Was Dich hier erwartet:
Für einen Jahresrückblick ist es noch zu früh, schließlich haben die Börsen noch bis kurz vor Jahresende geöffnet und bei der Depotentwicklung kann sich noch etwas tun.
Da ich die letzte Dividendenzahlung des Jahres aber schon erhalten habe, kann ich meine Dividendenerträge bereits analysieren. Anders als im Vorjahr, als ich bereits im September mein Jahresziel erreicht hatte, war es jetzt ein Zielfotoentscheid. Die Reduzierungen einzelner Depotwerte hatten natürlich auch Einfluss auf die Dividendenerträge.
Welchen Netto-Betrag ich nun exakt erhalten habe und ob es die avisierten 11.000 € geworden sind, ich war selbst sehr gespannt. Denn der Ticker auf der Webseite sprang erst im Dezember in den fünfstelligen Bereich.
Wie jedes Jahr werde ich in diesem Beitrag einen Blick auf alle Dividendenzahlungen, ranke meine Depotwerte nach ihren Ausschüttungen und zeige Dir auch meine persönlichen Dividendenrenditen (Yield on Cost) für das Jahr 2022. Und ich lüfte auch mein Dividendenziel für das neue Jahr.
Gesamtergebnis
Für 2022 hatte ich eine Neuerung angekündigt: Es sollten nicht nur die Netto-Dividenden aus meinem Dividendendepot zählen, sondern auch die Dividendenerträge aus dem Optionsdepot. Einfach deshalb, weil ich einige Titel umgebucht hatte und ja am Ende des Tages alles in einer Kasse landet.
Über die Netto-Dividenden im Dividendendepot hatte ich ausführlich in einzelnen Beiträgen berichtet und der Zähler in der Menüleiste zeigte die Entwicklung auch an. Er schaffte es bis auf 10.408,30 €.
Im Optionsdepot werden die Dividenden bei US-Titeln zunächst steuerfrei gebucht, es werden lediglich 15% Quellensteuer abgezogen. Ich habe die Erlöse in meinen Monatszusammenfassungen berichtet und nun für diesen Beitrag mit einer kalkulatorischen Steuer versehen. Um das exakte Nettodividendenergebnis zu ermitteln. Im Optionsdepot erhielt ich demnach 1.030,68 € an manuell errechneten Nettodividenden.
In der Addition aus beiden Depots habe ich damit mein Jahresziel von 11.000 € um 4% übertroffen – insgesamt sind es 11.438,98 € als Nettodividenden geworden.
2021 waren es übrigens noch 11.978,58 €, 2020 jedoch „nur“ 10.036,40 €.
Allerdings gab es 2 Faktoren, die ich beim Vergleich berücksichtigen muss: 2021 gab es eine Sonderausschüttung der Pennon Group, die allein 918,26 € netto betrug. Und ich erhielt eine Quellensteuererstattung aus der Schweiz über 234,89 €. Für 2022 habe ich den Antrag noch nicht gestellt, sondern bewahre mir das quasi als stille Reserve auf. Wenn ich diese beiden Sondereffekte bereinige, dann ist 2022 für mich sogar zum Dividenden-Rekord-Jahr geworden!
Brutto erreichten die Dividenden übrigens einen Wert von 16.022,66 € (2021: 15.262,71 €, 2020: 13.598,18 €) – das ist sogar ohne Bereinigung ein Rekordwert.
Starker US-Dollar wirkte sich auf Dividenden aus
Aufgrund doch einiger Verkäufe im Dividendendepot hätte ich das Jahresziel eigentlich verfehlen müssen. Denn kalkuliert war es mit einem Wechselkurs der US-Dollars zum Euro von 1,15. In dieser Region war der Dollar aber nur zum Start in das Jahr, dann legte er immer weiter zu und ich erhielt sogar einzelne Quartalsdividenden zum Wechselkurs von 0,97.
Dieser Währungseffekt hat schon seinen Anteil am positiven Jahresergebnis. Denn 36% meiner Dividenden werden in US-Dollar gezahlt. Ist er – im Jahresmittel – 10% stärker als erwartet, macht das gute 3,5% Mehrertrag aus. Oder in absoluten Zahlen rund 400 € netto in einem Jahr. Das ist ziemlich genau der Betrag, um den ich mein Jahresziel übertroffen habe.
Ein Effekt, den ich in 2022 sehr gerne mitgenommen habe. Für 2023 kann er sich aber genauso ins Gegenteil drehen. Denn in den letzten Wochen sehen wir ja schon eine deutliche Erholung des Euro.
