Von Napoleon in direkter Linie in mein Dividendendepot

4.5
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Heute stelle ich eine Aktie vor, die wirklich etwas Besonderes ist: Wenn man so will, investiere ich mit ihr Hand in Hand mit Napoleons Nachkommen.

Und das ist in diesem Fall tatsächlich wörtlich zu nehmen. Die Familie des Mehrheitsaktionärs kann ihren Stammbaum bis zu Napoleon Bonaparte zurückverfolgen und sogar durch Gentests beweisen.

Das ist aber natürlich nicht der Grund, warum ich in das französische Unternehmen investiert habe. Aber die Geschichte – sowohl des Unternehmens als auch der Famlie – ist ein Aspekt, den ich durchaus bei meiner Aktienauswahl berücksichtige.

In ihr zeigt sich der Ansatz einer langfristig ausgerichteten Unternehmung. Besonders spannend finde ich dabei die Geschäftsfelder aus dem Infrastrukturbereich, die Marktstellung mit geringem Wettbewerb und einen Aktienkurs deutlich unter Buchwert.

Die Aktie ist ein Value-Wert, der aktuell an der Börse nicht besonders im Fokus steht. Meine Vorstellung zeigt Dir womöglich, dass sie trotzdem einen tieferen Blick wert ist.

Ich bin schon seit Ende 2022 Aktionär des französischen Unternehmens TOUAX. Erstmalig näher mit ihr beschäftigt habe ich mich anlässlich einer Präsentation auf dem Deutschen Eigenkapitalforum. Am ersten Tag hatte ich mich dort mit Immobilienaktien (hier mein Bericht dazu) beschäftigt, TOUAX präsentierte dann am dritten Tag kurz vor dem Ende und machte mich neugierig. Nachdem ich mich dann intensiver mit dem Unternehmen beschäftigt hatte, habe ich eine Position für mein Anti-Depot gekauft. Denn für mein Dividendendepot waren meine Anlagekriterien nicht erfüllt. Nachdem nun jedoch eine Dividende gezahlt wurde, habe ich die Aktie in meinen Langfristbestand überführt und stelle sie ausführlich vor.

Unternehmensgeschichte

Touax feiert im Jahr 2023 bereits seinen 170. Geburtstag. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1853 als “Compagnie de Touage de la Basse Seine et de l’Oise” (übersetzt: „Touage-Gesellschaft der unteren Seine und der Oise“).

Jubiläum TOUAX
Mit diesem Logo feiert TOUAX sein Jubiläum

Die Gründung erfolgte als Public-Private-Partnership (PPP) und das Unternehmen erhielt von Napoleon III. die Lizenz für 50 Jahre, einen Schleppdienst für Schiffe zwischen der Schleuse in La Monnaie an der Seine und der Schleuse in Pontoise an der Oise zu betreiben. Mit dieser Lizenz erreichte Touax im Jahr 1898 einen Marktanteil von 85% bei Schiffstransporten auf Seine und Oise. 1906 erfolgte dann der Börsengang.

1954 wurden die ersten Güterwaggons angeschafft und 1975 die ersten Schiffscontainer.

Nach einigen Übernahmen sind dies bis heute die drei Geschäftsbereiche des Unternehmens, das von der Familie Walewski in fünfter Generation geführt wird.

Die Familie Colonna Walewski hat eine Historie, die sie bis zu Napoleon Bonaparte zurückführt. Der Revolutionär und Kaiser der Franzosen hatte mit der Gräfin Maria Walewski den außerehelichen Sohn Alexandre Colonna-Walewski. Die Familiengeschichte ist auf dieser Webseite aufbereitet. Dort findet sich auch ein lesenswertes 28-seitiges PDF mit der kompletten, ausführlichen Geschichte von TOUAX bis 2007.

Geschäftsmodell und Ergebnis

Mittlerweile verwaltet Touax 1,3 Mrd. € Assets under Management, die sich aufteilen in (Stand: 31.12.2022):

  • 105 Binnenschiffe
  • 12.249 Güterwaggons
  • 385.141 Container.

Diese Güter befinden sich zu 49% im Eigentum von Touax. 51% gehören anderen Investoren. Die Güter sind besonders langlebig (in der Regel zwischen 30 und 50 Jahren) und werden langfristig (3-10 Jahre) vermietet. 79% der Erlöse sind wiederkehrende Leasingeinnahmen.

Mit 250 Mitarbeitern erzielte Touax im Jahre 2022 einen Umsatz von 161,5 Mio. € (2021: 125,0 Mio. €). Davon entfielen 50,4% auf die Container, 34,7% auf die Güterwaggons und 10,8% auf die Binnenschiffe (4,1% Sonstiges).

Daraus konnte ein EBITDA von 57,9 Mio. € (+4,8 Mio. €) und ein EBIT von 31,1 Mio. € (+2,4 Mio. €) erreicht werden. Aufgrund höherer Zinsen und Steuern sank der Nettogewinn allerdings von 12,6 Mio. € auf 7,5 Mio. €.

Der Gewinn je Aktie lag bei 1,07 € nach 1,79 €. Der Nettobuchwert stieg hingegen um 11% auf 12,94 € je Aktie.

Zum Jahresende 2022 verfügte Touax über eine Cash-Position von 56 Mio. €. Dem steht jedoch eine Nettoverschuldung von 281 Mio. € gegenüber. Die bilanzierten Güter hatten einen Beleihungsauslauf (loan-to-value ratio) von 59,5%.

Im 1. Quartal 2023 konnte das Niveau des Vorjahres im Wesentlichen bestätigt werden. Der Umsatz erreichte 37,1 Mio. € nach 37,4 Mio. € im 1. Quartal 2022. Dabei hat sich vor allem der Containermarkt normalisiert, nachdem im Vorjahr die Nachfrage und damit die Mieterlöse stark gestiegen war. Weiterhin zulegen konnten die Güterwaggons und die Binnenschiffe, so dass der Rückgang bei den Containern weitgehend ausgeglichen werden konnte.

Marktposition und Wettbewerber

Im Container-Leasing ist Touax die Nr. 1 in Europa und die Nr. 7 weltweit. In der Binnenschifffahrt der größte Vermieter in Europa und Südamerika. Und bei Güterwaggons der zweitgrößte Vermieter in Europa.

Die Martkeintrittsbarrieren sind relativ hoch. Ein Güterwaggon kostet beispielsweise rund 100.000 €. Um damit Geld zu verdienen, ist ein europäischer Markt mit vielen Kunden und langen Strecken erforderlich. Der einzelne Transport auf der Schiene rentiert sich erst ab einer Strecke von 300 Kilometern. Die deutsche VTG ist die größte private Vermieterin Europas. VTG war bis 2021 börsennotiert und wurden dann per Squeeze-Out von der Börse genommen. Im Anschluss wurde VTG an Global Infrastructure Partners weiterverkauft.

Im Containermarkt gehört Touax im weltweiten Vergleich zwar zur Spitzengruppe, ist aber in absoluten Zahlen ziemlich abgeschlagen. Die Marktführer verwalten Stückzahlen in Millioneneinheiten, während Touax knapp vor Vierhunderttausend steht. Weltmarktführer ist Triton, bekannt und deutlich größer als Touax ist auch Seaco. Die börsennotierte Triton hat im April 2023 angekündigt, dass es einer Übernahme durch Brookfield Infrastructure zustimmt.

Die Branche ist also offensichtlich für Infrastrukturinvestoren hoch attraktiv. Touax ist durch seine besondere Historie aus meiner Sicht kein Übernahmeobjekt. Aber als langfristiges Investment trotzdem geeignet. Die Idee daher: Was für große private Investoren in Infrastruktur gut ist, kann für mein Depot nicht schlecht sein.

Management

Touax hat zwei Geschäftsführende Partner, die Brüder Fabrice und Raphaël Colonna Walewski. Sie üben ihre Ämter seit 1993 bzw. 2005 aus und werden vom Aufsichtsrat beaufsichtigt. Aufsichtsratsvorsitzender ist Alexandre Colonna Walewski, der Vater der beiden Geschäftsführenden Partner. Er ist mittlerweile 88 Jahre alt.

