Über diese Dividendenerhöhung freuen sich die Finanzämter

Eine Niederlassung von Medtronic
4.2
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Da hast Du einen lupenreinen Dividendenaristokraten in Deinem Depot und kannst Dich über die diesjährige Dividendenerhöhung kaum freuen. Denn Hauptprofiteur bin nicht ich als Investor, sondern die Finanzämter.

Warum ich trotzdem in der Aktie mit mehr als 50% Steuerquote auf die Dividende investiert bleibe, wie die Dividendenzahlung exakt aussieht und wie ich die Perspektiven sehe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Medtronic ist seit seiner Sitzverlagerung nach Irland ein schlechtes Investment, wenn es um die Nachsteuerdividende geht. Seit Jahresbeginn ist es noch schlechter, denn die Quellensteuer in Irland wurde sogar noch von 20% auf 25% erhöht. Vorgestellt habe ich Medtronic hier.

Dividendenzahlung

Medtronic zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 0,58 US$. Gegenüber dem Vorquartal (0,54 US$) ist das eine Erhöhung um 7,4%. Für meine 100 Medtronic-Aktien ergibt das eine Brutto-Dividende von 58 US$. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 1,148 in Euro umgerechnet. Aufgrund der für deutsche Anleger katastrophalen Quellensteuerregelung mit Irland (25% nicht anrechenbare Quellensteuer!) schlägt dann der doppelte Steuerhammer zu. Übrig bleibt eine Netto-Dividende von 24,57 €. Sie wird mit Wertstellung 21.07.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift Medtronic im Juli 2020

Perspektiven

Derzeit bin ich auf Medtronic nicht wirklich gut zu sprechen. Die Dividendenerhöhung ist ordentlich, das ist aber auch schon alles. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr eine Enttäuschung. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 13,7% in den Büchern.

Ja, es gab eine Erholung seit dem Corona-Crash. Aber die hatten ja eigentlich alle Aktien. Medtronic ist von seinem Jahreshoch (120,62 US$ am 05.02.) mit jetzt 98,58 US$ noch sehr weit entfernt.

Und das für einen Gesundheitswert, der eigentlich im Fokus der Börse stehen müsste. Zumal ja auch die für schwere Corona-Fälle notwendigen Beatmungsgeräte produziert werden.

Aber sei’s drum: Ich habe mich entschieden, Medtronic langfristig zu halten. Alle drei Monate ärgere ich mich über den immensen Steuerabzug und nehme mir vor, selbst in Irland eine Steuererstattung zu beantragen.

Der Antrag liegt schon ausgefüllt auf meinem Schreibtisch und geht jetzt erst mal zur Bestätigung des Wohnsitzes an mein deutsches Finanzamt. Und dann bin ich gespannt, ob ich die Quellensteuer aus Irland zurückkriege. Einen Versuch werde ich jedenfalls starten.

Sollte das klappen, kommt Medtronic auch wieder auf die Liste meiner Nachkaufkandidaten. Denn langfristig halte ich das Unternehmen weiterhin für sehr gut geführt und aufgestellt. Und die Aktie hat schon öfter längere Konsolidierungsphasen gehabt und ist dann im Anschluss wieder deutlich gestiegen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Medtronic
ISIN:IE00BTN1Y115
Im Divantis-Depot seit:01.06.2017
Letzter Nachkauf am:25.09.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:87,02 €
Gesamtkaufpreis:8.701,82 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:173,46 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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18 Gedanken zu „Über diese Dividendenerhöhung freuen sich die Finanzämter“

    1. Hallo Jörg,

      gerüchteweise soll es da eine Unterstützung geben. Habe Medtronic aber inzwischen mehr als 2 Jahre bei maxblue und noch keine Hilfe bekommen. Ich glaube nicht mehr daran, dass da noch was kommt.

      Viele Grüße Ben

  1. Hallo Ben und Mitforisten,
    Bens – schon vor einiger Zeit – kritischer Kommentar zur Besteuerung von Medtronic hat mich dazu geführt, nicht auf “Kaufe Medtronic” zu klicken. Ähnliches widerfährt mir bei Brookfield Renewable und leider auch bei China Mobile (höhere Besteuerung als die üblichen 26% bei US-Aktien).
    Habe mich dann nochmal auf dem Markt umgeschaut und bin bezüglich Medizintechnik – als Dividendenjäger, der ich eher bin – tatsächlich wieder bei J&J hängen geblieben. Habe also meine J&J-Position aufgestockt und fühle mich sehr gut damit.

