Was Dich hier erwartet:
Er fing richtig schlecht an und statistisch gesehen war das kein gutes Omen. Aber dann legte der Januar auf einmal los. Vergessen war die erste Börsenwoche und die Euphorie des Schlussquartals 2023 war wieder da. Bis zum letzten Tag des Monats.
Bis dahin hatte ich meine Ziele für das Jahr 2024 schon ungefähr zur Hälfte erreicht. Und ich hatte tatsächlich überlegt, ob ich mich einfach zurücklehnen und alles verkaufen und dann erst im November zur Jahresendrallye zurückzukehren sollte.
Den Gedanken habe ich natürlich direkt wieder verworfen! Aber ich bin auch nicht in Euphorie verfallen. Denn was steigt, kann auch wieder sinken. Und insofern weiß ich, dass das Jahr noch lang ist und viele Unsicherheiten birgt. Und eine davon ist die Frage nach den Zinssenkungen. Und da hat die Fed zum Monatsende für Ernüchterung gesorgt. Im Januar kamen sie noch nicht und auch für den März werden sie derzeit nicht gesehen. Prompt verloren die Märkte deutlich, der S&P 500 beendete den Januar mit dem größten Tagesverlust seit September.
Aber auch das ist nicht ungewöhnlich: Börse ist nie komplett vorhersehbar. Und nur weil solche Risiken bestehen, erhalten wir als geduldige Investoren auch eine höhere Risikoprämie als bei anderen Anlageformen.
Wie sich meine Anlagen insgesamt im Januar entwickelt haben, erfährst Du in diesem Beitrag. Und ich beschreibe, wie ich mich für den Februar aufstelle.
Meine längerfristige Anlagestrategie für das komplette Jahr 2024 habe ich hier veröffentlicht. Dort gehe ich von einer Performance der großen Aktienindizes in diesem Jahr von 8 bis 10% aus. Und mit meinem Dividendendepot, das dieser Entwicklung von seiner Strategie her am ehesten vergleichbar ist, hatte ich zwischenzeitlich die Hälfte meiner Erwartungen bereits im Januar geschafft. Mit dem letzten Handelstag des Januars verpuffte etwas Luft, aber es kann sich immer noch sehen lassen:
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 31.01.24 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 486.315 € | +3,5% |
| Optionsdepot | 9.393 € | -7,1% |
| Anti-Depot | 25.219 € | +0,9% |
| Zitronen-Depot | 16.848 € | +1,8% |
| Summe: | 537.775 € | +3,3% |
| Veränderung 2024: | +24.001 € | |
| abzgl. Einlagen: | -7.063 € | |
| Nettoveränderung 2024: | +16.937 € |
Ein Hinweis an dieser Stelle zu den Angaben zur Monatsperformance: bei den Einzeldepots handelt es sich um die zeitgewichtete Monatsrendite. Bei der Gesamtsumme ist es die absolute Veränderung.
Das Jahr 2024 ist damit sehr gut gestartet. Bereits 2023 hatte ich ja ein Plus von rund 62.000 € erzielt, 2022 allerdings ein Minus von 58.000 €. Ich bin wirklich gespannt, was dieses Jahr bringen wird.
Benchmark
Im Juli letzten Jahres hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Im Januar wurde die nächste Sparplanrate abgebucht (insgesamt also jetzt 175 €) und zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance nun +6,29 % (Stand: 186,01 €). Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 31.01.2024 liegt bei +11,64%. Damit liege ich nach sieben Monaten mehr als 5% besser. Eine interessante Erkenntnis für mich!
Aktienkäufe
Im Januar habe ich im Dividendendepot 2 Aktienkäufe getätigt und dafür 656,05 € investiert:
2 Aktien Kenvue für 39,74 €
20 Aktien Calida Holding für 616,31 €
Den Kauf der Calida-Aktien habe ich direkt in der Schweiz getätigt und mich über die comdirect auch in das dortige Aktienregister eintragen lassen. Damit sollte ich dann auch jährlich den berühmten Schlafanzug als Sachdividende erhalten. Wenn alles geklappt hat, werde ich nach der Dividendenzahlung eine ausführliche Vorstellung des Unternehmens erstellen.
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Im Januar habe ich im Dividendendepot keine Verkäufe getätigt. Damit sind die letzten 5 Monate ohne Verkäufe gewesen.
Dividendenerträge
Im Januar erhielt ich insgesamt 238,78 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Januar ist das ein Plus von 29,4%.
Ich erhielt im Januar die folgenden Dividenden:
Realty Income: 30,08 €
Alle meine Dividenden des Jahres 2023 habe ich in diesem Beitrag analysiert und auch mein neues Dividendenziel für 2024 bekannt gegeben.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Januar erhielt ich 33,33 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio. Bei ecoligo waren wieder einige Tilgungen dabei (250,74 €), das Projekt „Nam Dinh Forest III“ wurde planmäßig komplett zurückgezahlt.
