BlackRock: Weltgrößter Vermögensverwalter und unbestrittener ETF-Marktführer

Der Deutschland-Sitz von BlackRock im OpernTurm in Frankfurt.

Aktualisiert am

Erst im Jahr 1988 gegründet, ist BlackRock heute der größte Vermögensverwalter der Welt. Kein anderes Unternehmen verwaltet mehr Geld für seine Anleger und Investoren als BlackRock. Zum Ende des 1. Quartals 2017 waren es unfassbare 5,4 Billionen US-Dollar! 

Auf den Marktführer zu setzen, ist schon mal nicht verkehrt. Im Bereich der Vermögensverwalter ist aber zu beachten, dass sich hier in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen hat, der eine ganze Industrie umwälzt. Und dieser Wandel wird weiter anhalten. Ich rede von Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Immer mehr Anleger investieren in ETFs und sparen damit gegenüber herkömmlichen aktiv gemanagten Investmentfonds einiges an Gebühren ein. 15 Prozent des europäischen Fondskapitals stecken inzwischen in Indexfonds und ETFs, in den USA sind es sogar 35 Prozent!

Während die Branche der Vermögensverwalter insgesamt nur um 2 Prozent pro Jahr wächst, liegt die Wachstumsrate für ETFs bei 12 Prozent. Und BlackRock profitiert genau von diesem Wachstum. Mit weitem Abstand vor Vanguard und State Street ist iShares die klare Nr. 1 unter allen ETF-Anbietern. iShares ist BlackRock. iShares verwaltet über 1,4 Billionen US-Dollar Anlagen und nimmt damit über 3,4 Milliarden US-Dollar Gebühren ein.

Dies führt inzwischen dazu, dass BlackRock sogar einen Burggraben bei ETFs hat. Neue Anbieter haben kaum eine Chance, die notwendige Größe für ihre ETFs zu erreichen. Denn von iShares gibt es für alle Indizes bereits ETFs und diese ETFs haben die kritische Masse bereits erreicht. Anleger kaufen deshalb lieber iShares-ETFs, da diese besser handelbar sind und eine messbare Historie aufweisen.

BlackRock ist aber auch in den klassischen Bereichen eines Vermögensverwalters, also bei gemanagten Fonds, insbesondere für institutionelle Anleger, hervorragend aufgestellt. Hier ist der Markt aber deutlich stärker zerpflückt.

Insgesamt hat BlackRock rund 13.000 Mitarbeiter in über 30 Ländern.

Nachhaltigkeitsanspruch

BlackRock steht immer wieder in der Kritik: aufgrund der Machtfülle, die die anzulegenden Gelder verleihen. So ist das Unternehmen an jedem größeren Unternehmen, das einem Aktienindex angehört, beteiligt. Mal wird BlackRock vorgeworfen, der Verantwortung aus diesen Beteiligungen nicht gerecht zu werden. Nämlich weil auf Hauptversammlungen keine Vertreter anwesend sind oder zumindest nicht das Wort ergreifen (hier nachlesen, ob sich der Besuch einer Hauptversammlung für Kleinanleger lohnt!). Dann wird BlackRock wiederum vorgehalten, sich im Hintergrund wie ein Spinnennetz in allen Aktiengesellschaften auszubreiten und eine viel zu große Macht zu besitzen (dazu ist es interessant, das Buch von Heike Buchter mit dem Titel „BlackRock: Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld“ zu lesen).

Ich möchte mich hier nicht über BlackRock erheben. Dafür weiß ich auch einfach zu wenig, was hinter den Kulissen wirklich passiert. Ich halte das Geschäftsmodell erst mal für absolut neutral und nicht verwerflich. Positiv ist auch zu werten, dass mit BlackRock Impact ein eigener Arm für nachhaltige Investments existiert, der Investoren entsprechende Anlagelösungen anbietet.

BlackRock selbst hat sich als Unternehmen eindeutig der Nachhaltigkeit verpflichtet. Seit 2012 wurde der Energieverbrauch pro Mitarbeiter um 11 Prozent gesenkt. Im Jahr 2015 wurde BlackRock vom Carbon Disclosure Project zu den besten 10 Prozent Berichterstattern in Nordamerika ernannt.

