Was Dich hier erwartet:
Das ganze Jahr lag die Statistik daneben. Entgegen aller Wahrscheinlichkeiten hatten wir bis in den August hinein nur positive Börsenmonate. Aber dann kam mit dem September der traditionell schwächste Monat und er hat es dann tatsächlich geschafft: Er ist seinem Ruf treu geblieben und hat uns gezeigt, dass Börsen eben keine Einbahnstraße ist.
Und natürlich – wer hätte es anders erwartet? – kommen nun die Berufspessimisten wieder aus ihren Löchern und warnen vor dem großen Börsenabsturz.
Ich habe davon in der Vergangenheit nichts gehalten und bin auch jetzt entspannt. Die Euphorie der letzten Monate konnte ich nicht nachvollziehen und jetzt ist auch kein Anlass für Trübsal.
Denn als langfristiger Investor geht der Blick über die Entwicklung eines Monats hinaus. Der kurzfristige Blick hilft mir lediglich, Kaufchancen zu erkennen und meine Annahmen zu hinterfragen.
In diesem Sinne präsentiere ich die Entwicklung meiner Depots im letzten Monat und beschreibe meinen Annahmen für das Schlussquartal und insbesondere für den Oktober.
Nachdem der August zum Ende hin schon leicht ins Minus drehte, war der September nun konstant im negativen Bereich. Genau so wie es der Saisonalität an den Börsen entspricht. Es dann mitzuerleben ist jedoch für den ein oder anderen immer wieder nervenaufreibend. Wie viele andere Börsianer auch habe ich den Großteil des Monats im Urlaub verbracht. Und mich von der negativen Stimmung nicht anstecken lassen.
Und auch diesen Monatsbericht schreibe ich gerade bei herrlichem Sommerwetter (obwohl es ja schon Herbst ist) auf der Terrasse einer Alm mit Blick auf den Millstätter See in Kärnten/Österreich. Das solltest Du beim Lesen wissen, denn vielleicht ist meine Stimmung ja auch deshalb etwas zu positiv…
Stand Wertpapierdepots
Details zu den einzelnen Depots gibt es – wie immer – ausführlich in diesem Bericht. Für den schnellen Überblick hilft die folgende Tabelle:
| Depotwert 30.09.23 | Monatsperformance | |
| Dividendendepot | 425.884 € | -1,8% |
| Optionsdepot | 17.317 € | -3,3% |
| Anti-Depot | 9.668 € | -8,5% |
| Zitronen-Depot | 33.840 € | -1,4% |
| Summe: | 486.709 € | -2,3% |
| Veränderung 2023: | +34.076 € | |
| abzgl. Einlagen: | -3.855 € | |
| Nettoveränderung 2023: | +30.220 € |
Im Jahr 2023 habe ich damit bisher ein Plus von rund 30.000 € erzielt. Der September belastete dabei mit gut 11.000 €. Ende Juli lag ich sogar noch bei einem Jahresplus von 44.000 €.
Benchmark
Im Juli hatte ich einen monatlichen Sparplan über 25 € beim Robo-Advisor von quirion aufgelegt, den ich als Benchmark für meine eigene Depotperformance nehme. Im September wurde die nächste Sparplanrate abgebucht (insgesamt also jetzt 75 €) und zum Monatsende beträgt die zeitgewichtete Performance nun 1,03 %. Zum Vergleich dazu: Die Performance meines Dividendendepots vom 05.07.2023 (Start des quirion-Benchmarks) bis zum 30.09.2023 liegt bei 0,18%. Damit liege ich nach drei Monaten etwas zurück.

Aktienkäufe
Im September habe ich sieben Aktienkäufe getätigt und dafür 2.077,55 € investiert:
2 Aktien Fortescue Metals Group für 26,05 €
2 Aktien Kenvue für 42,40 €
1 Aktie Kenvue für 20,54 €
8 Aktien Fortescue Metals Group für 94,12 €
20 Aktien Novartis für 1.854,51 €
1 Aktie Kenvue für 20,03 €
1 Aktie Kenvue für 19,90 €
Für zukünftige Käufe habe ich meine Watchlist veröffentlicht.
