation am Ergebnis
  • Nachbesserungen werden attraktiv verzinst

Nachteile

  • Sicherer Verlust, wenn Aktie oberhalb Abfindungsbetrag erworben wird (Regelfall)
  • Betroffene Aktien haben in der Regel nur eine geringe Liquidität, Geld-Briefspanne höher als im breiten Aktienmarkt.
  • Es kann in Einzelfällen sehr lange bis zur Eintragung im Handelsregister dauern oder sie wird sogar aufgrund einer erfolgreichen Anfechtungsklage komplett verwehrt.
  • Möglicherweise erhalte ich keine Nachbesserungen, da alle Abfindungsbeträge gerichtlich bestätigt werden

Depotbank

Wie Du sicherlich gemerkt hast, ist das Zitronen-Depot sehr langfristig angelegt. Und deshalb habe ich für mich entschieden, dass ich die Squeeze-Outs in meinem Depot bei der comdirect durchführe. Dort gehe ich davon aus, dass auch in einigen Jahren meine Daten noch vorhanden sind und eine etwaige Nachbesserung tatsächlich automatisch gutgeschrieben wird. Da bin ich mir bei den kostengünstigen Neobrokern nicht so sicher. Deshalb nehme ich beim Kauf auch höhere Gebühren hin, die die Kostensituation beeinflussen. Der Squeeze-Out selbst ist gebührenfrei. Die Neobroker nutze ich natürlich für meine „normalen“ Wertpapiergeschäfte sehr gerne.

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48 Gedanken zu „Zitronen-Depot“

  1. Hallo Ben ,
    das klingt mal wirklich sehr interessant . Würde gern davon etwas abbilden im Depot. Kann man deine Transaktionen nachverfolgen ?.Mir fehlt aus beruflichen Gründen echt die Zeit dafür. Viele Grüße Jörg

    1. Hallo Jörg,

      ich werde darüber natürlich hier auf dem Blog berichten. In der Monatszusammenfassung, die immer am 1. eines Monats erscheint, gibt es dann kompakt alle News dazu.

      Viele Grüße Ben

  2. Hi Ben,
    mal wieder was neues erfahren in der der Börsenwelt. Interessant um für einen hohen Cashbestand mal Einsatz zu finden.
    Du beschränkst dich ja nur anscheinend auf den deutschen Markt, bzgl. der gerichtlichen Nachbesserungsbeschlüsse. Wie ist hier die Rechtslage in anderen Ländern?

    1. Ja, ich konzentriere mich ausschließlich auf deutsche Aktien. Da ist der Newsflow am besten, das Rechtssystem ist mir vertraut und ich partizipiere automatisch am Ergebnis eines Spruchverfahrens. In anderen Ländern gibt es ähnliche Verfahren, aber teilweise muss man sich dann als Anleger registrieren oder sich aktiv nach Abschluss eines Verfahrens bei der Gesellschaft melden, um die Nachbesserung zu erhalten. Das ist mir zu viel Aufwand, ich bin ja immer noch ein Privatanleger und betreibe das nicht hauptberuflich.

      Viele Grüße Ben

  3. Ich habe meine Diplomarbeit über sqeeze-outs geschrieben. Einen wichtigen Punkt hast du nicht erwähnt: die Aktien sind fast immer sehr illiquide, es ist also teuer, eine Position aufzubauen.

    1. Hallo Paul,

      Glückwunsch zu diesem spannenden Thema. Was ist denn das Ergebnis Deiner Diplomarbeit gewesen? Und investierst Du selbst auch in Squeeze-Out-Kandidaten? Die geringe Liquidität der Aktien ist sicher ein wichtiger Punkt. Dass es teuer ist, eine Position aufzubauen, hatte ich auch erwähnt. Ich ergänze aber noch den Punkt. Danke für den Hinweis!

