Die Divantis-Anlagestrategie für 2023

Divantis Anlagestrategie 2023
4.8
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Rückblickend auf 2022 lag ich mit meiner Prognose in der Tendenz richtig, hatte aber nicht die Vehemenz der Veränderungen erwartet.

Ich hatte mich auf eine länger anhaltende Inflation von deutlich über 2% eingestellt. Dabei hatte ich aber keine 10% im Kopf. Genauso beim Zinsniveau: Ich hatte mit den ersten Zinsschritten gerechnet, aber nicht in dieser Dimension.

Und beim Aktienmarkt war ich zwar vorsichtig, erwartete aber immerhin ein Plus von 3-8% der großen Märkte. Das war dann doch zu optimistisch!

Zugleich hatte ich aber auch große Unsicherheiten in der Einschätzung beschrieben. Und diese Unsicherheiten bestehen für 2023 – jedenfalls bei mir – fort.

Inflation und Zinserhöhungen beschäftigen uns weiter, zusätzlich werden wir wohl eine Rezession erleben und in Europa herrscht Krieg.

Deshalb gilt umso mehr: mit Unsicherheiten kann man leben – wichtig ist nur, den Blick auf das Große und Ganze nicht zu verlieren. Es ist nicht ungewöhnlich, zum Jahreswechsel nicht genau zu wissen, wo die Reise wirklich hingehen wird.

Wie ich mein Depot in dieser Lage ausrichte und welche Investitionen ich plane, erfährst Du in meiner Anlagestrategie für 2023.

Allgemeine Rahmenbedingungen

Zunächst vorab: Was ich hier beschreibe, sind die Rahmenbedingungen wie ich sie persönlich einschätze. Daran richtige ich meine Investments aus. Es kann natürlich im Laufe des Jahres anders kommen und dann kann es auch notwendig werden, darauf zu reagieren und anders zu justieren.

Ich bin in den letzten Jahren und Jahrzehnten aber immer gut damit gefahren, mir mein wahrscheinliches Szenario für das Jahr aufzuschreiben, um mich dann im Alltag daran zu erinnern und auch mal nachzulesen. Und frage mich dann: Ist wirklich alles so düster gerade? Aber auch: Teile ich die Euphorie?

Für mich gibt es 5 große Themen für 2023, die meine Einschätzung prägen:

  • Krieg
  • Rezession
  • Inflation
  • Zinsen
  • Immobilienmarkt

Krieg

Der russische Angriff auf die Ukraine veränderte die Welt. Seit Februar 2022 herrscht nun Krieg in Europa und es ist kein Ende in Sicht. Vielmehr kommen immer wieder Eskalationsszenarien zum Vorschein. Sei es ein zusätzlicher Angriff Russlands auf Moldau, ein Angriff Serbiens auf den Kosovo oder der Einsatz nicht-konventioneller Waffengattungen.

Für die Börse ist der Status Quo aus meiner Sicht verarbeitet. Die hohen Energiekosten sind in den Aktienkursen eingepreist. Positives Überraschungspotenzial könnte ein Waffenstillstand oder ein Rückzug Russlands bieten. Ich stelle mich allerdings nicht darauf ein, sondern erwarte, dass der Krieg in ein zweites Jahr gehen wird.

Rezession

Für Deutschland erwartet der Internationale Währungsfonds für 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3%. In den USA ist die Rezession längst da, nur offiziell wird sie noch nicht bestätigt.

Allerdings scheint das Jahr 2023 in zwei Hälften aufgeteilt zu sein: im 1. Halbjahr wird die Rezession von Analysten für unumgänglich gehalten, aber bereits in der 2. Jahreshälfte könnte der Aufschwung einsetzen.

Denn bisher ist eine große Insolvenzwelle ausgeblieben und gerade im Mittelstand läuft es bisher ganz ordentlich. Der Arbeitsmarkt ist robust und der Konsum hält sich auch wacker.

Inflation

In 2022 werden wir in Deutschland eine Inflation von rund 8% erlebt haben. Zum Jahresende hin liegt die Inflationsrate sogar bei 10%. Darin spiegeln sich vor allem auch die gestiegenen Energiekosten und deutlich erhöhte Nahrungsmittelpreise wider.