Mein Portfolio ist damit aktuell noch 3.720,59 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 900 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 1.357,99 € seitens ecoligo und 200 € bei Bergfürst (davon 10 € Ausfall) getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im Januar mit dem Markt positiv entwickelt. Der Depotwert per Ende Januar beträgt nun 486.315 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Plus von 3,5%.
Top-Werte im Dividendendepot im Januar waren Itochu (+14,3%), Novo Nordisk (+13,7%) und Marubeni (+11,3%).
Schwächste Werte im Januar waren 3M (-12,0%), BASF (-8,9%) und Deutsche Beteiligungs AG (-4,5%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Januar bei 1,8%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%. 2023 gab es dann wieder ein Plus von 16,4%.
Für 2024 will ich natürlich an das positive Momentum anknüpfen. Der Start ist mit einem Plus von 0,9% noch verhalten.
Im Januar gab es Zinsen für drei 100-jährigen Anleihen des Landes Nordrhein-Westfalen. Ich erhielt insgesamt 55,60 € netto.
Im Anti-Depot verbucht ist auch ein Investment in das von mir betreute wikifolio „Ausgewogen sorgenfrei leben„. Es entwickelte sich im Januar ebenfalls positiv.
Die Volatilität des Anti-Depots lag im Januar mit 3,3% wieder über der meines Dividendendepots.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im Januar hatte ich Erträge im Optionsdepot von 235,08 € brutto. Die Performance lag im Januar bei -7,1%.
Das Minus geht zurück auf den Kursrückgang meiner B2Gold-Position. Hier verschieben sich in der Prognose Abbaukapazitäten von 2024 nach 2025. Ich bin damit aber weiterhin entspannt.
Short Puts habe ich derzeit auf Nike und BB Biotech offen. Beide haben sich bisher gut entwickelt.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte blieb im Januar mit 141.768,22 € konstant.
Konkretisiert wurden die Abfindungsbeträge bei Tion Renewables (29,19 €) und Zapf Creation (30,23 €). Bei beiden Titeln habe ich Positionen aufgebaut. Neu angekündigt wurde ein Squeeze-Out bei C. Bechstein Pianoforte (14,00 €) und ich habe ebenfalls eine Position eröffnet. Ebenfalls im Januar angekündigt ein Squeeze-Out-Verlangen bei der Software AG.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von +1,8%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im Januar Mieteinnahmen von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 289,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 250,19 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 363,54 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Januar bei 238.798,09 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz).
Um mich auf die voraussichtlich deutlich höheren Zinsen ab 2028 vorzubereiten, habe ich einen Sparplan in das iBonds-Produkt mit Fälligkeit im Dezember 2027 angelegt, den ich mit monatlich 100 € bespare. Darüber habe ich hier ausführlich berichtet. Bei bisher eingezahlten 400 € liegt der Depotwert dieses Sparplans zum Ende Januar bei 408,68 €.
Dividendenveränderungen
Im Januar wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Novo Nordisk: Erhöhung der Schlussdividende von 4,075 DKK auf 6,40 DKK (+57,1%)
MSCI Inc.: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,38 US$ auf 1,60 US$ (+15,9%)
LVMH: Erhöhung der Schlussdividende von 7,00 € auf 7,50 € (+7,1%)
Novartis: Erhöhung der Jahresdividende von 3,20 CHF auf 3,30 CHF (+3,1%)
BlackRock: Erhöhung der Quartalsdividende von 5,00 US$ auf 5,10 US$ (+2,0%)
Givaudan: Erhöhung der Jahresdividende von 67 CHF auf 68 CHF (+1,5%)
Protector Forsikring: Senkung der Sonderdividende von 6 NOK auf 5 NOK (-16,7%)
BB Biotech: Senkung der Jahresdividende von 2,85 CHF auf 2,00 CHF (-29,8%)
Ausblick auf den Februar
Der Start in die Berichtssaison ist für meine Depotwerte bisher gut verlaufen. Wirklich enttäuscht hat bisher lediglich 3M. Nicht zufrieden war der Markt zudem mit Texas Instruments.
Für mich waren jedoch die Dividendenankündigungen spannender. Hier war ich von BlackRock sehr enttäuscht, denn bereits letztes Jahr ging es nur 2,5% höher. Nun also nur noch 2,0%. Ich beobachte das, bin aber aktuell nicht mehr so zufrieden wie früher.
Denn auf der anderen Seite sehe ich, wie MSCI Inc. Jahr für Jahr seine Dividende deutlich stärker erhöht. Dieses Jahr geht es um 15,9% aufwärts. Auch wenn die Geschäftsmodelle nicht vergleichbar sind, gehören sie für mich gedanklich beide zu den Profiteuren des ETF-Booms.
