Endlich mein dritter Techwert im Depot

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In den Kommentaren zu meinem Dividendendepot gab es eine breite Debatte, warum ich mit Microsoft und IBM eigentlich nur zwei Techwerte im Depot habe.

Zu Recht wurde angemerkt, dass ich damit einen großen Trend der letzten Jahre und Jahrzehnte verpasst habe und auch für die Zukunft nicht optimal aufgestellt bin.

Ich habe dem nicht widersprochen, bin trotzdem mit der Performance und der defensiven Struktur meines Depots sehr zufrieden. Da ich aber bekanntlich stetig über die Optimierung meines Depots nachdenke, suche ich schon seit einiger Zeit nach weiteren Techwerten, die gut zu mir und meiner Anlagestrategie passen.

Einigermaßen spontan habe ich mich jetzt für einen Titel entschieden, der schon lange auf meiner Watchlist steht. In diesem Beitrag erfährst Du alles über den Aktienkauf.

Schaue ich mir meine Anlagekriterien hart an, dann haben Microsoft und IBM alle Punkte eindeutig erfüllt. Insbesondere die Dividendenhistorie ist lupenrein. Ohnehin ist es nicht leicht, überhaupt Techwerte zu finden, die eine Dividende zahlen. Unter den Dividendenzahlern habe ich mich für SAP als dritten Techwert für mein Depot entschieden.

Das Unternehmen

SAP ist das deutsche Vorzeigeunternehmen im Softwarebereich und weltweiter Marktführer bei Unternehmenssoftware (mehr als 440.000 Kunden in 180 Ländern). Die ERP-Systeme von SAP sind an 77% aller Transaktionsumsätze weltweit beteiligt. SAP betreibt das weltweit größte Geschäftsnetzwerk.

Seit einiger Zeit transformiert SAP seine Software in Cloudanwendungen und steigert so gemeinsam mit den Wartungsgebühren den Anteil planbarer Erlöse am Umsatz stetig. Ziel ist es, im Jahr 2023 einen Anteil von 80% zu erreichen (2015 lag der Anteil noch bei 60%). Damit wird ein starker Cash-Flow mit verlässlicher Wertschöpfung generiert.

Geschäftsergebnis 2019 und Prognose 2020

Das Geschäftsergebnis 2019 der SAP war von einer sinkenden operativen Marge (-6,8%) geprägt. Zwar stieg der Umsatz um 12% auf 27,5 Mrd. €, das Betriebsergebnis sank jedoch um 21% auf 4,5 Mrd. €. Das Ergebnis je Aktie ging dank einiger Aktienrückkäufe nur um 18% auf 1,37 € zurück. Die Erlöse aus dem Cloudgeschäft, auf das SAP inzwischen seinen absoluten Schwerpunkt setzt, stiegen um 39% auf 6,9 Mrd. € (alle Zahlen nach IFRS). Insgesamt erreichte SAP das fünfte Jahr in Folge alle Ziele für das Geschäftsjahr.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat SAP seine Prognose für 2020 angepasst und erwartet nun, dass die Umsatzerlöse währungsbereinigt um 1-3% steigen werden. Das Betriebsergebnis soll sich in einer Spanne von -1% bis +6% entwickeln. Das besondere Augenmerk liegt weiterhin auf den Cloud-Erlösen, die währungsbereinigt um 18-24% steigen sollen.

Aktienkauf

Ich kaufte am 13. Mai 2020 10 Aktien von SAP zum Kurs von 106,92 € in mein Depot bei maxblue. Hier habe ich beschrieben, welches Depot ich für welchen Aktienkauf verwende. Zum Kaufzeitpunkt hatte ich keine Liquidität auf anderen Depotkonten und nutzte so kurzfristig meinen Wertpapierkredit. Bis zur Wertstellung des Kaufes werde ich aber von meinem Tagesgeldkonto bei rabodirect (Infos dazu hier*) einen Kontoausgleich vornehmen. Die Kaufprovision lag bei 8,90 €, da ich im Direkthandel über die Baaderbank handelte. Insgesamt zahlte ich so 1.078,10 € für den Aktienkauf.

