Was Dich hier erwartet:
Das Jahr 2020 wird nicht so spektakulär wie das Jahr 2019. Die Aktienkurse werden – aller Voraussicht nach – nicht mehr so stark steigen und trotzdem wird es nicht langweilig. Denn viele Themen sind weiterhin aktuell: Der Handelsstreit USA-China, der Brexit und die Schuldenkrise in Italien sind unerledigt. Hinzu kommen die US-Präsidentschaftswahlen, eine wacklige Große Koalition während der deutschen EU-Präsidentschaft, und Rezessionsgefahren – um nur einige Punkte zu nennen.
Wie ich mein Depot in dieser Lage ausrichte und welche Investitionen ich plane, erfährst Du in diesem Beitrag.
Politische Großwetterlage
Die US-Präsidentenwahl im November wird das bestimmende Thema in 2020 sein. Donald Trump wird mit allen Mitteln um seine Wiederwahl kämpfen und uns immer wieder überraschen. Spannend wird zunächst sein, wer bei den Demokraten das Rennen als Herausforderer macht. Wird es der Milliardär Michael Bloomberg, dann hätte die Börse sicher weniger Sorgen als wenn es der Linke Bernie Sanders wird. So oder so, Umfragen und Tweets werden immer mal für Kursausschläge sorgen. Gewissheit gibt es dann im November, wenn das Wahlergebnis feststeht. Ich persönlich glaube an die Wiederwahl von Donald Trump, obwohl ich mir seine Abwahl wünsche. Ich vermute aber, dass seine Wähler mit seiner Amtsführung zufrieden sind. Auch wenn das für uns schwer vorstellbar scheint.
Der Handelsstreit mit China wird voraussichtlich ebenfalls in den Wahlkampf hineingezogen und ist wieder für Turbulenzen an den Aktienmärkten gut. Die Chinesen wollen ihr Gesicht nicht verlieren und Trump darf es im Wahlkampf nicht verlieren. Also wird es bis November auch keine definitive Lösung geben.
Eher eine Lösung erwarte ich nun nach dem Ergebnis der britischen Unterhauswahlen beim Brexit. Ich erwarte, dass wir ihn in 2020 endgültig erleben werden. Gespannt bin ich, wie sich die britische Wirtschaft dann entwickeln wird. Mehr als eine kleine konjunkturelle Delle sehe ich mittelfristig nicht. Britische Aktien dürften in 2020 von klareren Verhältnissen profitieren. Da aber nach dem Brexit auch noch das Freihandelsabkommen mit der EU ausgehandelt werden muss, werden uns wieder Schlagzeilen aus Großbritannien begleiten.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland lag 2019 bei nur noch 0,5%. 2020 soll es auf 0,9% steigen. Der Anstieg ist aber ausschließlich der höheren Zahl der Arbeitstage (Schaltjahr und Feiertage an Wochenenden) geschuldet. Der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen geht in seinem Jahresgutachten nicht von einer „breiten und tiefer gehenden Rezession“ aus. Mit einer Belebung der Konjunktur rechnen die Wirtschaftsweisen bestenfalls in der zweiten Jahreshälfte 2020. Insgesamt wird eine Zweiteilung der Konjunktur gesehen. Die Industrie befindet sich in der Rezession, die Dienstleistungsbranchen erweisen sich „bislang als robust“.
Zinsniveau
2019 war das Jahr der Zinssenkungen. Weltweit gab es mehr als 400 davon. So rasant wird es in 2020 eher nicht weitergehen. Aber steigende Zinsen sind nun auch nicht in Sicht. In Europa schon gar nicht und in den USA wird sich die Fed – trotz ihrer Unabhängigkeit – ebenfalls während des Wahlkampfs zurückhalten.
Meine Erwartungen für den Aktienmarkt
Ich erwarte insgesamt in 2020 eine Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz. 5-10% Plus traue ich den Märkten zu. Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass der US-Dollar schwächer wird. Ein Niveau von 1,20 zum Jahresende halte ich für durchaus realistisch. Das würde dann das gesamte Plus am amerikanischen Aktienmarkt für europäische Anleger auffressen.
Keine Alternative zu einem Investment in Aktien
Aufgrund der Rahmenbedingungen sind Aktien weiterhin ein Muss. Zinsen auf Tagesgeld gibt es nicht mehr, Rentenpapiere notieren überwiegend mit Negativzinsen. Renditen lassen sich nur noch mit Risikowerten erzielen: Immobilien, Aktien, Private Equity, P2P-Kredite. Ich werde deshalb weiter in den Aktienmarkt investieren!
Mein Dividendenziel 2020
Für 2019 hatte ich ein Dividendenziel von 9.000 € netto. Vor allem aufgrund des starken US-Dollars, konnte ich es um rund 800 € übertreffen. Genau diese Währungsschwankungen machen eine Prognose auch für 2020 schwierig. Aufgrund der erfolgten Käufe erwarte ich bei einem Dollar-Kurs von 1,10 Netto-Dividenden in Höhe von 10.480 €. Bei einem Dollar-Kurs von 1,20 sind es 300 € weniger. Da der Kurs aber über das Jahr schwanken wird, ich weitere Aktienkäufe plane und viele Aktien auch noch Potenzial für Dividendenerhöhungen habe, setze ich mir ein ambitioniertes Ziel für die Netto-Dividendenerträge in 2020 von 11.000 €.