Aktienverkäufe
Im September habe ich im Dividendendepot keine Verkäufe getätigt.
Dividendenerträge
Im September erhielt ich insgesamt 662,10 € als Netto-Dividenden. Gegenüber dem Vorjahres-September ist das ein Plus von 0,3%.
Ich erhielt im September die folgenden Dividenden:
Realty Income: 29,23 €
Fortescue Metals Group: 120,18 €
PepsiCo: 106,69 €
Auf Jahressicht liege ich noch leicht über dem Vorjahr. Mein aktuelles Dividendenziel für 2023 habe ich in diesem Beitrag erläutert.
Crowdinvesting
Über meine bisherigen Erfahrungen mit Crowdinvesting hatte ich 2020 ausführlich berichtet. Im September erhielt ich Zinsen in Höhe von 2,12 € aus meinem Crowd-Portfolio.
Mein Portfolio ist aktuell 4.332,04 € groß: Ich habe ursprünglich 500 € bei Bergfürst, 1.100 € bei Engel & Völkers Digital Invest und 4.600 € bei ecoligo investiert. Davon wurden seit 2022 700 € bei Engel & Völkers Digital Invest, 1.167,96 € seitens ecoligo und 100 € bei Bergfürst getilgt.
Depotperformance
Mein Dividendendepot hat sich im September mit dem Markt negativ entwickelt. Der Depotwert per Ende September beträgt nun 425.884 €. Im Monatsverlauf steht für mein Dividendendepot ein Minus von 1,8%.
Top-Werte im Dividendendepot im September waren Partners Group (+8,1%), Omega Healthcare Investors (+5,8%) und Novartis (+4,9%).
Schwächste Werte im September waren Touax (-24,1%), Kenvue (-10,7%) und 3M (-9,6%).
Die Volatilität meines Dividendendepots lag im September bei 2,4%.
Anti-Depot
Mit dem Anti-Depot teste ich mit Echtgeld eine abweichende Anlagestrategie. Ich habe es zu Beginn des Jahres 2021 aufgesetzt und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Dem ersten Jahr mit einem Plus von 40,8% folgte das zweite Jahr mit einem Minus von 58,8%.
Das dritte Jahr scheint nun wieder ein positives Jahr werden. Jedenfalls liegt das Depot nach neun Monaten bei einem Plus (YTD) von 6,2%.
Im September habe ich zwei weitere Anleihen in das Anti-Depot gekauft. In einem separaten Beitrag habe ich ausführlich dargestellt, warum ich nun in 100-jährige Anleihen investiere. Und im September kaufte ich jeweils 2.000 € nominal einer Anleihe aus Österreich (A19PCG, Coupon: 2,1%) und aus Nordrhein-Westfalen (NRW0L1, Coupon: 1,375%).
Die Volatilität des Anti-Depots lag im September mit 3,0% wieder über der meines Dividendendepots.
Optionsdepot
Mit dem Optionsdepot verfolge ich eine – als risikoarm konzipierte – Optionsstrategie, die ich in meiner Serie zum Optionshandel ausführlich beschrieben habe. Damit habe ich ein kleines Nebenportfolio aufgebaut, das durch Optionsverkäufe (Puts und Calls) laufende Erträge erzielen soll.
Im September erzielte ich Einnahmen im Optionsdepot von 326,60 € brutto. Die Performance lag im September bei -3,3%.
In den Einnahmen enthalten sind Dividendenzahlungen von Viatris von 48,00 US$ vor Steuern bzw. 41,20 US$ nach Quellensteuern und von B2Gold von 128,00 US$ vor Steuern bzw. 108,80 US$ nach Quellensteuern .
Alle Transaktionen im Optionsdepot dokumentiere ich mit Screenshots auf einer eigenen Seite.
