Entgegen jeder Regel: Börsenmonat September 2019

Kalenderblatt Monatswechsel Oktober 2019
3.9
(93)

„Sell in May, but remember to come back in September.“ – In diesem Jahr machte diese Börsenregel keinen Sinn. Tiefststände im September gab es nicht, Käufe fanden stattdessen zu höheren Kursen als im Mai statt. Der eigentlich schwächste Börsenmonat entpuppte sich als absoluter Highflyer.

In diesem Beitrag fasse ich die Entwicklung meines Dividendendepots im September 2019 zusammen und nenne meine Watchlist für den Oktober.

Aktienkäufe

Ich führte einen Aktienkauf durch und investierte dabei 3.927,80 €:

40 Medtronic-Aktien für 3.927,80 €

Aktienverkäufe

Im September verkaufte ich keine Aktien.

Dividenden

Der September brachte wieder einige Dividendenausschüttungen und Netto-Dividendenerträge von 644,03 €. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 22,5%. Die Erträge verteilten sich wie folgt:

Pennon Group eröffnete mit 137,75 €

Unilever folgte mit 30,56 €

IBM zahlte 27,28 €

Johnson & Johnson schaffte 95,97 €

3M war mit 58,19 € dabei

Microsoft überwies 30,99 €

Spark Infrastructure reduzierte auf 84,63 €

Kellogg zahlte 19,19 €

McDonald’s erfreute mit 11,68 €

BlackRock schüttete 44,83 € aus

Sekisui House rechnete 25,05 € ab

PepsiCo schaffte 77,91 €.

P2P-Kredite

Die stetigen Einzahlungen in P2P-Kredite machen sich inzwischen auch deutlich in den Erträgen bemerkbar. Im September erzielte ich Erträge aus P2P-Krediten in Höhe von 82,55 €. Das ist ein neuer Rekordwert. Insgesamt habe ich jetzt 8.259,63 € in P2P-Krediten investiert. Denn: Ich habe wieder ordentlich aufgestockt!

Netto habe ich im September 1.400 € neu in P2P-Kredite angelegt. Dabei habe ich meine Einzahlungen wieder auf die verschiedenen Plattformen verteilt. Der Löwenanteil ging im September an Mintos: 1.000 € überwies ich auf mein dortiges Konto und ließ die Summe komplett in „Investieren & Access“ anlegen.

Mintos Stand 30.09.2019

Der nächst größere Anlagebetrag ging zu Bondora Go & Grow. Hier habe ich meinen höchsten Anteil in meinem P2P-Portfolio und im September um noch einmal 236 € erhöht. Mit 6,75% Verzinsung nutze ich das als gut verzinsten, nicht risikolosen Parkplatz für einen Teil meiner Liquidität.

Bondora G0 & Grow Stand 30.09.2019
Bondora G0 & Grow Stand 30.09.2019

Weitere Überweisungen von jeweils 50 € gingen zu PeerBerry, Viainvest und Grupeer. Bei Estateguru ließ ich mir 36 € auszahlen.

Neu eröffnet habe ich mit einer Ersteinzahlung von 50 € bei Debitum Network. Das Konto dient zur weiteren Diversifizierung, die angebotenen P2P-Kredite rentieren mit bis zu 10,75%. Wie immer teste ich erst mit einem kleinen Betrag, um dann nach positiven Erkenntnissen mehr Geld einzuzahlen.

In der Übersicht sehen meine P2P-Investments nun so aus:

PlattformZins durchschnittlichInvestitionaktueller Standinvestierte P2P-Krediteeröffnet am
Mintos10,12%2.340,00 €2.505,41 €47622.08.2018
Estateguru11,43%890,00 €1.005,99 €2017.09.2018
Bondora Go & Grow6,75%3.520,49 €3.632,39 €--04.10.2018
PeerBerry11,31%1.200,00 €1.294,59 €12512.11.2018
viainvest11,56%1.110,00 €1.160,41 €11212.11.2018
Grupeer12,00%213,38 €219,49 €2122.07.2019
Debitum Network10,18%50,00 €50,90 €523.09.2019

Mit folgenden Links kannst Du Dich ebenfalls bei den Plattformen anmelden – oftmals erhältst Du einen Bonus, in jedem Fall unterstützt Du den Divantis-Blog, ohne dass Dich das etwas extra kostet:
Bondora Go & GrowBereits für die Anmeldung erhältst Du eine Gutschrift von 5 € auf Dein Mitgliedskonto.
Mintos – Bei einem Investment von 500 € erhältst Du einen Bonus von 10 €, ab 1.000 € sind es 20 € und ab 2.500 € dann 30 €. 5.000 € Investment erhalten 60 € Bonus und ab 10.000 € sind es 1% und bis zu 1.000 € Bonus. Der Bonus wird nach 30 Tagen Investmentperiode gewertet und 10 Tage später gutgeschrieben.
PeerBerry
Viainvest – Investiere mindestens 50 € und erhalte einen Bonus von 10 €.
Estateguru – Du erhältst einen Bonus von 0,5% auf Deine Investitionen in den ersten drei Monaten
Grupeer
Debitum Network – bei einem Investment ab 250 € erhältst Du einen Bonus von 10 €.

