Was Dich hier erwartet:
Das A und O einer ausgewogenen Vermögensanlage ist die Diversifikation. Wer alle Eier in einen Korb legt, kann zwar hohe Erträge generieren. Das Risiko, dass aber genau dieser Korb umfällt, ist jedoch viel zu groß.
Deshalb diversifiziere ich seit vielen Jahren meine Geldanlagen. Heute stelle ich Dir meine Erfahrungen und meine Strategie mit einer noch relativ jungen Anlageklasse, dem Crowdinvesting, vor.
Ich nehme dabei kein Blatt vor den Mund und zeige Dir, welche Risiken und welche Chancen ich für mich darin sehe. Und vielleicht inspiriert es Dich, auch über diese interessante Anlageklasse nachzudenken.
Meine Anlageklassen
Wissenschaftlich ist es umstritten, welche Geldanlage wirklich eine eigene Anlageklasse darstellt. Darüber will ich auch gar nicht diskutieren. Ich nenne unterschiedliche Formen der Einfachheit halber deshalb „Anlageklasse“, auch wenn das nicht unbedingt der reinen Lehre entspricht.
Investiert bin ich in Aktien, Immobilien (in Form von Eigentumswohnungen und als REIT), Renten (Staatsanleihen und Unternehmensanleihen als ETFs), P2P-Kredite, Gold, Silber, einem geschlossenen Private Equity-Fonds, Genussrechten, Tagesgeld, Festgeld und im Crowdinvesting.
Was ist Crowdinvesting?
Crowdinvesting existiert seit etwa 2009 und bezeichnet das gemeinsame Investieren einer Menschenansammlung („crowd“). Die Investoren finanzieren dabei mit individuell eher kleinen Beträgen junge Unternehmen, Immobilien oder Energieprojekte. Die Investments sind risikoreich, da sie als nachrangige Darlehen oder unternehmerische Beteiligungen ausgestaltet sind. Zugleich bieten sie entsprechende Chancen durch vergleichsweise hohe Zinsen. Starten kann man schon mit kleinen Beträgen von meist 100 €.
Welchen Bereich ich meide
Fangen wir direkt damit an, was ich nicht mache: Ich beteilige mich nicht an Unternehmen über Crowdinvesting. Klar, da gibt es spannende Start-Ups oder auch etablierte Unternehmen, die neue Wege der Unternehmensfinanzierung gehen. Mir ist dabei aber das Chance-Risiko-Verhältnis im Vergleich zu Aktien nicht gut genug. Denn üblicherweise beteiligt man sich mit Mezzanine-Darlehen oder anderen Nachrangformen an den Unternehmen und erhält dafür einen gewinnabhängigen Zinssatz. Der kann zwar isoliert ganz attraktiv wirken und im besten Fall auch mal zweistellig werden. Aber die Gewinnchancen sind in jedem Fall begrenzt. Auf der anderen Seite ist das Risiko der Totalverlust.
Und in dieser Abwägung investiere ich lieber in börsennotierte Aktiengesellschaften. Entweder ist das Risiko niedriger, da die Unternehmen schon weiter entwickelt sind und ihr Businessmodell bereits ausgereift ist. Oder die Chancen einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung bis hin zur Vervielfachung des Einsatzes bezahlen das höhere Risiko.
Hinzu kommt, dass ich ja eine Diversifizierung meiner Anlagen anstrebe und bereits sehr stark in Unternehmensbeteiligungen (eben meinem Aktiendepot) investiert bin. Deshalb fokussiere ich mich beim Crowdinvesting auf andere Bereiche.
Immobilien-Crowdinvesting
Das höchste Volumen im Crowdinvesting konzentriert sich auf Immobilienprojekte. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit Bergfürst und Engel & Völkers Digital Invest gemacht. Dabei erhielt ich zwischen 5,1% und 7,0% Zinsen für zeitlich begrenzte Projekte (maximal 2 Jahre Laufzeit).
Meine Erfahrungen mit Bergfürst
Bei Bergfürst hatte ich testweise kleinere Beträge in 3 verschiedene Projekte investiert. Da ich dann eine Eigentumswohnung direkt gekauft habe, habe ich erst mal nicht neu investiert. Investments sind schon ab 10 € möglich. Informationen zu aktuellen Projekten von Bergfürst findest Du hier *.