      Viele Grüße Ben

      1. Zusammenfassung:
        Meine Ergebnisse zeigen, dass sich die Vermögensposition der Minderheitsaktionäre im
        Rahmen von Squeeze-out-Verfahren im Durchschnitt deutlich verbessert. Die gebotene
        Prämie auf den Vortageskurs war im Mittel 7,84%. Die langfristige Überrendite bis zum
        Delisting beträgt sogar durchschnittlich 43,8%. Selbst bei einer Abfindung unter dem
        Börsenkurs ist die Überrendite um den Tag der Bekanntgabe zwar negativ, aber
        langfristig mit 30,6% klar positiv. Beschränkt man die Betrachtung auf den Börsenwert,
        so wirkt der Squeeze-out für die Minderheitsaktionäre also vermögensmehrend.
        Das Gesetz vermittelt den Minderheitsaktionären darüber hinaus einen Anspruch auf
        den anteiligen wahren oder angemessenen Unternehmenswert vor dem Squeeze-out. Es
        gibt mehrere Gründe dafür, anzunehmen dass der wahre Wert der Zielgesellschaft höher
        als der Börsenwert ist …

        Ich investiere nicht.

  4. Hi Ben,
    sehr coole Idee…spannend was es alles für Möglichkeiten gibt. Habe durch Zufall selbst einmal davon partizipiert, aber um ehrlich zu sein, mir das nie als „Modell“ überlegt.
    Viel Erfolg und macht neugierig für die Zukunft!

    Viele Grüße
    Chris

  5. Hi Ben,

    tatsächlich ein sehr interessantes Vorgehen – kurze Kapitalbindung (sofern es rasch zur Eintragung im HR kommt) und wie Du es beschreibst, ist die „Prämie“, also der höhere Einstand nach Bekanntgabe der Barabfindung vergleichsweise gering.

    Und hierzu hätte ich folgende, teils technische Fragen, über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde:

    – Die Eintragung in das HR kann sich ja durchaus ziehen, weil der Beschluss auf der HV angefochten wird. Sofern es nun dann doch nicht zur Eintragung kommt, hättest Du dann nicht ein – zusätzliches – Kursrisiko, weil dann doch einige ihre Aktien schnell abstoßen könnten (zumal, wie ein anderer Leser schon anmerkte, die relevanten deutschen Titel oft wenig liquide gehandelt sind). Zusätzlich käme das Risiko, dass Du davon eher als letztes erfährst, weil bei kleinen Unternehmen wenige Insider schon im Verhältnis zur Market-Cap große Aktienpakete abstoßen könnten. Außerdem: Wie monitorst Du, ob angefochten wird und falls ja, ob die Anfechtung durchgeht, damit eben gerade das nicht passiert, dass Du im wenig liquiden Handel als letztes auf Deinen Papieren sitzt. Denn ich verstehe Deine Strategie ja so, dass Du eigentlich das Kursrisiko nur in sehr begrenztem, und vor allen Dingen beim Kauf des Titels schon feststehender Größer eingehen willst (nämlich das Kurs-Upside über Barabfindungsangebt). Nach hinten raus bis zur Eintragung ins HR, wenn sie dann doch nicht stattfindet, würdest Du aber zusätzliche Kurs-Risiken eingehen (wenn ich das Konstrukt richtig verstanden habe!), die man nicht gut steuern kann?

    – Rein technisch: Du müsstest Du ja immer Stand der laufenden Gerichtsverfahren checken, um zu wissen, wann Du die Position wieder liquidierst, etwa weil es nicht geklappt hat und Du das Kapital abziehen willst um es wieder woanders zu probieren. Zu laufenden Verfahren bekommst Du aber kaum oder eigentlich gar keine Info. Würdest Du das nur über die HP des Anwalts (Du hattest oben im Kommentar einen Link eingestellt) checken?

    – Rein technisch: Falls alles glatt geht, und irgendwann das Gericht mehr als die Barabfindung zuerkennt: Wickelt das dann die depotführende Stelle, also bei Dir die Comdirect, automatisch ab („set it and forget it“) oder musst Du das antriggern?

    Dein Block ist cool, vielen Dank!