Dividende

BlackRock ist eine Dividendenmaschine. Seit 2003 wird Dividende bezahlt und sie wird jedes Jahr erhöht. Und das nicht zu schlecht. Begonnen wurde mit einer Dividende von 0,4 US-Dollar pro Jahr. 2017 waren es dann 10 US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von sagenhaften 2.400 Prozent in nur 14 Jahren. Ich bin mir sicher, dass das so nicht weitergehen wird, denn sonst müssten im Jahr 2031 240 US-Dollar Dividende im Jahr bezahlt werden. Aber selbstredend ist mit weiteren Dividendensteigerungen zu rechnen. Für 2018 wurde die Dividende wieder erhöht, um 15,2% auf 11,52 US$. BlackRock ist meines Erachtens auf dem Weg, ein Dividendenaristokrat zu werden. Dazu sind zwar 25 Jahre Dividendensteigerungen notwendig, aber das Management hat eindeutig den Weg dorthin eingeschlagen. Die 11,52 US-Dollar Jahresdividende wird quartalsweise in Höhe von 2,88 US-Dollar im März, Juni, September und Dezember ausgezahlt.

Die Ausschüttung bewegt sich im soliden Bereich von 40-50% des Jahresgewinns. Daneben werden zusätzlich Aktienrückkäufe getätigt.

Nur noch eine Frage der Zeit, bis 25 Jahre ununterbrochene Dividendensteigerungen zu verzeichnen sind.

Link zu den Dividendeninformationen des Unternehmens:

http://ir.blackrock.com/dividend-history

Ausblick

BlackRock überzeugt mich. Das Unternehmen profitiert wie kein anderes vom langfristigen Trend weg von aktiv gemanagten Fonds mit hohen Gebühren zu indexnachbildenden passiven Fonds mit geringen Gebühren. Die Markteintrittsbarrieren für andere Anbieter sind hoch. BlackRock wird mit deutlichem Abstand der Marktführer bleiben.

Ich möchte meine Aktienposition in BlackRock deshalb weiter ausbauen. Die Aktien sind jedoch absolut gesehen sehr teuer. Deshalb wird es einige Zeit dauern, bis ich mein Zielinvestment von 40 Aktien erreicht haben werde.

Auf einen Blick:

Unternehmen:BlackRock
ISIN:US09247X1019
Im Divantis-Depot seit:04.04.2017
Letzter Nachkauf am:11.10.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:20
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:378,55 €
Gesamtkaufpreis:7.571,08 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:339,55 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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11 Gedanken zu „BlackRock: Weltgrößter Vermögensverwalter und unbestrittener ETF-Marktführer“

  1. Hallo Ben,
    der Kurs von Black Rock ist ja wieder gut zurückgekommen von seinem 52. Wo-Hoch (496,50 €). Hast Du drüber nachgedacht dort nachzukaufen. Mich würde Deine Einschätzung interessieren.
    Gruß Chris

    1. Hallo Chris,

      ja, ich denke bei jedem Blick in meine Watchlist darüber nach. Bei mir stehen aktuell andere Unternehmen vor BlackRock auf der Nachkaufliste. Das ist aber keine Entscheidung gegen BlackRock, sondern für die anderen Unternehmen. Hätte ich mehr Geld zur Verfügung, würde auch BlackRock zum Zug kommen. ;)

      Viele Grüße Ben

      1. Da stimme ich Dir voll zu. Es gibt leider für viele interessante Assets immer viel zu wenig Cash Flow :-(
        Bei BlackRock gab es auch heute wieder einen guten Schritt Richtung Süden. Auslöser könnte u.a. die Schweizer Meldung sein:
        „Eine zweite Welle von Kündigungen hat das Indexfonds-Geschäft von Blackrock in der Schweiz erfasst. Wie Recherchen von finews.ch nahelegen, ist dabei auch das Londoner Hauptquartier ein Faktor.“
        https://www.finews.ch/news/banken/36671-blackrock-ishares-wechsel-rachel-lord
        Mal schauen wie weit es noch runter geht. Für einen ersten Einstieg mit 5-10 Stücke halte ich mal etwas Cash vor.
        So long Chris

  2. Hallo Ben,
    dank deines Blogbeitrages bin ich auf diese Aktie gestoßen. Wenn man sich die Kennzahlen ansieht, stellt man fest, dass das Unternehmen für seine Größe, seine Bedeutung und den Umstand, dass es ein amerikanisches Unternehmen ist (nicht wenige amerikanische Aktien sind derzeit überbewertet), absolut fair bewertet ist. Ich habe mir heute jedenfalls auch die erste (und nicht letzte) Tranche ins Depot gelegt.
    Viele Grüße
    Jakob

  3. Hallo Ben, gestern kam eine Doku über BlackRock auf Arte. Sie sind auch im Rüstungsbereich, beispielsweise bei Rheinmetall investiert (kann man z.B. bei Comdirect in der Aktionärsstruktur von Rheinmetall nachlesen).
    Auch in der mexikanischen Energieversorgung mischen sie ordentlich mit.
    Nur als Hinweis dazu, dass das nicht ganz mit Deinen Anlagekriterien zusammenpasst.