In dieser Familienkonstellation zeigt sich die Besonderheit von Touax als Familiengesellschaft in fünfter Generation. Die Familie verfügt auch über Aktien mit Mehrfachstimmrecht und ist somit die dominante Aktionärin.

Für mich ist das ein wichtiger Aspekt. Auf der einen Seite sehe ich die bekannten Themen einer Familie (man denke z.B. an die Buddenbrooks von Thomas Mann). Die familiäre Herkunft ist ja per se noch kein Qualifikationsnachweis und Managementimpulse von Außen sind oftmals auch nicht verkehrt. Andererseits ist es auch eine Verpflichtung zur langfristigen wertorientierten Unternehmensführung. Denn jede Generation führt das Unternehmen nur für eine bestimmte Zeit, um es dann an die nächste Generation weiterzugeben.

Im Aufsichtsrat gelten – neben dem Familienoberhaupt und Vorsitzenden – alle 6 anderen Mitglieder als unabhängig. Insofern schauen dort dann auch Menschen außerhalb der Familie genauer hin.

Aktienkurs

Die Aktie von Touax notiert aktuell deutlich unterhalb ihrer historischen Höchststände. Der 10-Jahres-Chart beginnt „links Oben“ mit einem Hoch Anfang 2014 bei 20,80 €. Von dort ging es – unter zeitweiser Seitwärtsbewegung – bis zum Corona-Tief von 3,30 € im März 2020 abwärts. Von dort startete dann eine Aufwärtsphase, die die Aktie ein Jahr später auf 10,30 € führte. Das Niveau konnte sie aber nicht halten. Nach einem Pendeln um die 8 €-Marke in 2022 notiert sie 2023 nun etwas unter 7 €.

10-Jahres-Chart von Touax
10-Jahres-Chart von Touax

Größere Käufe würde ich an der Heimatbörse von Touax, der Pariser Börse Euronext, vornehmen. In Deutschland sind die Umsätze gering und deshalb der Spread (Spanne zwischen An- und Verkaufskurs) ziemlich groß. Alternativ bietet sich eine Limitierung und Geduld an.

Marktkapitalisierung

Touax hat 7.011.547 Aktien ausgegeben (Stand: 30.06.2023). Bei einem Kurs von 6,90 € bedeutet das, dass die Marktkapitalisierung lediglich 48,3 Mio. € beträgt. Es ist also ein Micro-Cap. In meinen Anlagekriterien habe ich für mich festgelegt, dass ich nicht in solche kleinen Titel investiere. Denn schon kleinere Meldungen können für größere Kursausschläge (in beide Richtungen!) sorgen. Und das passt nicht zu meinem Investmentansatz, dass die Aktien in meinem Depot eigentlich Selbstläufer sein sollen und wenig Beobachtung bedürfen.

Touax gehört den Indizes CAC-Small und CAC-Mid & Small an.

Größter Anteilseigner von Touax ist die Familie Walewski, die 32% der Aktien hält.

470.000 Aktien (=6,7%) befinden sich übrigens im Bestand des von Dr. Markus Elsässer beratenen ME Fonds – Special Values (Stand: 31.12.2022).

Aktienkauf

Meine 200 Aktien von Touax kaufte ich bereits am 14.12.2022 in mein Depot bei maxblue (Deutsche Bank). Ich limitierte meine Order bei Lang & Schwarz und sie wurde zum Kurs von 8,30 € je Aktie ausgeführt. Als Provision zahlte ich 8,90 € und damit insgesamt 1.668,90 €.

Aktienkauf Touax im Dezember 2022

Zum Kaufzeitpunkt war Touax keine dividendenzahlende Aktie, so dass ich nicht auf die französische Quellensteuer achten musste. Mit der Einladung zur Hauptversammlung 2023 kam dann allerdings ein Dividendenvorschlag und ich übertrug die Aktienposition zum DKB-Broker. Dort halte ich auch meine anderen französischen Aktien und habe einen Antrag zur Vorabbefreiuung von der Quellensteuer gestellt.

Depotübertrag Touax von maxblue zur DKB
Depotübertrag von maxblue zur DKB

Dividendenzahlung

Touax zahlt 2023 erstmals wieder eine Dividende und will das auch in den nächsten Jahren fortführen. Damit knüpft das Management an die Zeit von 1899 bis 2015 an, in der jedes Jahr eine Dividende gezahlt wurde.

Die „erste wieder“-Dividende hat damit vor allem auch einen symbolischen Charakter. Sie beträgt 0,10 € je Aktie. Bei einem Kurs von rund 7 € vor dem Ex-Tag bedeutet das eine Dividendenrendite von 1,4%.

Wichtiger als diese Prozentzahl ist aus meiner Sicht das Signal an die Aktionäre: Touax ist gut aufgestellt und beteiligt seine Teilhaber am Unternehmenserfolg. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Dividende in den nächsten Jahren durchaus steigen kann.

Ausschüttungsfähig waren für das Geschäftsjahr 2022 1,9 Mio. €. Die Dividende ergibt in Summe einen Betrag von 0,7 Mio. €, so dass 1,2 Mio. € für 2023 vorgetragen werden.

Für die 200 Aktien erhalte ich damit eine Brutto-Dividende von 20,00 €. Der DKB-Broker zog davon lediglich 12,8% französische Quellensteuer ab, die vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wurde. Die Netto-Dividende von 14,87 € wurde mit Wertstellung 12.07.2023 überwiesen.

Touax Dividendenzahlung im Juli 2023

Nachhaltigkeitsfaktor

Touax ist mit seinen Geschäftsfeldern im Schienen- und Flussverkehr tätig. Diese beiden Verkehrswege gelten als umweltfreundlicher im Gegensatz zum Straßenverkehr.

Die Aktie selbst ist zu klein, damit sie in einen Nachhaltigkeitsindex aufgenommen wird. Gleichwohl ist das Management sehr langfristig ausgerichtet. Dafür bürgt schon die mehr als 170-jährige Unternehmensgeschichte und die damit eng verbundene Familiengeschichte.

Ende 2021 hat Touax einen Green Loan aufgenommen. Dabei wurde mittels eines erstrangig besicherten Grünen Darlehen in Höhe von 74,4 Mio. € und mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren eine Flotte von 1.650 neuen und gebrauchten Güterwaggons in Europa refinanziert. Im Rahmen dieser Finanzierung wurde das Green Finance Framework genutzt und ein unabhängiges ESG-Gutachten von der Morningstar-Tochter Sustainalytics erstellt.

Die Finanzierung der Güterwagenflotte wird sich durch den kohlenstoffarmen Verkehr positiv auf die Umwelt auswirken und steht danach im Einklang mit der Kategorie „sauberer Verkehr“ und trägt zur Erreichung des 9. UN-Ziels für nachhaltige Entwicklung bei.

Das gesamte Güterwaggonportfolio von Touax produziert eigenen Angaben zu Folge 22g CO2/tkm und unterschreitet damit den Schwellenwert von 40g CO2/tkm, den die Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen für die EU-Taxonomie empfohlen hatte, bei weitem.

Den Vorteil von Güterverkehr und Binnenschiffen gegenüber dem LKW-Verkehr zeigt die folgende Tabelle für Deutschland:

Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Güterverkehr
Quelle: Umweltbundesamt

Valueinvestment

Bei einem Kurs von 6,90 € ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,5 (bezogen auf den Gewinn 2022). Der Nettobuchwert lag zum 31.12.2022 bei 12,94 €. Der Aktienkurs zeigt darauf einen erheblichen Abschlag.

Weitere Strategie

Touax hatte ich ursprünglich in das Anti-Depot gekauft, weil keine Dividende gezahlt wurde. Dort war die Positionsgröße passend, da ich das Anti-Depot selbst auf etwa 5% meines Dividendendepots limitiere.

Nach der Aufnahme der Dividendenzahlungen habe ich die Aktie jedoch ins Dividendendepots „umgebucht“. Und dort gehört sie jetzt mit einem Depotanteil von 0,3% zu den kleinsten Positionen.