Zitronen-Depot
Das Zitronen-Depot und seine besondere Strategie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Dort findest Du auch die aktuelle Zusammensetzung. Ich baue mir langfristig ein Portfolio von Nachbesserungsrechten auf und erhoffe mir durch die Spruchverfahren eine risikoarme Zusatzrendite in einigen Jahren.
Im September wurden zwei Squeeze-Outs im Handelsregister eingetragen, an denen ich mit wenigen Stücken beteiligt war (SLM Solutions und onoff). Außerdem gab es für die Kabel Deutschland Holding noch die Ausgleichszahlung.
Das Volumen meiner Nachbesserungsrechte erhöhte sich im September leicht auf 86.028,22 €.
Das Depot erzielte eine Monatsperformance von -1,4%.
Immobilie
Über meine Wohnung in Leipzig habe ich zuletzt mit einem Update berichtet. Nach Abzug der Gebühr für die Sondereigentumsverwaltung erzielte ich im September Mieteinnahmen von 902,73 €. Das Hausgeld beträgt 289,00 €. Für den Immobilienkredit zahlte ich Zinsen in Höhe von 253,70 €. Ich hatte damit in diesem Monat einen Nettoerlös von 360,03 €.
Aufgrund der hohen vereinbarten Tilgung des Kredits habe ich jedoch einen negativen monatlichen Cash-Flow. Die monatliche Annuität liegt bei 1.216,80 € (Zins & Tilgung) und ist bis 30.09.2028 fest vereinbart (Zinssatz: 1,24%).
Dafür sinkt die Verschuldung der Wohnung stetig, sie liegt zum Ende September bei 242.659,27 € (bei einer Wohnungsgröße von 77,3 qm und zusätzlich einem Stellplatz).
Dividendenveränderungen
Im September wurden bei meinen Depottiteln folgende Dividendenveränderungen verkündet:
Microsoft: Erhöhung der Quartalsdividende von 0,68 US$ auf 0,75 US$ (+10,3%)
Texas Instruments: Erhöhung der Quartalsdividende von 1,24 US$ auf 1,30 US$ (+4,8%)
Realty Income: Erhöhung der Monatsdividende von 0,2555 US$ auf 0,256 US$ (+0,2%)
Ausblick auf den Oktober und das 4. Quartal
Mit dem September endete das 3. Quartal des Jahres. Das bedeutet, dass wir uns gedanklich schon auf die nächste Berichtssaison vorbereiten können. Und da sehen die Aussichten – zumindest in den USA – gar nicht so schlecht aus. Über alle börsennotierten Unternehmen hinweg wird ein Gewinnwachstum von 1,5% erwartet. Das hört sich zwar nicht nach viel an. Im 2. Quartal gab es jedoch insgesamt ein Minus von knapp 3%. Und damit dürften wir eben nun eine Verbesserung sehen. Und wenn es den Unternehmen überwiegend gelingen sollte, die Erwartungen zu schlagen, dann sieht es sogar noch ein Stück weit besser aus.
Im Oktober könnte es jedoch noch einigen Druck auf die Aktienkurse geben, insbesondere in den USA. Denn bevor die – voraussichtlich – ordentlichen Quartalsergebnisse kommen, fällt der Blick auf die Konjunktur. Und da endet das Moratorium für Studienkredite und die fälligen Rückzahlungen dürften für einen deutlichen Dämpfer im privaten Konsum sorgen.
Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es dann ab Ende Oktober wieder einen Stimmungsschwenk geben wird und wir insgesamt ein positives Schlussquartal sehen werden. Denn zum Jahresende geht der Blick unweigerlich nach 2024. Und da ist zwar unsicher, ab wann die Zinsen wieder sinken werden. Aber dass sie nicht das ganze Jahr ansteigen werden, sondern wir die ersten Zinssenkungen sehen werden, gilt als sicher. Und das wird dann auch den Aktienmärkten wieder Auftrieb geben.