Ich habe meine letzten Käufe auch deshalb vorwiegend außerhalb des US-Dollar-Raums getätigt.
Der Regelfall bei meinen Dividendenwerten: Dividendenerhöhungen
Nahezu alle Aktien im Dividendendepot haben in 2022 ihre Dividenden erhöht. Ich kann die Titel, die ihre Dividenden stabil gehalten haben, an einer Hand abzählen: Swiss Re (schon das 2. Jahr in Folge) und Omega Healthcare Investors aus dem Dividendendepot. Im Optionsdepot veränderten PetMed Express und B2Gold ihre Ausschüttungen nicht.
Eine Dividendenkürzung gab es lediglich bei KONE, die ich im Laufe des Jahres dann auch verkauft habe, und bei AT&T, die ich noch in meinem Optionsdepot führe.
Kürzungen in Sicht
Das Jahr 2022 war wirtschaftlich herausfordernd. Bereits jetzt haben die Deutsche Beteiligungs AG und Siemens Energy Dividendenkürzungen bzw. Streichungen angekündigt. Ebenfalls eine Reduzierung erwarte ich bei BB Biotech.
Auf Portfolioebene sollten diese Kürzungen für mich aber durch viele weitere Dividendenerhöhungen ausgeglichen werden können.
Wobei ich bei den US-Titeln nicht an eine Wiederholung des starken US-Dollar-Jahres glaube und deshalb – unterm Strich – auch mit niedrigeren Dividendenzahlungen rechne.
Das Ranking der Dividendenzahler
Meine größten Depotwerte waren wieder einmal auch meine größten Dividendenzahler. Allerdings gibt es mit Microsoft und Novo Nordisk inzwischen zwei Schwergewichte unter den TOP 6, die eine unterdurchschnittliche Dividendenrendite haben.
| Wertpapier | Brutto-Dividende 2022 | Kaufpreis | YoC |
|---|---|---|---|
| Münchener Rück | 1.375,00 € | 22.231,25 € | 6,18% |
| Allianz | 1.350,00 € | 19.239,03 € | 7,02% |
| Johnson & Johnson | 630,15 € | 13.619,23 € | 4,63% |
| TERNA | 598,00 € | 10.154,95 € | 5,89% |
| Omega Healthcare Investors | 555,52 € | 5.970,40 € | 9,30% |
| Civitas Social Housing | 525,32 € | 9.576,86 € | 5,49% |
| PepsiCo | 502,63 € | 9.130,94 € | 5,50% |
| Verizon Communications | 490,59 € | 8.674,71 € | 5,66% |
| Talanx | 480,00 € | 8.376,22 € | 5,73% |
| Siemens | 480,00 € | 11.477,90 € | 4,18% |
| 3M | 464,11 € | 13.551,77 € | 3,42% |
| BlackRock | 462,03 € | 9.893,58 € | 4,67% |
| VINCI | 422,50 € | 11.226,01 € | 3,76% |
| Swiss Re | 341,56 € | 5.152,35 € | 6,63% |
| BASF | 340,00 € | 6.341,70 € | 5,36% |
| The Procter & Gamble Company | 339,48 € | 6.877,66 € | 4,94% |
| General Mills | 330,66 € | 7.242,31 € | 4,57% |
| B2Gold | 323,76 € | 9.645,98 € | 3,36% |
| Taylor Wimpey | 313,23 € | 5.650,90 € | 5,54% |
| Deutsche Beteiligungs AG | 299,20 € | 5.383,43 € | 5,56% |
| Microsoft | 264,41 € | 9.252,31 € | 2,86% |
| Medtronic | 250,32 € | 8.701,82 € | 2,88% |
| Novartis | 240,67 € | 5.884,85 € | 4,09% |
| Veolia Environnement | 240,00 € | 5.080,47 € | 4,72% |
| Global X Nasdaq 100 Covered Calls ETF | 236,91 € | 2.030,01 € | 11,67% |
| Protector Forsikring | 233,70 € | 4.327,29 € | 5,40% |
| PetMed Express | 226,31 € | 4.861,91 € | 4,65% |
| KONE | 210,00 € | 4.249,35 € | 4,94% |
| DWS | 200,00 € | 3.800,00 € | 5,26% |
| Novo Nordisk | 197,03 € | 7.602,95 € | 2,59% |
| Viatris | 183,24 € | 4.930,16 € | 3,72% |
| Transurban Group | 181,21 € | 5.407,58 € | 3,35% |