Glücklicherweise sind die Tarifabschlüsse der letzten Wochen halbwegs moderat, so dass sich die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale wohl nicht verwirklichen wird.

Für mich steht allerdings fest, dass wir die alten Preisniveaus nicht mehr wiedersehen werden. Die Inflationserwartungen waren so hoch, dass viele Unternehmen ihre Preise erhöhen konnten, ohne damit an Marktanteilen zu verlieren. Und der Rückgang der Inflation wird nur sehr langsam sein.

Der Internationale Währungsfonds geht für 2023 von einer Teuerungsrate von 5,4% für Deutschland aus. Das halte ich für zu niedrig und erwarte eher 7-9%.

Zinsen

Größter Einflussfaktor für die Aktienmärkte werden in 2023 – genau wie schon 2022 – die Entscheidungen der Notenbanken zur Zinspolitik sein.

Sie stehen vor dem Dilemma, auf der einen Seite die Inflation bekämpfen zu müssen. Dafür müssten sie eigentlich die Zinsen noch viel deutlicher anheben. Auf der anderen Seite wollen sie aber das zarte Pflänzchen der Konjunktur auch nicht abwürgen. Zu starke Zinserhöhungen würden die Wirtschaft in eine stärkere Rezession drücken.

Ich erwarte deshalb, dass die Zinserhöhungen im Laufe des Jahres 2023 stoppen werden. An einen Rückgang der Zinsen glaube ich dann allerdings noch nicht. Das wäre ein Thema ab 2024.

Die Erwartung des Marktes, dass die Zinsen in der Eurozone auf maximal 3,5% und in den USA auf gut 5,0% steigen werden, halte ich für realistisch.

Immobilienmarkt

Die deutlich gestiegenen Zinsen wirken sich zwangsläufig auf die Kaufpreise für Immobilien aus. Denn Selbstnutzer müssen mit entsprechend hohen Monatsraten klarkommen und Kapitalanleger vergleichen die erzielbaren Renditen mit Rentenpapieren.

Ich hatte in einem Beitrag die aktuelle Situation bei Immobilienaktien erläutert. Für 2023 erwarte ich, dass wir einen deutlichen Einbruch bei den Nettovermögenswerten sehen werden, da Immobiliengutachter mit den gestiegenen Zinsen und den Rückgängen bei den Kaufpreisen kalkulieren werden. Das wiederum dürfte auf die Immobilienmärkte in Europa und den USA massive Auswirkungen haben, da institutionelle Anleger als Käufer von Immobilien weitgehend ausfallen werden.

Und eine Krise am Immobilienmarkt hat bisher immer auch zu Verwerfungen an den Finanzmärkten geführt. Ich stelle mich für diesen Sektor deshalb auf negative Überraschungen in 2023 ein.

Meine Erwartungen für den Aktienmarkt

Ich erwarte für 2023 erneut ein Börsenjahr, das sehr differenziert sein wird. Ich sehe für Qualitätstitel weiterhin ein ordentliches Potenzial. Für die breiten Indizes sehe ich aber keine größeren Erholungen. Hier sind einfach zu viele Titel enthalten, die von den großen Themen negativ betroffen sind.

Ich bevorzuge daher weiterhin Unternehmen mit einer gesunden Bilanz und einer hohen Preissetzungsmacht. Und suche nach nicht überzogenen Bewertungen, wenn ich eine Kauforder aufgebe.

Insgesamt erwarte ich in 2023 eine Performance der großen Aktienmärkte, die 5-10% im Minus betragen wird. Dabei sehe ich Wellenbewegungen, die nach Oben ausschlagen, wenn die Rezession oder die Inflation ihren (vermeintlichen) Höhepunkt erreicht hat. Und genauso wird es abwärts gehen, wenn sich die Erwartungen nicht bestätigen und/oder die Notenbanken ihre restriktivere Politik fortsetzen.

Beim US-Dollar, der für europäische Anleger in US-Aktien wichtig ist, kalkuliere ich mit einem Niveau von 1,10-1,15. Er sollte seine Stärke aufgrund der Zinspolitik der Fed gegenüber dem Euro halten können, aber nicht mehr in Richtung der Parität steigen.