Alle meine Investitionen wurden pünktlich zurückgezahlt. Die letzten Immobilien-Investments liefen am 31.12.2019 aus. Ich plane aber, bald wieder in die Projekte bei Bergfürst zu investieren.
Mein aktueller Favorit: Engel & Völkers Digital Invest
Den Immobilienmakler Engel & Völkers kennst Du bestimmt. Er ist auf Premiumimmobilien spezialisiert und über ein Franchisesystem in allen größeren Städten Deutschlands vertreten. Nicht so bekannt, aber umso spannender, ist seine Crowdinvestsparte Engel & Völkers Digital Invest *.
Dort werden regelmäßig Immobilienprojekte vorgestellt und Nachrangfinanzierungsmittel eingesammelt. Die Besonderheit ist für mich, dass Engel & Völkers Digital Invest immer auch einen eigenen Anteil zeichnet. So besteht ein eigenes Interesse an einem ordnungsgemäßen Verlauf der Finanzierung und einer pünktlichen Rückzahlung.
Ich habe bisher in 3 Projekte investiert, von denen 1 planmäßig zurückgezahlt wurde. Die anderen beiden Projekte sind gerade erst gestartet.



Risiken des Immobilien-Crowdinvesting
Bei der Finanzierung von Immobilien stehen Banken an erster Stelle. Bei großen Projekten, insbesondere in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, erwarten die Banken jedoch die Einbringung von Eigenmitteln durch den Projektentwickler. Die Bank finanziert dann beispielsweise nur 80% der notwendigen Mittel, die restlichen 20% müssen anders eingebracht werden. Und da kommt dann das Crowdinvesting ins Spiel. Der Projektentwickler hat seine Eigenmittel oft in anderen Projekten gebunden, die noch nicht abgeschlossen sind. Die 20% finanziert dann die Crowd. Platzt das ganze Projekt aber irgendwann, dann erhält zunächst die Bank ihre Finanzierungsmittel zurück. Reicht ein Verkaufserlös nicht für mehr aus, dann geht die Crowd leer aus. Daher die Nachrangigkeit, das höhere Risiko und die höheren Zinsen.
Umso wichtiger ist es für mich, dass die Immobilienprojekte marktgängig sind und in sehr guter Lage auch ein abruptes Ende des Immobilienbooms überstehen würden.
Energie-Crowdinvesting
Im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt es einige Anbieter von Crowdinvesting. Ich habe bisher bei Bettervest und ecoligo investiert. Die Plattformen verfolgen unterschiedliche Ansätze und unterschiedlich sind auch meine Erfahrungen mit ihnen.
Meine Investments bei Bettervest
Ich habe seit 2017 in 5 Projekte bei Bettervest investiert. Dabei handelte es sich um Solaranlagen zur Stromgewinnung oder Wasserentsalzung in Ghana, Kenia, Namibia, Nigeria und Madagaskar. Für Laufzeiten zwischen 3 und 7 Jahren wurden mir Zinssätze von 6,5% bis 8,0% zugesagt.

Die Projekte laufen leider nur teilweise gut und ich verbuche meine Erfahrungen als Entwicklungshilfe. Lediglich Madagaskar und Kenia laufen bisher wie geplant, Nigeria und Namibia sind in Verzug und in Ghana ist ein Totalverlust eingetreten.
Bettervest tritt bei den Projekten auf der Plattform lediglich als Vermittler auf. Die Projekte werden von lokalen Kleinunternehmern vor Ort durchgeführt. Sie sind dann oftmals überfordert, wenn es zu Problemen kommt und der Projektplan nicht umgesetzt werden kann. Der Leidtragende ist dann der deutsche Crowdinvestor, der sein Geld abschreiben kann.
Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich mich entschieden, kein neues Geld mehr bei Bettervest zu investieren.
Mein aktueller Favorit: ecoligo.investments
Auch bei ecoligo.investments kannst Du in Energieprojekte in Afrika, Südamerika oder Asien investieren. Im Unterschied zu Bettervest werden die Projekte aber durch das Schwesterunternehmen ecoligo durchgeführt. Und damit besteht ein eigenes Interesse am langfristigen Erfolg der Projekte. Damit decken sich die Interessen der Crowdinvestoren und der Plattform in den wichtigsten Punkten.
Als Ex-Banker fühle ich mich dabei an Konsortialfinanzierungen erinnert: da ist es auch wichtig, dass die syndizierende Bank selbst auch am Kredit beteiligt bleibt. Denn nur dann ist sichergestellt, dass sie auch weiterhin im Interesse aller Kreditgeber agiert.
Ecoligo.investments ist deshalb mein aktueller Favorit bei Crowdinvestments außerhalb des Immobilienbereichs. Die Erfolgsbilanz liest sich auch beeindruckend:

