Zufrieden: Die Dividende steigt auch in den nächsten Jahren

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Versteckte Perlen – es gibt sie wirklich. Denn diese Aktie in meinem Depot kommt in der deutschsprachigen Finanzpresse nicht vor. Okay, ab und zu verirrt sich ein Journalist und schreibt eine kleine Randnotiz. Die bleibt aber nahezu unbeachtet.

Und dass, obwohl die Aktie den heimischen Aktienmarkt kontinuierlich outperformt. Und noch viel besser: jedes Jahr die Dividende erhöht und bereits angekündigt hat, dass sie das in den nächsten Jahren so beibehalten wird!

Wie die diesjährige Erhöhung ausgefallen ist und warum es gerechtfertigt ist, dass die Aktie zu den 10 größten Positionen meines Depots gehört, erfährst Du in diesem Beitrag.

Der Grund für die journalistische Missachtung der Aktie liegt auf der Hand: Sie ist aus Italien. Und allein schon deshalb machen viele Investoren einen Bogen um sie. Dabei ist TERNA als Stromnetzbetreiber konkurrenzlos tätig und all die negativen Assoziationen mit Italien scheinen auf die Aktie nicht zu passen. Hier habe ich sie ausführlich vorgestellt.

Dividende

TERNA zahlt zweimal im Jahr eine Dividende. Nach der Schlussdividende im Juni, ist nun die Zwischendividende dran. Und sie wurde um 8,0% erhöht auf nun 0,0909 € je Aktie (zuvor: 0,0842 €). Für die 2.000 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 181,80 €. Leider wird davon eine italienische Quellensteuer abgezogen, die nur teilweise auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wird. So verbleibt eine Netto-Dividende von 115,36 €. Sie wurde mit Wertstellung 25.11.2020 überwiesen.

Terna Dividendenzahlung im November 2020

Die Aktien habe ich im Depot bei der DKB liegen. Die DKB bietet, ähnlich wie französischen Aktien, eine Vorabbefreiung der Quellensteuer an. Dazu muss ich jährlich ein Formular bei meinem Finanzamt unterschreiben lassen und der DKB gegen eine Gebühr von 11,90 € (dann für alle italienischen Aktien gültig) einreichen. Ich werde das für 2021 machen und dann berichten, ob und wie es funktioniert. Ein Depot bei der DKB kannst Du übrigens hier * eröffnen.

Perspektive

Die steigenden Dividendenzahlungen finde ich hoch attraktiv und nehme dafür bisher auch die Quellensteuerabzüge in Kauf. Und mit der Lösung der DKB sollte es ja im nächsten Jahr noch mehr Netto-Dividende geben.

Brutto habe ich in diesem Jahr 512,40 € Dividende (0,2562 € je Aktie) erhalten. Bei einem Kaufpreis von 9.414,22 € ergibt das eine YoC-Zahl (Yield on Cost) von 5,44%.

Und dieser Wert wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Denn – das ist das Schöne bei Infrastrukturunternehmen – TERNA hat gerade einen frischen Mehrjahresplan bis 2025 vorgelegt. Er sieht eine Steigerung der Erträge und des EBITDA von jährlich mehr als 4% vor. Der Gewinn je Aktie soll jährlich um mehr als 5% steigen. Die Dividende soll bis 2023 um jährlich 8% steigen. In 2024 und 2025 soll sie mindestens so hoch wie 2023 sein. Die Payout-Ratio soll in den beiden letzten Jahres des Planes etwa 75% betragen.

Alles in Allem sehr gute Perspektiven. Und wenn ich mir die Dividendenerhöhungen hochrechne, dann werde ich in 2023 schon auf einen YoC-Wert von 6,9% kommen. Solche Hochrechnungen motivieren ungemein, langfristig an Bord zu bleiben!

Und bei TERNA kann ich auch damit rechnen, dass die Dividendenrendite den Aktienkurs nicht in die Knie zwingt. Der Langfrist-Chart zeigt deutlich, dass sich die Aktie in einem kontinuierlichen positiven Trend befindet. Rückschläge gibt es zwar immer wieder, aber sie werden auch wieder aufgeholt. Und die Dividendenrendite bezahlt das Risiko eines Investments in Italien angemessen.

Langfristchart von TERNA im November 2020
10-Jahres-Chart von TERNA mit meinen eingezeichneten Käufen der Aktie

Da TERNA bereits zu den großen Titeln meines Depots gehört und einen Depotanteil von mehr als 3% hat, denke ich nicht über einen Nachkauf nach. Vielleicht ändert sich das aber, wenn ich bei der nächsten Dividendenzahlung dann die volle Quellensteueranrechnung durch die DKB erhalte.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Terna
ISIN:IT0003242622
Im Divantis-Depot seit:01.12.2015
Letzter Nachkauf am:15.02.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:2.000
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:4,71 €
Gesamtkaufpreis:9.414,22 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.554,81 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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12 Gedanken zu „Zufrieden: Die Dividende steigt auch in den nächsten Jahren“

  1. Moin Ben,

    Terna kannte ich bislang noch gar nicht!

    Hört sich aber durchaus interessant an.

    Sollte die Lösung der DKB in Sachen Quellensteuer tatsächlich funktionieren, wäre dieser Stromnetzbetreiber auch etwas für meine Beobachtungsliste!

