Das Umfeld für die Aktie ist schwierig, keine Frage. Die Kosten steigen durch die Inflation und Preiserhöhungen sind weitgehend durchgesetzt. Mehr ist nicht möglich, dafür ist der Wettbewerb zu intensiv.
Das wurde auch deutlich kommuniziert und entsprechend ist die Börse seit einigen Wochen abwartend. Die Aktie nahm an der Jahresendrallye aufgrund der schwachen Performance zuvor nicht teil. Es gab schlicht keinen Grund für Window-Dressing. Und kurz vor Weihnachten gab es dann noch eine Prognosesenkung.
Sie sorgte dann auch dafür, dass die Erholung der Low-Performer im Januar ebenfalls ohne die Aktie stattfand.
Was sich so trübe anhört, ist aber für langfristige Investoren womöglich eine gute Gelegenheit, in einen Titel einzusteigen, der eben noch nicht so gut gelaufen ist, wie viele andere Unternehmen.
Denn die Marktposition ist weiterhin beeindruckend und die Dividendenhistorie ebenfalls.
Wie ich persönlich die Aussichten einschätze und wie die Quartalsergebnisse konkret aussehen, erfährst Du in diesem Beitrag.
2022 war General Mills mit +36% noch mein Top-Performer im Dividendendepot war. 2023 dann aber mit -22% mein größter Verlierer. Den US-Hersteller von Lebensmitteln und Tierfutter habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Die enormen Ausschläge sind auch im 10-Jahres-Chart erkennbar: nach einer langen Durststrecke war die Aktie ab Mitte 2021 (kurz nach meinem letzten Nachkauf!) durchgestartet. Mit dem Erreichen des Allzeithochs im Mai 2023 ging es dann abwärts. Immerhin scheint sich zuletzt ein Boden ausgebildet zu haben:

Dividendenzahlung
General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,59 US$ je Aktie. Für die 165 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 97,35 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0814 in Euro umgerechnet. Das entsprach dem EZB-Referenzkurs. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 67,02 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.02.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,36 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 64,80 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 3,6%. Sollte die Dividende erneut zum August erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt – berechnet mit meinem Kaufpreis für den Gesamtbestand und dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende – bei 5,1%.
Perspektiven
Seit meinem letzten Nachkauf im Juli 2021 habe ich nun schon wieder 641,17 € an Netto-Dividende von General Mills erhalten. Da liegt die Überlegung nahe, diesen Betrag wieder in das Unternehmen zu investieren. Und aktuell würde ich dafür 10 Aktien erhalten. Optisch würde mich das auch freuen, denn ein Bestand von 175 Aktien ist irgendwie „runder“ als 165 Stück.
Aber macht das jetzt schon Sinn oder soll ich lieber noch etwas mit dem Nachkauf warten? Im Aktienkurs hat sich die Aktie in den letzten drei Monaten auf der Stelle bewegt. Und die Jahresendrallye komplett verpasst. Und auch die Erholung einiger Vorjahresverlierer im Januar hat General Mills nicht mitgemacht.
Ein Grund dafür war sicherlich die Senkung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr. General Mills hat ein abweichendes Wirtschaftsjahr und berichtete zuletzt über das 2. Quartal. Es umfasste den Zeitraum von September bis November. Dort sank sowohl der Nettoumsatz als auch der organische Umsatz um jeweils 2%. Erneut gesunken ist dabei das verkaufte Volumen, abgefedert wurde das ein wenig durch Preiserhöhungen.
Aufgrund weiterer Kostensenkungsmaßnahmen legte der operative Gewinn wenigstens um 2% zu, der Gewinn je Aktie immerhin noch um 1% auf 1,02 US$. Im Vorquartal waren das jedoch noch 1,14 US$, so dass nach dem ersten Halbjahr ein Gewinn je Aktie von 2,26 US$ eingelockt ist.
