Geschafft: französische Dividende ohne Quellensteuer ausgezahlt!

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Die französische Quellensteuer ist über Jahre hinweg ein Graus für deutsche Anleger gewesen. Dann gab es eine Reform, wonach nur noch 12,8% Quellensteuer berechnet werden sollten.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die deutsche Depotbank Daten zum Aktienbesitzer in Frankreich vorab offenlegt. Dazu fehlen den bekannten deutschen Banken aber – nach eigenen Angaben – die technischen  Mittel.

Ergebnis ist dadurch sogar eine Verschlechterung für deutsche Anleger.

In meinem Beitrag im letzten November hatte ich jedoch über eine Lösung der DKB Deutsche Kreditbank berichtet und versprochen, dass ich sie für meine Aktien der französischen VINCI testen würde.

Nun ist die Dividende da und das Ergebnis ist überwältigend!!!

Selten war meine Spannung vor einer Dividendenabrechnung größer. Würde wirklich alles glatt gehen?

Ich hatte ein mehrseitiges Formular an mein Finanzamt geschickt (hier als Download). Die hatten mir dann bestätigt, dass ich in Deutschland lebe und hier Steuern zahle. Das Formular schickte ich dann an die DKB Deutsche Kreditbank. Sie leiteten es nach Frankreich weiter und berechneten mir eine Gebühr von einmalig 11,90 € (für drei Jahre Gültigkeit bei allen Dividendenabrechnungen).

Und ich erhielt den Hinweis, dass Aktienkäufe kurz vor dem Dividendentermin (etwa 3 Wochen) nicht berücksichtigt werden könnten. Soviel zur Vorrede…

Heute kam jetzt die Dividendenabrechnung und es wie ein Geschenk! VINCI zahlte eine Schlussdividende von 1,92 € pro Aktie. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Erhöhung um 9,1%. Für meine 100 Aktien im Depot macht das eine Brutto-Dividende von 192,00 €. Davon wurde tatsächlich nur 12,8% Quellensteuer abgezogen und wiederum vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Heraus kam eine Netto-Dividende von 142,72 €. Sie wird mit Wertstellung 25.04.2019 überwiesen. Insgesamt wurden mir damit 49,28 € Steuern abgezogen. Das entspricht einer Steuerquote von 25,66%. Zum Vergleich: Bei deutschen Aktien liegt die Steuerquote bei 26,38% (25% Kapitalertragsteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragsteuer).

Dividendenabrechnung VINCI im April 2019

Damit ist es ab sofort als Kunde der DKB Deutsche Kreditbank unter Dividendenaspekten besser in französische Aktien als in deutsche Aktien zu investieren!

Es eröffnen sich damit ganz neue Perspektiven. Mir fallen viele französische Aktien ein, die nun einen Blick wert sind: L’Oreal, Vivendi, Air Liquide, Veolia und natürlich VINCI. Um nur einige zu nennen.

VINCI habe ich übrigens hier ausführlich vorgestellt. Sie stehen nun erst recht auf meiner Nachkaufliste. Die Geschäftsentwicklung ist sehr positiv und auch der Aktienkurs entwickelt sich prächtig.

Vor einem Jahr erhielt ich noch eine Netto-Dividende von 104,64 € von VINCI. Nun sind es 36% mehr! Was für eine Entwicklung!!!

Erlaub mir an dieser Stelle noch den Hinweis, dass Du hier ein Depot bei der DKB Deutsche Kreditbank eröffnen kannst *. Für französische Aktien gibt es nach meinen Informationen keine bessere Bank in Deutschland. Deshalb mache ich diese Werbung gerne. Für meine anderen Aktien habe ich bekanntermaßen Depots bei anderen Banken.

Auf einen Blick:

Unternehmen:VINCI
ISIN:FR0000125486
Im Divantis-Depot seit:25.08.2016
Letzter Nachkauf am:22.08.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:130
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:79,00 €
Gesamtkaufpreis:10.270,48 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:559,56 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

Von einem Leser erhielt ich noch einen Hinweis, der für alle relevant sein dürfte: Wenn Du das Formular vom deutschen Finanzamt zurückerhält, dann überprüfe, ob dort in Box IV auch das Dienstsiegel des Finanzamts ist. Das ist nämlich notwendig, da das Formular sonst nicht in Frankreich akzeptiert wird! Also ansonsten noch mal an Dein Finanzamt schicken und um das Dienstsiegel bitten.

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56 Gedanken zu „Geschafft: französische Dividende ohne Quellensteuer ausgezahlt!“

  1. Hi.

    Welches “mehrseitige Formular” war das und wie bist du darauf gekommen, dass es dieses sein muss ? Hat dir das die DKB gesagt ?
    Eigentlich klingt das wie eine simple Ansässigkeitsbestätigung (Wohn- und Steuersitz). Und die ist nur eine Seite “stark” ;-)

    1. Ich hatte die DKB per Kontaktformular angeschrieben und per Mail dann Instruktionen und das PDF-Formular erhalten.

      Hier ein Auszug:

      Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?

      Attestation de Residence (Wohnsitzbescheinigung) 5000-DE

      Seit dem 31.03.2011 muss für Bestände in Wertpapierrechnung (WR) und in Girosammelverwahrung
      (GS) je ein separates Formular Attestation de Residence im Original eingereicht werden. Im Falle
      einer Dividendenausschüttung in Stockdividenden muss zwingend auch ein Dokument für Wertpapierrechnung
      gültig gestellt sein, da diese ausschließlich über Wertpapierrechnung abgewickelt werden.
      Dabei ist es unerheblich, für welche Variante sich der Depotkunde (zusätzliche Stücke oder
      Bardividende) entscheidet! Dies ist vor allem bei Privatpersonen mit Beständen nur in Girosammelverwahrung
      zu beachten.

