Was Dich hier erwartet:
Der größte Gesundheitskonzern der Welt hat sich aufgespalten. Und ist nun nicht mehr die Nr. 1. Die bewusste Entscheidung soll zu mehr Wachstum führen und unterm Strich den Aktionären ein Plus bringen.
Mittlerweile liegen die ersten Zahlen vor und die neue Prognose zeigt beeindruckend, welchen Effekt die Verkleinerung hat.
Aus dem Tanker ist zwar noch kein Schnellboot geworden, aber der Motor scheint einen Turbolader bekommen zu haben.
Was das konkret bedeutet, welchen Einfluss das auf die Dividende hat und welche Chancen jetzt noch die Abspaltung hat, erfährst Du in diesem Beitrag.
Der bisher größte Gesundheitskonzern war Johnson & Johnson (JNJ), jedenfalls an der Marktkapitalisierung gemessen. JNJ habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Im Wege des Split-offs wurde jüngst die Verbraucherproduktesparte Kenvue abgespalten. Übrig bleibt bei JNJ Medizintechnik und Pharma. Ich hatte darüber ausführlich berichtet.
Dem Aktienkurs von JNJ hatte das kurzfristig geholfen, inzwischen ist er aber wieder abgerutscht. Langfristig ist das Chartbild gleichwohl positiv, wie Du hier für die letzten 10 Jahre sehen kannst:

Für meine ersten 25 Aktien von JNJ habe ich damals einen Kurs von 55,20 € bezahlt.
Dividende
Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,19 US$ je Aktie. Sie war erst im Vorquartal um 5,3% erhöht worden. Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 178,50 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,071 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 124,09 €. Sie wurde mit Wertstellung 07.09.2023 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt JNJ eine Jahresdividende von 4,76 US$. Bei einem Aktienkurs von 160 US$ ergibt das eine Dividendenrendite von 3,0%. Bei einem heutigen Kauf der Aktie dürfte die Dividendenrendite sogar noch etwas liegen, da JNJ als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Dafür gibt es aber natürlich keine Garantie, genauso wie für die zukünftigen Quartalsdividenden.
Perspektive
Die wichtigste Nachricht für die verbliebenen Zweifler kam vor einigen Tagen: JNJ wird die Quartalsdividende nach der Abspaltung von Kenvue beibehalten! Das stand zwar auch so schon in den Split-off-Unterlagen, aber trotzdem ist jede erneute Bestätigung natürlich positiv.
Wenn Du Dich jetzt fragst, wie das denn geht, dass die Dividende so hoch bleibt, wenn auf einmal ein Drittel des Umsatzes nicht mehr zum Konzernergebnis beitragen kann, dann kommt da das Wesen des Split-offs zum Zuge. Denn es gab ja keine Ausschüttung von Kenvue an die JNJ-Aktionäre. Wer Kenvue haben wollte, musste entweder die Aktie über die Börse kaufen oder JNJ-Aktien zum Tausch einreichen. Und diese eingetauschten JNJ-Aktien wurden nun eingezogen. Und damit verteilt sich der JNJ-Gewinn auf weniger Aktien und die Gesamtsumme der zu zahlenden Dividende sinkt ebenfalls. Obwohl die Dividende je einzelner Aktien gleich bleibt. Und damit passen die Relationen für JNJ dann auch wieder, ohne dass man sich Sorgen um eine erhöhte Ausschüttungsquote oder gar eine Dividendenzahlung aus der Substanz machen müsste.
Im Rahmen des Split-offs hat JNJ 190,9 Mio. Aktien eingezogen und dafür entsprechende Kenvue-Aktien abgegeben. Das entspricht etwa 7,3% aller JNJ-Aktien. Für das Jahr 2023 hat JNJ die Reduzierung der Aktienanzahl in den Kennzahlen nur anteilig für den Zeitraum von Mitte August bis zum Jahresende berücksichtigt. Der wirklich große Effekt wird sich 2024 zeigen.
2023 verbessert sich durch den Split-off der Gewinn je Aktie um 0,28 US$. Die Aktienanzahl ist durch die zeitanteilige Berechnung in diesen Berechnungen aber „nur“ um 73,5 Mio. Aktien zurückgegangen. Das Gewinnwachstum aber prozentual von bisherigen 6,0% auf 12,5% im Prognosemittel gestiegen.
Wenn im nächsten Jahr dann die 190,9 Mio. weniger Aktien für das volle Jahr berücksichtigt werden, dürfte der Gewinn je Aktie optisch weiter ansteigen.
Das Ganze hat noch einen weiteren Effekt: Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis von JNJ ist durch den Split-off erst mal schlechter geworden. Denn der Gewinn je Aktie hat zwar einen positiven Effekt bekommen, er ist aber nun absolut niedriger, da eben der Kenvue-Gewinnanteil herausgerechnet werden musste.
Die neue Prognose sieht deshalb eine Bandbreite beim Gewinn je Aktie von 10,00 bis 10,10 US$ vor. Mit Kenvue waren es 10,60 bis 10,70 US$.
Womöglich ist auch das ein Grund, warum der Aktienkurs nach dem Split-off den Rückwärtsgang eingelegt hat.
Bei einem Aktienkurs von 160 US$ wird JNJ aktuell mit dem 16-fachen Jahresgewinn bewertet. Das ist nicht übertrieben teuer, aber auch nicht wirklich günstig. Und vor drei Monaten lag das KGV noch bei 14,7 – bei fast identischem Aktienkurs. Das empfand ich dann schon eher als moderat.
Fundamental belastet wird JNJ weiterhin durch die Babypuder-Schadensersatzklagen. Für die USA und Kanada sind diese Risiken bei JNJ verblieben, obwohl sie inhaltlich zu Kenvue gehören.
Und das ist auch ein Grund, warum ich auf Kenvue in meinem Depot nicht verzichten möchte. Ich traue der Aktie durchaus eine positive Entwicklung auf Sicht von 5 oder mehr Jahren zu.
Bei JNJ bleibe ich einfach unverändert bei meiner Depotposition von 150 Aktien und freue mich über die jährlich steigende Dividende. Ab 2024 dürfte dann auch der der Aktienkurs wieder anziehen, wenn alle Kennziffern neu justiert werden.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Johnson & Johnson |
| ISIN: | US4781601046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.08.2012 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.01.2018 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 150 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 90,79 € |
| Gesamtkaufpreis: | 13.619,23 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 4.267,18 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
Kenvue
Kenvue hatte ich vor kurzem ausführlich vorgestellt. Nun wurde die erste Dividende bezahlt. Sie beträgt 0,20 US$ je Aktie. Dividendenberechtigt in meinem Depot sind 169 Aktien. Ich erhalte damit eine Brutto-Dividende von 33,80 US$. Die Kenvue-Aktien lagern in meinem US-Depot bei tastytrade. Dort werden mir als deutschem Anleger 15% Quellensteuer abgezogen, um die Versteuerung der Dividende in Deutschland muss ich mich dann selber kümmern. Tastytrade zahlt mir eine Netto-Dividende von 28,73 US$ aus. Warum auch immer erfolgte die Dividendenzahlung für 165 Aktien und 4 Aktien separat. Auf dem Screenshot sind alle Buchungen auf dem Verrechnungskonto aufgeführt. Die Werte in Klammern sind jeweils die Steuerabzüge von 15%. Die Wertstellung erfolgt mit dem 07.09.2023.