Leider befindet sich die Aktie auch im Rückwärtsgang, so dass ich bisher seit dem Kauf rund 17% Kursverlust zu verzeichnen habe. Angesichts der überschaubaren Positionsgröße ist das in absoluten Zahlen aber verkraftbar. Trotzdem sind 300 € Minus etwas Anderes als das, was ich mir mit meinem Investment versprochen habe.

Ich schätze jedoch das langfristig ausgerichtete Geschäftsmodell in einem Bereich, der als nachhaltig gilt und den Güterverkehr auf den Straßen reduziert.

Die niedrige Marktkapitalisierung führt in diesem Fall dazu, dass ich mich mit relativ wenigen Aktien bereits „messbar“ an dem Unternehmen beteiligen kann. Mit 700 Aktien würden mir bereits 0,01% von Touax gehören.

Eine solche Position würde beim aktuellen Aktienkurs einem Depotanteil von 1,1% entsprechen. Und damit wäre Touax dann auch angemessen in meinem Dividendendepot vertreten.

Aufgrund der immer noch kleinen Verhältnisse und des konsolidierenden Aktienkurses lasse ich mir mit dem Nachkauf allerdings Zeit. Ich möchte hier nicht in ein fallendes Messer greifen. Denn sicherlich setzen die weiterhin steigenden Zinsen die Refinanzierungskosten von Touax unter Druck. Und bei einer sinkenden Nachfrage nach Containern aufgrund konjunktureller Abschwächung kann das sowohl bei den Erlösen als auch bei den Kosten negative Auswirkungen haben.

Das gilt es für mich zu beobachten und deshalb habe ich mir auch kein zeitliches Ziel zur Erreichung einer größeren Depotposition gesetzt. Mit den 200 Aktien bin ich zunächst zum Einstieg gut dabei und kann die Entwicklung entspannt beobachten.

Eine Bitte noch zum Abschluss: Ich höre immer mal wieder von Leserinnen und Lesern, die sich von meinen Beiträgen inspirieren lassen und daraufhin Aktien der vorgestellten Unternehmen kaufen. Das kannst Du natürlich machen, denn meine Beiträge sollen Dich ja auch anregen. Aber eben nicht zum blinden Kaufen, sondern dazu Dir eine eigene Meinung zu bilden. Wenn ich eine Aktie vorstelle, dann bin ich natürlich voreingenommen. Ich habe mich mit dem Unternehmen beschäftigt und es hat mich überzeugt. Und genau das könnte dazu führen, dass ich die Risiken nicht ausreichend sehe oder darstelle. Bitte mach Dir deshalb in jedem Fall ein eigenes Bild von Touax! Und berücksichtige dabei vor allem, dass es sich wirklich um einen kleinen, marktengen Nebenwert handelt. Es ist von der Marktkapitalisierung das kleinste Unternehmen, das ich (bisher) jemals vorgestellt habe. Ordere unbedingt limitiert und kaufe die Aktien nicht um jeden Preis. Und wenn Deine Order heute nicht ausgeführt werden sollte, dann bleib bitte entspannt. Aktien gibt es auch morgen oder nächste Woche noch zu kaufen.

Dieser Beitrag ist ausdrücklich keine Empfehlung und/oder Anlageberatung. Und das schreibe ich nicht, weil es juristisch notwendig ist, sondern weil ich es wirklich so meine!

Auf einen Blick:

Unternehmen:Touax
ISIN:FR0000033003
Im Divantis-Depot seit:14.12.2022
Letzter Nachkauf am:08.11.2023
Stückzahl im Divantis-Depot:500
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:6,04 €
Gesamtkaufpreis:3.022,12 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:14,87 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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46 Gedanken zu „Von Napoleon in direkter Linie in mein Dividendendepot“

  1. Hallo Ben,

    und Danke für diese interessante Vorstellung! Hatte diese Napoleongeschichte mit einem Auge die Tage auch bei Twitter gesehen und als Kuriosum abgestempelt.
    Ich persönlich mag Unternehmen mit starkem Familieneinfluss gerne. Siehe beispielsweise Sixt. Klar gibt es Risiken, aber i.d.R. gehe eine gewisse Kontinuität damit einher.
    Infrastruktur ist bei mir definitiv unterrepräsentiert, daher freue ich mich über deine Vorstellung und werde das Unternehmen vielleicht auch mal näher anschauen.

  2. Touax, nice Story, but …
    Kurs Historie ?
    Dividendenhistorie ?
    Und der liebe Markus Elsässer, ist ja wirklich ein sympathischer älterer Herr, dem man gut zuhören kann,
    aber die Performance von seinen ME Fonds – Special Values A und B sind jetzt auch nicht so die Welle.
    ich habs mir grob angesehen, man wäre mit dem einfachen SPDR S&P 500 Trust besser gefahren.
    Man verliert kein Geld, man gewinnt aber auch keins mit Markus Elsässer. Ich mein Markus Elsässer wird schon mit seinen Fonds persönlich profitieren und mit seinen Videos verdienen, aber als Anleger?
    Genauso wie jetzt Gerd Kommer auch noch unbedingt einen ETF aus dem Boden stampfen will, den kein Mensch braucht.

    Was ich hier schätze, ist wirklich die gute Diskussionskultur
    Ben ist überzeugt von Nachhaltigkeit und vertritt das auch.

    Noch zu Touax :
    Zitat Ben “ : Im Rahmen dieser Finanzierung wurde das Green Finance Framework genutzt und ein unabhängiges ESG-Gutachten von der Morningstar-Tochter Sustainalytics erstellt.“
    Ja klar hilft man sich im Green Finance Framework auch gegenseitig, ich weiß aber nicht,
    ob dieses alles wirtschaftlich langfristig erfolgreich sein wird, ohne permanent von staatlichen Subventionen und Zuschüssen abhängig zu sein.
    Sollte jetzt in Europa, speziell Frankreich doch so etwas wie Rezession auftauchen, ist man bei Touax auch auf der schlechten Seite,
    Fazit
    Touax wäre grad nix für mich.
    Grüße

    1. noch eine kurze Ergänzung
      ohne Ideologie,
      wenn man aufgrund der Klimaveränderung von zumindestens in Sommermonaten von höherer Hitze und Dürre
      und damit sinkenden bis austrocknenden Flußpegeln ausgeht und sich die Zeiträume der nutzbaren Schifffahrt sich übers Jahr verkürzt, wäre ein Invest in Binnenschifffahrt auch fraglich.

      1. Hallo Thomas,

        das ist ein guter Aspekt, den man sicherlich im Auge behalten sollte. Bisher haben die großen Flüsse (nur dort findet ja Binnenschifffahrt statt) ja eine Fahrtrinne, die nur in seltenen Fällen zu flach wird. Aber es gab das schon, dass die Schiffe zeitweise nicht mehr fahren konnten. Zunächst dürfte das für Touax keinen größeren Effekt haben, da die Schiffe vermietet sind. Allerdings – und da hast Du vollkommen recht – könnte der Klimawandel für regelmäßige Ausfälle sorgen und damit die Binnenschifffahrt generell an Attraktivität verlieren. Auch wenn Touax aus der Binnenschiffahrt entstanden ist, liegt der Umsatzanteil heutzutage ja „nur noch“ bei 10%. Risiko ist also da, aber aus meiner Sicht überschaubar.

        Viele Grüße Ben

      2. Niedrige Flußpegel sind für Touax eher gut als schlecht (also niedrige Pegel, nicht ausgetrocknete Flüsse). Denn bei niedrigem Pegel dürfen die Schiffe nicht so viel laden. Ergo: Touax vermietet dann mehr Schiffe.