Dividendenerhöhungen

3 US-amerikanische Titel in meinem Depot kündigten Dividendenerhöhungen an:

Microsoft: Quartalsdividende von 0,46 US$ auf 0,51 US$ (+11%)

McDonald’s: Quartalsdividende von 1,16 US$ auf 1,25 US$ (+7,8%)

Verizon: Quartalsdividende von 0,6025 US$ auf 0,615 US$ (+2,1%)

Depotentwicklung

Der September war – wider Erwarten – erneut ein sehr positiver Monat für die Entwicklung meines Depots. Der Depotwert stieg allein durch die Kursentwicklung um mehr als 10.000 €. Insgesamt komme ich im September 2019 auf ein Plus von 3,75%. Der Depotwert liegt nun bei 375.522 €. Seit Jahresbeginn hat mein Depot eine Performance von 23,4% erreicht.

Top-Titel im September waren die beiden Brexit-Papiere Taylor Wimpey (+18,0%) und Pennon Group (+15,8%) sowie Metsä Board (+14,2%). Am schwächsten schnitten MSCI Inc. (-5,8%), Sydney Airport (-3,3%) und Clorox (-3,0%) ab.

Die in der letzten Monatszusammenfassung als interessant für den September genannte Swiss Re-Aktie legte übrigens überdurchschnittliche 9,9% zu.

Immobilie

Die Sanierung der Wohnung in Leipzig schreitet weiter voran. Mittlerweile konnte ich dem Makler den ersten Auftrag zur Vermietung erteilen. Ich bin gespannt, ob er zur angestrebten Miete einen passenden Mieter findet. Im September zahlte ich Zinsen in Höhe von 373,61 € für die Finanzierung.

Ausblick auf Oktober 2019

Üblicherweise sind der September und der Oktober die schwächsten Börsenmonate des Jahres. Nachdem der September 2019 jetzt das genaue Gegenteil war, wie wird dann erst der Oktober?

Geht es genauso rasant weiter? Oder setzt endlich eine Konsolidierung ein?

Ich bin hin- und hergerissen, ob ich an eine Fortsetzung des Bullenmarktes glauben soll oder mein Pulver komplett für einen Rückschlag trocken halte. Rational überwiegen aus meiner Sicht deutlich die Risiken. Und allein die hervorragende Performance seit Jahresbeginn schreit förmlich nach einer Pause. Aber natürlich kann ein Depot, das nach 9 Monaten 23,4% im Plus liegt, auch noch in Richtung 30% steigen.

Deshalb bleibe ich meiner Devise treu: Ich bleibe unverändert investiert und freue mich über einen steigenden Depotwert. Geht es abwärts, ärgere ich mich nicht – sondern kaufe nach. Dafür habe ich mir ein ordentliches Liquiditätspolster zugelegt. So etwas wie vor einem Jahr als ich kein Geld zum Nachkaufen hatte, wird mir nicht noch mal passieren.

Im Übrigen halte ich mich an meinen Investitionsplan und kaufe kontinuierlich Aktien. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, stehen auf meiner Watchlist weiterhin Kellogg, IBM, Transurban und Sekisui House.

Richtig günstige Aktien sehe ich derzeit eigentlich keine. Meine Käufe sind daher auch eher als Sparplanausführungen gedacht. Da kauft man ja auch, egal ob der Kurs gerade hoch oder tief ist. Und ich kaufe regelmäßig auf monatlicher Basis. Der einzige Unterschied ist, dass ich mich jeden Monat neu für die jeweilige Aktie entscheiden kann und auch die Sparrate etwas flexibler ist.

Auf geht es nun ins 4. Quartal! Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Oktober und ein glückliches Händchen bei Deinen Investitionen. Und vielleicht kommt es ja doch noch zu Kurskorrekturen bis zum Jahresende. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …

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18 Gedanken zu „Entgegen jeder Regel: Börsenmonat September 2019“

  1. Hallo Ben.

    Wow, in Sachen P2P-Investments geht es ja richtig vorwärts bei dir.

    Leider war der September doch stärker, als gedacht. Nachdem ich Anfang Juli auf Grund einer größeren Baumaßnahme meine Aktien verkauft habe, stehen für Anfang Oktober wieder die ersten Käufe an. Da wären mir tiefere Kurse daher lieber. Auf der Wunschliste stehen Microsoft, Johnson & Johnson, Disney, Church & Dwight, Texas Instruments, Illinois Tool Works, Allianz, BASF, Shell… Andererseits stehen ohnehin regelmäßig wieder Käufe auf dem Plan und Timing ist bekanntlich schwierig. Daher werde ich einfach wieder Stück für Stück vorgehen.