      Hinweise:
      – Das Formular ist in zweifacher Ausfertigung einzureichen (für Bestände in GS und WR)
      – Das Formular ist nach Möglichkeit in elektronischer Form auszufüllen.
      – Das Formular muss beidseitig bedruckt werden, d.h. ein einziges Blatt mit Vorder- und
      Rückseite! – Wichtig: die Rückseite muss komplett frei bleiben.
      – Das Formular muss auf den Namen des Depotinhabers lauten.

      Bei Ehegattendepots sind deshalb beide Namen anzugeben, die Angabe einer Steuernummer
      bzw. Tax ID ist dabei ausreichend. Streichungen und Ergänzungen auf dem Formular sind unzulässig.
      Blatt 1 behält das zuständige Wohnsitzfinanzamt, Blatt 2 ist von Ihnen aufzubewahren, nur

      Blatt 3 (Ausfertigung in französischer Sprache) muss für die französische Steuerbehörde bei
      der DKB AG eingereicht werden.

      Wie oft ist das Formular abzugeben?
      Das 5000DE Formular ist für das laufende Jahr plus zwei weitere Kalenderjahre gültig und muss nach
      diesem Zeitraum bis zum 31.03. des Folgejahres erneuert werden.

      Hinweis: Wird im Folgejahr kein neues Dokument eingereicht, behält sich die franz. Zahlstelle vor,
      Dividendenzahlungen im 1. Quartal des Folgejahres mit vollem Quest-Satz abzurechnen, da steuerrechtlich
      die Ansässigkeitsbescheinigung nur für das letzte, laufende, also dritte Kalenderjahr gilt. Januar bis März ist
      als Kulanzzeitraum zur Einreichung des „Folge-Dokumentes“ zu verstehen.

      1. Hallo Ben. Danke schon mal für deine Antwort unten auf meine Frage. Sorry aber hier oben in deinem Post sind wohl die Dokumente verlinkt? Kann sie aber nicht öffnen. Hab schon all meine Browser probiert. Woran kann es liegen bzw. könntest du mir sie per Mail senden. Danke im Voraus und VG

        1. Hallo Fragender,

          ich hatte das Formular bisher nicht verlinkt. Habe es jetzt aber zum Download bereitgestellt und im Beitrag einen Link eingefügt. Hier noch mal zusätzlich: Formular.

          Viele Grüße Ben

  2. Hallo,

    das ist eine erfreuliche Entwicklung. Für mich kämen allerdings aktuell mit LVMH, Essilor, L’Oreal und Ingenico lediglich 4 französische Aktien auf die Watchlist und ob sich dafür dann die Eröffnung eines neuen weiteren Depots lohnt? Denke eher nicht… :)

    Beste Grüße
    Patric

    1. Hallo Patric,

      das ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Ich habe in meinem Depot bei der DKB “lediglich” meine VINCI-Aktien liegen. Und das Depot rechnet sich schon für diese Dividendenzahlungen.

      Vor allem freue ich mich über die neu gewonnene Freiheit, jetzt auch französische Aktien unter Dividendenaspekten in den Blick nehmen zu können. Aktuell sind sie aber recht teuer. Aber das kann sich ja noch im Laufe der Zeit ändern und dann ist VINCI nicht mehr allein im DKB-Depot.

      Viele Grüße Ben

      1. Glückwunsch zu diesem Erfolg Ben. Da werde ich mir wohl nun auch ein Depot bei der DKB zulegen. Einen Freistellungsauftrag hast du dort wohl nicht? Wenn ich das aber richtig verstehe sind damit alle Steuern auf diese Dividende abgegolten und du brauchst nix mehr bei der Steuererklärung angeben? VG

        1. Ja, genau so ist es. Meinen Freistellungsauftrag habe ich bei der Augsburger Aktienbank erteilt, wo ich meine deutschen Aktien liegen habe. In der Steuererklärung muss ich nichts mehr angeben.

    1. Die Gebühr ist eine Pauschale für alle französischen Aktien und Dividendenzahlungen und alle drei Jahre fällig. Bei mir rechnet sich das schon mit einer einzigen Dividendenzahlung.

  3. Hallo Ben,

    meine Glückwünsche zu der weltweit ersten Veröffentlichung einer Vorabreduzierung von französischer Quellensteuer (falls jemand im Internet eine andere Quelle mit konkreten Daten findet, kann er mich gerne eines Besseren belehren). Das Einstellen der Original-Dokumente macht den Blog so einmalig und unglaublich nützlich.

    Ich finde folgende Punkte besonders erfreulich bzw. erstaunlich:
    1) Es fand direkt ein Vorabreduzierungsverfahren statt. Wie an anderer Stelle von mir schon berichtet behauptet die comdirect, es müsste immer erst ein Rückerstattungsverfahren (hier wird comdirect erst ab 120 € erstattungsfähige! Quellensteuer aktiv) bei französischer Quellensteuer erfolgen bevor ein Vorabreduzierungverfahren überhaupt möglich ist

    2) Es fallen keine externen Gebühren an!!! Comdirect verlangt für die günstigste Variante (Lagerstelle Frankreich) 10 € externe Gebühren für das Vorabbefreiungsverfahren plus 5,59 € eigene Gebühren.
    Da frage ich mich: Warum fallen bei der DKB keine externen Gebühren an?

    3) Die erstattungsfähigen 17,2% Quellensteuer wurden direkt am Pay Date überwiesen!