        1. und wenn überall der Trend hin soll zu Ladung immer mehr verteilt auf Zug und Schiff und weg von der Straße kommt diese Thematik evlt auch zum tragen…

  3. Hallo Ben,
    puh, zyklisches Geschäft, Unternehmen hoch verschuldet bei schwierigem Finanzierungsumfeld und neben der Marktkapitalisierung ist auch die Dividende eher „micro“. Dazu noch ein sehr marktenger Wert. Gibt es da nicht bessere Gelegenheiten an der Börse ? Alles Gute mit dieser Aktie, aber von solchen Investments lasse ich persönlich lieber die Finger (aber auch das ist natürlich keine Anlageberatung – jeder so, wie er kann und mag ;-)).
    BG, Matthias66

    1. Ich freu mich hier für Ben dass er wieder mit seiner tollen Analyse eine Aktie gefunden hat – und gekauft hat.
      Diese polarisiert zwar und hier hat dazu jeder seine Ideen und Meinungen was ich toll finde und mich inspiriert. Doch er hat mal wieder einen klassichen Kauf getätigt und ist weg von Reduzieren oder verkaufen. I like ;)

  4. etwas am Rande,
    weil mir aufgefallen ist, das alles, was im entferntesten Sinn bei US Werten mit Steel und großen Maschinen zu tun hat wie zum Beispiel Caterpillar, Parker Hannifin, Oshkosh, Deere&Co, Paccar, Russel Metals, AGCO, Terex usw, zur Zeit wie geschnitten Brot läuft
    aber auch langfristig
    hier mal eine schönes Bild
    https://finviz.com/groups.ashx?g=industry&sg=industrials&v=210&o=name
    hatte jetzt bei Paccar einen guten Einstieg und guck mal ob, ich bei Oshkosh, Terex oder AGCO mir was hole.
    Die KGV sind auch gar nicht so hoch.
    Grüße und kein Empfehlung

  5. Ben, ich hätte eine Frage zu Verrechnung der Quellensteuer (QueSt.):
    hast Du ausser DKB noch weitere Broker in Nutzung (Anerkennung Quest. Frankreich, Spanien, Italien, Skandinavien) ansonsten wäre dann wohl der DKB-Broker die Lösung für das leidige Problem mit der QueSt. Verrechnung…d.h. betreffende Aktien umbuchen lassen von z.B. Traderepublic => DKB…
    War/ist die Umbuchungsaktion dann kostenlos?
    Torsten

    1. Torsten,

      ich bin nicht Ben, aber es hilft manchmal zu lesen auf seiner Seite ;)

      Für franz. Aktien gibt es nur DKB (für 3 Jahre).
      Skandinavien geht auch bei der DKB. bei Dänen bin ich mir nicht sicher, die habe ich nicht. Schweden unbegrenzt (gibts aber auch bei anderen Brokern umsonst), FIN und NOR für 3 Jahre
      Spanien geht dort nicht. Ist aber recht einfach zurückzuholen, da fast Alles auf elektronischem Weg.
      Italien geht bei der DKB aber nur jährlich.
      Jede Vorabbefreiung kostet 11,90.

      Es sollte also schon Volumen der Erstattung dahinter stehen. Spanien lohnt aus meiner Sicht nicht.
      Nicht vergessen bei Norwegen musst Du dennoch das Finanzamt über die Einkommenssteuer einschalten.

  6. Hallo Ben,

    da für Dich Transport unter Infrastruktur fällt, was hat Dich zu Touax geführt?
    Bei Transport ist Can. Railway, Union Pacific oder die gute alte D. Post aus meiner Sicht deutlich besser, würde mich jedenfalls gut schlafen lassen. Gut mit 700 Aktien hat man noch keine 0,01% Anteil und es sind keine Familienunternehmen.
    Für mich wäre das Unternehmen nichts.

  7. Lieber Ben,

    danke für die immer wieder interessanten Investideen. Ich gebe zu, dass ich Touax tendeziell eher nicht als für mich geeignet sehe, auch wenn die Story gut klingt. Aber die Schuldenbelastung lässt mich vorsichtig sein.

    Dennoch habe ich 2 Dinge gelernt:

    1. Ich sollte mich bei Gelegenheit mal intensiver mit dem Thema Buchwert befassen. Ich gehe davon aus, dass in den von dir genannten 12 EUR die Schulden schon berücksichtigt sind. Und ich würde gern die Frage stellen, welche Positionen du im Buchwert berücksichtigst oder ob du den gar nicht selbst berechnest?

    2. Wenn ein Unternehmen hohe Schulden hat, ist für mich ein entsprechend hoher FCF wichtig. Beim Blick in den Jahresbericht haben mich die Angaben aber etwas verwirrt. Ist der in diesem Fall negative operative Cashflow vergleichbar mit Angaben zum Beispiel amerikanischer Unternehmen? Falls ja wäre das ja vorletztes Jahr deutlich negativ und auch letztes Jahr nicht so gut. Learning: Auch wenn man glaubt die straight-forward-Berichte mancher großer Firmen einschätzen zu können, sollte man sich darauf nichts einbilden. ;-) Hier muss ich noch was lernen.

    Beste Grüße,
    Christian

    PS: Erneut eine Frage in die Runde, da es grad um exotische Werte geht: Wer von euch hat sich denn schon mal mit Texas Pacific Land Corp. (TPL) auseinandergesetzt oder sogar nähere Infos?

  8. Ben,
    Ich hatte mal ein komandit investment bei einer firma, die container vermietete. Ging ziemlich in die hose. Nebenbei bemerkt : einige tausend container kippen pro jahr waehrend der transporte ins meer….
    Ich denke auch : canadian national railway oder union pacific waere eine bessere und solide alternative.

  9. Zu klein für Rendite aus Brot-und-Butter-Geschäft. Kleine Werte nehme ich auch gerne, dann muss da aber viel Fantasie drin stecken….

    Gruß Frank

  10. Wie kommt man den auf einen solchen Wert ( Touax) ? Wenn ich in Transport und Logistik investieren will gibt es so viele tolle Möglichkeiten und wurden durch den BörsenHai schon gesagt –> Can. Railway, Union Pacific oder D. Post. Ich habe mir Union Pacific gekauft weil die Bewertung und Dividende sehr gut zusammenpasst und absolut fair bis günstig ist. Dazu hat sich das Unternehmen wirtschaftlich und kurstechnisch seit Jahrzehnten mehr als bewiesen.
    Mein Credo ist immer auf das größere Pferd mit Stabilität zu setzen als auf einen Micro Cap bei dem wahrscheinlich 9 von 10 Pleite gehen und eher einen „Zock“ darstellen.
    Langsames und stetiges Wachstum führt sicher zum Ziel :)

  11. In jedem Fall ein interessantes Unternehmen.

    Ich finde man kann so etwas machen. Nur muss man sich selbst sicherlich eine kritische Einordnung geben. Ich vermute einfach mal ganz keck, dass die Corporate Governance in dem Unternehmen nicht die erste Disziplin ist. Da ist dann eben eine Grundsatzfrage, ob man dann ein Investment tätigen möchte (völlig wertneutral). Corporate Governance ist ohnehin schlecht genug bei französischen Unternehmen, bei dem Unternehmen wette ich nicht auf einen Ausreißer. Hier hat man zwar weitere „unabhängige Aufsichtsräte“, allerdings mag man sich mit ein bisschen Fantasie lebhaft vorstellen, wie diese bei einem derart kleinem, nischigen Unternehmen rekrutiert werden und inwieweit diese aktiv Interessen der Aktionäre wahrnehmen. Wenn man ganz keck ist, könnte man zumindest auf den Gedanken kommen, dass so etwas in einem solchen Unternehmen auch wie eine Ehrenmitgliedschaft oder Quasi-Senatorenschaft gelebt wird.

    So ein Unternehmen ist eigentlich ein bisschen eine Anti-Wette auf moderne Unternehmen. Und das kann auch seinen Reiz haben! Es wird nicht nach dem Druck des Kapitalmarkts und nach Quartalszahlen gelenkt, sondern man unternimmt vermutlich lieber das, was langfristig für richtig erachtet wird. Solange man als dritter Aktionär ein hohes Maß an Interessenkongruenz mit den beiden Brüdern hat, passt das ja. Man bindet sich eben an sie.