Wieder eine Alternative zu einem Investment in Aktien?

Langfristig führt an Aktien kein Weg vorbei. Nur mit Sachwerten lässt sich eine positive Realrendite erzielen. Für 2023 habe ich jedoch eine negative Erwartung für den breiten Aktienmarkt. Ein größerer Einstieg in den Aktienmarkt ist deshalb aus meiner Sicht jetzt nicht zwingend. Gefragt bleiben vielmehr einzelne Aktiengesellschaften und ein Bereich, der in den letzten Jahren aus der Mode gekommen war: Renten.

Denn klassischerweise gehören Anleihen in ein breit ausgerichtetes Depot. Beim niedrigen Zinsniveau bestand aber die Gefahr, dass ein Zinsanstieg zu erheblichen Negativrenditen führen würde. Genauso ist es ja auch in 2022 gekommen. Damit haben Anleihen in einem Jahr die kompletten Erträge von mehreren Jahren zuvor verloren.

Und genau das bietet jetzt wieder die Chance, einen Blick auf diese Anlageklasse zu werfen. Da es wieder Zinsen gibt, sind jetzt schon wieder attraktive Coupons möglich. Noch spannender wird es aber aus meiner Sicht, wenn wir das Zinshoch erreicht haben. Und das wird ja nach dem obigen Szenario in 2023 passieren. Dann gibt es einerseits hohe Zinscoupons und andererseits die Chance auf Kursgewinne bei einem Zinsrückgang.

Ich werde deshalb in 2023 wieder beginnen, mir Rententitel anzusehen und sicherlich auch im Laufe des Jahres in sie investieren. Grundsätzlich gehören Renten zu einem ausgewogenen Investment für mich dazu. Aber nur in Phasen, in denen sie auch einen positiven Wertbeitrag leisten. Und eine solche Phase beginnt voraussichtlich in 2023.

Meine langfristigen Ziele

Meine Geldanlage ist weiterhin langfristig ausgerichtet. An meinen – teilweise sehr – langfristigen Zielen ändert sich nichts:

  • Meine Dividendenerträge werden 1.000 € netto im Monat erreichen.
  • Durch Stillhalterprämien werde ich 1.000 € brutto im Monat erlösen.
  • Ich werde den Gegenwert von 1 Bitcoin in Kryptowährungen besitzen.
  • Meine Immobilien werden schuldenfrei sein.
  • Ich habe Nachbesserungsrechte im Volumen von 1 Mio. €.
  • Als Business Angel bin ich an 10 Unternehmen beteiligt.

Den Zielen werde ich auch in 2023 wieder etwas näher kommen, sie aber nach meiner Planung noch lange nicht erreichen!

Meine aktuelle Depotaufteilung

Seit Januar 2021 habe ich begonnen, zwei Nebendepots zum Dividendendepot aufzubauen. Mit dem Anti-Depot investiere ich in Titel, die nicht in mein Dividendendepot passen und meine Anlagekritieren ansonsten auch nicht erfüllen.

Mit dem Optionsdepot versuche ich durch Stillhaltergeschäfte weitere Erträge zu generieren. Zusätzlich fallen dort vereinzelt Dividendenerträge und realisierte Kursgewinne an.

2022 habe ich dann noch das Zitronen-Depot angelegt, mit dem ich sehr langfristig auf Nachbesserungsrechte aus Squeeze-Out-Situationen setze.

Diese Nebendepots sind in ihrer Bedeutung für meinen Anlageerfolg aber weiterhin gering. Was wirklich zählt, ist mein Dividendendepot.

Das prozentuale Verhältnis der vier Depots zueinander sieht zum Jahreswechsel 22/23 grob so aus:

Dividendendepot: 89%
Optionsdepot: 8%
Anti-Depot: 2%
Zitronen-Depot: 1%

Depotaufteilung für 2023

Ursprünglich hatte ich eine Gewichtung des Dividendendepots von 75% zum Ende des Jahres 2022 geplant. Der Wert von 89% zeigt vor allem, dass ich im dortigen Depot auf die stärkeren Aktien gesetzt hatte. Denn gerade im Optionsdepots hatte ich mit deutlichen Kursverlusten zu leben.

