Was Dich hier erwartet:
Als Finanzblogger fühle ich mich manchmal in einer Zwickmühle: Schreibe ich weiterhin transparent über meine Geldanlagen oder fokussiere ich mich auf ausgewählte, massentaugliche Themen?
Ich habe mich beim Start des Divantis-Blogs für die volle Transparenz bei meinen Aktienanlagen entschieden und war damit ein Trendsetter. Ein Großteil des Erfolgs des Blogs führe ich darauf zurück, dass ich über jede einzelne Dividendenzahlung berichte und alle Aktienkäufe und -verkäufe mit Originalbelegen zeige.
Aufgrund stetiger Nachfragen habe ich dann mit der Zeit auch über meine anderen Geldanlagen berichtet. Und mein Vermögen ist in den letzten Jahren auch ordentlich gewachsen.
So bin ich nun an einen Punkt gekommen, wo neben meinem Aktiendepot die anderen Geldanlagen verblassen. Warum das für mich jedoch kein Thema ist und ich mich auch von manchem Feedback nicht beeindrucken lasse, nehme ich zum Anlass für den heutigen Beitrag.
Warum ich heute schreibe
Dieser Artikel ist mein 600. Beitrag auf dem Divantis-Blog. Und anlässlich des Jubiläums habe ich mir ein paar Gedanken zur Frequenz und den Inhalten gemacht. Denn diese 600 Beiträge sind in 1.396 Tagen veröffentlicht worden. Also alle 2,3 Tage ein neuer Beitrag. Das ist viel Stoff. Viel zu lesen und auch viel zu schreiben. Da ist es legitim zu fragen, ob das so sein muss.
Was zählt ist mein Gefühl!
Inzwischen habe ich ein Aktiendepot mit einem Volumen von rund 400.000 €. Das ist mehr als ich je hatte und damit bin ich absolut privilegiert. Das ist mir total bewusst. Und trotzdem habe ich nicht das Gefühl, über 400.000 € zu verfügen. Ich habe dieses Depot aufgebaut, um die Aktien dauerhaft zu halten. Das Depot steht also nicht zur Disposition und ich käme auch nicht auf die Idee, mir morgen einen Sportwagen für ein Viertel des Depotwerts zu kaufen.
Gefühlt ist das Aktiendepot ein gesperrtes Konto für mich. Ich weiß zwar, dass es mir gehört, ich komme aber nicht heran. Einzig die Dividendenerträge von – in diesem Jahr – etwa 10.000 € sind für mich verfügbare Masse.
So gedacht ist es schon eine andere Nummer
Und wenn ich auf diese 10.000 € schaue, dann ist es natürlich auch eine beachtliche Investition, wenn ich 3.000 € in P2P-Krediten oder 1.500 € in Crowdinvestments stecken habe. Und dann kaufe ich neue Aktien auch gerne erstmal für einen Betrag von 500 €. Und freue mich dann über eine neue Quartalsdividende von 6 €.
Für mich ist das ein Erfolgsfaktor langfristigen Vermögensaufbaus
Ich bin überzeugt davon, dass ich nicht an den heutigen Punkt gekommen wäre, wenn ich mich nicht über jeden verdienten Euro gefreut hätte. Es ist vielleicht kleingeistig, aber für mich zählen weiterhin auch die Nachkommastellen.
Ich kann auch nicht erklären, warum das so ist. Mein Aktiendepot schwankt jeden Tag um mehrere Hundert oder Tausend Euro. Darauf achte ich aber nicht. Und ich gebe nicht jeden Tag einfach Hunderte Euros aus. Dann würde ich nämlich sehr schnell den Realitätssinn verlieren und wahrscheinlich bald mein Geld unter die Leute gebracht haben.
Warum ich auch über kleine Geldanlagen schreibe
Mein Finanzblog soll für alle Leser interessant sein. Ich könnte es so machen, wie viele Kollegen und einfach über meine Geldanlagen schreiben, ohne jemals einen Betrag zu nennen, mit dem ich investiert bin. Mein Weg ist ein anderer: Ich zeige transparent, wie viel Geld ich in die jeweilige Aktie oder das jeweilige Produkt investiert habe. Damit einerseits klar ist, dass ich „skin in the game“ habe und Du Dir als Leser selbst ein Bild über die Gewichtung meiner Anlageklassen machen kannst.
Und ich bin überzeugt, dass diese Transparenz auch interessant ist. Und ist es nicht am Ende des Tages völlig egal, wieviel Geld ich in meinem Produkt habe? Ich zeige, dass ich Geld dort drin habe. Und mich ärgern 350 € verlorene Euros bei Grupeer genauso wie ein Kursrückgang bei Atlantia um 3.000 €. Vielleicht sogar noch mehr, da ich bei den Aktien noch auf eine Kurserholung hoffen kann.
Ich werde deshalb weiter darüber schreiben, wenn ich durch einen Depotübertrag etwas Quellensteuer sparen kann. Auch wenn das bei mir nur 4 € im Jahr ausmacht. Für manchen Leser können das ja ganz andere Beträge sein.
Und ich werde weiter darüber schreiben, wenn ich 500 € irgendwo investiert habe. Weil ich immer versuche, meine Überlegungen hinter der Geldanlage zu vermitteln und hoffe, dass Du Dir dann ein eigenes Bild dazu machst. Und dabei ist es mir egal, ob Du in einem Sparplan 25 € im Quartal in eine Aktie investierst oder bei einem Aktienkauf in Tausend-Stück-Kategorien denkst. Denn die Analyse, warum Du in eine Aktie oder was auch immer investierst, sollte in allen Fällen sorgfältig geschehen. Schließlich geht es um Anlage und nicht um Zockerei.
Das musste jetzt mal raus!
Mir ist es wichtig, Dir meine Philosophie darzulegen: Warum schreibe ich darüber, dass und wie ich mein Geld anlege? Und warum freue ich mich auch über kleine Erträge? Ich verspreche Dir, dass der Divantis-Blog kein Blog für Großanleger wird und ich nur noch über Investitionen ab 10.000 € aufwärts berichte. Abgesehen davon, dass ich in viel kleineren Kategorien denke, wäre das auch viel zu langweilig. Denn bekanntlich macht Kleinvieh ja auch Mist. Und ich bin wirklich froh, so viele unterschiedliche Einnahmen zu haben. Und da sind 30 € Zinsen aus P2P-Krediten zwar nicht viel im Vergleich zu 800 € Dividenden. Aber alle Einnahmen zusammen ergeben dann schon ein ansehnliches monatliches Einkommen, für das ich nicht jeden Tag in ein Büro oder eine Fabrik laufen muss.
In diesem Sinne wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß und Inspiration auf meinem Blog! Und hoffe, dass Du auch Berichte über kleinere Geldanlagen interessant findest.

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