    Die Eigenkapitalrendite geht ja, wenn ich die richtigen Daten bei Reuters gefunden habe, Richtung 1 Prozent. Entweder das Geschäftsmodell ist doch etwas schwach im Wettbewerb, oder auch ein nicht untypischer Fall von familiengeführtes Unternehmen, bei dem „Capital Allocation“ nach modernen BWL-Methoden nicht erste Steuerungsgröße des Unternehmens ist.

    Andererseits, wenn ich mich mal mit meinen eigenen Investments kritisch befasse, habe ich den ein oder anderen HK-Chip mit Familien Bande dahinter, die sicherlich nicht gerade transparenter agiert. :-)

    1. Hallo Tobs,

      ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Eigenkapitalrendite ohne Betrachtung der Höhe des Fremdkapitals nichts aussagt. ;) Das bezieht sich jetzt nicht nur auf das Unternehmen Touax.
      Man kann eine Super-Eigenkapitalredite haben aber keinen aktuellen Cashflow – vice versa. Für Beides gibt es Situationen abhängig, was das Unternehmen zugekauft hat (aus eigenen Mitteln oder vielen Schulden) ;)

      @Chrishaan, in Immo in den USA mit der Bewertung? Da würde ich persönlich niemals investieren.

      @James: Man sollte nicht vergessen, es ist ein Unterschied, ob ein Micro-Cap seit 100 Jahren gutes Geld verdient, oder auf Verspechungen „in 3 Jahren sind wir schwarz“ beruht. Ich gebe allerdings zu, dass eine gewisse Phantasie bei MicroCaps vorhanden sein sollte. Die fehlt mir bei Touax.

        1. @Thomas: Ja genau. Aber nicht nur das, sondern auch eine ziemlich Sonneneinstrahlung auf der Oberfläche. Laut https://solargis.com/maps-and-gis-data/download/world dürfte das ähnlich der Intensitäten in Australien sein. Lässt also durchaus auch Phantasie über die fossile Ära hinaus zu, ähnlich wie bei Fortesque Metals. Die Frage ist nur ob die Cowboys sich auch in diese Richtung bewegen werden?

          Und durch die Rechtevergabe haben die auch keine Risiken durch Investitionen in teure Anlagen.

          Mich würde nur interessieren ob die Verpachtung für Solarparks ähnlich lukrativ ist wie für das Ölgeschäft… Aber da muss ich wohl selbst mal graben.

          Wenn auch auf prozentual geringer Basis steigern die ihre Dividenden ordentlich. Und haben noch dazu eine ziemlich geringe Payout-Ratio.

        2. @Thomas, @Chrisaan,

          ich rede nicht von TPL, sondern RoE.

          Es gibt einige Punkte, die bei Betrachtung der Zahlen erforderlich sind:
          1. Der RoE ist Branchenabhängig! Er kann wenn überhaupt nur innerhalb deselben Geschäftsfeldes aber nicht innerhalb der Branchen (z.B. nach GICS) verglichen werden. (Lebensmittelhandel vs. Edelsteinhandel – nicht vergleichbar; Produktion Halbleiter vs. Produktion Haushaltsgeräte – nicht vergleichbar)
          2. Der Gewinn kann bilanziell gesteuert werden (Gewinn / Eigenkapital) x 100%; hier müsste man im Zweifel am Gewinnausweis sehr genau in die Bilanz reinschauen (falls die Bilanzen über die Jahre vergleichbar sind ! )
          3. Aquisitionen oder Aktienrückkäufe beeinflussen das Eigenkapital
          4. Wenn man den RoE ansieht, sollte dieser über die Jahre steigen (Einzelwerte sind nicht aussagekräftig )
          5. 1 Mio Gewinn bei 5 Mio Eigenkapüital ist toll. Aber was ist, wenn das Unternehmen auf 30 Mio Verbindlichkeiten sitzt und nicht den erforderlichen CashFlow generiert, um die Verbindlichkeiten zu bedienen? 1 Mio Gewinn bei 35 Mio Eigenkapital und 2 Mio Verbindlichkeiten scheint dagegen mau.

          Gewinne können bilanziell beeinflusst werden, vergesst das nicht! CashFlow nur bei getürkten Bilanzen.
          Es gibt nicht „die“ Kennzahl bei Aktien und schon gar nur die Kennzahl eines Jahres, sondern immer die Entwicklung der Kennzahlen – am besten über 10 Jahre hinweg. Schwankungen? Ereignisse? Risiken? etc. sollte man im Auge behalten.

          Die Eigenkapitalrendite bei Immobilien sind nicht vergleichbar mit Aktien, da man nebenher auch persönliches Eigentum bildet – immer. Beispiel: Ben: Er hat Eigenkapitalrendite aber negativen CashFlow. Das ist bei Immo auf Kredit angangs immer so. Die Banken reden aber bei unbedarften Käufern nur von der Eigenkapitalrendite aber nicht davon, dass Sie jeden Monat Geld zuschießen müssen ;) Alternativ von Steuerersparnis …

      1. Die Eigenkapitalrendite ist schon allein deshalb nicht aussagekraeftig , da das eigenkapital durch aktienrueckkäufe drastisch veraendert wird, kann dabei sogar negativ werden, wie zb bei Mc Donalds ( – 6 mrd)

        1. Ja natürlich, was Börsenhai und Du schreibt, ist vollkommen richtig und gilt grundsätzlich.

          @Börsenhai: Mir ist ein Unternehmen mit hoher EK-Rendite ohne Hebel als mit Hebel auch lieber, das ist klar. :-) Wenn aber schon mit Hebel die EK-Rendite niedrig ist, dann…finde ich es recht nicht attraktiv.

          @Manfred: Ich habe jetzt nicht das Unternehmen studiert. Hat denn Touax tatsächlich hier engineert und rabiat Aktienrückkäufe durchgeführt, wie es etwa neben den von Dir angesprochenen MCdonalds auch Starbucks und Domino Pizza gemacht hatten?

          Jedenfalls wäre aus meiner eigenen Brille hierauf ein Blick nicht minder wichtig als rin Blick auf die Dividendenrendite und den Buchwert.

          1. Hallo Tobs,

            Touax hält nur 0,18% eigene Aktien. Das sind exakt 12.798 Stück mit einem Marktwert von knapp 90.000 €. Das Beispiel von Manfred zum negativen Eigenkapital aufgrund von Aktienrückkäufen kann daher nur allgemein gemeint gewesen sein.

            Viele Grüße Ben

  12. @Thomas: Danke für den Link.

    @Börsenhai: Meinst du TPL mit Immo? Falls ja, mal ab von der Bewertung, die ja eher das „Wann?“ definiert, ist es trotzdem interessant sich das ein oder andere Gechäftsmodell mal anzusehen, also das „Ob?“.

  13. Hallo,

    als ich vor vielen Jahren begonnen habe, an der Börse zu investieren, konzentrierte ich mich schwerpunktmäßig auf kleine, exotische Unternehmen außerhalb des Mainstreams. Nach und nach musste ich leider die schmerzliche Erfahrung machen, dass es diesen Unternehmen an einer wichtigen – ja überlebenswichtigen – Fähigkeit fehlt oder sie stark eingeschränkt ist: die Resilienz gegen negative Einflüsse von außen und disruptive Entwicklungen im geschäftlichen Umfeld.

    Warum also klein und verletzlicher statt groß und wehrhafter?

    Viele Grüße

    A.P.

    1. Danke für die gute Aufstellung, Thomas.

      Größe des Unternehmens allein stellt zwar bekanntlich noch keine ewige Überlebensgarantie dar. Das Chance-Risiko-Verhältnis sollte bei ihnen allerdings ungleich vorteilhafter sein. Und das Ziel unternehmerisch denkender Investoren an der Börse – im Gegensatz zu Tradern – sollte m.E. eine konsequente Risikominimierung sein.