| The Coca-Cola Company | 180,56 € | 1.886,76 € | 9,57% |
| DEFAMA | 153,00 € | 7.761,52 € | 1,97% |
| BB Biotech | 150,04 € | 3.139,00 € | 4,78% |
| Red Electrica | 136,35 € | 9.273,69 € | 1,47% |
| MSCI Inc. | 130,29 € | 3.639,64 € | 3,58% |
| Givaudan | 127,59 € | 7.831,19 € | 1,63% |
| AT&T | 127,57 € | 2.437,38 € | 5,23% |
| Siemens Healthineers | 127,50 € | 4.612,85 € | 2,76% |
| Vantage Towers | 126,00 € | 4.841,60 € | 2,60% |
| ENAV | 108,10 € | 3.580,94 € | 3,02% |
| BayWa | 105,00 € | 2.706,30 € | 3,88% |
| Lam Research | 97,42 € | 6.802,20 € | 1,43% |
| Cisco Systems | 97,23 € | 3.063,76 € | 3,17% |
| BCE | 93,36 € | 1.245,70 € | 7,49% |
| Texas Instruments | 92,21 € | 3.516,60 € | 2,62% |
| Pennon Group | 89,58 € | 2.535,57 € | 3,53% |
| McDonald’s | 80,48 € | 576,45 € | 13,96% |
| BMO Laddered Preferred Share Index ETF | 78,95 € | 1.652,03 € | 4,78% |
| Sekisui House | 71,29 € | 1.363,35 € | 5,23% |
| GrainCorp | 69,89 € | 1.244,00 € | 5,62% |
| Partners Group | 63,95 € | 1.744,30 € | 3,67% |
| Greencoat UK Wind | 60,80 € | 1.236,00 € | 4,92% |
| Fortescue Metals Group | 54,36 € | 1.421,88 € | 3,82% |
| Kellogg | 54,09 € | 3.286,85 € | 1,65% |
| Kimberly-Clark | 50,93 € | 2.375,41 € | 2,14% |
| The Clorox Company | 50,59 € | 5.431,34 € | 0,93% |
| L’Oréal | 48,91 € | 3.549,00 € | 1,38% |
| HORNBACH Baumarkt | 45,00 € | 2.552,34 € | 1,76% |
| SAP | 24,50 € | 1.078,10 € | 2,27% |
| Welltower | 19,38 € | 2.096,17 € | 0,92% |
| Symrise | 10,20 € | 1.036,48 € | 0,98% |
| Siemens Energy | 10,00 € | 2.700,00 € | 0,37% |
| Summe | 16.022,66 € | 367.764,28 € | 4,36% |
In der Tabelle habe ich die Brutto-Dividenden aufgeführt, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Ansonsten wären Titel, die früh im Jahr ausschütten und bei denen mein Freistellungsauftrag noch greift stark bevorteilt. Statt der aktuellen Dividendenrendite, die ja mit jeder Veränderung des Aktienkurses schwankt, habe ich Dir meine persönliche Ausschüttungsrendite des Jahres 2022 (YoC – Yield on Cost) aufgeführt. Für mich als Langfristanleger ist sie besonders aufschlussreich. Mich motiviert es enorm, wenn ich auf mein eingesetztes Kapital solche prozentualen Ausschüttungen erhalte. Und mit jeder zukünftigen Dividendenerhöhung steigt der Wert weiter.
Spannend finde ich übrigens den YoC-Wert für mein gesamtes Dividendendepot. Mit 4,36% ist er gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken (-0,09%-Punkte). Das liegt aber daran, dass ich bei einigen verkauften US-Titeln nicht alle Quartalsdividenden erhalten habe und deshalb die Dividendensumme – bezogen auf den ursprünglichen Kaufpreis – niedriger als im Vorjahr war. In 2023 sollte sich dieser Effekt umkehren und der YoC-Wert wieder steigen.
Mein Dividendenziel für 2023
Ich habe mir aus der Analyse dieser Erträge einige Gedanken gemacht, die ich Dir in den nächsten Tagen im Rahmen der Divantis-Anlagestrategie für 2023 vorstellen werde. An meiner grundsätzlichen Ausrichtung wird sich nichts ändern. Ich setze weiterhin auf Dividendenwerte.
Sie sind die Grundlage all meiner Investments, da sie laufende Erträge generieren. Ähnlich wie eine vermietete Immobilie oder auch ein Gehalt in einer Anstellung.