Nach der gesenkten Prognose wird für das gesamte Geschäftsjahr nun beim Gewinn je Aktie ein Wachstum von 4-5% (bei konstanter Währung) erwartet. Zuvor waren 4-6% erwartet worden. Während diese Senkung nicht dramatisch erscheint, sieht es beim Umsatz anders aus: Nach zuvor 3-4% organischem Wachstum werden nun zwischen -1% und 0% erwartet. Die Gewinnsteigerung soll eben ausschließlich durch Kostensenkungen zustande kommen.
Das ist alles andere als überzeugend. Und eben auch der Grund für die schwache Entwicklung des Aktienkurses. Kostensenkungen und damit Margenverbesserungen sind sicherlich wichtig. Aber sie können nicht beliebig gesteigert werden. Ein nachhaltiges Gewinnwachstum ist nur mit wachsendem organischen Umsatz möglich. Und an dem fehlt es zur Zeit.
Was macht man deshalb, um das Ruder herumzureißen? Man installiert neue Manager und eine neue Werbeagentur. Gesagt getan: General Mills hat einen neuen Chief Operating Officer und einen neuen Chef für das Nordamerikageschäft bestellt. Und die weltweite Kreativagentur für die Eismarke Häagen-Dazs ausgetauscht.
Ich richte den Blick aber noch einmal auf die fundamentale Marktpositionierung. Und die ist nicht so schlecht:
General Mills hat einen Marktanteil von 30,3 % bei Frühstücksflocken in Nordamerika (Daten aus dem Jahr 2020) und ist damit die Nr. 2 hinter Kellogg. Gemeinsam kontrollieren die beiden Unternehmen fast 65 % des nordamerikanischen Marktes für Frühstücksflocken. Und mit 23% des Umsatzes entfällt auf dieses Produkt auch der größte Anteil im General Mills-Portfolio. Dahinter folgen Snacks (21%), Joghurt (15%), Backwaren (12%), Mahlzeiten (11%), Eiscreme (8%) und andere (10%). Auf Tiernahrung entfallen rund 6%. Der größte Markt ist Nordamerika (73%), gefolgt von Europa und Australien(12%), Asien und Lateinamerika (9%).
General Mills ist also breit aufgestellt und weltweit vertreten. Schwerpunkt ist aber ganz klar Nordamerika und dort ein Bereich, der nicht gerade als gesund gilt. Und das ist vermutlich auch der Hauptgrund für den Druck auf den Umsätzen.
Perspektivisch helfen soll da die Tiernahrung. Und trotz aktueller Schwächen bin ich auch zuversichtlich, dass es gelingen kann, den Umsatz wieder auf Wachstum zu bringen.
General Mills zahlt zudem seit 124 Jahren ununterbrochen eine Dividende. Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, bin ich überzeugt davon, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird. Und die aktuelle Dividendenrendite empfinde ich zwar heute im Vergleich zu Tagesgeldprodukten nicht als Kaufargument. Aber auf lange Sicht sieht das schon anders aus: da erwarte ich sinkende Zinsen. Und damit wird die Dividende, die ich mir heute sichere, dann auch attraktiver.
Die Bewertung von General Mills ungefähr mit dem 15-fachen des erwarteten Gewinns ist auch nicht so teuer. Jedenfalls wenn man unterstellt, dass das Ruder herumgerissen werden kann und im nächsten oder übernächsten Geschäftsjahr wieder ein Umsatzwachstum erreicht werden kann.
Als Langfristinvestor überwiegen für mich aktuell die Kaufgründe bei General Mills. Trotzdem habe ich noch nicht zugegriffen. Einfach weil ich keine Eile habe. In den letzten drei Monaten fand ich andere Unternehmen attraktiver.
Ich beobachte die Aktie aber weiter sehr eng und würde bei einem deutlicheren Kursrückgang auch direkt zugreifen.
Die 175 Aktien möchte ich gerne noch in diesem Jahr erreichen. Da wir uns aber noch am Jahresanfang befinden, bin ich entspannt und warte die kurzfristige Entwicklung erst einmal ab.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | General Mills |
| ISIN: | US3703341046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 23.06.2014 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 44,15 € |
| Gesamtkaufpreis: | 8.830,11 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.283,87 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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