Meine Investitionsstrategie 2020
Ich will weiterhin meine Dividendenerträge komplett reinvestieren. Zusätzlich werde ich „frisches Geld“ von insgesamt 7.000 € investieren. So komme ich auf ein Investitionsvolumen von 18.000 € in 2020 bzw. monatlich 1.500 € für Aktienkäufe.
Meine Sparquote in Aktien wird in 2020 damit etwas niedriger als in 2019 sein. Das liegt einmal an den geplanten Investitionen in P2P-Kredite (dazu gleich mehr!). Und an der Immobilie in Leipzig, für die im Jahr 2020 die Tilgungszahlungen beginnen. Und bisher ist die Wohnung nicht vermietet und generiert logischerweise noch keine Mieteinnahmen. Das frisst an meiner Liquidität, aber ist so eingeplant.
Geplante Aktieninvestments
Den Schwerpunkt meiner Käufe setze ich außerhalb des US$-Raums, da ich von einer Dollarschwäche im Jahresverlauf ausgehe. Da 35% meiner Dividendeneinkünfte in US$ erfolgen, will ich hier weiter diversifizieren.
Konkret möchte ich mein Engagement in Japan ausbauen (neben Sekisui House soll mindestens ein weiterer Wert hinzukommen) und weiter in Großbritannien zukaufen (auch hier sollen Taylor Wimpey und die Pennon Group mindestens um ein Unternehmen ergänzt werden).
Der Schweizer Franken wird inzwischen traditionell gestärkt: Wie in den letzten drei Jahren werde ich die Dividende der Munich Re wieder nutzen, um davon Aktien der Swiss Re zu kaufen. Meine Top-Dividendenzahlung wird also im gleichen Sektor reinvestiert, sorgt aber für eine Währungsdiversifikation.
Ansonsten stehen auf meiner Nachkaufliste als Kandidaten für 2020 Unilever, Novo Nordisk, Novartis und Givaudan.
Nachdem ich im Jahr 2019 drei komplett neue Werte in mein Dividendendepot aufgenommen habe, möchte ich das in 2020 mindestens wiederholen. Aus den 49 Depottiteln sollen also zum Jahresende 2020 mindestens 52 Titel werden.
Mein Ziel für meine P2P-Kredite 2020
Seit 2018 baue ich mir ein Portfolio aus P2P-Krediten und habe mir damit einen weiteren Einkommensstrom erschlossen. Zum Jahresende 2019 habe ich die Marke von 10.000 € in P2P-Krediten überschritten. Zum Ende des Jahres 2020 möchte ich bei 20.000 € stehen! 50% sollen dabei bei Bondora Go&Grow zum Zinssatz von 6,75% mit täglicher Verfügbarkeit als Cash-Reserve angelegt sein. Erreiche ich das Ziel, werde ich dann über die verschiedenen Plattformen in der Summe monatlich Zinsen in Höhe von 100 € netto erhalten. Hier habe ich meine P2P-Investments ausführlich beschrieben.
Neues Ziel: Gebühren senken
Für ein Unternehmen stellen sich zur Verbesserung der Gewinnsituation zwei Möglichkeiten: Erträge steigern und Kosten senken. In gewissem Maße bietet sich auch für Aktienanleger die Möglichkeit, die Kosten zu senken. Die größte Möglichkeit ist dabei, mit weniger Transaktionen Bankgebühren zu sparen („Hin und Her macht Taschen leer!“). Da ich aber in der Regel monatlich kaufe und so gut wie nie verkaufe, habe ich da kaum Einsparpotenzial. Trotzdem kommen mir natürlich die Kampfkonditionen neuer Onlinebroker zu Gute. Mein Gebührenvolumen ist schon rückläufig, soll in 2020 aber noch weiter sinken:
Meine gezahlten Gebühren: 2017: 336,95 €, 2018: 237,60 €, 2019: 197,44 €.
Ich möchte in 2020 meine Käufe möglichst über die Onvista-Bank zum Pauschalpreis von 7 € und über Trade Republic zum Pauschalpreis von 1 € pro Order abwickeln. Als Ziel setze ich mir, die Transaktionsgebühren in 2020 unter 100 € zu senken.
Ziel für die Depotperformance
Wie auch schon im Jahr 2019 (hier die vergangene Anlagestrategie zum Vergleich lesen) setze ich mir kein Ziel für die Gesamtperformance meines Depots.
Ich will stattdessen weiter nachhaltiges Vermögen aufbauen, indem ich in langfristig aussichtsreiche Aktien investiere und dadurch meine Dividendenerträge steigere. Egal was 2020 passiert, ich werde weiter investieren. Denn das ist der Sinn des langfristigen Investierens:
Unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen dabei bleiben!
Zusammenfassung und Reporting
Über die Erreichung meiner Ziele werde ich monatlich im Rahmen meiner Monatszusammenfassung berichten. Insgesamt habe ich mir die folgenden fünf Ziele für 2020 gesetzt:
- Netto-Dividendenerträge von 11.000 €
- Aktienkäufe für 18.000 €
- Depot wächst auf mindestens 52 Titel
- Bestand von 20.000 € in P2P-Krediten
- Transaktionsgebühren unter 100 € p.a.
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