Für 2023 plane ich deshalb keine Aufstockung der Nebendepots mehr. Ich werde sehen, wie sie sich entwickeln und welche Opportunitäten sich ergeben.

Mein Fokus wird auf dem Managen des Dividendendepots und auf dem Aufbau eines Rentendepots liegen.

Mein Depotuniversum soll zum Ende des Jahres 2023 dann so aussehen:

Dividendendepot: 85%
Optionsdepot: 5%
Anti-Depot: 2%
Zitronen-Depot: 1%
Renten-Depot: 7%

Mein Dividendenziel 2023

2022 habe ich mein Dividendenziel von 11.000 € netto deutlich übertroffen. Das ist vor allem dem sehr starken US-Dollar zu verdanken. Hier habe alle Dividenden analysiert.

Für 2023 möchte ich gerne erneut mein Ziel erreichen und im besten Fall auch leicht übertreffen. Allerdings erwarte ich einen Rückgang des US-Dollars und damit auch ein Sinken der Dividenden meiner US-Titel. Zudem habe ich mich in 2022 von einigen Dividendenaktien getrennt. Ich setze mir daher ein realistisches Ziel für die Netto-Dividendenerträge in 2023 von 10.500 €.

Details dazu findest Du in diesem Beitrag.

Meine Investitionsstrategie 2023

Nachdem ich mich zur Jahresmitte 2020 selbstständig gemacht habe, habe ich seitdem keine festen monatlichen Einkünfte mehr.

Nachdem ich bisher trotzdem regelmäßige Aktienkäufe durchführen konnte, werde ich das für 2023 ändern. Meine Dividendenerträge werde ich nicht in den Aktienmarkt investieren, sondern für den Aufbau des Rentendepots vorsehen.

Trotzdem werde ich auch wieder Aktienkäufe tätigen. Aber zuvor müssen Verkäufe durchgeführt werden. Das kann natürlich auch in Nebendepots geschehen.

Meinen Sparplan auf Bitcoin will ich – trotz des Crypto-Crashs – fortführen. Denn insgesamt will ich meinen oben genannten langfristigen Zielen (über 2023 hinaus) näher kommen.

Vermögensbildung durch Immobilientilgung

Wie ich in meinem Beitrag zur finanziellen Unabhängigkeit offen gelegt habe, habe ich neben den Aktiendepots noch mehrere Eigentumswohnungen. Ihre Verschuldung liegt zum Jahresanfang 2023 noch bei 536.623 € (Vorjahr: 557.857 €). Nach den feststehenden Tilgungsplänen werde ich innerhalb des Jahres 2023 weitere 21.495 € davon tilgen. Mehr als die Hälfte der Tilgung wird in meine Immobilie in Leipzig fließen.

Geplante Aktieninvestments

Der Schwerpunkt meiner Überlegungen wird weiterhin das Dividendendepot sein. Dort habe ich noch zahlreiche Positionen, die ich weiter ausbauen möchte und es stehen auch noch spannende Titel auf der Watchlist.

Gemerkt habe ich, dass ich mit der Anzahl meiner Depotwerte an eine Grenze gestoßen bin. Eine Grenze dessen, wo es wenig Sinn macht, noch weitere kleinere Werte hinzuzufügen. Denn die Beobachtung und Analyse (Buy-and-Hold-and-Check) kostet ihre Zeit. Und wenn dann nur kleine Dividenden entstehen oder Kursgewinne zwar prozentual hoch sind, aber in Euro nur wenig beitragen, dann muss ich etwas ändern.

Deshalb habe ich in 2022 begonnen, kleinere Depotwerte genau zu hinterfragen: Werde ich in sie in absehbarer Zeit noch weitere Mittel investieren? Oder macht es mehr Sinn, sie zu verkaufen und den Erlös in andere Depotwerte zu stecken?

Das werde ich auch in 2023 noch bei dem einen oder anderen Depotwert hinterfragen. Und damit dann auch Mittel für Zu- oder Neukäufe generieren.