Kaufabrechnung SAP Aktien im Mai 2020

Dividendenhistorie

Die Dividendenhistorie seit 2010 ist bei SAP einwandfrei. Allerdings erst seitdem, da das Unternehmen in der Finanzkrise seine Dividende gekürzt hatte. In diesem Jahr werden 1,58 € Dividende pro Aktie gezahlt, nachdem 2019 noch 1,50 € ausgeschüttet wurden. Die virtuelle Hauptversammlung findet am 20. Mai 2020 statt. Die Auszahlung der Dividende erfolgt am 26. Mai 2020.

Nachhaltigkeitsfaktor

SAP war der erste DAX-Konzern mit einer Frau an der Unternehmensspitze, wenn auch nur für ein paar Monate. Die Aktie ist aber auch so in diversen Nachhaltigkeitsindizes, u.a. dem FTSE4Good und dem Dow Jones Sustainability Index gelistet. Dort wird sie nun 12 Jahre in Folge als das nachhaltigste Softwareunternehmen der Welt geführt.

Weitere Strategie

Mit dem Erstkauf von 10 Aktien habe ich eine Einstiegsposition in SAP eröffnet. Durch die bevorstehende Dividendenzahlung werde ich die Kaufgebühren in wenigen Tagen wieder zurückbekommen. Die Aktie ist aufgrund der Corona-Pandemie von ihren Höchstständen entfernt und wird zunächst einmal mit der Rezession zu kämpfen haben.

5-Jahres-Chart der SAP-Aktie
5-Jahres-Chart der SAP-Aktie

Viele Unternehmen werden ihre Investitionen strecken, um ihre Liquidität zu schonen. Da mit der SAP-Software aber deutlich effizienter gearbeitet werden kann, erwarte ich nur eine kurze Eintrübung. Mittelfristig werden die Unternehmen wieder investieren, um dadurch Personalkosten zu senken. Die weiteren Aussichten von SAP, insbesondere auch im wachsenden Cloudgeschäft, schätze ich als nachhaltig positiv ein.

Deshalb steht für mich jetzt schon fest, dass die 10 Aktien sicher nicht der Schlusspunkt in meinem Depot sein werden. Als DAX-Titel ist die Aktie auch ein guter Kandidat, um provisionsfrei am Tag der Aktie gekauft zu werden. Er soll in 2020 im Herbst stattfinden. Ansonsten sind Quartalsergebnisse bei SAP auch immer mit hohen Erwartungen verbunden, die bei Enttäuschungen zu größeren Kursrückschlägen führen. Das sind dann potenzielle Nachkaufgelegenheiten für mich.

Langfristig kann ich mir 100 SAP-Aktien in meinem Depot gut vorstellen und möchte diese Marke in den nächsten 2-3 Jahren auch erreichen. Mit der Steigerung der planbaren Umsatzerlöse wird SAP mittelfristig zu einer Cash-Flow-Maschine, an der ich als Dividendeninvestor gerne partizipiere.

Auf einen Blick:

Unternehmen:SAP SE
ISIN:DE0007164600
Im Divantis-Depot seit:13.05.2020
Letzter Nachkauf am:--
Stückzahl im Divantis-Depot:10
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:107,81 €
Gesamtkaufpreis:1.078,10 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:11,64 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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26 Gedanken zu „Endlich mein dritter Techwert im Depot“

  1. Ein sehr gute Entscheidung die du mit der Auswahl von SAP getroffen hast. Ich selbst habe ebenfalls eine Starterposition durch einen Sparplan bei dieser Aktie gesetzt, langfristig denke ich kann man hier nichts falsch machen. Ein Burggraben ist bei SAP ja vorhanden, denn niemand wechselt einfach so schnell sein ERP System. Die Aktie ist halt grundsätzlich immer teuer, aber lieber teuer und gut als billig und Schrott, den davon hab ich auch genug, man lernt halt nie aus.

