Optionsdepot

In meiner Serie zum Optionshandel zeige ich eine konservative Strategie zur Optimierung eines Dividendendepots. Durch den Verkauf von Put-Optionen lassen sich attraktive Optionsprämien generieren. Wird die Aktie eingebucht, werden Call-Optionen auf sie verkauft. Und wenn diese nicht ausgeübt werden, dann werden die Dividendenerträge vereinnahmt.

Dass diese Strategie für mich als Dividendeninvestor eine gute Ergänzung zu meinen Dividendeneinnahmen darstellt, zeige ich seit 2021 auch im Echtgeld-Versuch. Dazu habe ich ein Depot beim BANX Broker eröffnet, 5.000 € darauf eingezahlt und mir zum Ziel gesetzt, bis zum Jahresende eine Rendite von 14% (vor Steuern) zu erreichen. Der Konto-/Depotstand soll am 31.12.2021 also bei mindestens 5.700 € liegen.

In dieser fortgeschriebenen Übersicht dokumentiere ich alle Optionstrades:

BasiswertOptionsartStrikeHandelstagVerfallstagPrämieStatus
UnileverShort Put49,5004.01.2108.01.2136,00ausgeübt
UnileverShort Call49,5011.01.2115.01.2134,00verfallen
UnileverShort Call50,0021.01.2119.02.2162,00offen
SUMME132,00

Um kein größeres Risiko als beim direkten Kauf der Aktie einzugehen, handele ich die Optionen ausschließlich im Rahmen des Kontoguthabens. Um kein aufwändigeres Research betreiben zu müssen, wähle ich vorwiegend Optionen auf Aktien, die sich bereits in meinem Dividendendepot befinden. Diese Werte halte ich ohnehin langfristig im Bestand.

Ausführliche Informationen zum Optionshandel und zur von mir verfolgten Strategie findest Du in der Serie zum Optionshandel, von der bisher die folgenden Teile erschienen sind:

Teil 1: Optionshandel als Ergänzung des Dividendendepots

Teil 2: Die faire Optionsprämie

Teil 3: Die Ausübung von Optionen

Das größte Risiko am Optionshandel ist aus meiner Sicht die Gier. Erste Erfolge verleiten oftmals dazu, mehr Optionen zu verkaufen als man sich eigentlich leisten kann. Und bei einem Markteinbruch wird es dann unter Umständen sehr schmerzhaft, wenn es zu Zwangsverkäufen kommt. Deshalb will ich hier die risikoarme Variante zeigen und werde meine Strategie durch regelmäßige Screenshots meines Optionsdepots unterlegen.

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Die Historie der Optionstrades in Screenshots

Unilever Option am 04.01.2021
Die Short-Put-Option auf Unilever am 04.01.2021
Einbuchung Unilever Aktien am 09.01.2021
Depotübersicht nach Ausübung der Short-Put-Option und Einbuchung von 100 Unilever-Aktien am 09.01.2021
Unilever Option am 11.01.2021
Die Short-Call-Option auf Unilever am 11.01.2021
Ausbuchung Unilever Option 16.01.2021
Depotübersicht nach Verfall der Short-Call-Option am 16.01.2021, im Bestand weiterhin: 100 Unilever-Aktien, dazu 120 € Cash.
Unilever Option am 21.01.2021
Die Short-Call-Option auf Unilever am 21.01.2021, Cash jetzt 182 €.

6 Gedanken zu „Optionsdepot“

  1. Hallo Ben,

    Ich habe gesehen, die Unilever Option wurde ausgeführt.

    Die Übersicht als Screenshot finde ich gut, nur bin ich noch zu unerfahren sie vollständig zu verstehen!

    Kannst du mir sagen, welcher Kurs für die Ausführung der Option maßgeblich war? Waren es die 49,24 EUR?

    Am Freitag waren die Kurse ja recht volatil und am Ende ist die Unilever aktie über dem Strike geendet, daher die Frage nach dem maßgeblichen Kurs.

    Leider konnte ich auf der Übersichtsseite keinen Kommentar verfassen, daher hier.

    Viele Grüße Pary

    1. Hallo Pary,

      die Kommentarfunktion dieser Seite war noch nicht eingeschaltet, das habe ich jetzt nachgeholt und Deinen Kommentar hier hin verschoben.

      Für die Ausübung der Option sollte der Schlusskurs an der Euronext Amsterdam von 49,35 € maßgeblich gewesen sein. Für die Aktie wird im Depot allerdings ein letzter Kurs von 49,24 € angegeben, da es offenbar noch irgendwo diesen Umsatz gab. Im Ergebnis ist das jedoch egal, da beide Kurse unter dem Strike von 49,50 € lagen und die Option deshalb ausgeübt wurde.