    LG

    David

  2. Hallo Ben, verstehe ich das richtig? Die DKB bietet für Frankreich die Befreiung für 3 Jahre und für Italien nur für ein Jahr? Welchen Broker würdest du für spanische bzw. belgische Aktien empfehlen? Finnland ist ja anscheinend maxblue zu empfehlen. Danke schon mal im voraus und vielen Dank für deine Leidenschaft und Herzblut bei deinem Blog. Hat mich schon sehr oft inspiriert!! Weiter so 👍

    Schöne Grüße

    1. Hallo Samoth,

      ja, das verstehst Du richtig. Nach meinem Verständnis liegt der Unterschied aber nicht an Geldmacherei der DKB, sondern an unterschiedlichen Anforderungen von Frankreich und Italien. Die Italiener wollen jeden Jahr eine Ansässigkeitsbescheinigung haben, den Franzosen reicht eine Neubescheinigung alle drei Jahre.
      Empfehlungen für Depots für spanische und belgische Aktien habe ich leider keine. Ich habe da keine Unterschiede festgestellt. Meine spanischen Aktien habe ich deshalb auch bei maxblue liegen.

      Viele Grüße Ben

  3. Hallo Ben, die Vorabbefreiung für die ital. Dividende funktioniert bei DKB einwandfrei. Ich habe sie seit Anfang des Jahres dort hinterlegt und es wurde alles korrekt abgerechnet. Zum Jahreswechsel muss ich wieder eine erneute Ansässigkeitsbescheinigung beim deutschen Finanzamt beantragen und der DKB zusenden, dann ist die Vorabbefreiung wieder für ein Jahr gültig.
    Grüße Thomas

  4. Hallo Ben,

    ein super Artikel mal wieder. Immer wieder sehr schön deine Ausführungen und Infomationen zu lesen.

    Was hältst du von National Grid? (WKN A2DQWX) Der größte Übertragungsnetzbetreiber in GB.
    Um in diesem Sektor breiter aufgestellt zu sein plane ich einen Zukauf.

    Viele Grüße
    Maik

    1. Hallo Maik,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Freut mich, dass Dir meine Beiträge gefallen!

      National Grid würde eigentlich in mein Portfolio zu Red Electrica, Spark Infrastructure und eben TERNA passen. Was mich aber von einem Kauf abhält, ist der Gasbereich. Ich mag lieber “reinrassige” Stromnetzbetreiber. Gas als fossiler Rohstoff ist aus meiner Sicht endlich und deshalb meide ich Unternehmen aus diesem Sektor. Auch wenn eine Gaspipeline als Infrastruktur zunächst unverzichtbar ist. Aber mit dezentraler Energieerzeugung kann sich das z.B. über kurz oder lang ändern. Deshalb hat es National Grid bisher nicht in mein Depot geschafft.

      Viele Grüße Ben

      1. Hi Ben,

        Haben die Nat Grid nicht ihren Gasanteil verkauft ? Doch schon vor 2 Jahren. Ich hab’s nicht mehr so genau verfolgt, vielleicht haben sie ja noch einen kleinen Rest davon.

        Sie bauen aber in usa ihre Strom Netze weiter aus, um nicht so sehr von England abhängig zu sein.

        Ich hab meine Nat Grid vor ein paar wochen vorerstmal verkauft ! Grund : die Regierung setzt bei ihrer Preisregulierung eine überproportionale Daumenschrauben an. Der Gewinn der Firma schrumpft. Und noch schlimmer : der freie Cashflow auch, und der ist kürzlich schon ins negative abgerutscht !

        Mich überrascht der letzte Kurssturz nicht !
        Ich bin aber nicht mehr so auf dem laufenden bei dieser firma. Ich schiel da nur gelegentlich mal mit einem Auge rüber.

  5. Hallo,
    bin dieses Jahr bei National Grid eingestiegen. Hauptsächlich, um hinsichtlich Währung & Region zu diversifizieren, da Enel & Red Electrica bereits im Depot waren. Ich denke auch, die Risiken sind etwas höher als z.B. bei Terna. Dafür sind, zumindest derzeit, die Dividendenerträge auch etwas höher.
    Gruß, Matthias66

  6. E.on hat ja im Zuge des e.on RWE Deals die Netze von RWE komplett übernommen. Das ist aus meiner Sicht ja grundsätzlich positiv zu bewerten, da eine sichere Ertragsquelle. Findet ihr denn bei e.on doch recht großen Vertirebsarm zu groß so dass er euch von einem Invest abhält? Dass e.on einmal eine reine Netzgesellschaft wird wäre für einen konstanten dividenzahler mit überschaubaren Risiko wünschenswert, wird jedoch vermutlich nicht angestrebt. Wie seht ihr das? Generell bin ich von Gasnetzen nicht abgeneigt, gerade im Kontext Wasserstoff kann die Bedeutung noch einmal immens zunehmen. Den wasserstoff kann man evtl. mit gewissen Anpassungen im Gasnetz durchleiten was dann natürlich eine ordentliche Perspektive hätte. Vielleicht im ersten Schritt als Beimischung. Für eine langfristige Lagerung (z. B. Power to Gas) bietet sich die Erdgas Struktur jedenfalls hervorragend an. Schöne Grüße Samoth

  7. Hallo Ben! Wäre es möglich, für die italien. Quellenst.reduzierung eine Ausfüllhilfe nach “franz. Vorbild” anzufertigen?
    Viellen Dank und einen schönen Restsonntag!

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