    1. Hi Matthias,
      JNJ ist wirklich ein super Unternehmen. Haben vermutlich sehr viele im Depot. :)
      Wie sieht es denn mit SYK (Stryker) aus? Hast du dir dieses Unternehmen schon einmal näher angesehen? Hat zwar nicht so eine hohe Dividendenrendite, dafür aber schöne Steigerungen (oft >10%) und bietet m.M. noch ein wenig mehr Wachstumspotenzial als JnJ.
      Viele Grüße

      1. Hallo Chris,

        Stryker wäre bei mir auch die erste Wahl, wenn ich nach Medtronic und JNJ einen weiteren Gesundheitswert ins Depot nehme. Wer noch überhaupt keinen Titel aus diesem Bereich hat, fährt mit JNJ meiner Meinung nach richtig. Die breite Aufstellung ist unschlagbar.

        Viele Grüße Ben

      2. Danke für deine Anregung, Chris, sehr gut.
        Ja, Stryker hatte ich schon auf dem Radar.
        Nur ist es 2020 so, dass ich erstmal ein Grundportfolio erschaffen möchte, da reichen im Gesundheitsbereich AbbVie, Amgen, Pfizer und J&J erstmal aus.
        Kürzlich habe ich noch Iberdrola und PepsiCo gekauft, als nächstes wohl auch Sysco.
        Ab 2021 kann ich dann auch über SmallCaps (toller aktueller Vlog von Jens Rabe dazu!) nachdenken sowie über alternative Angebote wie Stryker.
        Herzliche Grüße aus Berlin, Matthias

        1. Hi Matthias,
          AbbVie, Amgen, Pfizer und JnJ habe ich ebenfalls im Portfolio. Finde diese Unternehmen ebenfalls super. Sysco ist auch eine schöne Idee. Da bin ich mir noch nicht so sicher, wie gut die durch die Krise kommen. Habe auch schon Compass Group.
          Da du Small-Caps erwähnst, da fallen mir für den Medizintechnikbereich hier aus Deutschland Carl Zeiss Meditec und Stratec ein.
          Den Vlog von Jens Rabe höre ich mir an. Danke dir.

          Viele Grüße aus dem benachbarten Potsdam zurück!
          Chris

    1. Wie Du auf der Dividendenabrechnung sehen kannst, liegst Du mit 0% leider ziemlich weit daneben. Keine Ahnung, ob es jemals anders war. Irland ist leider ziemlich quellensteuerfies.

  2. Hi Ben,

    danke für die tollen Beiträge. Lese schon lange mit und hab mir auf deinem Blog Inspiration für die ein oder andere Anlage geholt :-)

    Medtronic hab ich auch schon seit einigen Jahren im Sparplan laufen. Die Quellensteuer in Irland nervt mich wie dich, aber ich spekuliere hier auf steigende Kurse nach Abflauen der Corona-Pandemie. Bis dahin freue ich mich bei jeder Sparplanausführung über die aktuell niedrigeren Kurse.

    Mittel- bis langfristig habe ich keine Bedenken, dass der Kurs wieder anzieht. Durch Corona wurden viele OPs verschoben, bei denen Material von Medtronic zum Einsatz kommt (Herzschrittmacher etc.). Das konnte nicht unbedingt durch Beatmungsgeräte ausgeglichen werden, wird sich aber alles wieder normalisieren.
    Die Alternativen im Medizintechnik-Sektor haben entweder eine geringere Dividendenrendite (auch ohne Quellensteuer-Problem), sind weniger breit aufgestellt etc. Viele Gründe, die wieder zu Medtronic führen trotz Quellensteuer, die man ja vielleicht zurück bekommen kann.

    Wenn du einen Bericht zur Erstattung der Quellensteuer online stellen könntest, wäre das nämlich ein toller Anreiz hier wie in anderen Ländern auch aktiv zu werden. Danke :-)

    Viele Grüße
    Christopher

  3. Bei Medtronic gibt es zwei Seiten. Einmal das Unternehmen Medtronic. Da bin ich seit 2011 investiert und habe aktuell noch einen Sparplan auf Medtronic laufen. Medtronic halte ich selbst für ein gut aufgestelltes Unternehmen in der Medizintechnik. Man erhöht seit Jahrzehnten die Dividenden und das nicht nur um einen symbolischen Betrag. Ja momentan hängt der Kurs etwas durch. Aber auch hier sollte man dem Unternehmen etwas Zeit geben. Diese Durchhänger gab es in der Vergangenheit schon öfters.