    Rein finanziell ist BlackRock sicherlich ein Investment.

    1. Ich habe nichts gegen Arte und es ist auch klar das Arte sehr links ist. Auch ist klar, dass Blackrock keine Non Profit Organisation ist und ETFs gewisse Risiken für den Einzelnen und das Finanzsystem haben. Aber diese Reportage war grenzwertig und komplette Propaganda. Alleine schon das Auftreten dieser Buchautorin. Hysterisch. Auch z.b. der Aufschrei, dass Blackrock Mitarbeiter nicht ihre persönliche politische Einstellung als Kriterium verwenden dürfen um Kunden zu beraten. Was denn sonst… Furchtbare Reportage. Für sowas zahlt man Steuergelder. Kein Wort, dass ETFs eigentlich auch gut für den kleinen Mann/Frau ist. Da man sich günstig beteiligen kann. Und es bleibt jedem überlassen ob er das möchte oder nicht. Nur meine Meinung.

    2. Hallo Claus,

      ich habe mir den Beitrag gerade in der Videothek angeschaut. 90 Minuten – puh. Ich fand den Beitrag tendenziös und oberflächig. Es wird auf ETFs rumgehackt. Gefahren für den Kapitalmarkt bestehen ohne Zweifel. Aber sie bestünden auch ohne ETFs. Wenn nämlich zu viele Anleger auf den Exit-Button drücken, dann kommt es zum Crash. Was überhaupt nicht beschrieben wird, ist die Tatsache, dass Privatanleger in vergangenen Krisen besonnener reagierten und damit eher stabilisierend wirken. ETFs könnten tatsächlich in einer Krise das genaue Gegenteil von dem Bericht sein. Aber eins ist klar: Wir wissen es noch nicht, da eine große Krise noch aussteht.
      Die Argumente des Films gegen BlackRock sind für mich die Gründe für ein Investment: die absolute Marktbeherrschung und das Duopol mit Vanguard. Im Beitrag wird ja auch gezeigt, dass sich BlackRock um Nachhaltigkeit kümmert. Wenn man sich das objektiv anschaut, dann ist das eben auch mehr als andere Vermögensverwalter tun. Und zum Thema „Rheinmetall“: Rheinmetall gehört dem MDAX an. Jede Fondsgesellschaft, die einen ETF auf den MDAX aufgelegt hat, muss daher in Rheinmetall investieren. Ob einem das gefällt oder nicht. Für mich ist das auch ein Grund, warum ich keine Aktien-ETFs habe. Ich möchte selbst bestimmen, in welche Aktien ich investiere. Ich halte aber den Vorwurf gegen BlackRock, dass sie hier in ein Rüstungsunternehmen investieren, für billige Polemik. Würde Rheinmetall aus dem MDAX ausscheiden, würde BlackRock die Aktien sofort verkaufen. Würde das BlackRock zu einem besseren Unternehmen machen? Eben nicht.

      Aber natürlich muss jeder selbst wissen, wie er zu einzelnen Akteuren am Kapitalmarkt steht. Ich finde es auch gut, dass es Fernsehbeiträge über Börsenthemen gibt. Nur leider sind die nicht immer fundiert oder zeigen nur eine Seite.

      Viele Grüße Ben

      1. Hallo Ben,

        im Prinzip ganz Deiner Meinung, besonders die eine Dame da war schon (fast?) auf Linie einer Verschwörungstheorie. Und daß ein Verwalter in Indizes investieren MUSS ist auch klar.

        Was man auch nicht erkennen kann ist, inwieweit BlackRock nur Kundenvermögen (sicherlich der überwältigend größte Teil) so anlegt oder ob sie auch selber in eigener Verantwortung wo und wie anlegen oder „mitregieren“.

        Immerhin scheinen sie ja die Stimmrechte auch einzusetzen.

        Mein Beitrag war mehr als Hinweis gedacht – als ich die Reportage sah, fielen mir die Anlagekriterien Deines Blogs ein (den ich schon lange verfolge, aber man muss ja nicht immer mitschwätzen) und da wollte ich einfach nur mal auf eine mögliche Problematik hinweisen.

        Viele Grüße

        Claus

        1. Hallo Claus,

          ich hatte Deinen Kommentar auch positiv angenommen – sonst hätte ich den Arte-Beitrag gar nicht mitbekommen. Freue mich, dass Du schon lange Leser hier bist und hoffe Du hast auch in Zukunft viel Freude mit Divantis.

          Viele Grüße Ben

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