    Jetzt hoffe ich, dass es am 16.05.19 mit der Veolia-Dividende auch alles so wunderbar läuft, dies wird die erste Ausschüttung in meinem neuen DKB-Depot sein.

    Beste Grüße

  4. Wenn du die 11,90 durch 3 teilst (~4 Euro), sind das auf deine 192 Euro Bruttodividende rund 2% ausmacht, und die Gesamtabgabenquote in deinem Fall doch wieder über die einer deutschen Aktie hebt. Mir ist natürlich klar, dass sich das mit mehr Unternehmen und einem größeren Volumen irgendwann dreht, aber ich wollte es zumindest erwähnen ;-)

    1. Da hast Du vom Prinzip her recht. Das Porto (2x) für das Formular müsste man dann auch noch einrechnen. Die Rechnung stimmt aber nicht so ganz, weil VINCI im November noch einmal Dividende auszahlt (voraussichtlich 0,75 € pro Aktie)…

  5. Manche Anbieter wie Maxblue bieten Generalvollmachten für DBA Quellsteuerverfahren, warum funktioniert das nicht mit Frankreich? Lt. Vollmacht aus 2013 ist dies für Dividenden der Fall, über die Kosten kann ich mangels Kundenbeziehung nichts sagen, aber es wirkt so als würden die sich um alles kümmern. Vielleicht sogar besser als das, was hier beschrieben wird.

    1. Hallo John Snow,

      ich habe ja auch ein Depot bei Maxblue. Auf meine Nachfrage, ob sie auch die Vorabbefreiung für französische Aktien durchführen, bekam ich leider eine negative Antwort.

      Viele Grüße Ben

    2. Hallo John Snow,
      ich habe kürzlich auch ein Depot bei Maxblue eröffnet und im Februar eine DBA-Vollmacht hinterlegt. Aus dieser DBA-Vollmacht (immer noch Stand Stand September 2013) geht hervor, dass für Frankreich kein Ermäßigungsverfahren angeboten wird sondern nur ein Rückerstattungsverfahren.
      https://www.maxblue.de/static/assets/files/maxblue_Vollmacht_Steuererstattung_deutsch-englisch.pdf
      Bei diesem Rückerstattungsverfahren fallen laut comdirect 71,40 € externe Gebühren für die Lagerstelle an. Diese 71,40 € habe ich auch an anderer Stelle schon im Internet gefunden.
      Ich gehe erst einmal davon aus, dass bei Maxblue auch 71,40 € externe Gebühr anfällt – und diese Gebühr fällt wohlgemerkt für jede Dividendenzahlung an! Somit kommt man als Kleinaktionär bei Titeln wie z.B. Total, die vier mal im Jahr Dividende zahlen niemals über die Hürde von 71,40 € auch wenn bei Maxblue keine internen Gebühren anfallen. Leider habe ich auf meine Anfrage bei Maxblue welche externen bei dem Erstattungsverfahren anfallen keine Antwort erhalten.
      Weiter gebe ich zu bedenken, dass Maxblue mir telefonisch mitgeteilt hat, das am Ende, also nach Abzug der externen Kosten noch 10 € Erstattungsbetrag übrig bleiben müssen.

      All diese Ausführungen zu Maxxblue sind natürlich nur spekulativ und ohne Substanz, schlauer sind wir alle erst, wenn jemand konkret eine vollendete Quellensteuererstattung auf französische Dividendentitel in einem Maxblue-Depot ins Internet stellt, wie es Ben hier so vorbildlich macht.

      Für mich ist erstmal klar: alle französischen Titel wandern in mein DKB-Depot und werden dort auch bleiben solange die Vorabreduzierung für alle Dividendenzahlungen so prima klappen wie bei Ben.
      Die 11,90 € alle drei Jahre sind eigentlich ein Witz, da brauche ich nicht lange nachzudenken. Neben dem finanziellen Aspekt schont es auch meine Nerven.
      Ich versuche seit über 2 Jahren meine zuviel gezahlte Quellensteuer bei der comdirect zurückzubekommen trotz seit 2014 gültiger DBA-Vollmacht – ohne Erfolg.
      Ich könnte ernsthaft ein Buch darüber Schreiben.

      Beste Grüße,

      Schade

  6. Hallo Ben,

    ich möchte mich bei Dir zunächst bedanken für Deine Transparenz und Engagement für Divantis, ich bin auf Dich via dem Finanzrocker Podcast aufmerksam geworden und ich habe schon viele Inspirationen auf Deiner Website finden können. Danke!

    Konkret möchte ich Dich fragen wie Deine Erfahrungen bzgl. Quellensteuer Rückerstattung bei Consors sind. Machst Du hiervon Gebrauch, falls ja für welche Länder?

    1. Hallo Andy,

      vielen Dank für Dein positives Feedback. Soweit ich weiß bietet die Consorsbank keinen Service zur Rückerstattung von Quellensteuer an. Die Banken handhaben das alle sehr unterschiedlich. Da wo es geht, rechnet Consors die Quellensteuer direkt auf die deutsche Kapitalertragsteuer an. Um alles andere muss man sich selber kümmern. Ich bin gerade dabei, mir erstmals die schweizerische Quellensteuer zurückzuholen. Die Schweizer Aktien habe ich aber bei der ING-DiBa im Depot liegen und erhalte dort den notwendigen Voucher automatisiert und kostenlos. Über meine Erfahrungen werde ich noch gesondert berichten, wenn die Erstattung geklappt hat.