    1. Hallo Tobs,

      Deine Fragen sind absolut berechtigt! Erstmal ist es so, dass nach einer Hauptversammlung 1 Monat Zeit bleibt, um eine Anfechtungsklage einzureichen. Das Handelsregister wird diese Frist sicherlich abwarten, bis es die Eintragung vornimmt. Danach beginnt dann erst die Prüfung und dann kommt es zur Eintragung. Was aber nun, wenn eine Anfechtungsklage erhoben wird? Dann wartet das Handelsregister auf deren Ausgang. Als Anleger bekommt man das nicht mitgeteilt und kann auch nichts darüber lesen. Außer a) die Gesellschaft teilt es selbst mit oder b) irgendwo im Internet findet sich ein Hinweis z.B. des Anfechtungsklägers oder eines Anwalts. Da der Börsenhandel in der Zeit ja weiter läuft, kann man höchstens irgendwann seine Aktien vor der Eintragung entnervt verkaufen.

      Ein zusätzliches Kursrisiko sehe ich erst mal nicht, weil sich der Großanleger ja zum Squeeze-Out entschieden hat und der entsprechende Unternehmenswert festgesetzt wurde. Daran ändert ja auch die Anfechtungsklage nichts. Sie kann sich erst mal nur auf formelle Themen rund um die Hauptversammlung richten (fehlerhafte Einladung, fehlerhafte Beschlussfassungen o.ä.). Ist sie erfolgreich, müsste eigentlich eine neue Hauptversammlung stattfinden, die dann erneut über das Squeeze-Out-Verlangen entscheidet.

      Ich bin aber bisher zu wenig damit beschäftigt gewesen, um sagen zu können, ob es das schon mal gab.

      Ich würde wahrscheinlich meine Investition in der Aktie erstmal stehen lassen und – angenommen es dauert wirklich sehr lang mit der Eintragung – erst aussteigen, wenn sich eine andere Squeeze-Out-Chance ergibt. Und wenn ich dort abgefunden wäre, könnte ich immer noch zurück in die andere Aktie wechseln (alles natürlich mit erneuten Transaktionskosten).

      Zu Deiner letzten Frage: Die depotführende Stelle zahlt eine Nachbesserung automatisch aus. So jedenfalls die Theorie. Die Kauf- und Ausbuchungsbelege bewahre ich trotzdem auf, um dann womöglich in ein paar Jahren darauf zurückkommen zu können. Man weiß nie und deshalb traue ich in diesem Fall ja den Neobrokern nicht. Ob die comdirect es wirklich in allen Fällen automatisiert macht, werde ich dann sehen. So sind aber jedenfalls Erfahrungen von anderen Anlegern, dass es eigentlich automatisch passieren sollte.

      Viele Grüße Ben

    2. Hallo Ben,

      wenn dieses Geschäftsmodell erfolgversprechend ist, warum investierst Du nicht in die Scherzer AG und lässt die Profis das machen?

      Hast Du einmal überschlagen, wieviele Positionen Du vsl. für ein Nachbesserungsvolumen von 1 Mio. € im Depot haben wirst?

      Ich habe Aktien der Deutschen Beteiligungs AG im Depot. Es gibt aktuell ein Übernahmeangebot zu 29,- Euro je Aktie. Die Annahmeschwelle wurde gerade von 70% auf 60% gesenkt. Möglicherweise läuft es auch hier auf ein Squeeze-Out-Verfahren hinaus. Ich werde meine Aktien für den Preis nicht andienen.

      Viele Grüße

      Andreas P.