  2. Hallo Ben,
    Ich habe auch vor kurzem einen Sparplan auf SAP eingerichtet, er wird Morgen das erste mal ausgeführt.
    Ansonsten, sagt dir Encavis etwas? Sie betreiben verschiedene Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien und haben ein ordentliches Dividendenversprechen für die nächsten Jahre gegeben. Sollte zu deinen Anlagekriterien passen und ist zumindest mal einen Blick wert.
    Freundliche Grüße aus Hessen

  3. Hallo Ben!

    SAP hat sicher einen großen Burggraben und ist bestimmt keine schlechte Wahl. Aber interessanter noch finde ich Bechtle, WKN 515870

    Deutlich bessere Kursentwicklung als SAP und vor allem keine Dividendenkürzung seit dem Börsengang 2000!

    Was hältst Du von Bechtle?

    1. Hallo Michael,

      Bechtle ist auch nicht schlecht. Im Vergleich habe ich mich für SAP entschieden, weil bei Bechtle viel Projektgeschäft dabei ist, dass leichter wegbrechen kann.

      Viele Grüße Ben

  4. Hallo zusammen,

    es wir euch nicht sonderlich überraschen aber eine SAP (genau wie eine IBM) würde ich mir definitiv nicht ins Depot legen. Für mich sind das keine Techwerte sondern Dinosaurer ohne Zukunft.

    Techwerte sind für mich eher die Alibabas, Tencents, Palo Altos, Alterryx, Alphabets und TSMCs um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

    Bei einer so großen Auswahl an high tech Firmen eine SAP und eine IBM zu kaufen macht für mich keinen Sinn. So nun kann dieser Post gelöscht werden da andere Meinung als “volle Zustimmung” hier scheinbar nicht erwünscht sind.

    VG Tom

    1. Um Gottes Willen lieber Tom J., das war hoffentlich nur eine spielerisch gemeinte Provokation!
      Ich glaube nicht dass Ben Kommentare, die ihm nicht gefallen, hier löscht. Eher schätze ich ihn als recht tolerant ein…
      Inhaltlich: Ich hatte IBM und halte noch immer SAP, auch Microsoft und Apple. Ja, du hast recht. Das sind tatsächlich ziemliche Dinosaurier. Man sieht halt an Krokodilen, Kormoranen oder Gekkos, das auch diese – in angepasster Form – lange überleben und sich in die Zukunft rüber retten können.
      Tatsächlich geht die Post bei anderen Tech-Werten ab, die Dinosaurier sorgen halt für eine Beruhigung und Stabilisierung im Depot, das ist mir – wie auch Ben – wichtig. Das kann man dann ja durch volatilere Papiere mit größerer Wachstums-Chance ergänzen.
      Bitte lieber Tom, bleib uns also mit deiner konträren Meinung erhalten, so etwas ist hier gern gesehen.

    2. Hallo Tom J.,

      wie kommst Du darauf, dass Deine Meinung nicht erwünscht ist? Und warum sollte ich Deinen Kommentar löschen? Für mich ist allerdings das Dividendenkriterium zwingend und deshalb investiere ich eben nicht in alle Titel, in die Du investierst. Ich respektiere aber selbstverständlich Deine Anlagekriterien!

      Viele Grüße Ben

  5. Gratuliere zum Investment!
    Klasse Techwert mit weiterhin sehr guten Aussichten (der Chart spricht für sich) und sehr viel klugen Köpfen an Bord. Da kann man im Vergleich zu manchen anderen Tech’s sicherlich ruhig schlafen.
    BG, Matthias66

  6. Hallo Ben,
    ich gratuliere dir zum Kauf, SAP ist eine gute Wahl. Habe heute einen Sparplan auf den Konkurrenten Oracle eröffnet weil dieser ein günstigeres KGV hat und auch stark positioniert ist. Außerdem ist noch die Allianz ins Depot geflogen. Eine schöne Restwoche, Phillip

  7. Hi Ben,

    ich lese hier seit einiger Zeit mit und wollte mich für deine Artikel bedanken!