Weiter aufstocken möchte ich in 2023 z.B. Lam Research, L’Oréal, GrainCorp und die Fortescue Metals Group.

Klarer Fokus für Investitionen

Bei meinen Investments werde ich weiterhin einen klaren Fokus auf die Trends der nächsten Jahre setzen:

Inflation

Die Inflation ist nicht nur vorübergehend. Sie wird sich zunächst auf hohem Niveau stabilisieren. Darauf stelle ich mich schon längere Zeit als Investor ein. Ich frage mich bei Aktienkäufen stets, welchen Einfluss eine hohe Inflation auf das Geschäftsmodell hat und ob das Unternehmen davon womöglich sogar profitieren kann. Außerdem habe ich in meinem Optionsdepot eine größere Positionen des Goldminenbetreiber B2Gold aufgebaut. Auch wenn es noch nicht sichtbar ist: Gold ist ein klassischer Gewinner von Inflation und ich bin überzeugt davon, dass es nicht verkehrt ist, auch in diesem Bereich investiert zu sein.

Klimawandel

Der Klimawandel ist unumgänglich und seine Abmilderung wird uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte fordern. Ich möchte den Anteil meiner Aktien, die einen direkten positiven Einfluss auf das Klima haben, weiter erhöhen. Außerdem werde ich weiter fragen, inwiefern mein jeweiliges Investment vom Klimawandel profitiert oder sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann.

Crowdinvestments als weitere Beimischung

In den letzten Jahren habe ich Investitionen in Crowdinvestments aufgebaut und inzwischen mehr als 5.000 € darin angelegt. Hier hatte ich darüber ausführlich berichtet. In 2023 stehen nun größere Fälligkeiten an. Ich möchte die Fälligkeiten gerne wieder anlegen und bei aussichtsreichen neuen Projekten auch weiter investieren. Die beiden Trends Inflation und Klimawandel gelten auch natürlich hier. Ich werde aber auf die angebotenen Zinssätze achten und womöglich, die Fälligkeiten auch in das Rentendepot umschichten.

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Business Angel-Investments

Seit einiger Zeit besuche ich regelmäßig Pitching-Veranstaltungen für Business Angels. Dort treffen Investoren auf Start-Ups in der ersten Phase ihres Bestehens. Die Idee dahinter ist ein Investment ohne operativen Einfluss, das mit dem persönlichen Netzwerk und der langjährigen Erfahrung unterstützt wird. In 2022 habe ich mein erstes Angel-Investment getätigt. Und auch in 2023 könnte es zu einem Abschluss kommen. Die Mittel dazu müsste ich aus dem Aktienbereich entnehmen.

Ziel für die Depotperformance

Wie auch schon in den letzten Jahren setze ich mir kein Ziel für die Gesamtperformance meines Depots. Mein Dividendendepot hat in 2022 die breiten Märkte deutlich outperformt. Insgesamt hatte ich jedoch einen Vermögensrückgang. Das hoffe ich in 2023 zu verbessern und ich setze alles daran, insgesamt eine positive Rendite erzielen.

Wichtig ist mir aber nicht der Blick auf ein einzelnes Jahr. Sondern ich will die langfristige Perspektive positiv sehen. Damit bin ich gut durch 2022 gekommen und auch 2023 soll das gelingen. Es gibt genug aussichtsreiche Aktien, die ihren Wert und auch ihre Dividendenausschüttungen steigern können.

2023 wird nach meiner Einschätzung ein Jahr des Übergangs werden. Erst Rezession und Zinserhöhungen, dann konjunktureller Aufschwung und Ende des Zinserhöhungszyklus. 2024 dann könnten die Zinsen wieder sinken und die Konjunktur richtig durchstarten.

Deshalb wird es für mich besonders wichtig sein, gegen Ende 2023 richtig aufgestellt zu sein. Mit Aktien, die 2024 profitieren, und Renten, die ab 2024 einen Zusatzkick verleihen.

Zusammenfassung und Reporting

Über die Entwicklung meiner Prognosen und meiner Investitionen werde ich monatlich im Rahmen meiner Monatszusammenfassung berichten (Erscheinungstermin jeweils am Monatsanfang!).