      1. Hallo Andreas P.,

        die „Profis“ können aufgrund der geringen Stückzahlen der Aktien beim Squeeze-Out nicht zu einem sinnvollen Preis erst so spät in die Aktien investieren. Sie setzen deshalb vor allem auf Squeeze-Out-Kandidaten und sammeln die Aktien über einen längeren Zeitraum ein. Sie schauen also, wo ist ein Großaktionär und wie viel Aktien braucht er noch, um über die Squeeze-Out von 90% bzw. 95% zu kommen. Und dann warten sie halt ab. Die Scherzer & Co. AG veröffentlicht monatlich ihre größten Positionen. Da sind vor allem Unternehmen in einem etwas früheren Stadium dabei.
        Es ist also eine andere Herangehensweise und die langfristige Performance der Profis ist aus meiner Sicht nicht überragend. Deshalb investiere ich nicht in sie. Für mich als Kleinanleger soll sich meine vorgestellte Strategie besser auszahlen.
        Und das Spannende ist ja, dass ich für mein angestrebtes Nachbesserungsvolumen von 1 Mio. € überhaupt keine Positionen mehr im Depot haben werde! Die sind ja über die Jahre alle ausgebucht worden. Ich habe keinen Beobachtungsaufwand, sondern die Zeit arbeitet einfach für mich. Irgendwann kommen die Erträge dann automatisch. Um Dir doch eine Zahl zu nennen: Wenn ich dreimal im Jahr mein „Budget“ von 50k einsetzen kann und es jeweils auf 2 Aktien verteile, dann nehme ich pro Kalenderjahr an 6 Squeeze-Outs teil. Und nach 7 Jahren wären das dann 42 Squeeze-Outs gewesen. Das halte ich für überschaubar.

        Die Situation bei der Aareal Bank ist auch interessant. Da gibt es aber noch einige größere Aktionäre, die für 29 € nicht andienen werden. Ein Squeeze-Out ist noch weit entfernt. Aber ich vermute, dass da noch mehr gezahlt werden muss, damit die Übernahme klappt.

        Viele Grüße Ben

  6. Hallo zusammen,

    Hätte noch zwei Fragen zum Thema:
    Kann mir jemand sagen wo man die o.g. Bewertungsgutachten findet?
    Vielleicht kann ja jemand mal den Link z.B. für Akasol posten, das wäre wirklich hilfreich!

    Ich gehe mal davon aus, dass die Erträge letztlich der Kapitalertragssteuer unterliegen?

    Viele Grüße
    Stephano

    1. Hallo Stephano,

      das Bewertungsgutachten wird immer mit der Einladung zu der Hauptversammlung, in der der Squeeze-Out-Beschluss gefasst werden soll, veröffentlicht. Bei Akasol findest Du die Unterlagen hier. Die Erträge unterliegen aus meiner Sicht natürlich der Kapitalertragsteuer. Ich kann darüber (hoffentlich) in ein paar Jahren berichten! Aber alles andere würde keinen Sinn ergeben.

      Viele Grüße Ben

      1. Danke für den Link!
        Wie ich oben lesen konnte wirst du dir nicht die Mühe machen und die Gutachten lesen, was ich auch gut nachvollziehen kann.
        Habe nun aus Interesse in das Akasol Gutachten reingelesen und mir ist aufgefallen, dass der der Unternehmenswert mit ca. 30% unter dem nun festgesetzten Börsenwert der letzten 6 Monate festgestellt wurde. Somit wurde der Börsenwert von 119,16 für die Abfindung herangezogen.
        Hier stellt sich mir die Frage, ob es somit nicht sehr unwahrscheinlich ist, dass im späteren Spruchverfahren ein Nachschlag zustande kommt. Müsste nicht der Unternehmenswert um mehr als 30% über dem ursprünglichen Gutachten im Spruchverfahren festgestellt werden, um eine Nachzahlung zu erhalten?

        Danke schonmal für die Klärung!
        Viele Grüße
        Stephano

        1. Hallo Stephano,

          ich schätze das so ein, dass es komplett unmöglich ist, die Entscheidungen in der gerichtlichen Überprüfung einigermaßen seriös vorherzusagen. Sicher ist nur, dass sich auch bei Akasol jemand finden wird, der ein Spruchverfahren einleitet. Natürlich sieht das erst mal unwahrscheinlich aus, dass der Unternehmenswert mehr als 30% höher angesetzt wird. Dreht man aber an den entsprechenden Stellschrauben im Ertragswertverfahren, dann kann das ziemlich schnell passieren.
          Meine Strategie soll ja sein, nicht auf das einzelne Gutachten zu schauen, sondern bei möglichst vielen Verfahren dabei zu sein. Und dann eben eine attraktive durchschnittliche Rendite zu erzielen.