      Für die 100 eingebuchten Unilever-Aktien musste ich 4.950 € bezahlen, habe aber noch die Optionsprämie von 36 € kassiert. Mein Einstandskurs sind damit 4.914 € bzw. 49,14 € je Aktie. Am Montag werde ich einen Call auf Unilever verkaufen, entweder wieder mit dem Strike 49,50 € oder mit 50,00 €. Das mache ich vom dann aktuellen Aktienkurs abhängig. Bei der Laufzeit schaue ich mir zuerst wieder eine kurzlaufende Option (bis 15.01.) an. Wenn die Optionsprämie in Ordnung ist, dann nehme ich die, ansonsten schaue ich bei den Februar-Optionen.

      Auf dem aktuellen Kursniveau ist Unilever nicht überbewertet und ich mache mir keine Sorgen, wenn ich die Aktie entweder länger halten muss (habe ja auch schon 100 Stück in meinem Dividendendepot) oder sie aber demnächst wieder gegen eine attraktive Optionsprämie ausgebucht wird.

      Viele Grüße Ben

      1. Vielen Dank für ausführliche Erklärung!

        Bei der Euronext Amsterdam habe ich den Schlusskurs auch gefunden. Wählst du aus wo gehandelt wird oder macht das Banx oder wer entscheidet das?

        Viele Grüße Pary

        1. Hallo Pary,

          die Option wird automatisch an der Börse Amsterdam gehandelt. Ansonsten kannst Du beim Aktienkauf oder -verkauf die Börse auswählen. In der Kursübersicht im Depot (davon ist der Screenshot) wird – soweit ich weiß – jeweils der Bid-Ask-Kurs und der letzte Umsatz des handelsstärksten Börsenplatzes angezeigt. Aber das hat eh nur informativen Charakter.

          Viele Grüße Ben

  2. guten abend ben und die alle anderen,

    ich habe mal eine frage. ich bin anfänger im bereich der optionen und habe ein aktiendepot mit 200 k. ich überlege nun, bei den doch recht hohen aktienkursen aktuell, alle aktien aus dem depot zu verkaufen und die gewinne zu realisieren. gleichzeitig möchte ich mit optionsscheinen auf die lauer legen und die aktien dann zu tieferen kursen wieder ins depot buchen lassen.

    beispiel: ich habe eine Münchner Rück für 200 Euro kaufkurs im Depot und könnte die Aktie aktuell für ca. 235 euro verkaufen. ich mache also 35 euro pro aktie gewinn. gleichzeitig suche ich mir einen short put raus mit beispielsweise strike zwischen 180 und 195 euro. Es ist jetzt sonntagabend, daher kann ich die optionsprämien nicht checken. angenommen ich nehm einen Strike von 195 euro, dann wäre das bei der aktuellen dividende ca. 5% bruttodividende.

    nun meine frage: ist das so machbar oder gibt es einen haken, den ich übersehen habe? klar weiss ich, dass ich dann 100 münchnerrück kaufen muss und das dann 19500 euro wären aber das kapital ist vorhanden und ich will die aktie ja auch ins depot haben um die dividenden zu kassieren. und falls ich die aktie nicht ins depot gebucht bekomme und somit keine dividende bekomme dann bekomm ich immerhin die optionsprämie.

    hab ich was übersehen? worauf ist zu achten?

    1. Hallo torsten,

      vom Ansatz her ist das interessant gedacht und nachvollziehbar. Ich gebe allerdings zu bedenken: Bei Deinem Beispiel (Verkauf der Münchener Rück-Aktien) fallen noch Steuern auf die 35 € Gewinn je Aktie an. Dein Nettogewinn ist ungefähr 9 € niedriger. Um einen Käufer für den Short-Put mit einem Strike deutlich unterhalb des aktuellen Kurses zu finden, musst Du eine längere Laufzeit wählen. Und viel Optionsprämie gibt’s da erst mal nicht. Für eine März-Option mit Strike 194 gibt es 1,94 €. Gehst Du in den Juni mit Strike 190 erhältst Du 5,05 € (jeweils je Aktie). Die Prämien musst Du aber auch noch versteuern. Und wenn Du über den Dividendentermin hinaus gehst (Juni-Option), dann erhältst Du keine Dividende der Münchener Rück.
      Außerdem kann es passieren, dass die Münchener Rück dauerhaft über 195 € notiert. Dann kriegst Du die Aktien nicht eingebucht und verpasst womöglich eine weitere Kurssteigerung.
      Aber am Ende des Tages ist es ein Rechenmodell und ein anderes Risikoprofil. Wenn Du Dich damit wohler fühlst, dann ist es für Dich sinnvoll. Sonst besser eine andere Strategie überlegen! Du könntest z.B. auch Calls auf Deinen Aktienbestand verkaufen. Damit sicherst Du Dir das Kursniveau in gewisser Weise ab und erhältst für die Haltezeit eine Prämie.

      Viele Grüße Ben

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