Persönlich bin ich im Oktober gespannt auf den Spin-off von Sandoz. Novartis-Aktionäre erhalten für je 5 Aktien 1 Sandoz-Aktie. Und das Ganze soll schon in der ersten Oktober-Woche über die Bühne gehen. Nachdem ich im September meine Novartis-Position noch einmal aufgestockt habe, werden mir 20 Sandoz-Aktien eingebucht. Und da die Novartis-Aktie nach meinem Kauf noch mal deutlich gestiegen ist, sollte der Dividendenabschlag mir auch nicht weh tun.
Die ING, bei der ich meine Schweizer Aktien im Depot liegen habe, hat mir nun auch schon mitgeteilt, dass der Spin-off auch für deutsche Anleger steuerneutral eingebucht werden soll. Dazu werden die Anschaffungskosten der Novartis-Aktien um 1/6 reduziert und diese Reduzierung als steuerlicher Einstandskurs der Sandoz-Aktien genommen.
Hinsichtlich Aktienkäufen liege ich weiterhin bei Texas Instruments auf der Lauer. Die Dividendenerhöhung ist zwar niedriger als in den Vorjahren ausgefallen, trotzdem möchte ich meine Position noch etwas ausbauen. Ebenso habe ich einen Blick auf LVMH geworfen, die zuletzt aufgrund der schwächeren Nachfrage aus China unter Druck gerieten. Langfristig halte ich die Luxusindustrie weiterhin für aussichtsreich und deshalb könnte das eine gute Gelegenheit sein, den ersten Fuß in die Tür zu stellen.
Zum Luxussegment zählt auch diese Aktie in meinem Depot, die ebenfalls zuletzt etwas günstiger wurde. Auch sie würde ich gerne noch nachkaufen, mein Wunschkurs ist allerdings noch gute 12% niedriger als das aktuelle Niveau. Aber vielleicht ergibt sich ja im Oktober eine Gelegenheit.
Insgesamt bin ich weiterhin sehr entspannt. Mein Urlaub endet zwar nun schon wieder, aber mein Depot ist so aufgestellt, dass es auf Autopilot läuft. Partielle Veränderungen kann ich vornehmen, muss es aber nicht. Genau so soll Börse sein!
Wie hast Du den September erlebt? Hast Du Dich von der teilweise panischen Stimmung anstecken lassen? Oder alles gelassen genommen, da eine Konsolidierung auch mal gesund sein kann? Schreib gerne einen Kommentar, ich bin gespannt auf Deine Meinung.
Im Text habe ich einige Geldanlagen erwähnt, die Dich vielleicht inspirieren, selbst in eine ähnliche Richtung zu investieren. Besonders leicht geht das mit den folgenden Partner-Links, die Dich nichts kosten, aber den Divantis-Blog unterstützen:
quirion ist der Robo-Advisor der Quirin-Bank, der schon viele Tests gewinnen konnte. Du kannst bereits mit einer monatlichen Rate von 25 € einen Sparplan eröffnen und in ein breites, sich automatisch anpassendes Portfolio investieren.
ecoligo für nachhaltige Crowdfinanzierungen – bei Registrierung über den Link erhältst Du einen einmaligen Willkommensbonus in Höhe von 1,00 % bezogen auf den Betrag Deines Erstinvestments. Außerdem kannst Du bei der Registrierung noch den Bonuscode NEU25 eingeben und erhältst zusätzlich einen Neukunden-Bonus in Höhe von 25 €.
Engel & Völkers Digital Invest wähle ich für Immobilien-Crowdinvestments ab 100 € Anlagesumme. Die Angebote sind in der Regel schnell platziert. Deshalb solltest Du Dich einfach registrieren und für den Newsletter anmelden. Du erhältst dann unverbindlich die neuen Angebote zugesandt und kannst Dich dann entscheiden, ob ein Investment für Dich attraktiv ist.


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