      Viele Grüße Ben

      1. Nach dem Kauf einer schwedischen Aktie hat die Consorsbank unaufgefordert (und rechtzeitig vor dem Dividendentermin) das Formular, welches (versehen mit einem Stempel vom Finanzamt) für die Vorabbefreiung von der 30%-Quellensteuer erforderlich war, ins Online-Postfach gelegt (und nach dessen Einreichung auch nur die anrechenbaren 15% abgezogen, sowohl 2018 als auch 2019 – das scheint eine dauerhafte Lösung zu sein).

        Eine eigene Rückforderung aus der Schweiz (“Formular 85” im QDF-Format mit Tax Voucher) hat 2014 problemlos (und gebührenfrei) funktioniert (Bearbeitungsdauer damals: 3 Monate).

      2. Hallo,

        da ich mehrere norwegische Aktien besitze, hätte ich gerne gewusst ob bei der DKB eine Steuervorabefreiung möglich ist?

        Vielen Dank

        1. Hallo Jan,

          ich habe keine norwegischen Aktien im Bestand. Am Besten fragst Du direkt bei der DKB nach, die können Dir eine verbindliche Auskunft geben.

          Viele Grüße Ben

  7. Hallo,

    wäre es denn möglich das von Dir ausgefüllte Dokument (Adresse etc. geschwärzt ist klar) als Vorlage zu erhalten. Für mich ist da eigentlich immer noch einiges unklar (welche Zeilen müssen ausgefüllt werden I-VIII, oder nur teilweise (normales Verfahren/vereinfachtes../). Wäre toll wenn Du Dein Formular evtl geschwärzt einstellen könntest und im Idealfall mit unterschiedlichen Farben/Hinweis markieren welche Angaben 1. Du gemachte hast 2. Dein Finanzamt gemacht hat 3. Deine Bank gemacht hat

    Danke

    1. Hallo Marko,

      der Antrag ist landesbezogen. Für Frankreich musste ich also einen Antrag stellen, der dann 3 Jahre für alle meine französischen Aktien im Depot bei der DKB gültig ist. Auch später hinzugekaufte Aktien fallen dann in die Vorabbefreiung.

      Viele Grüße Ben

  8. Verstehe ich das richtig, dass man bei der DKB dann also 2 x 11,90 Euro bezahlen muss, wenn man dort für bspw. Frankreich *und* Kanada in den Genuss der Quellensteuer-Vorabreduzierung kommen will?

    Oder ist die DKB-Gebühr generell für Vorabreduzierung und man muss zwar separate Formulare je Land einreichen, aber nur einmal Gebühr bezahlen?

    Hat hier jemand bei der DKB eine Vorabreduzierung für Frankreich *und* Kanada am laufen und kann dazu was sagen, bitte?

    1. Hallo Fredo,
      grundsätzlich bezahlt man bei der DKB für jede Einrichtung einer Quellensteuer-Vorabreduzierung 11,90 €. So habe ich in 2019 eine Vorabreduzierung für Frankreich und eine für die Tschechische Republik einrichten lassen und jeweils 11,90 € bezahlt. Ich habe nun am 11.11.19 auch alle Unterlagen für die Vorabreduzierung der Norwegischen Quellensteuer bei der DKB eingereicht und warte sehnsüchtig, dass die nächsten 11,90 € abgebucht werden. Habe erst vor zwei Wochen bei der DKB nachgefragt wann die 11,90 € abgebucht werden und man teilte mir mit, dass dies zeitnah geschehen wird – ist irgendwie verrückt, ich freue mich jedesmal riesig wenn die 11,90 € abgebucht werden.

      Mit Kanada habe ich leider noch keine Erfahrung, würde dort aber auch gerne investieren.
      Hierzu habe folgende Fragen:
      1) Bietet die DKB eine Vorabreduzierung für Kanada an?
      2) Hast Du eventuell nun eine Vorabreduzierung bei der DKB einrichten lassen und hat alles funktioniert?

    2. Gutes Neues, und danke für die Info.
      Ja, bei der DKB kann man die kanadische Quellensteuer von 25% auf voll anrechenbare 15% reduzieren lassen.
      Funktioniert bei mir seit Mitte 2019.

      Man muss dazu das Formur NR301 einsenden. Gibts beim DKB-Support, oder auch bei Google.
      Kostet wir gehabt 11,90 Euro für drei Jahre.

      1. Ebenso noch ein Gutes Neues!
        Vielen Dank für die wertvolle und konkrete Antwort. Ich lese gerade das Buch “Geldanlage in REITs”, die Ben als Buchtip vorgestellt hat. Hier werden etliche Aktien-REITS aus Kanada vorgestellt, die ich aber wegen der Quellensteuerproblematik bisher außen vorgelassen habe. Ich habe keine Lust in ein Land mit Quellensteuer zu investieren wenn nicht durch ein konkretes Beispiel belegt ist, dass man am Ende nicht mehr Steuern bezahlt als es rechtlich vergesehen ist.

        1. Da musst du erst mal schauen, ob du bei der DKB überhaupt diese REITs kaufen kannst…

          Vor ein paar Jahren wollte ich dort gängige US-REITs kaufen (Realty Income u.a.). War bei der DKB aber nicht möglich, weil sie da als AIF (Alternative Investment Fonds?) klassifiziert waren.

  9. Hi Ben, vielen Dank für Deinen Artikel, ich habe drei Frage zum Ausfüllen des Formulars, bezüglich derer ich Dir dankbar wäre wenn Du mir weiterhelfen könntest:

    1. Hast Du die ganzen Punktelinien rausgelöscht? Wenn ich meine persönlichen Daten da via Formularfelder eingebe, ist die gepunktete Linie genau über meinen Eingaben und ich finde nicht, dass man dass dann gut lesen kann.

