Was Dich hier erwartet:
Vor einem Monat hatte ich selbst wenig Zuversicht für eine baldige Trendwende. Und so muss ich jetzt auch sagen, dass ich ziemlich überrascht über den guten Start in dieses neue Börsenjahr bin.
Aber ich hatte ja auch darauf hingewiesen, dass schon wenige positive Meldungen reichen könnten, um zumindest eine kurze Euphoriewelle anzustoßen. Nachdem wir solche Meldungen dann hatten und jetzt die Hoffnung haben, dass es womöglich ohne Rezession weitergeht und die Zinsen schon bald wieder gesenkt werden könnten, stellt sich natürlich die Frage, ob jetzt alles wieder im grünen Bereich ist.
In diesem Beitrag schaue ich auf den Januar zurück, berichte über meine Geldanlagen und gebe Dir einen Ausblick, wie ich die kurzfristige weitere Entwicklung einschätze.
Nach dem bescheidenen Börsenjahr 2022, bei dem meine Depots netto 58.000 € im Wert verloren, ist der Start ins neue Börsenjahr nun wirklich gut verlaufen. Ich habe im Januar nichts verkauft und konnte so in allen Depots von der steigenden Aktienkursen profitieren.
In meinem Ausblick auf den Januar hatte ich zum Schluss noch eine Statistik präsentiert: Da in diesem Jahr in den USA Vorwahlen zu den Präsidentschaftswahlen 2024 stattfinden, ist das üblicherweise ein positives Zeichen. Vor diesem Monat hatte der Dow Jones in 17 von 19 solcher Vorwahljahren nach 1945 im Januar positiv geschlossen. Nun sind es 18 von 20 Jahre! Das sollten wir uns schon mal für Januar 2027 merken…
Für den Rest des Jahres habe ich auch noch eine Statistik – aber dazu am Ende dieses Beitrags mehr.
Stand Wertpapierdepots
| Depotwert 31.01.23 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 417.981 € | +3,0% |
| Optionsdepot | 35.228 € | +7,9% |
| Anti-Depot | 9.185 € | +19,5% |
| Zitronen-Depot | 7.101 € | -11,0% |
| Summe: | 469.497 € | +3,4% |
| Veränderung 2023: | +16.864 € | |
| azgl. Einlagen: | -1.453 € | |
| Nettoveränderung 2023: | +15.410 € |
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
Damit habe ich bisher im Jahr 2023 ein Plus von gut 15.000 € erzielt.
Aktienkäufe
Im Januar habe ich drei Aktienkäufe getätigt und dafür 2.638,15 € investiert:
20 Aktien Omega Healthcare Investors für 528,00 €
60 Aktien Omega Healthcare Investors für 1.485,95 €
10 Aktien Realty Income für 624,20 €
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Im Januar habe ich keine Aktienverkäufe getätigt.
Dividendenerträge
Im Januar erhielt ich insgesamt 184,53 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-Januar ist das ein Minus von 32,3%.
Ich erhielt im Januar die folgenden Dividenden:
Gegenüber den Vorjahren schlagen hier insbesondere die fehlenden Dividenden von Red Electrica und Kimberly-Clark zu Buche. Von beiden Titeln hatte ich mich im letzten Jahr getrennt.
Mein neues Dividendenziel für 2023 habe ich in diesem Beitrag erläutert.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im Januar erhielt ich 70,47 € Zinsen aus meinem Crowd-Portfolio. Außerdem erfolgten Tilgungen bei ecoligo in Höhe von 474,72 € – erneut pünktlich und vollständig!
Mein Portfolio ist aktuell 5.185,73 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 400 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 614,27 € seitens ecoligo und 100 € bei Bergfürst getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im Januar positiv entwickelt. Der Depotwert per Ende Januar beträgt nun 417.981 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Plus von 3,0%.
Top-Werte im Dividendendepot im Januar waren Lam Research (+16,9%), Taylor Wimpey (+13,8%) und Veolia Environnement (+13,3%).
Schwächste Werte im Januar waren Johnson & Johnson (-9,5%), Civitas Social Housing (-8,9%) und General Mills (-8,6%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im Januar bei 3,6%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%.
Das dritte Jahr könnte nun wieder ein positives Jahr werden. Jedenfalls startete das Depot im Januar mit einem Plus von 19,5%.
Treiber der positiven Entwicklung war die Erholung des Bitcoins. Sein Kursanstieg sorgte auch beim Miner Marathon Digital Holdings für eine Kursexplosion.
Das Anti-Depot führe ich bei justTRADE. Die Volatilität des Anti-Depots lag im Januar mit 6,0% wieder über der meines Dividendendepots.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im Januar erzielte ich Einnahmen im Optionsdepot von 651,76 € brutto. Die Performance war im Januar mit +7,9% positiv.
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im Januar gab es keinerlei Veränderungen am Depot. Derzeit habe ich im Zitronen-Depot kleinere Positionen von Petra Welt Technologies, KROMI Logistik, VA-Q-Tec, Adler Real Estate, McKesson Europe und Gateway Real Estate.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte blieb mit 78.640,80 € konstant.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -11,0%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im Januar Mieteinnahmen von 902,73 €. Außerdem wurde mir ein Guthaben aus der Nebenkostenabrechnung 2021 von der Hausverwaltung in Höhe von 656,38 € ausgezahlt. Das Hausgeld beträgt 289,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 260,71 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 1.009,40 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende Januar bei 250.339,48 €.