          Viele Grüße Ben

  7. Hallo Ben, was hältst du von Vossloh? Auch Übernahmekandidat und im Rahmen des möglichen Ausbaus des Schienennetzes nicht uninteressant…

    1. Hallo Stephan,

      habe ich mich in der letzter Zeit nicht mit beschäftigt. Ein Squeeze-Out ist jedenfalls nicht angekündigt und deshalb kommt Vossloh für das Zitronen-Depot nicht in Frage. Ich überlasse die Spekulation auf Strukturmaßnahmen den Profis.

      Viele Grüße Ben

  8. Hi Ben,

    gibt es einen Grund warum wallstreet:online capital AG (Betreiber von Smartbroker) nicht auf deiner Watchlist ist?

    Viele Grüße
    Stephano

    1. Hallo Stephano,

      der Grund ist, dass ich nur an Squeeze-Outs teilnehme, bei denen sich Aktien über den üblichen Börsenhandel erwerben lassen. Aktien von der wallstreet:online capital AG sind nur im Telefonhandel zu erwerben. Da bin ich nicht aktiv. Ich habe aber gelesen, dass hier die Unternehmensbewertung für einen Squeeze-Out geradezu lächerlich gering angesetzt sein soll. Habe mich aber nicht näher damit befasst.

      Viele Grüße Ben

  9. Danke für den interessanten Beitrag! Ich stehe nun vor der Entscheidung, meine Accell Aktien, für die seit Montag ein Übernahmeangebot vorliegt, zu halten oder zu verkaufen.
    Was mir noch nicht klar ist: wie kommt es zu der Klage vor Gericht? Jemand muss dafür ja in Vorleistung gehen: Klage einreichen, für einen höheren Unternehmenswert argumentieren etc. Accell ist ein holländisches Unternehmen. Wenn das Angebot (25% über dem letzten Kurs) hoch ist, findet sich evt. niemand für eine Klage? Aktuell wird die Aktie mit 1% Abschlag zum Kaufangebot gehandelt. Ich bin versucht, das Risiko einzugehen und die Aktie zu halten. Aber wie du schon schreibst, es ist ein zusätzlicher Aufwand das Verfahren zu verfolgen und ggf. im Ausland Ansprüche geltend zu machen.

    https://www.reuters.com/business/bike-maker-accell-agrees-156-bln-euro-takeover-by-kkr-led-consortium-2022-01-24/

    1. Hallo kinnla,

      zu ausländischen Aktien und deren Verfahren vor Gericht, kann ich leider nichts sagen. Da kenne ich mich zu wenig bis gar nicht aus. Ich habe hier die deutsche Situation beschrieben. Da ist es so, dass es genug Profis gibt, die nach einem Squeeze-Out ein Spruchverfahren einleiten. Und dann wird für alle Anleger, die sich daran beteiligen, ein gemeinsamer Vertreter seitens des Gerichts bestellt. Dieser Anwalt erhält sein Honorar von der Gegenseite, ist aber für alle ausgequetschten Aktionäre tätig. Und was ich bisher gelesen habe, findet eigentlich immer ein Spruchverfahren statt, egal wie hoch der Abfindungsbetrag war. Er könnte ja trotzdem noch zu niedrig sein.

      Viele Grüße Ben

      1. Danke für Erläuterung! Accell wird nun tatsächlich oberhalb des Übernahmeangebots gehandelt. Gut, dass ich die Aktie noch gehalten habe. Anscheinend gibt es Anleger, die die Aktien nicht an KKR (der Finanzinvestor, der Accell übernehmen möcht) verkaufen wollen oder auf ein besseres Angebot hoffen.

  10. Ben hat es in seinem Blog schon umgestellt, allerdings sehe ich dazu keinen gesonderten Hinweis. Hier also auch von mir die Rückmeldung, dass die Sport1 Medien verkauft worden sind. DIe Kapitalmaßnahme wurde am 04.02. angekündigt und am 07.02. der Verkauf durchgeführt. Die erhofften Zinsgewinne (+5% klingt schon interssant) sind also leider nicht relevant.