Ich freue mich darauf, wenn Du mich weiterhin auf meinem Weg begleitest.

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18 Gedanken zu „Die Divantis-Anlagestrategie für 2023“

  1. Hallo Ben,

    vielen Dank für den Einblick in Deine Gedanken bzw. Deine Strategie für 2023.

    Für den Aktienmarkt sind meine Erwartungen ähnlich. Ich werde mich in 2023 wohl mehr darum bemühen, auch die Champions der letzten 2-3 Jahre im Depot, etwas weiter auszubauen; Tech-Aktien erscheinen mir teilweise unterbewertet, hier habe ich aber in 2022 bereits gut investiert. Bei US-Banken sehe ich weiterhin gute Chancen und werde ggf. weiter akkumulieren. …
    Die stark gestiegenen Dividendeneinnahmen in 2022 machen Freude und so soll es trotz stärkerem Euro gerne weiter gehen.
    Ungeschickt war von mir in 2022 der Aufsatz eines Depots mit einer andere Strategie, um dass ich mich dann entgegen der Strategie zu wenig gekümmert habe. Ich habe dort nur 2 Käufe getätigt, zum Glück ca. 75% Cash behalten, aber hier muss ich mich nun entscheiden wie es weiter geht. 2 unterschiedliche Strategien neben all den anderen Themen ist mir langfristig vermutlich zu aufwändig.

    Am Immobilienmarkt sehe ich aktuell, dass die Bewertungen nichts mehr mit der Realität zu tun haben bzw. noch nicht angepasst wurden. Hier gibt es ein deutliches Gap, das man berücksichtigen sollte. Als Käufer wird man hofiert. Auch wird vermutlich erst einmal viel weniger neu gebaut werden. Resultierende Forderungen an die Politik sind ja die Tage gestellt worden. Hier wird meiner Meinung nach viel passieren in den nächsten 1-2 Jahren. Ich rechne dann auch mit stärkeren Mietsteigerungen. Ebenso wie bei Aktien versuche ich in 2023 sehr selektiv vorzugehen.

    VG
    1Steven1

    1. US-Banken:
      Ich hatte mal Bank of NS im Depot, hätte ich wohl behalten sollen…
      JPMorgan Chase: Die Kennzahlen sind für eine Bank wirklich klasse, gute Margen, EK-Quote 41% stabil, Cash zu Schulden sehr gesund, Current Ratio > 1, Umsatz- und Gewinnwachstum steigen, Free CF steigt (November 22 erhoben) + ich lese, dass JPMC in neue Technologien einsteigt, wie Krypto. Zugegeben, da wurde ich zwischenzeitlich schwach (habe aber nicht zugeschlagen).
      Im Sektor Finances bin ich derzeit angelegt in Allianz, BLK, BRK, MuRe, TROW und V, sprich: drei Versicherer, zwei Assetmanager und ein Zahlungsabwickler. Ich denke, das hat Zukunft und Stabilität.

      1. Hallo Matthias,

        ja, mein Fokus liegt da bei U.S. Bancorp oder dem Schwergewicht JPM, und im Jahresverlauf gab es diese Opportunities auch bei vielen anderen wie Morgan Stanley… Da kann man gelegentlich günstig akkumulieren.
        Die von Dir genannte Zusammenstellung im Sektor Finances verstehe ich auch ganz gut. Insbesondere Allianz aber auch BLK sind bei mir schon Schwergewichte, die anderen sind mir alle gut bekannt. Ich habe z.B. MA statt V im Depot…

        VG
        1Steven1

  2. Hi Ben,
    Danke fuer deinen Ausblick. Ich bin allerdings teilweise anderer meinung. Warum glaubst du, dass der dollar sich bei 1.10 bis 1.15 einpendeln wird ? Ich gehe davon aus, dass die momentane eurostaerke temporaer ist, und der dollar such mindestens wieder richtung paritaet bewegen wird. Denn wenn die zinsen in euroland niedriger bleiben als in us land, dann verschiebt sich doch eine menge geld richtung usa. Und dies weltweit ! Aus dem selben grund glaube ich auch, dass us aktien weit weniger fallen werden als euro aktien. Ausserdem bewegen wir uns in usa richtung wahlen, und da hat die historie gezeigt, dass statistisch die kurse eher wieder steigen. Das ist dann das szenario des 2. Halbjahres.