Dividendenveränderungen
Im Januar wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
MSCI Inc.: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,25 US$ auf 1,38 US$ (+10,4%)
BlackRock: Erhöhung der Quartalsdividende von 4,88 US$ auf 5,00 US$ (+2,5%)
Givaudan: Erhöhung der Jahresdividende von 66 CHF auf 67 CHF (+1,5%)
BB Biotech: Senkung der Jahresdividende von 3,60 CHF auf 2,85 CHF (-20,8%)
Ausblick auf den Februar
Wie schnell ich meine Anlagestrategie für 2023 verlassen habe, konntest Du im Januar miterleben. Eigentlich wollte ich erst mal Dividenden sammeln und dann in Rentenpapiere investieren und einzelne Aktienpositionen aufstocken.
Und was habe ich gemacht? Deutlich mehr investiert als eigentlich gewollt. Und das auch noch in REITs und nicht in Renten. Aber die hohe Dividendenrendite bei Omega Healthcare Investors hatte mich einfach zum Handeln animiert.
Und nachdem ich dann analysiert hatte, wie Banken mit der Umrechnung der US-Dividenden Geld verdienen, startete ich meinen Vergleichstest.
Im Februar stehen nun aber endlich größere Dividendenzahlungen auf der Tagesordnung. Der Monat sollte vierstellig bei mir werden, da mit Siemens und Siemens Heathineers die ersten deutschen Konzerne ihre Jahresdividende ausschütten werden.
Neben dem nächsten Kauf von Realty Income (in mein Depot bei der Consorsbank) richte ich meinen Blick weiter auf die australischen Titel GrainCorp und Fortescue Metals Group. Sie will ich in diesem Jahr auf jeden Fall nachkaufen und warte eigentlich nur auf eine Kursdelle für eine Order. Und damit kehre ich dann auch wieder zu meiner Anlagestrategie zurück.
Im Februar steht der erste Börsengang des Jahres auf der Agenda. United Internet bringt seine Tochter IONOS an die Börse. Die Aktien können – vorbehaltlich einer Verkürzung der Frist – bis zum 7. Februar gezeichnet werden. Die Bookbuilding-Spanne liegt bei 18,50 – 22,50 €. Ich finde das Geschäftsmodell eigentlich sehr interessant. IONOS betreibt vor allem das Hosting von Webseiten und stellt Speicherplatz zur Verfügung. Und aus dem Blog weiß ich: Wer einmal eine Webseite bei einem Anbieter hostet, der wechselt nicht so leicht seinen Anbieter. Denn das Wichtigste ist die ständige Erreichbarkeit und niemand will in einer Transformation einen Datenverlust oder eine Nichterreichbarkeit riskieren. Die Umsätze von IONOS sind also sehr gut kalkulierbar und im besten Sinne wiederkehrend. Ich habe mich aber gegen eine Zeichnung entschieden, da ich die Preisspanne jetzt nicht als besonders niedrig ansehe und der Streubesitz sehr niedrig sein wird. Denn IONOS wird weiterhin als Tochtergesellschaft von United Internet geführt werden und in deren Cashmanagement eingebunden sein. Und es ist auch nicht geplant, dass IONOS eine Dividende ausschütten wird.
So wird der Februar für mich vor allem darin bestehen, die Geschäftszahlen meiner Depotwerte zu beobachten und auf bessere Dividendenankündigungen zu hoffen. Denn das, was im Januar verkündet wurde, war überwiegend enttäuschend. Givaudan und BlackRock hatten in den vergangenen Jahren deutlich größere Erhöhungen vorgenommen. Lediglich bei BB Biotech hatte ich mit der Senkung gerechnet, da dort die Dividende als Prozentsatz des Aktienkurses zum Jahresende ermittelt wird.
Außerdem stehen direkt zu Monatsbeginn Sitzungen der amerikanischen und der europäischen Notenbank an. Das kann wieder zu Schwankungen an den Märkten führen. Vor allem dann, wenn weitere Zinserhöhungen angekündigt oder aber sogar perspektivisch Zinssenkungen in Aussicht gestellt werden.
Zum Schluss noch eine Statistik, die die Frage in der Überschrift beantworten will: Der S&P 500 hat im Januar mehr als 5% zugelegt (+6,2%). Immer wenn das passiert ist und das vorherige Börsenjahr negativ war (2022: -19,4%), gab es ein sehr gutes Börsenjahr. Sogar so gut, dass der Durchschnitt dieser Börsenjahre bei +29,7% liegt. Passiert ist das allerdings erst in 5 Jahren, nämlich 1954, 1961, 1967, 1975 und 2019. Wird 2023 nun das sechste Jahr und bestätigt diese Statistik?
Es bleibt in jedem Fall spannend und es wird wieder ausreichend Gelegenheiten geben, kühlen Kopf zu bewahren.
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
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ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag Deines Erstinvestments. Außerdem kannst Du bei der Registrierung noch den Bonuscode NEU25 eingeben und erhältst zusätzlich einen Neukunden-Bonus in Höhe von 25 €.
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