    1. Hallo Josef,

      Danke für Deinen Kommentar. Es besteht allerdings kein Grund zur Trauer! Durchgeführt wurde ja kein Verkauf, sondern der Squeeze-Out. Und daran schließt sich nun das Spruchstellenverfahren an. Endet es mit einer Erhöhung der Barabfindung, dann wird dieser Erhöhungsbetrag auch verzinst. Wie das ausgehen wird, sehen wir dann in einigen Jahren. Bisher läuft es jedenfalls wie erwartet bei Sport1 Medien.

      Viele Grüße Ben

  11. Hallo,

    Kannst du mal etwas genauer auf deine Kriterien zur Aufnahme von Titeln in die Watchlist eingehen? Laut der oben verlinkten Internetseite zu Spruchverfahren gibt es ja noch eine größere Auswahl an Squeeze Out Kanidaten. Warum kommen diese für deine Watchlist nicht in Frage?

    1. Hallo Wulle,

      Du hast vollkommen recht, es gibt eine große Fülle von Squeeze-Out-Kandidaten. Bei den meisten ist es aber pure Spekulation, ob und wann sich etwas tut. Auf der Liste von Rechtsanwalts Arendts steht z.B. eine Aareal Bank. Da läuft gerade ein Übernahmeangebot. Vermutlich wird es diesmal Erfolg haben und die Bieter werden auf rund 60% der Anteile kommen. Bis sie dann die Minderheitsaktionäre der Aareal Bank rausdrücken können, ist es aber noch ein ziemlich weiter Weg.
      Bei den von mir in der Tabelle aufgelisteten Unternehmen ist der Status hingegen so, dass dort schon eine offizielle Mitteilung publiziert wurde, dass ein Squeeze-Out-Verlangen des Großaktionärs gestellt wurde. Es fehlt nur noch der genaue Abfindungsbetrag und die Zustimmung der Hauptversammlung. Das sind für mich Kandidaten, bei denen ein Squeeze-Out keine Spekulation mehr ist, sondern tatsächlich in den nächsten Wochen/Monaten ansteht.
      Im Text darunter habe ich dann noch beispielhaft einige Unternehmen genannt, bei denen es noch nicht so sicher ist, dass es zum Squeeze-Out kommt. Aber die Großaktionäre die notwendigen Schwellenwerte schon erreicht haben und derzeit aktiv an der Struktur arbeiten (insbesondere Delisting).

      Wenn Du Dir ein chancenreiches Depot aufbauen willst, in dem Du auf Squeeze-Out-Kandidaten setzt, dann kannst Du Dir natürlich aus der Watchlist von Rechtsanwalt Arendts oder anderen Seiten einige Unternehmen suchen und deren Aktien kaufen. Da kann es aber sein, dass Du lange warten musst oder es womöglich auch nie zum einem Squeeze-Out kommt. Bei meiner Strategie für das Zitronen-Depot verzichte ich auf diese „entfernteren“ Kandidaten und damit natürlich auch auf gewisse Chancen. Dafür ist mein Kapital nur kurz gebunden und ich kann es regelmäßig in neue „nahe“ Squeeze-Out-Kandidaten wiederanlegen.

      Viele Grüße Ben

  12. Hallo Ben,
    werden deine aktuellen Verluste des Zitronen-Depots (Kaufpreis – Abfindung) eigentlich relevant für Aktienverkäufe mit Gewinnen (um keine/weniger Steuern auf die Gewinne zu zahlen)?

  13. Hallo Ben,
    mich würde mal interessieren warum die Aktie von Biotest AG – DE0005227201 nicht in deiner Watchlist gelandet ist?
    Viele Grüsse
    Wulle

    1. Hallo Wulle,

      sie steht doch drin. :) Allerdings noch nicht in der Tabelle, sondern im Fließtext. Einfach deshalb, weil es noch kein Ausschlussverlangen gibt. Sondern der Großaktionär Grifols hat im Rahmen des Übernahmeangebots angekündigt, dass er ein Squeeze-Out in Erwägung ziehen wird. Habe mir am Wochenende extra noch mal den Prospekt durchgelesen. Die Wahrscheinlichkeit ist da, aber sie ist noch nicht verbindlich. Unklar ist mir aber auch, ob ein Squeeze-Out nur für die Stammaktien möglich ist, wenn die Vorzugsaktien ebenfalls börsennotiert sind. Da hat Grifols nämlich die notwendige Schwelle noch nicht erreicht.