    Von wachstumswerten wuerde ich eher abstand nehmen, wegen der historisch sehr hohen verschuldung, im vergleich zum gewinn. Verschuldung wird wohl naechstes jahr zu einem grossen thema werden, bei den hohen ( amerikanischen) zinsen.

    1. Hallo Manfred,

      ich empfinde den US-Dollar bei 1,10-1,15 immer noch als sehr stark. Die Parität zum Euro, die wir gesehen hatten, war aus meiner Sicht dadurch entstanden, dass die FED die Zinsen schon mehrfach erhöht hatte bevor die EZB den ersten Zinsschritt wagte. Jetzt sind im Erhöhungszyklus und ich gehe davon aus, dass die FED ihn früher als die EZB beenden wird.

      Unterm Strich ist es natürlich auch ein Blick in die Glaskugel und Währungen noch schwerer als Aktienkurse vorherzusagen.

      Viele Grüße Ben

      1. Wenn man EUR USD bei Google eingibt, bekommt man direkt den Kurschart angezeigt. Wählt man den Zeitraum MAX aus, gehen die Kurse bis in die 80er zurück.

        Weiß jemand worauf diese Kurse basieren?

        Dort werden nämlich auch Kurse von 0.65 angezeigt. Heute 1.07.

        Danke und Gruß

      2. Hallo Ben,

        ich tendiere in Richtung Manfred. In den letzten Jahren habe ich wie Du die Kursbandbreite von 1,10 bis 1,15 als werthaltig zu Grunde gelegt, in meiner Dividendenplanung auch 1,15 festgelegt.

        Auf Grund der schnell auseinandergehenden Inflationsraten in den USA und Europa habe ich den Schweizer Franken hinzugezogen.

        In 2022 hat der Euro gegenüber den USD 5,8% an Wert verloren, gegenüber den CHF 4,9% verloren. Der USD hat aber gegenüber den CHF 1% gewonnen.

        Ich rechne für 2023 mit einem Verhältnis EUR / USD von 1,05 bis 1,10. In meinen Dividendenplanungen werde ich 1,10 annehmen.

        Bis Mitte 2023 wird die FED die Inflationsrate in den USD deutlich unter 5% bringen, die EZB vielleicht auf 7 bis 8%. Die FED handelt und die EZB zaudert und hat angst, die Mittelmeeranrainer springen über die Klinge.

        Viele Grüße

        Peter

  3. Hallo zusammen,
    in 2022 habe ich mich zum Glück von Vonovia und Co. getrennt. Im nächsten Jahr werde ich mich fokussieren auf die USA. Einen kleinen Teil stecke ich in Tech-Werte, den Großteil aber in Dickschiffe wie P & G und 3M zum Beispiel.
    Allseits einen guten Rutsch nach 2023.
    Gruß Sebastian I

  4. Lieber Ben,

    wie immer sehr interessant deine Gedanken zu lesen und wie immer regt es an sich selbst Gedanken zu machen. Die Aussichten für das kommende Jahr könnten „volatiler“ nicht sein. Vom Positiv-Szenario (Russland gibt den Krieg verloren, China und USA nähern sich an, Energiepreise sinken, …) bis hin zum Negativ-Szenario (China greift Taiwan an) ist alles möglich (wenn vielleicht auch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit). Auch das Verhalten der Notenbanken ist nicht ohne weiteres vorherzusagen. Noch die Auswirkungen vor allem in Europa.

    Ich halte aktuell relativ viel Cash (50% USD, da ich eher mit Manfred übereinstimme) und werde den EUR-Teil teilweise mit Aktiensparplänen regelmäßig in Qualitätsunternehmen investieren. Da ich keine Ahnung habe wo die Tiefs sein werden oder wann und wie schnell es dann wieder nach oben geht.

    Wie bestimmst du eigentlich deine Einstiegskurse? Und was hälst du von Aktiensparplänen?