    SAP habe ich ebenfalls auf meiner Watchlist. Dafür sprechen meiner Meinung nach:

    Hohe Umsatzrendite (was aus meiner Sicht für die gerechtfertigte Marktposition spricht)
    Gutes Return on Capital Employed
    gutes/mäßiges Wachstum

    Was mich persönlich bisher von einem Kauf abgehalten hat ist die Verschuldung (wobei mich die weniger stört) und der leider sehr hohe Preis momentan.

  8. Glückwunsch zum Investment – die Freund aus dem schwäbischen Walldorf haben einen schönen Burggraben und der Kurs kennt langfristig auch nur eine Richtung und zusätzlich noch die Dividende. Damit kann man gut Leben :)
    Viele Grüße
    Chris

  9. Nichts gegen die Brüder und Schwestern aus Schwaben, aber Walldorf ist im tiefsten Baden ;-). Ich finde auch, dass SAP ein gutes Geschäftsmodell hat und würde gerne nachkaufen, wenn der Kurs mal wieder zweistellig würde.
    Gruß aus Baden von Sebastian I

  10. Also meine Kommentare hat noch keiner gelöscht obwohl ich auch manche Investements von Ben kritisiere. Es ist wie immer, jeder hat halt eine andere Meinung. Oder wie ich immer sage, 6 Menschen sind mindestens 7 verschiedene Meinungen. Aber es kann ja hier jeder seine Meinung schreiben. In diesem Fall bin ich der Meinung von Ben. SAP finde ich nicht schlecht. Warum? Na klar weil ich die auch im Depot habe.
    O.k. nicht alles was ich im Depot habe ist gut. Ist leider ab und zu auch Mist dabei. Ja SAP ist tasächlich ein Dinosaurier. Aber ein Dino welcher die letzten Jahre eine bessere Kursperformance hatte als der DAX. Und die Dividende kommt dann noch als Bonus dazu. Warum soll man sich diesen Dino nicht ins Depot legen? Und im Gegensatz zu IBM wächst eine SAP. Und so ist es, wer SAP hat, wirft nicht seine Software über Bord und kauft sich etwas anderes. Klar gibt es auch andere Techwerte. Aber chinesische Aktien wie Tencent, Alibaba und Baidu? Eine kleine Portion kann man sich ins Depot legen. Aber als größte Depoposition würde ich mich mit diesen Aktien nicht wohl fühlen. Ich habe auch Bechtle im Depot, sogar eine große Portion. Da fühle ich mich eigentlich auch wohl damit. Ich habe auch kleinere Werte wie Datagroup, Compugroup und Mensch und Maschine. Aber das sind wirklich nur Depotbeimischungen. Wenn es sein müsste, würde ich mein gesamtes Geld in eine SAP investieren. Aber in die kleineren Werte, obwohl diese besser wachsen, da ist doch das Risiko deutlich höher. Ich finde auch die Chipwerte wie Texas Instruments, Taiwan Semicinductor und Intel interessant. Ja auch Intel ist ein Dino. Aber mit manchen Dinos lässt es sich besser schlafen als mit manchem anderem Techwert. Eine ASML finde ich interessant. Habe ich aber leider verkauft und jetzt will ich nicht mehr.

    Und sollte eine SAP auch zukünftig den DAX outperformen können, was will man mehr? Werden wir sehen. Ich habe auf jeden Fall schon mehrfach gekauft und habe aktuell auch noch einen Sparplan auf SAP solange die Kurse deutlich unter dem seitherigen Hoch sind.

    Wir werden sehen, wie sich eine SAP entwickelt. Ist mit Sicherheit nicht die schlechteste Idee…………….