Von einem anderen Boom, nämlich dem Abnehmspritzen-Hype, profitiert Novo Nordisk. Hier entfaltet sich eine Dynamik der Dividendenerhöhungen, die atemberaubend ist. Mit der jüngsten Erhöhung erreicht meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) nun die 5%-Marke.
Für eine langfristige überzeugende Performance eines Depots braucht es nur weniger Volltreffer. Seit 2017 sind das bei mir Novo Nordisk, Microsoft und MSCI Inc. Sie haben in dieser Zeit jeweils einen Total Return von mehr als 30% p.a. erzielt.
Ich bin von diesen Titeln auch weiterhin überzeugt und werde sie weiter langfristig halten. Auch wenn sie mittlerweile durchaus teuer erscheinen.
Hinsichtlich der anstehenden Zinssenkungen haben mich die Aussagen der Fed zum Monatsende nicht überrascht. Ich war ohnehin nicht davon ausgegangen, dass wir 6 oder 7 Zinssenkungen in diesem Jahr sehen werden. Powell hat aber auch klar gemacht, dass es zu Zinssenkungen kommen wird. Nur eben noch nicht jetzt und seiner Meinung nach auch noch nicht im März.
Ich habe das Thema und warum ich der Meinung bin, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, sich mit Anleihen zu beschäftigen, in meiner letzten Podcast-Episode ausführlich behandelt. Die Wichtigkeit hat sich durch die jüngsten Stellungnahmen bestätigt. Deshalb verlinke ich gerne hier den Podcast als Video, wenn Du ihn noch nicht gehört hast:
Den Divantis-Podcast kannst Du auch auf allen gängigen Plattformen abonnieren:
Für den Februar stehen nun weitere Jahresergebnisse an. Das wird wieder für Bewegung an den Märkten sorgen, sollte aber für Dich nur relevant sein, wie die längerfristigen Prognosen ausfallen. Zudem stehen die ersten Hauptversammlungen auf dem Programm, vor allem von Siemens erwarte ich mir eine hohe Ausschüttung.
Konkrete Aktienkäufe habe ich nicht auf dem Programm. Aber das war schon im Januar so und ich habe dann trotzdem etwas gekauft. Generell sehe ich mein Depot aktuell gut aufgestellt und Nachkäufe drängen sich nicht auf. Aber sollte es überraschend positive Nachrichten im Rahmen der Berichterstattung geben, dann könnte ich mir einen Kauf vorstellen.
Kandidaten für solche Überraschungen sind z.B. L’Oréal (8. Februar) und die Fortescue Metals Group (22. Februar).
Dividendenerhöhungen müssten im Februar von 3M, Allianz, BCE, Cisco, Coca-Cola, Defama, L’Oréal, Munich Re, PepsiCo und VINCI verkündet werden. Es gibt also viel zu beobachten und hoffentlich mehr Freude als Enttäuschung.
Was planst Du im Februar? Und wie war Dein Januar? Schreib gerne einen Kommentar unter diesen Artikel und lass uns diskutieren!
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
Wenn Du Dich bei wikifolio kostenlos registrierst, kannst Du mein investierbares Musterportfolio „Ausgewogen sorgenfrei leben“ beobachten und dort auf Deine Watchlist setzen. Du erhältst dann innerhalb der wikifolio-Plattformen alle dortigen Kommentare von mir automatisch angezeigt.
Bei Traders Place habe ich erst kürzlich ein neues Depot eröffnet und bin bisher sehr zufrieden damit. Es gibt aktuell auch eine interessante Aktion: Wenn Du innerhalb von 60 Tagen 4 Wertpapiertransaktionen (Käufe und/oder Verkäufe; ausgenommen sind Intraday-Geschäfte) mit mind. 200 € pro Transaktion tätigst und mindestens 2.000 € dort auf dem Depot oder Verrechnungskonto hast (in Summe), dann erhältst Du 100 € Neukundenprämie geschenkt. Da der Handel sehr günstig ist (0 € oder 1 € über gettex), aber auch alle anderen Börsen möglich sind, ist das Depot eine echte Alternative.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 30 €, der Dir innerhalb von 35 Tagen nach Deiner Erstinvestition von 100 € als Cash-Back überwiesen wird.
Engel & Völkers Digital Invest habe ich in der Vergangenheit für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme gewählt. Die Angebote empfinde ich aktuell aber aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus nicht mehr attraktiv. Trotzdem schaue ich mir die neuen Angebote immer an und sehe auch, dass die angebotenen Zinssätze höher werden. Es kostet nichts, Dich einfach zu registrieren und für den Newsletter anzumelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.


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