      Viele Grüße Ben

  14. Hallo Ben,

    in dem Artikel zum Zitronendepot erwähnst du älter Studien. Aus diesen geht hervor das die Nachbesserung bei durchschnittlich rund 16% liegt. Hast du zu diesen Studien einen Link oder einen Namen der Studie wo man diese finden kann? Mich würde interessieren ob in diesen auch eine Aussage zu der Häufigkeit bzw. eine Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Nachbesserung genannt wird. Danke für deine tolle Arbeit.

    Viele Grüsse
    Wulle

  15. Hi Ben,
    in dem Bereich bin ich auch seit vielen Jahren unterwegs, baue gerade eine Kuka-Position auf; laufende Positionen habe ich zum Beispiel in Linde und HVB. Vielleicht hast du Lust, dich mal darüber auszutauschen, wie es in den Verfahren steht. Dann freue ich mich über eine Nachricht.

  16. Hallo Zusammen,

    kann vielleicht mal jemand etwas zum Status bei KUKA sagen? Hab keine wirklich fundierten Informationen finden können, wann die Aktie nun endlich von der Börse genommen wird. Bekannt ist, dass sich das Ganze wegen eine Anfechtungsklage verzögert. Kann jemand erklären was es damit auf sich hat und welche Verzögerung das zur Folge hat?
    Grüße Stephano

    1. Hallo Stephano,

      mit der Anfechtungsklage verfolgen 3 Aktionäre eine gerichtliche Aufhebung des Squeeze-Out-Beschlusses. Das kann sich nur auf formale Themen rund um die Hauptversammlung von KUKA beziehen. Wie lang sich dadurch die Eintragung des Squeeze-Out-Beschlusses verzögert, kann aber niemand mit Gewissheit sagen. Es können 3-4 Monate sein oder auch 1 Jahr sein.

      Ich schaue mir das erst mal noch etwas an. Wenn die KUKA-Aktie aber weiter im Kurs steigen sollte, dann denke ich darüber nach, zumindest für einen Teil meiner Aktien (immerhin 250 Stück) noch über die Börse Kasse zu machen. Denn bei einem Aktienkurs von 84 € ist der Abstand zur Barabfindung von 80,77 € schon bei 4%. Die müssen erst mal im Spruchverfahren überboten werden. Ab einem Aktienkurs von 85+ € komme ich jedenfalls ins Grübeln…

      Viele Grüße Ben

    1. Hallo Wulle,

      das habe ich mich auch gefragt. Ich denke, dass es an den Rahmenbedingungen liegt. Es ist ein undurchsichtiges Unternehmen im Ölbusiness mit Russland und Kasachstan. Und der Squeeze-Out ist an gewisse Bedingungen geknüpft, die noch nicht erfüllt sind (Verkauf des Russland-Geschäfts muss erfolgt sein, bisher ist nur die HV-Zustimmung da).
      Diese Unsicherheiten führen offenbar zu dem momentanen Abschlag zu der potentiellen Abfindung. So jedenfalls meine Erklärung.

      Viele Grüße Ben

    2. Hallo Wulle,

      hier war tatsächlich ein kurzfristiger Gewinn möglich. Inzwischen ist das offizielle Squeeze-Out-Verlangen gestellt worden und der Aktienkurs hat sich in den Bereich der Abfindung bewegt. Innerhalb von 2 Wochen war da für einen informierten Investor ein Gewinn von mehr als 20% möglich. Hast Du gekauft?

      Viele Grüße Ben

  17. Hallo Ben,

    Ich habe eine kleine Position gekauft. Jedoch war mir die Situation mit dem Verkauf der russischen Anteile im aktuellen politischen Umfeld doch zu unsicher um eine größere Position einzugehen.

    Viele Grüße
    Wulle

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