      Insofern hat sich mein damaliges Anlageverhalten – Nischenwerte, Hoffnungsträger, Krisenwerte, „heiße“ Tipps, „Trüffelaktien“ usw. – seit einiger Zeit komplett geändert. Habe sozusagen noch die „Kurve“ gekriegt. Nicht auszudenken, wenn sich bei mir diese Erkenntnis schon früher eingestellt hätte … und man damals z.B. eine Berkshire Hathaway ins Depot genommen hätte, hätte, hätte …

      Aber auch hier gibt es nicht nur schwarz und weiß. Während Tesla und Amazon in den Anfängen an mir vorbeigelaufen sind, war dann eine kriselnde Apple Anfang 2000 ein Glücksgriff.

      Viele Grüße

      Andreas P. (A.P.)

      1. @ Andreas P.
        Ja, wichtig ist, die Dynamik muss intakt sein. Es nützt nichts, wenn man ein Large Cap ist und AT&T, Verizon oder Walgreens heißt. Hab die immer noch, aber die ärgern mich zusehends.
        Jetzt kommt noch die Eurostärke dazu.
        Wenn der Dow/Nasdaq um ein Prozent steigt und der Euro auch ein Prozent wie zuletzt fast jeden Tag,
        dann bin ich am Ende des Tages wieder bei plus minus Null.
        Gut der Euro wird nicht ewig steigen, mal sehen,
        aber bei AT&T, Verizon, Walgreens reißt mir bestimmt bald der Geduldsfaden.
        Aber der Trader, der sie mir dann abkauft, macht vielleicht einen guten Deal?
        Bei AT&T hab ich zwar schon fast 30% von meinen Einstandskosten durch Dividenden und Verkauf von Discovery erreicht, aber die bringen das „Kunststück“ :-( fertig, trotzdem vom aktuellen Marktwert niedriger zu sein als mein Einstand abzüglich aller meiner bisheriger Divindenden ohne Aussicht auf Besserung.

        1. Hallo Thomas,

          willkommen im Club.

          3M, IBM, AT&T, Verizon und Altria usw. befinden sich auch in meinem Depot. Seit Jahren vereinnahme ich überdurchschnittliche Dividenden, die den Verlustschmerz von Quartal zu Quartal etwas lindern.
          Mein Ärger hält sich allerdings aufgrund des Depotanteils von zusammen nur rd. 6% in Grenzen. Ich halte weiter und sitze das aus.

          Ich habe auch gelernt, dass nicht alle Positionen im Plus enden (können). Der Investitionserfolg ist m.E. immer eine Mischkalkulation. Fraglich ist für mich auch, in welche Werte man den Verkaufserlös investieren sollte, die sich dann besser entwickeln.

          Investieren ist ein Ultramarathon.

          Viele Grüße

          Andreas P.

        2. Large Caps schwanken vielleicht etwas weniger als Small Caps, aber sie schwanken auch sehr stark. Das wird nur häufig negiert oder wenn es dann eintritt, plötzlich schwer verdaut im Sinne von einer Schwierigkeit die Realität zu adaptieren. Viele kaufen sie erstmal ganz bommelig und denken, sie haben den heiligen Gral der Geldanlage gefunden. Wenn dann mal ein Large Cap 50 Prozent durchhängt, und das vielleicht auch sogar einige Jahre, fängt eine negative Emotionalisierung gegen den Wert an. Die Leute fangen dann an, ihre Position schmeißen zu wollen. Die Perception wandelt sich und sie sehen plötzlich darin ein Geschwür im Depot, dass es herauszuschneiden gilt. Nun fängt das Stadium an, in dem sich der ursprünglich selbsterklärte Buy + Hold Anleger neu erfindet als Buy + Hold + „Check“ Anleger. :-) WBA als Beispiel herausgenommen, die haben mittlerweile die Bewertung von vor einigen Jahren, alle KPI wie Top Line, Ebit usw. sind aber signifikant besser. Man ist eben nicht davor gefeit manchmal zu hoch einzukaufen; ich meine, was wurden gerade US Blue Chips zum Ende hin der Niedrigzins-Ära von Privatanlegern schon quasi-religiös verehrt eingekauft. Man erwischt eben nicht immer den Boden, sondern holt sich nur die Marktrendite, wenn man mindestens zwei Zyklen durchhält mit der Position. Ich persönlich habe in dieser Zeit als USA extrem teuer war, sehr stark Engangements in Schwellenländern ausgebaut. Ob das smarter war, würde ich gar nicht sagen. Aber ich halte sie in jedem Fall durch, obgleich die ja gerade stark leiden. Aktuell kaufe ich lieber volle Kanne US Blue Chips ein, zum Beispiel auch WBA. Ich hoffe ehrlich, dass es insofern nicht Deine Stücke sind, die in meine Finger kommen. Ich würde sie jetzt erst an Deiner Stelle einfach mal weitere 5 Jahre behalten. Das soll hier nicht die Weisheit des Wochenendes sein, aber rege Dich bei Blue Chips über Kursverläufe nicht zu sehr auf.

          1. Andreas und Tobs
            Ja, manchmal ist genau das Gegenteil von dem, was man denkt, richtig.
            hab WBA noch nicht verkauft. vlt. wäre nachkaufen richtig.
            Zur Zeit baue ich Oracle und NXP auf. AON plc und Graco gefallen mir auch recht gut.
            Bei AT&T kann ich auch nicht an einen Totalverlust glauben. Solange Dividende kommt, MUSS irgendwann 100 % Total Return erreicht sein ( theoretisch)
            Grüße

            1. Ich habe auch nicht gerade zu selten im Rückblick zu weit oben gekauft, manchmal tatsächlich aber auch so ziemlich den Boden erwischt. Und ich habe mir auch Sachen wie eine Credit Suisse erlaubt. Deswegen möchte ich hier von keiner überhöhten Position aus argumentieren.

              Über das Portfolio, desto unkonzentrierter dieses ist, ergibt sich aus dieser nüchternen Befundung heraus ein Stück der Marktrendite, die unweigerlich kommt, wenn man das Depot eher nicht konzentriert aufstellt. Es sind ja alles Allgemein-Plätze und ich habe Angst, dass mir Ben ein Phrasen-Schwein zum Einwerfen hinhält: Aber Aktiengewinne sind langfristige Gewinne und zwischen Investment und (hypothetischer) Realisation geht’s heiß her. Wenn man ein großes Portfolio aufgebaut hat, bei dem man sieht, dass die Rückflüsse steigen (obgleich die Ausschüttung des FCF und Gewinns um das Mittel herumtänzt), ist man on track und das gesamte Depot wird allmählich nachziehen. Am besten man kauft nicht Blue Chips, weil man glaubt, sie schwanken nicht stark, sondern weil man (mit hoher Sicherheit zumindest) weiß, dass man trotz Schwankungen langfristig sehr gut mit ihnen leben kann. Denn in der Regel steigern sie ihre Gewinne (wenn auch nicht linear) und steigern Ausschüttungen. Das wollen wir Cash-Flow Investoren doch. Da ist es fast nur eine Randnotiz, dass sie sogar in viele Fällen, wenn auch manchmal nach Ewigkeiten, wieder neue ATH ausbilden.

          2. Hinsichtlich WBA. Die gleichen Kursniveaus gab es ja ungefähr 2012. Damals lag der Umsatz bei knapp 71 Mrd USD. Heute gleicher Kurs aber Umsatz von ca. 136 Mrd. Soweit so gut. Damals wie heute Marktwert von reichlich 26 Mrd. Was auf den ersten Blick irrational und als Chance erscheint, ist es auf den zweiten Blick evtl. gar nicht. Nettoverschuldung 2012 bei ca. 4 Mrd. und 2023 bei ca. 36,5 Mrd. Wenn man also für beide Jahre nicht das Marktwert-Umsatz-Verhältnis hernimmt, sondern das Enterprisevalue-Umsatz-Verhältnis liegt man für beide Jahre bei knapp über 2. Also erstaunlich rational. Und seitdem ist die Bruttomarge von 27% systematisch auf 18% gesunken. Die operative Marge von 5% auf unter 2%. Der Cashflow sinkt seit dem Hoch in 2018.