    2. Hast Du das elektronische Formular per Mail zu Deinem Finanzamt geschickt, oder es ausgedruckt und per Post geschickt?

    3. Bei Punkt 3 (Erklärung des Empfängers) bei Spiegelstrich 3 ist gar nicht genug Platz um Deutschland einzugeben, wie hast du das gelöst?

  10. Hallo Ben,

    danke für die interessanten Infos. Französische Aktien haben aufgrund der Quellensteuerthematik für mich bislang keine Rolle gespielt. Gibt es eigentlich von der DKB eine zusätzliche Anleitung wie dieses Formular ausgefüllt werden muss, vor allem auch für das Finanzamt? Ich frage deshalb, weil sich das Finanzamt bei mir schon geweigert hat Dokumente zur Rückforderung von Quellensteuer auszufüllen, die nicht in deutsch waren (was ja meistens der Fall ist). Wenn ich das richtig sehe, handelt es sich beim dritten Teil des Formulars, der in französisch verfasst ist, um dieselben Informationen die auf den vorherigen Seiten schon in deutsch aufgelistet sind? Hier könnte sich das Finanzamt natürlich auch weigern mit der Begründung, dass hier auf französisch noch irgendwelche zusätzlichen Informationen niedergeschrieben sind.

    Viele Grüße

    1. Hallo Langfristinvestor82,

      bei mir hat das Finanzamt anstandslos die Formulare abgestempelt, unterschrieben und zurückgeschickt. Wenn Du da Probleme hast, dann würde ich es mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde versuchen. Du hast einen Anspruch auf Mitwirkung des Finanzamts! Und dass die französische Fassung die identische wie die deutsche ist, sollte ja offensichtlich sein.

      Viele Grüße Ben

      1. Finanzbeamte sind auch nur Menschen. Ich bin persönlich hingefahren (das geht schneller, und ich hab die Zeit) und habe mir das Formular abstempeln lassen. So konnte ich die Bescheinigung gleich wieder mitnehmen.

        Das Formular 5000-DE ist dreifach. Eins “Für die französische Verwaltung” in französischer Sprache, eins “Vom Gläubiger aufzubewahren” in deutscher Sprache, eins “Für die ausländische Verwaltung” in deutscher Sprache.

        Da hat “mein” Finanzbeamter gestutzt und meinte, ich hätte ihm das falsche Formular vorgelegt (Macht nichts, hat er sich halt eine Kopie gezogen). Dabei hatte ich alles richtig gemacht: Aus Sicht des französischen Fiskus ist die deutsche Steuerverwaltung natürlich die “ausländische Verwaltung”.

        Mal sehen, wie das nun klappt.

        Ärgerlicherweise habe ich Total im Depot, die zahlen die erste Quartalsdividende am 11.01. Das wird für den kommenden Januar wohl nicht mehr reichen, und das Formular 5000-DE wird letztlich nur für 2 Jahre gelten: Wenn ich das recht verstanden habe, gilt die Bescheinigung immer für den Rest des laufenden Jahres (also nun für den Dezember 2019), dann für die beiden Folgejahre (2020, 2021). Fürs Jahr 2022 brauche ich eine neue Bestätigung, die aber schon zum 11.01. vorliegen muß, wenn ich keine Quellensteuer verschenken will. Das kann nach dem 1.1.2022 niemals klappen, also werde ich die Folgebescheinigung im Spätjahr 2021 beantragen. Dann gilt sie für das Jahr 2021 und die beiden Folgejahre. Am Datum drehen (also den Wohnsitz bereits im Dezember des auslaufenden Jahres für das Folgejahr bescheinigen), dürfe man nicht. Auch wieder eine bürokratische Grille. Gerade um den Jahreswechsel herum könnte man eine gewisse Kulanz walten lassen (wie es die Schweizer beispielsweise mit ihrem Vignettli tun: Die gilt vom Dezember des Vorjahres bis zum Januar des Folgejahres einschließlich).

        Nun denn. Dann halt eine Bescheinigung alle zwei Jahre. Ich melde mich in der Angelegenheit ggf. wieder.

  11. Hallo Ben,
    Zunächst einmal vielen Dank für deine tollen und sehr transparenten Ausführungen.
    Ich habe derzeit 2 französische Aktien im Depot bei der Comdirect. Die Eröffnung eines Depots bei der DKB bin ich gerade dabei. Sobald das Depot eröffnet ist, werde ich einen Aktienübertrag auf das DKB Depot veranlassen.
    Meine Frage: Muss ich für jeder einzelne Aktie das Formular ausfüllend?
    Freue mich von dir zu hören / lesen. Viele Grüße BPF

    1. Hallo Berit,

      das Formular ist für alle französischen Aktien im Depot der DKB gültig. Du musst also nur eins ausfüllen. Ich habe ja inzwischen drei französische Titel im Depot, das Formular aber nur einmal abgegeben.