Wiederholt habe ich für mich festgestellt, dass mich die Dividenden zur Langfristanlage motivieren. Bei Aktien, die keine Dividende zahlen, müsste ich mich stattdessen immer damit beschäftigen, ob ich die Aktienposition teilweise oder vollständig verkaufe. Denn nur dadurch lassen sich Erträge generieren. Und ein Verkauf ist meines Erachtens immer auch eine Entscheidung gegen das Unternehmen. Wenn ich aber eigentlich von ihm überzeugt bin, dann komme ich nicht mehr an mein Geld.
Aus der obigen Tabelle habe ich einige Titel im Laufe des Jahres 2022 verkauft, sie fallen als Dividendenzahler weg. Dafür habe ich aber auch einige Nachkäufe getätigt, die ihre volle Wirksamkeit erst an 2023 entfalten werden.
Verabschieden mussten sich KONE, Red Electrica, Vantage Towers, Greencoat UK Wind, Kellogg, Kimberly-Clark, Clorox, HORNBACH Baumarkt, SAP, Welltower, Symrise und Siemens Energy. Gegenüber den bisherigen Dividendenberechtigungen halbiert habe ich die Positionen ich bei Talanx und BASF. Diese Verkäufe stehen insgesamt für eine Reduzierung der Dividendenerträge von 1.287 € brutto.
Durch Aufstockungen werden sich dafür die Dividendenzahlungen bei TERNA, 3M, VINCI, B2Gold, Protector Forsikring, Novo Nordisk, Givaudan, Lam Research und Cisco Systems erhöhen. Das sollte einem Plus rund 265 € brutto entsprechen.
Durch das reduzierte Dividendendepot werden mir also im nächsten Jahr etwa 1.000 € brutto an Erträgen fehlen.
Sie können realistischerweise nicht mit Dividendenerhöhungen aufgefangen werden. Zwar werden voraussichtlich meine Schwergewichte Munich Re und Allianz ihre Ausschüttungen weiter steigern können. Aber gerade bei den US-Werten wäre ich schon zufrieden, wenn die Erhöhungen, die ja über das Jahr verteilt erfolgen und nicht für alle vier Quartalsdividenden wirksam sind, ausreichen, um den gegenüber 2022 schwächeren US-Dollar auszugleichen.
Ich bin ein Freund realistischer Planung. Den US-Dollar kann ich nicht vorhersagen. Meine fehlenden Dividendenerträge kenne ich exakt und manche Erhöhungen stehen auch schon fest.
Und ich kenne meine Liquiditätssituation. Sie lässt für 2023 keine Zukäufe in das Dividendendepot zu. Angesichts der gestiegenen Zinsen überlege ich vielmehr, ob mir nicht wieder sukzessive ein Rentendepot aufbaue. Ich werde die Dividendenerträge also nicht durch erhöhten Casheinsatz ankurbeln können.
Mein Zielwert für 2023 beträgt deshalb 10.500 € netto. Das ist niedriger als Soll und Ist von 2022, aber immer noch ein absolut sehr hoher Betrag. Und mein langfristiges Ziel von 12.000 € netto (= 1.000 € pro Monat) verliere ich auch nicht aus den Augen. Auch wenn es etwas weniger greifbar wird.
Eine Erkenntnis zum Schluss
Das neue Jahresziel ist für mich etwas ernüchternd. Ich bin jemand, der gerne wachsen will. Und dazu gehören auch die Dividendenerträge. Nun einen Rückgang zu planen, fällt mir sehr schwer. Aber ich muss mir eingestehen, dass es halt nicht funktioniert, Aktien zu verkaufen und trotzdem höhere Dividenden zu erzielen. Wobei, möglich wäre es schon: Ich müsste einfach auf höhere Dividendenrenditen setzen. Aber genau das ist nicht mein Weg! Ich möchte eine ausgewogene Mischung im Depot haben und nicht auf Teufel komm raus die letzte Dividende ausquetschen. Denn meine besten Performer waren rückblickend Aktien, die wenig Dividende gezahlt haben, sie aber Jahr für Jahr deutlich steigern. Beispiele dafür sind MSCI Inc., Microsoft und Novo Nordisk.
Über alle Dividendenzahlungen werde ich auch in 2023 in gewohnter Ausführlichkeit und Transparenz berichten. Wenn Du also immer auf dem Laufenden bleiben möchtest, dann schau regelmäßig auf dem Divantis-Blog vorbei und registriere Dich für den Newsletter:

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