            Das lehrt mich persönlich folgendes: Egal ob Mega- oder Micro-Cap, es sollten viele Faktoren stimmen. Gute wirtschaftliche Historie, guter Ausblick für die Zukunft, Burggraben (den WBA ziemlich sicher nicht hat). Und je weniger ich Insider bin umso mehr würden mich solche Zahlen wie bei WBA abschrecken. Wenn man aber tief im Metier steckt und genau weiß warum sich das in den kommenden Jahren verbessert, dann ist vielleicht doch ein interessanter Einstiegszeitpunkt.

            Bei Bens Investition in Touax gibt es zumindest die Fantasie des Buchwertes und einer politisch gewollten Verlagerung auf die Schiene / ins Schiff sprich weg vom LKW. Und er hatte zumindest schon mal auf dem Investorentag direkten Kontakt zu den Leuten.

            1. Hi Chrischaan,

              ich vermute, Dein Vergleich beruht auf einer Fehlannahme. Meines Erachtens betrugen die Nettoverbindlichkeiten keine rd. 36 Mrd. USD, sondern 9 Mrd. USD. Mehr Nettoverbindlichkeiten als Marktkapitalisierung wäre auch übel.

              Burggraben: Touché. Viele Läden von denen sind runtergekommene Hütten. Lange Zeit war WBA ein aus meiner Sicht zu hoch bewerteter Retailer und nicht mehr.

              Zukunftsausblick: Interessant ist, ob sie neben CVS ihren Weg finden, systematisch niedrigschwellige medizinische Gesundheitsdienstleistungen zu integrieren. Ich glaube mittlerweile daran. Die medizinische Versorgung in den USA ist schlecht und die Menschen müssen kosteneffizient durch das System geschleust werden.

              Bens Pick. Klar ist der spannend. Aber Diskussionen zur Investment Ratio sind es auch. :-)

              1. @Tobs: Ja da gebe ich dir völlig Recht, diese Diskussionen sind wirklich toll und wertvoll. :-)

                Hinsichtlich der 36.5 Mrd Nettoschulden. Das wird sowohl von Seeking Alpha, als auch Aktienfinder angegeben. Seit 2020 ist da ein 22 Mrd großer Block Capital Leases in der Bilanz.

                Viel Freude weiterhin beim Investieren!

                1. @Chrischaan: Ja den dicken Batzen kann ich auch sehen. Bei der Nettoverschuldung, auf der Dein interessanter (!) Vergleich aufsetzte, rechnet man die liquiden Mittel wie Sichteinlagen und andere Guthaben und Wertpapiere von den Verbindlichkeiten runter. Ich vermute bei den 4 Mrd. von 2012 in Deinem Vergleich wird das auch zu Grunde liegen, sonst wäre der Vergleich um große Teile der Bilanz der verzerrt.

                  Viele Grüße, Tobs

                  1. Ja genau. Seeking Alpha zeigt Gesamtverschuldung und Nettoverschuldung auch im freien Zugang. Nur nicht für 2012. Die Werte hab ich aus dem Aktienfinder.

                    Bei Nettoschulden sind die Cashreserven gegengerechnet.

                    1. Da es mich ja auch betrifft,
                      die Diskussion von Tobs und Chrischaan zu WBA hab ich teilweise nachvollzogen und bei allen gängigen Quellen soweit zugänglich
                      nachgelesen. Je tiefer man sich in WBA einbuddelt, desto mehr sieht man, was WBA eigentlich aus Aktionärssicht für ein Gurke ist.
                      Stichworte Gewinnwarnung, negativer Cashflow, linear sinkende Umsatzprofitabilität, bei der man in Zeitlupe zusehen kann, Verkauf von Beteiligungen zur Senkung der Verschuldung, etwa das gleiche Kursniveau wie vor 20 Jahren. Selbst wenn die ihr radikales Kostensenkungsprogramm durchziehen und Profitabilität wieder ausbauen sollten, fehlt für die Kurs absolut jede Phantasie.
                      Die machen auf mich den kümmerlichen Eindruck von einer Leuchtreklame hoch oben über dem markantesten Gebäude der Stadt,
                      bei der seit vielen Monaten ein paar Buchstaben ausgefallen sind und sich erkennbar keiner drum kümmert.
                      Meine Erkenntnis mit der intensiveren Beschäftigung mit WBA daraus ist, das es mein Fehler war, WBA überhaupt zu kaufen.
                      Mangels Phantasie bei wirklich wohlwollender Betrachtung, aber zusehends sinkender Umsatzprofitabilität, Gegenwind bei der Preisautonomie und Rezepterstattung und mangelnder Kursfantasie werde ich die nächste Woche verkaufen.
                      Die Story von 200 VillageMD Ärztehäusern bei 9000 WBA Stores sind auch mehr Augenwischerei und verbrauchen in Erwerb + Unterhalt und sonstigem Forwarding relativ mehr Kapital als die Modernisierung der normalen Stores beanspruchen würde.
                      Ben kauft zwar auch manchmal rückblickend nicht so gute Titel, aber WBA würde er wahrscheinlich auch nicht mal mit der Kneifzange anfassen.
                      Es gibt viel bessere Aktien.

                    2. @Thomas: Ich möchte hier nicht die ultimative Investment-These für WBA aufmachen, und kaufe sie selber weitgehend als Turn-around Kandidaten mit vergleichsweise gutem Risikopuffer bei diesem Kurs. Alles weitere unten also bitte nicht als Gegenrede sondern nur interessenhalber als Impulse verstehen:

                      Die Kritikpunkte treffen zu, aber man muss sie auch ein wenig einordnen. WBA ist nahezu ein klassischer Retailer bislang gewesen, wenn natürlich mit Pharmazie als Kern. Nettomargen sind in dem Geschäft ohnehin niedrig (klassischerweise hat Retail um die 5%). Der Rückgang als Trend stimmt natürlich, aber schau mal auf alle anderen möglichen Brick and mortar Retailer. Die haben alle die letzten Jahre wegen erheblicher Probleme auf der Angebotsverknappungsseite gelitten. Genau deswegen interessieren mich gerade Retailer durch die Bank weg stärker als vor einigen Jahren noch, Das könnte also auch hier gerade im Moment eine gute Chance sein, weil wieder konkret zurück zu WBA die Top Line weiterhin erfolgreich wächst (zuletzt 9% year-to-year). Sollten sich Einsparprogramme bemerkbar machen und die Einkaufsketten weiter entspannen, hat WBA ganz schöne Aufholmöglichkeiten in Bezug auf die Bottom Line. Ob ihre neue Strategie gut aufgeht, einen auf „Ärzte-Zentren“ zu machen (vermutlich ist diese Vereinfachung der Sache nicht ganz gerecht), muss erst bewiesen werde, da hast Du Recht. Übrigens auch andere Brick and Mortar Retailer wollen hier in Gesundheitsdienstleistungen reinkommen, von denen man das gar nicht annehmen würde, Beispiel Best Buy. Was die da genau machen, habe ich nicht richtig verstanden (trotz redlichen Bemühens, man kann es auf deren HP aber sich anschauen), und da der Umsatzanteil noch recht gering ist, verraten sie gegenwärtig auch nichts über die Margen (die sicherlich noch nicht fantastisch sind). Also dieses gesamte Thema, dass Retailer mit gutem Zugang zur Bevölkerung wegen starken Niederlassungsinfrastrukturen Gesundheitsdienstleistungen anbieten, muss man auf dem Schirm haben. Ich kann selber aber auch nicht wirklich gut beurteilen, wie skaliert und margig das gemacht werden kann.

  14. Bestimmt ein interessantes Unternehmen Allein der Chart sieht zum Grausen aus. Ja wie A.P. schreibt, warum immer klein, weg vom Mainstream und unerfolgreich. Wenn einem nichts besseres einfallt dann lieber Mainstream, groß und erfolgreich. naja viel Glück mit diesem Unternehmen. Wie gesagt bestimmt ein sehr interessantes Unternhemen aber nicht meins! Ich werde das mal beobachten.

