Infrastruktur aus Frankreich für die Welt – und das Dividendendepot

Franzosen haben es schwer, in mein Depot zu kommen. Das liegt nicht daran, dass ich etwas gegen sie oder ihre Wirtschaft hätte. Aber die nicht anrechenbare Quellensteuer schmälert jede Dividende immens. Und wenn es dann Wettbewerber gibt, die aus anderen Ländern kommen, und mindestens gleich gut sind, dann ziehe ich diese vor. Deshalb habe ich z.B. Danone bis heute nie gekauft. Obwohl ich eigentlich sehr viel von Markenartiklern im Nahrungsmittelbereich halte.

Aber ein französischer Wert hat es mir dann doch angetan. Es handelt sich um einen Betreiber von Autobahnen und Flughäfen. Na, eine Idee wer das sein könnte?

Ursprünglich wurde das Unternehmen als Bauunternehmen gegründet… Es handelt sich um Vinci. Irgendwann kamen Konzessionen für französische Autobahnen hinzu. 1995 folgte dann der erste Flughafen in Kambodscha, im Jahr 2000 folgten zehn Regionalflughäfen in Frankreich, später dann in Portugal. 2016 kamen die größten Flughafen in der Region Tokio dazu, sechs Flughäfen in der Dominikanischen Republik und der französische Regionalflughafen Lyon. Damit gehört Vinci mittlerweile zu den fünf größten Flughafenbetreibern der Welt. Berücksichtigt man, dass sich der weltweite Flugverkehr alle 15 Jahre verdoppelt, ist das eine komfortable Ausgangssituation.

Obwohl Flughäfen und Autobahnen nur 16 Prozent des Gesamtumsatzes im Konzern ausmachen, stehen sie für 80 Prozent des Konzernergebnisses. Daran sieht man, welche Potenziale bei weiteren Zukäufen zu erwarten sind. Vinci nutzt hier Synergien, indem es oft zunächst als Bauunternehmen auftritt und dann nach Fertigstellung des Projektes die Konzession zum Betreiben übernimmt.

Nachhaltigkeitsfaktor

Vinci ist im Dow Jones Sustainability World und Europe Index sowie im Euronext Vigeo Eurozone 120 Index gelistet.

Von RobecoSAM wurde Vinci im Sustainability Yearbook 2017 in der Baubranche mit der Silbermedaille als Sustainability Leader ausgezeichnet. Von 39 untersuchten Bau-Unternehmen belegte Vinci damit den 4. Platz.

Dividende

Vinci ist eine Gelddruckmaschine, leider ist die Verschuldung aber auch relativ hoch. Die Dividende betrug zuletzt 1,90 € pro Aktie und wird 2017 auf 2,10 € erhöht. Sie wird in 2 Tranchen ausgezahlt, einen Abschlag (Interim Dividend) gibt es im November, im April folgt dann der größere Teil (Final Dividend). Die Dividende ist in den letzten Jahren entweder stabil geblieben oder wurde erhöht. Einen Sonderfall bildet nur das Jahr 2014, hier wurden außerplanmäßig 0,45 € zusätzlich ausgeschüttet.

Die letzte Interim-Dividendenzahlung war im November 2016. Sie war mit 0,63 € gegenüber 0,57 € 10,5 Prozent höher als im Vorjahr. Nach Steuern ergab dies eine Ausschüttung von 0,3744 € pro Aktie. Darin schlagen sich die nur teilweise anrechenbaren 30 Prozent Quellensteuer nieder. Ohne dieses Manko wäre die Ausschüttung 0,09 € höher gewesen.

Die letzte Final-Dividendenzahlung erfolgte im April 2017 in Höhe von 1,47 €. Im April 2018 werden 1,76 € gezahlt! Die Details inkl. Quellensteuerabzug können hier nachgelesen werden!

Link zu den Dividendeninformationen des Unternehmens:

https://www.vinci.com/vinci.nsf/en/page/finance-stock-market-dividend.htm

Ausblick

Vinci war zunächst mit 25 Aktien im Divantis-Depot vertreten. Mittlerweile habe ich nach einem entsprechenden Kursrückgang nachgekauft und das Engagement auf 100 Aktien ausgebaut. Das soll eigentlich auch das Zielvolumen sein. Sollte es aber noch zu weiteren erheblichen Kursrückschlägen kommen, würde ich über einen weiteren Nachkauf nachdenken. Mehr als 200 Aktien werde ich aber nicht halten wollen.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Vinci
ISIN:FR0000125486
Im Divantis-Depot seit:25.08.2016
Letzter Nachkauf am:05.07.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:73,18 €
Gesamtkaufpreis:7.317,68 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:219,72 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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