    Aber selbst wer eine Medtronic im Dezember 2000 zu total überhöhten Kursen und ein Wahnsinns KGV gekauft hat, konnte bis heute noch ein Plus mit ca. 30% verbuchen + Dividende. Also Medtronic den Rücken zu kehren könnte ein Fehler sein. Und in der Langfristperformance hängt Medtronic so ziemlich die meisten Indices ab. Und selbst wer eine Medtronic am 07.03.200 gekauft hat, dem damaligen All Time High so macher Indices, kann mit de Kursperformance bei DAX und Co mithalten. Und dann kommt ja noch die Dividende dazu.

    Und da sind wir schon bei der zweiten Seite der Medaillie. Um es kurz auszudrücken. Die irische Quellensteuer kotzt mich an. Schon damals als Medtronic den Steuersitz nach Irland verlegt hat, wurde die Dividende kräftig erhöht. Leider ist da mit der irischen Quellensteuer nichts mehr übrig geblieben. Und auch mit der jetzigen Erhöhung der Dividende, welche eigentlich ordentlich ist, aber auch gleichzeitiger Erhöhung der Quellensteuer, bleibt weniger übrig als vorher.

    So richtig Spaß macht das keinen. Ich habe mir jetzt schon ein paar mal überlegt, ob ich meinen Sparplan stornieren soll. Mal abwarten, was ich mache. Auf der einen Seite tut mir das leid, da ich Medtronic wirklich für ein gutes Unternehmen halte und zwecks Diversifikation auch gerne meinen Sparplan beibehalten würde. Aber diese Quellensteuer n e r v t ! ! ! Von wegen es gibt keine Doppelbesteuerung. Da könnte ich wirklich ausflippen.

    Aber verkaufen werde ich meine vorhandenen Medtronic Aktien definitiv nicht.

    1. Hallo Star, wenn du schon seit 2011 investiert bist, warum hast du dann nicht mal versucht die Quellensteuer zurückzuholen? Oder war dies ohne Erfolg?
      Mit freundlichen Grüßen
      Stephano

    2. Hallo star,

      da freue ich mich, dass ich nicht der Einzige bin, den die Quellensteuer bei Medtronic total nervt. Und trotzdem sehe auch ich die positiven Aspekte der Aktie und halte sie auch weiter in meinem Depot. Auch wenn das unterm Strich auf meinem Konto keinen Unterschied machen würde, würde es sich besser anfühlen, wenn die Dividende nur Dreiviertel so hoch und dafür ohne Quellensteuer wäre. Aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert!

      Viele Grüße Ben

    3. Seltsam laut BZST Quellensteuertabelle aus dem Jahr 2020 heißt es:

      Irland
      keine Quellensteuer für EU-Bürger und für Ansässige in DBA-Staaten

      Ich meine, dass ich keine Abzüge bei der Abrechnung hatte.
      Onvista Bank

      Das werde ich nochmal überprüfen müssen.

      Gruß
      Patrick

      1. Hallo Patrick,

        ich habe das auch noch mal recherchiert. Nach dem DBA wird tatsächlich keine Quellensteuer auf Dividenden fällig. Irland berechnet sie aber trotzdem und hat sie sogar zuletzt auf 25% erhöht! Und da es laut DBA eben keine Quellensteuer gibt, ist die trotzdem berechnete Quellensteuer nicht auf die deutsche Kapitalertragsteuer anrechenbar. Für uns Anleger ist das doppelt dumm.

        Wenn die Onvista Bank da eine Ausnahme machen sollte, dann lass es uns bitte schnellstmöglich wissen. Ein Depotübertrag geht schnell!

        Viele Grüße Ben

  4. Habe nach Rücksprache mit meinem Broker (ING) einen eigenen Erstattungsantrag für meine Medtronic Aktien in Irland gestellt. Leider kam nur eine Bestätigungsanfrage meiner Kontoverbindung zurück (nach ca. 6 Wochen). Nicht mal eine Ablehung oder Anforderung weiterer Unterlagen kam. Und das aus einem EU-Land.

    Die Firma ist mir allerdings zu wichtig, um sie deswegen zu verkaufen. Der Marktführer schlechthin mit langer Historie und einem breiten Portfolio an Medizintechnik.

    Wenn der Broker die Identität an Irland weitergeben würde, müsste der Abzug automatisch reduziert werden. Macht er aber nicht. Nicht einmal die DKB, die das für z.B. Frankreich gegen geringes Entgelt erledigt.

  5. Ich habe bisher schon zwei Mal erfolgreich die Steuer aus Irland zurückerhalten. Einfach Formular ausfüllen, vom deutschen Finanzamt bestätigen lassen und nach Irland schicken. Zusätzlich habe ich noch Kopien der Dividendenbescheinigungen mitgeschickt.

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