    1. Star, A.P., James und andere schreiben sinngemäß davon,
      lieber auf große erfolgreiche Bluechips als auf microcaps zu setzen.

      warum lieber erfolgreiche Large caps als small- oder microcaps?
      Gedanken in unsortierter Reihenfolge,
      Sie haben die besten und eigene Rechtsabteilungen,
      das beste Research, die größten Datenbanken, die besten Infos zum Verbraucherverhalten, die besten Vertriebsfachleute.
      Sie besitzen die meisten Patente.
      Sie besitzen die besten Produkte und besetzen die größten Märkte.
      Sie haben den besten und günstigsten Zugang zu Kapital mit direktem Draht zu den Vorständen der größten Banken in jeder Größenordnung, die gerade gebraucht wird. Sie können schnell Projektentwicklungsteams aus dem Boden stampfen oder gleich engagieren.
      Sie haben den besten Zugang zu Lobbyorganisationen in Brüssel und Washington, idealerweise stellen sie selbst die Spitze der Lobby.
      beste Chancen auf Hinterzimmerdeals.
      Global besserere Sichtbarkeit und Bekanntheit im Sinne von weltweitem Aktionärsinteresse am Kaufen/Nachfrage von Aktien und nicht nur lokal.
      Auch der letzte Bauer von Feuerland in Patagonien kann sich eher vorstellen, Aktien von Microsoft zu halten als von Touax.
      Globaler stabiler Absatz von Produkten, idealerweise steigend.
      Die besten Manager und sonstige Recruiter,
      Sie können die besten und hochmotiviertesten jungen Ingenieure, Hochschulabsolventen, Talente und sonstigen High-Potentials rekrutieren,
      die gerne auch mal Sonntags freiwillig über der Lösung eines Problems brüten.
      Bestes Soziales Prestige als Arbeitgeber, beste Mitarbeiterförderungs-, weiterbildungs- und sonstige Wohlfühlprogramme mit den besten Karrierechancen.
      Sie haben die besten IT Fachleute,
      Microsoft, Apple, Nvidia, Oracle usw. haben sowieso die besten Codewriter,
      Sie besitzen, entwickeln und können am ehesten und am schnellsten KI/AI implementieren und damit Potentiale heben, Code schon vorgefertigt industriell schreiben lassen.
      Dynamik am Aktienmarkt entsteht nicht nur durch Kapital und Nachfrage, sondern vor allem auch durch Tempo beim Wachstum, mit dem Konkurrenz überholt und verdrängt wird.
      KI/AI wird vor allem das Tempo der Entwicklung weiter forcieren. Der Eigentümer der KI/AI wird der Profiteur im Verdrängungswettbewerb sein.
      Sie haben die besten Marktkenntnisse, die besten Einkäufer mit den besten Lieferantenbeziehungen weltweit mit Zugang zu Rohstoffen etc etc. und können über VolumenEinkäufe die günstigsten Einstandpreise erzielen
      und Exklusivlieferverträge abschliessen.
      Ausgeprägte Corporate Governance.
      Warum sind die Large Caps denn da, wo sie heute sind?
      Weil diese Firmen es geschafft haben, groß zu werden und mit ihren motivierten Teams dort zu sein, wo sie gerade sind.
      Sie setzen die Trends und Maßstäbe, oft auch technische Standards, an denen sich die kleinen dann auszurichten haben.
      Wenn irgendwo ein interessanter Newcomer am Markt auftaucht, wird er aufgekauft, aufbereitet und einverleibt.

      Daneben stehen unsichtbar viele viele Firmen, die entweder ewig klein geblieben sind
      oder gescheitert sind.
      Ich weiß nicht, ob ich noch was vergessen habe, aber ab und zu schadet es nicht, sich das mal vor Augen zu halten.

      1. Hallo Thomas,

        alles richtig was Du schriebst.
        Large Caps sind aber auch Tanker, die zwar schwer aufzuhalten sind, aber eben auch unflexibel in der Änderung der Geschäftspolitik oder neue Märkte erschließen. Und Politik ist in der Hierarchie der Large Caps immer vorhanden.

        Es kann also durchaus sinnvoll sein in MidCaps oder SmallCaps zu investieren, da diese schneller auf den Markt reagieren können. Unbenommen tun sich die kleineren Unternehmen schwerer Ihren Markt zu erschließen, Sie sind aber flexibler. Genau deswegen sollte dort nicht nur die Phantasie entscheiden, sondern eben auch Gewinne erzielt werden.
        Die Gewichtung unterliegt jedem Investor selbst. Bei mir waren MicroCaps immer eine „Spielposition“ mit sehr geringem Volumen. Eher so etwas wie Ben’s Anti-Depot. MidCaps wurden sehr bewusst ausgewählt und es gab keinen Unterschied zu den LargeCaps.

        Wieso Du nicht PayPal mit Touax vergleichst, sondern Microsoft nimmst? ;) Würde der Feuerländer nicht zuerst Pferde kaufen?

        Diversifikation gilt ja nicht nur für die Branchen, sondern eben auch der Chancen (für nicht mehr Börsenanfänger mit größerem Portfolio). Für Anfänger würde ich dringend LargeCaps für den Einstieg empfehlen, ein Totalverlust ist schlicht unwahrscheinlicher, man schläft ruhiger.

    2. Ohje,wie vermutet, der Kursverlauf geht weiter nur in eine Richtung. Jetzt hat sich der Abwärtstrend auch noch beschleunigt.Der Kurs sah schon beim Kauf zum Grausen aus. O.k. man könnte auch sagen „einem Narren soll man keine halbfertige Arbeit zeigen“. Vielleicht bin ich der Narr und verstehe das Große Ganze nicht.
      Naja, wie A.P. schreibt, warum immer klein, weg vom Mainstream und unerfolgreich. Wenn einem nichts besseres einfallt dann lieber Mainstream, groß und erfolgreich. Damit macht man wenig falsch.
      Das war nahezu zu erwarten gewesen. Der Kurs geht seit seinem Hoch im Oktober 2007 unter Schwankungen nur in eine Richtung. Selbstverständlich kann man auch im Abwärtstrend, wenn man das perfekte Timing hat und am vorläufigen Tiefstkurs kauft, wunderbare Gewinne machen. Aber wer schafft das perfekte Timing?
      Und so muss ich wie immer fragen, warum soll eine Aktie welche seit 2007 unter Schwankungen nur eine Richtung kennt, genau am Einstiegstag , am 12.07.2023 den Trend umkehren? Theoretisch könnte das natürlich sein. In aller Regel geht der Trend aber unter Schwankungen weiter. Das kann Jahre so gehen und mathematisch betrachtet kann sich ein Kurs sehr oft halbieren.Erfolgreicher ist es, die Hände von solchen Aktien zu lassen. Die Schnäpchen sind in aller Regel Rohrkrepierer. Da hilft auch Napoleon nichts.

  15. Ich finde Bens Handeln hier genau richtig. Da sind 90-95% Blue-Chips im Depot. Langsam oder schneller wachsend, kontinuierliches Divdendenwachstum etc. Sich dann mal das Depot mit einem kleinem Teil riskanterer Anlagen zu würzen finde ich wichtig und richtig. Ansonsten kann man ja gleich einen ETF kaufen und gut. Der Ansatz den man mit aktiven Aktieninvestments verfolgt ist ja selten nur wirtschaftlicher Gewinn. Sondern immer auch ein Stück Hobby und die Freude daran sich in Themengebiete einzuarbeiten und dadurch auch sein Allgemeinwissen zu verbreitern. Ich selbst habe auch die Evolution von „Kauf doch ETF, gibt dieselbe Rendite“ zu „Man lernt mehr als nur gute Investments kennen“ mitgemacht.

  16. Für alle welche Touax Fans sind, aktuell sieht der Chart vernünftig aus. Abwärtsdruck ist weg und es geht mal aufwärts. Auf jeden Fall hat der Chart eine deutliche relative Stärke und Überperformance gegenüber dem Gsamtmarkt aufgenommen. Wenn ich Touax kaufen wollte, das wäre für mich jetzt der Einstiegszeitpunkt. Kann natürlich die berühmte Bullenfalle sein, aber besser jetzt als im ungebrochenem Abwärtstrand. Ich bleibe der Aktie trotzdem fern. Nicht mein Geschäftsmodell.

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