      Viele Grüße Ben

  12. Hi Ben. Vielen Dank für den Beitrag und die wichtige Info! Kürzlich habe ich dich in einem Finanzpodcast gehört (weiß grade gar nicht mehr, ob Panzerknacker oder Finanzrocker…), wodurch ich mir dank dieser Nachricht meine ersten französischen Aktien ins Depot gelegt habe und mir von der DKB die Infos zur Steuer zukommen ließ. Einzige offene Frage:
    Hast du einen erklärenden Brief für das Finanzamt beigelegt? Oder wissen die, was sie damit tun sollen? :D
    Liebe Grüße,
    Ina

    1. Hallo Ina,
      Du hast mich im Finanzrocker-Podcast gehört. ;) Ich habe auf die Formulare fürs Finanzamt ein Post-It geklebt und per Hand meine Steuernummer draufgeschrieben. Und „bitte bescheinigen und zurücksenden – Danke!“ dazu geschrieben. Das war ausreichend.
      Viele Grüße Ben

  13. Hallo,

    die comdirect hat mich die Tage schriftlich darüber informiert, dass der Service zur Erstattung ausländischer Quellensteuern angepasst werden muss. Die Bank darf nur noch als Bote fungieren, d.h. es ist nun etwas mehr zu tun:
    In Abhängigkeit vom Land:
    – Vorabbefreiung: jährlich muss ein Formular unterschrieben und an die Bank gesendet werden
    – Rückerstattung: länderspezifische Antragsformulare zur Ansässigkeitsbescheinigung durch Finanzamt und Erstattung der Quellensteuern müssen unterschrieben und an die Bank gesendet werden, diese managed es dann mit Finanzamt und der ausländischen Steuerbehörde

    Mal schauen. Hoffe, das Jahr 2019 geht dabei nicht verloren…

    VG und eine schöne Vorweihnachtszeit
    1Steven1

  14. Ich bin ein Steuerhinterzieher :-(

    Aber — ich erzähle die Geschichte besser von Anfang an:

    Ich habe mich lang schon geärgert darüber, daß Frankreich 30% Quellensteuer abzieht, von denen der deutsche Fiskus nur 15% anerkennt. Dabei stimmt das ja garnicht mehr!

    Der französische Fiskus verlange seit 2018 (!) nur noch 12,8%, heißt es im Netz.

    https://www.test.de/Neue-Quellensteuer-in-Frankreich-Deutsche-Anleger-zahlen-drauf-5376950-0/

    Das aber hat einen bösen Haken:

    [Zitat]
    Der Steuersatz von 12,8 Prozent gilt aber nur für Nicht-Franzosen. Wertpapierlagerstellen wie Clearstream wissen aber nicht, in welchem Land der Anleger steuerpflichtig ist. Daher ziehen sie weiter 30 Prozent ab. Davon werden seit 1. Juli 2018 jedoch nur noch 12,8 und nicht mehr 15 Prozent auf die deutsche Abgeltungsteuer von 25 Prozent angerechnet.

    Da der auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbare Quellensteuersatz erst zum 1. Juli von 15 auf 12,8 Prozent gesenkt wurde, haben die Banken den Anlegern in der ersten Jahreshälfte zuviel Quellensteuer angerechnet. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet, die Abrechnung nachträglich zu korrigieren.

    Privatanleger müssen den im ersten Halbjahr zuviel angerechneten Anteil der französischer Quellensteuer daher nun über ihre Steuererklärung nachversteuern.
    [/Zitat]

    Na toll!

    Für 2018 habe ich das nicht getan, weil ich das schlicht nicht gewußt habe. Also habe ich den deutschen Fiskus um schätzungsweise 10 Euro betrogen (Siehe Titel). Ob ich es für 2019 auch tun soll, jetzt wo ich diese Fußangel kenne? Die Bank hat mir das ganze Jahr über 30% frz. Quellensteuer abgezogen und davon 15% angerechnet.

    Der herrliche Vorteil der Abgeltungssteuer ist damit perdü, nämlich: Ganz legal die Kapitalerträge in der Steuererklärung vergessen dürfen, und trotzdem kein Steuersünder sein.

    Übrigens: Ich habe, wie Ben es geraten hat, meine Total-Aktien zur DKB transferiert und bin auch brav zum Finanzamt getapert, um mir die Wohnsitzbestätigung abstempeln zu lassen.

    Die erste Dividende ist dann auch richtig so gekommen, wie BEN es vorgerechnet hat. Aber ach! Drei Tage später hat die DKB die Abrechnung storniert und eine “normale” nachgeschoben (mit den üblichen (zusammen) 41% Quellensteuer :-(

    1. Hallo Achim,

      Du hast Dich hoffentlich bei der DKB beschwert! Und was haben sie geantwortet? Das interessiert mich brennend. Bei meinen Abrechnungen gab es keinen Storno hinterher, sondern alles ist so geblieben wie ich es hier berichtet habe. Irgendwas muss bei Dir anders gelaufen sein…

      Viele Grüße Ben

  15. Die erste Rückfrage hat die DKB sanft in den Papierkorb segeln lassen.

    Auf die Nachhake kam dann Antwort:

    Zu der zunächst wie erwartet ausgefallenen Abrechnung, die danach storniert wurde, antwortet die DKB nichts.

    Angeblich sei die Wohnsitzbestätigung einige wenige Tage zu spät bei der DKB angekommen. Sie müsse angeblich14 Tage vor Zahlungszeitpunkt bei der Lagerstelle vorliegen (Im Begleitschreiben steht noch etwas von 4 Tagen).

    Wann meine Unterlagen bei der DKB angekommen sind, kann ich natürlich nicht nachvollziehen, das muß ich einfach glauben. Na ja, ich sehe dann ja bei der nächsten Quartalsdividende, ob das stimmt. Bis dahin halte ich mich mit französischen Aktien zurück.

    Das Begleitmaterial zu den Formularen ist meines Erachtens suboptimal. Der Text ist verbaut und unverständlich, das Formular hätte ich mir gern farblich markiert gewünscht. Ich habe den Text etwas umformuliert und die auszufüllenden Stellen am Formular farblich markiert. Ich dachte, ich stelle das allen zur Verfügung, und habe das der DKB so geschickt. Das ist (natürlich) auch im Nirwana gelandet.

    Wenn Du das brauchen kannst, könnte ich das Dir zuschicken, damit Du das auf die Webseite stellst (desgleichen die relevanten Abschnitte der Abrechnungen). Bei Bedarf bitte Rückmeldung per Mail.