Die Berechnung für die deutsche Steuer sieht so aus: Der Referenzkurs der EZB liegt am 07.09.2023 bei 1,071. Die Bruttodividende von 33,80 US$ beträgt also 31,55 €. Die Kapitalertragsteuer darauf beträgt 25%, das sind 7,88 €. Darauf angerechnet wird die Quellensteuer (4,73 €), so dass die Bemessungsgrundlage für den Solidaritätszuschlag bei 3,15 € liegt. Davon werden 5,5% berechnet, das sind 0,17 €. Meine steuerliche Netto-Dividende beträgt damit 23,50 €.
Wie in meiner Vorstellung von Kenvue angekündigt, reinvestiere ich die Dividende direkt wieder. Und so kaufte ich am 07.09.2023 zum Kurs von 22,00 US$ 1 weitere Kenvue-Aktie.

Aufgrund zwischenzeitlicher einzelner Käufe stehe ich damit jetzt bei insgesamt 174 Kenvue-Aktien in meinem Depot. Die Kursentwicklung ist bislang rückläufig, aber das hatte ich im Vorfeld auch in Betracht gezogen. Vom Investment selbst bin ich weiterhin überzeugt und werde auch zukünftig die Dividende reinvestieren.

Bei einem Aktienkurs von 21,00 US$ beträgt die Dividendenrendite (unterstellt, die Quartalsdividende von 0,20 US$ bleibt konstant) aktuell 3,8%.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Kenvue Inc. |
| ISIN: | US49177J1025 |
| Im Divantis-Depot seit: | 18.07.2023 |
| Letzter Nachkauf am: | 25.06.2024 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 21,50 € |
| Gesamtkaufpreis: | 4.299,44 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 273,31 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

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