    Hallo finanzjongbleurblog. Das war tasächlich ein schweres Foul. Ich würde mich hier in der Gegend nicht mehr outen und die Badener als Schwaben und die Schwaben als Badener bezeichnen. Das ist ja fast so als ich mit 20 in Düsseldorf ein Kölsch bestellt habe, oder einen Franken als Bayer bezeichnet habe.

    1. Oracle ist mit Sicherheit auch kein schlechter Wert. Ebenfalls ein Dino. Anfang April 2018 hatte ich Oracle im Depot.Im Juli 2019 habe ich mich wieder davon getrennt.
      Was war der Grund?

      Ob man eine Oracle oder eine SAP hat ist bezüglich der Kursperformance nahezu egal. Wenn ich beide Kurse übereinander lege und den Startpunkt auf den 20.11.1996 lege, wird das sichtbar warum das so ist. Beide Kurse laufen eigentlich absolut parallel. In der New Economy Bubble hat es beide Kurse aufgebläht. Während eine SAP am 31.07.19998 damals auf dem vorläufigen All Time High war, ist eine Oracle dagegen in EUR abgetaucht. Dafür ist dann eine Oracle gestiegen wie verrückt und hatte am 07.09.2000 ihr ALL Time High. Von nun an ging es für beide bergab. Mal bei SAP mehr dann wieder bei Oracle. Ab und zu haben sich wieder die Kurse gekreuzt. Bis heute war mal eine SAP besser dann wieder eine Oracle. Heute haben sich die Kurse wieder gekreuzt und die Performance ist exakt bis heute gleich. Egal ob man damals eine SAP oder eine Oracle gekauft hat. Nur zwischen 20.11.1966 und heute hätte man je nachdem wann man gekauft hätte, mal mit einer Oracle besser abgeschnitten und dann mal wieder mit einer SAP und umgekehrt. Oder tatsächlich absolut gleich.

      Das optimalste wäre gewesen immer die Aktie, welche gerade eine bessere Performance hatte, zu verkaufen und dann in den anderen Wert einsteigen, welcher hinterherhinkte. Der hat dann nämlich wieder aufgeholt.

      Also unter Performancegesichtspunkten war das also wirklich egal, welche Aktie man hatte. Deshalb habe ich Oracle verkauft und SAP verkauft. Wie Ben in seinem Jahresbericht für 2019 geschrieben hat, sollte man den Dollar nicht ganz außer acht lassen. Deshalb habe ich mich dann lieber für ein deutsches Unternehmen entschieden um die Dollarabhängigkeit nicht weiter zu erhöhen. Wenn ich einen Softgetränkehersteller kaufen möchte, dann muss ich vermutlich in der USA investieren. Wenn ich in ein Softwareunternehmen wie SAP investieren möchte, dann kann ich tatsächlich auch in Europa und in EUR notierte Aktien kaufen. Der einzige Vorteil von Oracle, sie bezahlen 4 mal im Jahr die Dividende.
      Im übrigen halte ich SAP auch für bessere Unternehmen. Das ist nur meine persönliche Meinung.Auch der Nachrichten-Flow ist besser. Man hat einfach als Deutscher mehr Zugriff auf Informationen von deutschen Unternehmen. Und hier muss ich einfach sagen, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.