    Insgesamt ist der ganze Vorgang holprig gelaufen (und ja noch nicht zu Ende).

  16. Hallo!

    Danke erstmal für die vielen nützlichen Informationen.

    Ich hätte zu dem Thema aber noch einige Fragen:

    1. Weiter oben steht “– Das Formular ist in zweifacher Ausfertigung einzureichen (für Bestände in GS und WR)”. Wie ist das zu verstehen? Muss das französische Formular doppelt bescheinigt und an die DKB geschickt werden?

    2. Seh ich das richtig, dass die deutschen Ausführungen nicht für die DKB bestimmt sind? Eins behält mein Finanzamt und das andere ist für mich?

    3. Hast Du für die DKB da noch ein Begleitschreiben dazu gelegt oder genügt kommentarlos das ausgefüllte Formular?

    4. Gibt es da eine extra Anschrift der DKB an die das Formular gesendet wird oder einfach an Deutsche Kreditbank AG, 10919 Berlin?

    Vielen Dank schonmal für Antworten :-)

    Gruß,

    Christoph

  17. > Ich hätte zu dem Thema aber noch einige Fragen:

    > 1. Weiter oben steht „Das Formular ist in zweifacher
    > Ausfertigung einzureichen (für Bestände in GS und WR)“.
    > Wie ist das zu verstehen?
    > Muß das französische Formular doppelt bescheinigt
    > und an die DKB geschickt werden?

    Exakt so. Geht doch!

    > 2. Seh ich das richtig, daß die deutschen Ausführungen
    > nicht für die DKB bestimmt sind? Eins behält mein
    > Finanzamt und das andere ist für mich?

    So ist es. Ich gehe mal davon aus, daß die DKB das
    Formular einscannt und so weiterschickt, somit also
    eine Kopie behält. Ist ja wohl hoffentlich für Dich kein
    Problem. Für mich wäre es keins.

    > 3. Hast Du für die DKB da noch ein Begleitschreiben
    > dazugelegt oder genügt kommentarlos das ausgefüllte
    > Formular?

    Es genägt kommentarlos das ausgefüllte Formular.

    > 4. Gibt es da eine extra Anschrift der DKB an die
    > das Formular gesendet wird

    Die gibt es.

    > oder einfach an Deutsche Kreditbank AG, 10919 Berlin?

    Die DKB schickt Dir ein .PDF der Formulare und dazu ein
    Begleitschreiben als .PDF, in dem steht:

    > Wohin mit dem ausgefüllten Formular?

    > Unter Angabe Depot- bzw. Kundennummer im Original an:

    > Deutsche Kreditbank AG
    > FB Handelsservice / Depot B
    > Taubenstr. 7-9
    > 10117 Berlin

  18. Hallo Ben,
    vielen Dank für den Tipp! Nun kann ich die Untergewichtung französischer Aktien angehen und damit die Diversifikation meines Portfolios verbessern. Die Papiere sind unterwegs. Axa, Vinci, Michelin und Unibail Rodamco liegen bei der DKB bereit.
    In den Kommentaren ist Air liquide erwähnt. Dort gibt es 10% mehr Dividende, wenn man die Aktien mehr als zwei Jahre im Depot direkt beim Unternehmen hält. Das nennt sich dort “loyalty bonus”.
    Air liquide sollte in der Lage sein, ebenfalls nur 12,8% Quellensteuer einzubehalten, denn sie wissen ja, dass man Deutscher in Deutschland ist. Ich weiß aber nicht, ob die das auch machen. Eine entsprechende Anfrage habe ich gestern an Air liquide gesendet.
    Wenn Du oder jemand hier etwas dazu weiß, würde ich mich über eine Information dazu freuen. Ansonsten kann ich mich hier wieder melden, wenn ich selbst damit Erfahrung habe.

  19. Hi Ben,

    dank Deines Tipps ich meine französischen Aktien zur DKB transferiert und mich von der Quellensteuer befreien lassen… so viel zur Theorie, leider wurde mir bei meiner Sanofi Dividende die 28% Quellensteuer abgezogen anstatt 12,8%. Habe bei der DKB nachfragt uns mir wurde gesagt, dass sich bereits mehrere Kunden diesbezüglich „beschwert“ haben. Die DKB will sich die nächsten Tage melden.

    Mal abwarten, was daraus wird.

      1. Das Ergebnis spricht mal wieder für die DKB. Gestern angerufen, heute morgen die neue (richtige!) Abrechnung und Gutschrift auf dem Konto. Der Fehler lag laut DKB bei der Lagerstelle. Die neue Abrechnung jetzt nur mit 12,8% Quellensteuer :)
        Der Service der DKB ist eine 1+ mit Sternchen.

      2. Na ja, “hervorragend” ist dann doch noch etwas anderes.

        Wir sprechen hier von der _deutschen_ Kreditbank, und Deutschland ist bekanntlich digitales Entwicklungsland.

        Die von der DKB beigelegte Handlungsanweisung ist nicht besonders klar formuliert, für meinen dummen Kopf jedenfalls nicht klar genug. Das Finanzamt hat mir nur eine Kopie bescheinigt, die französische Verwaltung will aber deren zwei. Ich habe das nicht rechtzeitig gemerkt und nur eine Kopie nach Berlin geschickt.

        Also hat mir die DKB das ausgefüllte Formular per Einschreiben zurückgeschickt mit der Bitte, mir vom Finanzamt ein zweites Exemplar bescheinigen zu lassen. Das hätten sie gleich knicken können, das macht keine Behörde dieser Welt.