Ich selbst bin erst seit kurzem bei ecoligo.investments dabei. Ich beobachte die Plattform bereits seit längerer Zeit, aufgrund der Bettervest-Erfahrungen war ich aber etwas „verschreckt“. Bis ich den Unterschied in den Konzepten verstanden hatte! Und nun habe ich direkt in meine ersten beiden Projekte investiert:

Ich plane, die Investments auszubauen und will versuchen, mir damit einen weiteren monatlichen Einkommenstrom zu schaffen. Mein Plan ist, jeweils 500 € in ein Projekt zu investieren und dann verschiedene Zinszahlungstermine zu erhalten. Im besten Fall kann ich dann in 12 Projekte diversifizieren und jeden Monat Zinsen aus der Crowd erhalten.
Das Erstinvestment bei ecoligo.investments ist finanziell besonders attraktiv. Wenn Du Dich über diesen Link * registrierst, erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 30 €, der Dir innerhalb von 35 Tagen nach Deiner Erstinvestition von 100 € als Cash-Back überwiesen wird.
Für ecoligo.investments sind das Marketingaufwendungen zur Gewinnung von Neukunden. Für Dich ist das die Möglichkeit, bei Deinem Erstinvestment von mindestens 100 € eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.
Ich empfehle ecoligo.investments aus Überzeugung und werde meine Investments dort weiter ausbauen.
Risiken des Energie-Crowdinvesting
Beim Energie-Crowdinvesting beteiligst Du Dich am Erfolg eines einzelnen Projekts. Es wird dabei z.B. ein konkretes Solardach finanziert und aus dem Erlös des generierten Stroms das Darlehen bedient. Und genau hier liegt das Risiko: ein einzelnes Projekt kann auch mal schief gehen. Da gibt es dann auf einmal keinen Abnehmer mehr für den Strom oder wichtige Module werden gestohlen und die Kosten laufen aus dem Ruder.
Deshalb ist es mir wichtig, dass ein professioneller Partner an Bord ist, der ein eigenes Interesse an einem funktionierenden Controlling und am Projekterfolg hat. Und trotzdem würde ich nie zu viel Geld auf ein einzelnes Projekt setzen. Denn einen Ausfall muss man leider immer im Hinterkopf haben. Mit einem Portfolio von verschiedenen Investitionen ist das aber wiederum attraktiv. Durch die hohen Zinsen der Projekte kann dann ein einzelner Ausfall kompensiert werden. Nur dürfen es nicht mehr Ausfälle werden. Das war der Grund, warum ich Bettervest den Rücken gekehrt habe. Und warum ich nun auch weiterhin vorsichtig bin.
Fazit
Crowdinvesting ist eine spannende Anlageklasse. Wie sonst auch, gibt es hier sowohl Licht als auch Schatten. Es kommt deshalb aus meiner Sicht immer auf das einzelnen Projekt und den jeweiligen Initiator an. Beide solltest Du Dir genau ansehen, bevor Du leichtfertig Dein Geld in nachrangige Finanzierungen gibst.
Zukünftig werde ich in meinen Monatsberichten über meine verschiedenen Investments auch über meine Crowdinvestments informieren. Und dann auch zu den einzelnen Projekten ein paar nähere Worte verlieren.
Hast Du auch Erfahrungen mit Crowdinvestments gemacht? Welchen Plattformen vertraust Du und von welchen lässt Du die Finger weg? Schreib gerne einen Kommentar, da ich immer auf der Suche nach weiteren Anregungen bin!

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