  11. Hallo,

    ich stimme den Kommentatoren zu, SAP ist ein wirklich gutes Unternehmen. Ich habe sie nicht in meinem Depot ( ich glaube, Alibaba oder Apple wachsen schneller ) , aber ich weiß diese Software sehr zu schätzen.
    Ich habe beruflich mit den unterschiedlichsten Softwareprogrammen in großen / mittleren Unternehmen gearbeitet ( meine also unterscheiden zu können ) , aber SAP ist m.E. mit Abstand die beste Software, die es gibt. Sie ist zwar äußerst komplex und umfasst alle Module, die in ihrer Gesamtheit in der Lage sind einen Konzern in all seinen Unternehmensteilen zu lenken, zu leiten und darzustellen. SAP bildet auf Wunsch wirklich alle Sequenzen von ( gerade großen ! ) Unternehmen ab, ob nun Logistik, Rechnungswesen, Reporting, Controlling, Vertieb, Personal, Einkauf…… und das in ihrer Gesamtheit. Es ist eine einheitliche Unternehmenslösung ohne IT – Insellösungen möglich. Genau dieser Punkt veranlasst weltweit die großen Konzerne SAP zu benutzen.
    Klar, es ist teuer, kompliziert, die Implementierung entgegen der Beteuerungen der SAP Berater erinnert meistens mehr an einen Ritt auf einem Zyklon für den Kunden als an einen Alsterspaziergang, aber wenn das „Go“ für den Echtstart gegeben ist und alles läuft, hat das wirklich sehr große Vorteile.
    SAP verdient auch fortwährend an den Lizenzen und den SAP Beratern vor Ort, da permanent notwendige systemseitige Anpassungen auf Wunsch des Kunden erfolgen müßen. Die entsprechenden unternehmenseigenen SAP – Koordinatoren sind dazu im Regelfall nicht in der Lage.
    Wer einmal SAP hat, kommt nur sehr schwer wieder davon los, weil eine IT – Umstellung nicht nur sehr hohe Kosten mit sich bringt, sondern vor allem Betriebsabläufe empfindlich stören kann / wird.
    Von daher, ein gutes Geschäftsmodell.
    Um die Komplexität dieser Software mal kurz anzusprechen : Mir haben mal zwei SAP Berater aus Walldorf unabhängig voneinander erzählt, dass sie jeweils nur 1 Modul gut kennen, z.B. das Modul Einkauf oder das Modul Rechnungswesen oder Modul Logistik etc. Sie meinten übereinstimmend, wenn ein SAP Kollege zwei Module kennen würde, wäre das schon eine Koryphäe auf seinem Gebiet und nur selten anzutreffen.
    Die Quintessenz daraus ist, dass ein derart kompliziert – komplexes System nicht einfach ausgetauscht werden kann wie ein alter Reifen. Oder sollte ich sagen, der Burggraben ist tief genug ?
    Die Kunst eines Unternehmens besteht darin, durch Brands jeglicher Art Abhängigkeiten auf Kundenseite zu schaffen. Ich glaube, SAP hat das allemal gemeistert bzw. bewerkstelligt.
    Also Ben, all righty right und alles richtig gemacht.
    Gruß
    Michael I

  12. Michel 1,. Alibaba hab ich mir kürzlich Mal bilanziell unter die Lupe genommen. Als Firma allein steht sie super da, aber die Aktie ist einfach zu teuer ! ( Und wird vermutlich auch immer zu teuer sein !) Hoffnung habe ich, dass sie vielleicht runter kommen könnte, wenn der Trump, wie kürzlich angedroht, alle China-Aktien vom amerikanischen Markt verbannen will. ( Das trifft zwar substantiell erstmal die Aktien, aber nicht unbedingt die Firmen selbst, die sich hinter den Aktien befinden) Also Kaufgelegenheit !