    Bei den Optionen mag ich nach wie vor Paypal. Relativ hohe IV und der Kurs von 70 USD bzw. EV von ca. 77 Mrd. USD bei 5 Mrd. USD pro Jahr stellt meiner Meinung nach ein akzeptables Risiko-Chance-Verhältnis dar.

    Gold ist tatsächlich auch ein guter Gedanke, indirekt oder direkt. Wobei ich bei Gold dann tatsächlich eher zu direkt, also physich tendiere.

    Beste Grüße,
    Chrischaan

    1. Hi Crischaan, Gold habe ich physisch ebenfalls, und „ erledige „ den Rest“ mit Newmont Mining. Sie zahlen zur Zeit sogar 4% Dividende. Bei Gold bin ich Dauerbullish. Und bin da nie enttäuscht worden. Die wundersame Geldvermehrung hört doch nie auf. Nur die Verteilung finde ich etwas ungerecht. Ich krieg immer zu wenig davon ;-) Gold sieht zur Zeit schon wieder ganz gut aus für einen weiteren Anstieg.

  5. Hallo Ben,

    Und Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. Wie Chrischaan schon geschrieben hat: es regt immer auch die eigenen Gedanken an und hilft bei der Selbstreflexion.
    Ich persönlich finde das Thema Angel Investing ziemlich spannend. Ich selber bin da glaub ich noch nicht so weit, dass ich das damit verbundene Risiko eingehen möchte. Zudem fehlt mir auch das Bewusstsein, ob meine Expertise und Netzwerk auch wirklich einen Mehrwert darstellen würde.
    Aus beruflicher Erfahrung weiß ich, dass bei Business Angels das Investment i.d.R. nicht zwingend besonders hoch sein muss. Aber auch hier gilt sicherlich das eine gewisse Streuung nützlich sein kann. Generell ist mein Gefühl, dass das Thema Angel Investment in Deutschland noch gar nicht so bekannt und verbreitet ist. Viel mehr eher, dass durch TV Formate da ein verschobener Eindruck entstanden ist.
    Ich persönlich fände es total spannend irgendwann mal mehr zu deiner Vorgehensweise in diesem Bereich zu erfahren. Kann aber auch gut verstehen, dass es an der Stelle schwierig ist eine gewisse Transparenz zu zeigen.

    1. Hallo Lodovico,

      ich habe vor, das Thema Angel Investing in einem ausführlichen Beitrag vorzustellen. Und werde dann auch was zu meinem Investment schreiben.
      Das Problem ist allerdings wirklich – Du schreibst-, dass ich dort nicht die volle Transparenz wie bei meinem Aktieninvestments zeigen kann. Denn gerade das Thema Bewertung ist ja spannend, neben der Höhe des Invests. Und zu beiden Dingen gibt es Verschwiegenheitsklauseln in den Verträgen. Aber ich werde Beispiele von anderen Start-ups geben.

      Es freut mich jedenfalls, dass es ein generelles Interesse gibt, mehr zu dem Thema zu erfahren.

      Viele Grüße Ben

  6. also zwei Jahre im Minus an den Börsen gibt es sehr selten, darauf würde ich nicht unbedingt wetten, aber volatil wird es bleiben, wenn S&P 500 unter 3500 Punkte fällte würde ich aggressiv in Qualitätswerte investieren

  7. Hallo Ben!

    2023 wird sicherlich ein interessantes Jahr für Anleihen-Investoren. Ich selbst plane auch meinen Rentenanteil signifikant zu erhöhen (von derzeitigen 8,50% auf 15 – 20%).

    Momentan überlege ich, ein Währungskonto für USD einzurichten. Viele US Anleihen sind hierzulande sehr illiquide bzw. gar nicht handelbar. Kommt sowas für dich in Frage oder bleibst du bei Renten im Euroraum?

    Gibt es einen guten Broker hinsichtlich Handel von Anleihen an US Börsen?

    Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr – ist ja gleich soweit!

  8. moin,
    mich würde folgendes mal intressieren wie ihr das macht bei einer entflechtung wie jetzt z.b. bei GE
    wo bekomme ich die einstandswerte her?
    wie wird das im allgemeinen gerechnet????
    vg dirk

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