Muss man dieses Unternehmen noch vorstellen? Coca-Cola kennt doch eh jeder!

Im September 1919 wurde The Coca-Cola Company von einigen Geschäftsleuten für 25 Millionen US-Dollar gekauft und im Anschluss an die Börse gebracht. Heute, fast 100 Jahre später, beträgt die Marktkapitalisierung des Unternehmens 182 Milliarden US-Dollar. Der Wert ist also um den Faktor 7.280 gestiegen. Durchaus eine beeindruckende Historie!

Neben dem Urprodukt Coca-Cola hat der Konzern zahlreiche Schwestermarken, mit denen jeweils mehr als 1 Milliarde US-Dollar Umsatz werden. Zu nennen sind insbesondere Diet Coke, Coca-Cola Zero, Fanta, Sprite, Powerade, Minute Maid und Georgia.

Coca-Cola verfügt über das größte Getränkevertriebssystem der Welt und ist die klare Nr. 1 bei sprudeligen und stillen Getränken. Täglich werden mehr als 1,9 Milliarden Getränke des Konzerns weltweit konsumiert.

Diese Marktdurchdringung hat jedoch ihren Preis: seit einigen Jahren macht die Konkurrenz Coca-Cola sehr zu schaffen. Der Umsatz steigt nicht mehr. Szenegetränke mit Gesundheitsanspruch oder besonderen Geschmacksrichtungen gewinnen Umsatzanteile. Ich merke es an mir selbst: Immer häufiger gibt es in Gastronomien z.B. Afri-Cola auf der Karte oder Rhabarberschorle.

Coca-Cola hat das natürlich auch gemerkt und kämpft gegen diesen Trend an. Meistens sind es dann Übernahmen von kleineren Szeneherstellern. Beispielsweise gehört inzwischen der Smoothie-Produzent Innocent zum Konzern. Auch wenn solche Zukäufe vom Umsatz her noch nicht wirklich ins Gewicht fallen, sind sie wichtig, um auch zukünftig keinen Trend zu verschlafen.

Nachhaltigkeitsfaktor

Die FTSE4Good-Indexfamilie listet Coca-Cola im Global Index, Global 100 Index, USA Index und USA 100 Index.

Dividende

Coca-Cola hat seit 1920 ununterbrochen jedes Quartal eine Dividende bezahlt. In den letzten 57 Jahren wurde die Dividende jedes Jahr erhöht. Logisch, dass Coca-Cola sich mit dieser Dividendenhistorie Dividendenaristokrat nennen darf. Jüngst wurde die Quartalsdividende von 0,37 US-Dollar auf 0,39 US-Dollar erhöht. Dies entspricht einer Dividendenerhöhung von 5,4 Prozent und liegt damit deutlich über der Inflationsrate. Für Freunde von über das Jahr verteilten Dividenden hat Coca-Cola einen Leckerbissen zu bieten: Die Dividende wird im April, Juli, Oktober und Dezember bezahlt. Ich finde das erwähnenswert, weil damit 75 Prozent der Zahlungen in das zweite Kalenderhalbjahr fallen. Und dieses Halbjahr ist traditionell deutlich dividendenschwächer als das erste Halbjahr. Einfach deshalb, weil die meisten Unternehmen im April und Mai ihre Hauptversammlungen abhalten und dann im Anschluss ihre Dividende ausschütten. Will man die Zahlungsflüsse also etwas über das Jahr verteilen, dann bietet sich die Aktie von Coca-Cola auch aus diesem Aspekt sehr gut dafür an.

Link zu den Dividendeninformationen des Unternehmens:

http://www.coca-colacompany.com/investors/investors-info-dividends

Ausblick

Im Divantis-Depot befinden sich bereits seit dem Jahr 2008 100 Aktien von Coca-Cola. Sie fallen damit noch unter den steuerlichen Altbestand und bei einem Verkauf wären die Kursgewinne steuerfrei. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Aktien noch im Depot sind. Der Kursverlauf der letzten Jahre ist enttäuschend. Aber die Dividenden entschädigen für die fehlenden Wachstumsperspektiven. So lange die Dividenden weiter gesteigert werden, werde ich auch an Coca-Cola festhalten. Neuinvestitionen tätige ich nicht. Dafür sind andere Getränkehersteller, z.B. die Dr. Pepper Snapple Group (hier vorgestellt!), attraktiver.

Auf einen Blick:

Unternehmen:The Coca-Cola Company
ISIN:US1912161007
Im Divantis-Depot seit:17.07.2007
Letzter Nachkauf am:31.07.2008
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:18,87 €
Gesamtkaufpreis:1.886,76 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:752,29 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

Ein Gedanke zu „Muss man dieses Unternehmen noch vorstellen? Coca-Cola kennt doch eh jeder!“

  1. EPS2004: $1,04
    EPS2012: $2,01
    EPS2019e: $2,09

    Das einstmals sehr ansprechende Gewinnwachstum ist seit ein paar Jahren komplett weggebrochen; der operative Gewinn lag 2011-2013 höher als $10 Mrd und hat diesen Wert anschließend nie wieder erreicht.
    Selbst die Steuersenkung in den USA reichte nicht aus, um für uns ein Gewinnwachstum zu produzieren: Das bereinigte EPS umgerechnet in € liegt 2018 knapp niedriger als 2016 (weil damals der Dollar teurer war als heute).

    Bei einer Ausschüttungsquote von 77% bleibt auch kaum etwas übrig, um das EPS durch Aktienrückkäufe aufzupeppen – was in diesem Fall sogar ein Vorteil ist, denn für ein KGV von 22 und kein operatives Wachstum würde ich mir eine solche Geldverbrennung auch verbitten. Wir wollen ja eigentlich, dass der CEO unser Investment optimiert und nicht SEINE persönlichen Aktienoptionen… der sollte also genau dann Aktien zurückkaufen, wenn ich die Aktie selbst ebenfalls kaufen würde, und nicht auf dem Bewertungs-Top das weggebrochene Wachstum zu kaschieren versuchen.

    Die Erhöhung der Ausschüttungsquote (2012 waren das noch 51%) ist auch so eine „Rosstäuscher-Maßnahme“, von der sich viele Anleger blenden lassen: Spätestens bei 100% ist „Ende der Fahnenstange“, weil man nur das ausschütten kann, was auch verdient wurde.
    Dass der Vorstand sich selbst dann auch noch Boni ausschüttet, die 2014 selbst vom Großaktionär Warren Buffett als „überzogen“ bezeichnet wurden, passt ins Bild. Denn genau diese Verwässerung muss zur aktuell hohen Bewertung der Aktie durch ständige Aktienrückkäufe kompensiert werden, damit die Dividende überhaupt finanzierbar bleibt.

    Pepsi kostet mit 123% seines normalen KGV einen Hauch mehr als Coke, produziert aber ein deutlich besseres EPS-Wachstum und schafft immerhin die Aktienmarktrendite mit „6+3“. Trotzdem würde ich dafür kein KGV von 23 bezahlen wollen.

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