  13. Ben,
    mich überzeugt SAP nicht so sehr. Ist sicherlich nicht die schlechteste Aktie, aber ich glaube ich hätte eher msft oder Alphabeth gekauft. Aus mehreren Gründen : 1.) Zukünftiges Wachstum ? 2.) Bilanzen der letzten 5 Jahre. Zugute halten muss man SAP, dass die Ausschüttung noch viel Spielraum hat
    1) bereits 70% der Firmen benutzen die SAP Software. Das riecht nach Sättigung. Ähnlich gesättigt ist auch die Windows-Benutzung, aber hier kann msft durch Upgrades immer neue BEZAHLBARE versionen herausbringen. Ein Upgrade der SAP Software in neue Versionen ist für die meisten Firmen unerschwinglich. Und selbst bei msft trägt Windows nicht mehr den Hauptbeitrag zu Umsatz und Wachstum, sondern die clowds. Wird bei SAP so ähnlich sein. Aber auch hier ist am Horizont schon die Sättigung sichtbar. Mfst hat hier aber den Vorteil, dass es sich heute schon einen grossen Batzen am Quantencomputer Business sichert. Und diese Quantencomputer haben wegen der aufwendigen teuren Technologie einen riesen burggraben um sich Rum. SAP WAR eine gigantische Wachstums Story ( ich selbst habe damals einen schönen schnitt damit gemacht ) , aber ich sehe jetzt am Horizont die Stagnation kommen. 2.) Bilanzen : Umsatz, buchwert steigen , aber der Gewinn ist seit 5 Jahren mehr oder weniger flach. Bei einer Marktkapitalisierung von 130 mrd€ und einem Gewinn von 3.32 Mrd ergibt sich ein kgv von fast 40 ! Und das bei stagnierenden Gewinn, Coronaauswirkungen als Gegenwind, und einem jaehrlichen Umsatzwachstum von etwa 7-8% die letzten 4 Jahre, und einem Wachstumsnachlass in ein paar Jahren . . .
    Gewagt !

    1. Ich würde mich generell nicht vom High Tech Fieber anstecken lassen. Hier regiert die FOMO Psychologie. Und das Gefühl, es muss immer so weiter gehen. Bei sehr hoher Bewertung ! Hatten wir so was ähnliches nicht schon mal vor etwa 20 Jahren ? . . .

  14. Hallo Ben,
    ich investiere nur in was ich verstehe …essen, trinken, Tabak, Körperpflege… bei SAP kenne ich mich nicht aus…und die Dividendenhistorie und Gewinnentwicklung ist wackelig, aber zumindest noch stabil … aber für mich keine gute Wahl … aber jeder investiert anders und hat andere Anlageprinzipien …werde hier häufiger vorbeischauen … toller Blog …
    Schöne Grüße
    Uwe

  15. Hallo, habe per Zufall diesen Interessanten Blog gefunden. Ich habe vor kurzem meine ersten Cisco und Broadcom-Aktien im Depot. Diese sind längerfristig ganz interessante Tech-Werte die mit dem Covid-Kursrutsch auf eine Brutto-Dividendenrendite von ca. 3.5% (CSCO) und sogar ca. 5% (AVGO) zu haben waren. Beide Dividenden sind mit einem payout-ratio von 45% bzw. 60% noch sehr gut gedeckt. Unter den Tech-Werten habe ich auch schon länger Texas Instruments im Depot. Hast Du diese vielleicht auch schon in Betracht gezogen?

    1. Hallo MaxV,

      Texas Instruments fand ich immer zu altbacken und gleichzeitig zu konjunkturabhängig. Nachdem ich mich nun noch einmal intensiver mit ihnen beschäftigt habe, finde ich die Aktie aber nicht mehr uninteressant. Habe sie jedenfalls auf meine Watchlist gesetzt und vielleicht schafft sie es ja bald ins Depot. Die Payout Ratio ist allerdings mit fast 90% ein bißchen hoch.

      Viele Grüße Ben

  16. Ganz schöne Kapriolen heute. Mit der Gewinnwarnung hätte ich ja überhaupt nicht gerechnet. SAP läuft aber bei mir auch meistens unter dem Radar. Finde das Unternehmen gut und denke, dass es einen ordentlichen Burggraben hat. Ichvhab mal nen Abstauber Limit gesetzt.

    1. Minus 20% und knapp unter 100 € nun. Das zeigt, wie hart die Börse abstraft, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Ich warte noch ein bißchen, bis ein Boden gefunden ist. Langfristig sieht es ja gar nicht schlecht aus bei SAP. Aber die Aktie war eben auch ziemlich hoch bewertet und diese Luft wird jetzt abgelassen.

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