        Einschreiben ist für Berufstätige immer Mist, die landen nämlich nicht wie normale Briefe im Postkasten, sondern müssen in der jeweiligen Öffnungszeit bei der Post abgeholt werden. Das erfordert Planung und Zeit. Es ärgert mich jedes Mal, wenn mir einer irgendeinen Scheiß per Einschreiben zuschickt, was problemlos per E-Mail gegangen wäre. Die DKB hätte in meinem Fall ihre Rückmeldung auch völlig datenschutzkompatibel per E-Mail schicken können:

        “Sgh Herr,
        ich muß Ihnen leider mitteilen, daß wir Ihren Antrag nicht bearbeiten können, weil wir zwei bescheinigte Formulare weiterreichen müssen. Sie haben uns aber nur eins zugeschickt. Ich möchte Sie daher bitten, das Formular nochmals zweifach auszufüllen, zweifach bescheinigen zu lassen und uns beide Kopien zuzuleiten. Tut mir leid, geht aber nicht anders.

        Mfg ”

        Also bin ich zwei Wochen später mit zwei neuen Formularen (PDF hatte ich ja noch) nochmal zum Finanzamt getigert, habe mir beide Exemplare bescheinigen lassen und sie nach Berlin geschickt.

        Dadurch habe ich den nächsten Dividendentermin verpaßt, also Lehrgeld gezahlt. Es ist unrealistisch, vom französischen Fiskus überzahlte 30 Euro Steuer oder so zurückzubekommen.

        Daraus ergibt sich für mich aber noch eine zweite Frage: Ich halte (noch?) Total, die zahlen die erste Quartalsdividende am 04.01. jedes Jahres.

        Wenn die Befreiung 14 Tage vor Didivendentermin vorliegen muß, ist das in jedem Fall im Vorjahr.

        Passend datieren dürfe man die Bescheinigung nicht (abgesehen davon, daß das eine Behörde ohnehin nicht machen würde), das heißt für mich: Ich muß die Bescheinigung nicht alle drei Jahre erneuern, sondern alle zwei, weil das terminlich sonst nicht hinhaut. Das macht mich nicht arm, aber ärgerlich ist es doch (vor allem der Weg, weniger die Spesen).

        Hat einer ähnliche Erfahrungen mit einem Wert, der “zu knapp” im neuen Jahr Dividende zahlt, so daß man die Bescheinigung im Vorjahr besorgen muß?

        1. Hallo Achim,

          das ist echt ärgerlich. Ich habe den gleichen Fehler mit nur einer Ausführung des Formulars erlebt. Aber bei mir lief das gänzlich unproblematisch. Die DKB hat mich elektronisch informiert und mein Finanzamt hat ohne Murren die Formulare erneut bearbeitet. Das ganze dauerte dann natürlich die Zeit des Postweges, aber da ich frühzeitig aktiv war, gab es keine Probleme mit irgendwelchen Zeitpunkten.
          Da bist du wohl an die falschen Servicekräfte geraten. Schade.

          1. Mein Finanzamt hat die neuen Formulare natürlich auch ohne Murren neu bearbeitet. Ärgerlich war aber halt der Zeitverlust.

            Insgesamt ist das nervig mit den Franzosen, ich werde den Eindruck nicht los, daß das Verfahren von Seiten der französischen Finanzbehörden schlichte Schikane ist. Die wollen ihren Teil des Doppelbesteuerungsabkommens eigentlich nicht erfüllen und gestalten daher das Verfahren absichtlich so, daß sich die Steuerzahler darin verfangen (und damit Steuer, die sie erstatten müßten, im Land bleibt). Es trifft ja keine Landeskinder, sondern die bösen Ausländer.

            Einen weiteren Vorwurf mache ich der deutschen Bundesregierung, die offensichtlich kein vernünftiges Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat. Die deutsche Bundesregierung erwartet von mir, daß ich auch Einkommen aus fremden Ländern versteuere (denn das sind Dividenden ausländischer Aktiengesellschaften ja). Also kann ich als Steuerpflichtiger auch erwarten, daß die Bundesregierung für ein vernünftiges Verfahren sorgt.

            Das Gegenbeispiel zu den Franzosen (und Schweizern, nebenbei) sind die Amis. Denen genügt allein die Versicherung meiner Bank, daß ich in Deutschland ansässig bin. Ich habe mit einem amerikanischen Wert diesbegzüglich nie Ärger gehabt.

            Vielleicht liegt das aber auch an der Aktienkultur oder -unkultur in den betreffenden Ländern. In Amerika haben viele Privatleute Aktien, in Deutschland und in Frankreich wenige, dafür sind die letzten beiden Länder sehr gewerkschaftlich orientiert. Unternehmerlohn in jeder Art (auch das sind Dividenden ja) gilt dort als anrüchig, da heißt es dann immer, man habe den starken Armen der werktätigen Malocher nicht genügend Lohn gezahlt.

        2. Hallo Achim,

          ich kann nur sagen, wie es bei mir war und , dass ich bisher nur positive Erfahrungen mit der DKB gemacht habe. Das Deutschland in Hinsicht auf Digitalisierung nicht ansatzweise auf dem neusten Stand ist, darüber sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
          Ich persönlich finde es super, dass die DKB als einzige Bank in Deutschland die Vorabbefreiung anbietet. Und wenn man denen nicht die benötigten Formulare (Anzahl) zusendet, die gefordert sind, dann kann die DKB ja nichts dafür…. sondern dann liegt der Fehler bei einem selbst. Ich habe mich 1zu1 an die Anleitung von Ben gehalten und es hat alles bestens funktioniert!

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