    Viele Grüße,
    Whirlwind.

  2. Vielen Dank für die interessante Monatszusammenfassung. Spannend die vielen Standbeine zu sehen. Wünsch Dir weiterhin viel Erfolg.
    Habe mir auch mal Deinen Mintos-Link genommen und ein Konto erstellt. Mal schauen was da in Zukunft geht.
    VG, das transparente Sparschwein ;)

  3. Moin Ben.

    Stellst Du bei Mintos A&I irgendwas ein? Ich habe ein Großteil meines Geldes von dort abgezogen, da ich immer ratzfatz mit gut über 50% aller Kredite zumindest überfällig bin. Bei dir schaut das ja deutlich anders aus.

    Ansonsten Danke für die Arbeit hier im und am Blog. Gruß aus Bremen

    1. Hallo Arne,

      da kann man meines Wissens nach nichts einstellen. Lediglich die Höhe des Portfolios, die in Invest & Access investiert werden soll. Bei mir sind 16,9% des Invest & Access-Portfolios verspätet/überfällig. 50% wie bei Dir finde ich krass. Vielleicht einfach mal den Support von Mintos anschreiben, wie das sein kann.

      Viele Grüße Ben

      1. Moin Ben.

        Danke dir für die Info. Bei mir sind es – nachdem ich vor 10 Tagen alles, was nicht fristgerecht war, verkauft habe – wieder:
        Fristgerecht: 65.23%
        In Verzug + Schonfrist: 34.77%

        Support ist noch eine Idee… Mal sehen, was draus wird.

        Gruß…

      1. Hallo Ben,

        hab ein ähnliches Mindset wie Du, hab selbst ein 38 Werte umfassendes Aktienportfolio, bin auch in P2P investiert und hab jetzt auch die ersten zwei Immobilien gekauft. Dein Alter ist reines Interesse zum eigenen Benchmarking:-)
        Auf der „Über mich“-Rubrik stand nur, dass Du in den 1970er Jahren geboren bist.

        Viele Grüße und danke für Deine tolle Arbeit!

        Peter

  4. SPAM beim letzten Kommentar!
    „französische Dividende“.
    Hoffe, es ist kein Virus. Hoffe, es liegt nicht am neuen iOS.
    Also nicht unten auf den Kommentar klicken….

  5. Hallo Ben,

    eine Frage zum P2P-Kreditmarkt.
    Ich würde deine Seite durchaus so verstehen, dass du versuchst „seriös“ / nachhaltig / sorgenfrei Geld zu vermehren.

    So ganz will dies in meinem Kopf nicht zu den P2P-Krediten zusammen passen. Die Rendite (7 – 12 %) ist außerordentlich verlockend, aber ich frage mich, wie seriös diese Anbieter sind (Schneeballsystem?). Denn bei der Rendite muss das Risiko doch auch sehr hoch sein bzw. wie hoch ist die Rendite bei ggf. bereits eingetretenen Zahlungsausfällen dann wirklich?.

    Gibt es da eigentlich irgendwo seriöse Tests / Untersuchungen zu diesen P2P Anbietern, dass das nicht so Dinge sind wie die Betrugsmodelle von Madoff, P&R Schiffscontainer usw.?

    Und noch eine zweite Frage: nach welchem Kriterium wählst du die Depotbank aus, wenn du Aktien kaufst. Französische Aktien bei der DKB, das habe ich schon gelesen. Aber sonst?

    1. Ich sehe diese P2P Geschichten auch mit sehr großer Skepsis. Alleine diese Prämienmodelle schmecken schon verdächtig
      nach Schneeballsystem. Ich vermute dass die Renditen nur durch neue Einzahlungen zustande kommen und nicht, weil
      irgendjemand in Lettland seine Waschmaschine in Raten zahlt. Wenn dieser „passives Einkommen“ Trend wieder abebbt,
      fallen diese Portale in sich zusammen.

      Die Übersicht zu den Dividendeneinnahmen gefällt mir allerdings sehr gut. Sehr interessant.

      Viel erfolg weiterhin
      Julia

      1. Hallo Julia,

        völlig ausschließen lässt sich das natürlich nicht. Ich glaube aber, dass zumindest bei den großen Plattformen das Risiko eines Schneeballsystems nicht so besteht. Dafür sind sie zu breit aufgestellt und auch einige Kreditgeber sind bekannt oder können sich sogar durch Anleihen refinanzieren und die Kredite zurückkaufen (bei Mintos so schon geschehen). Aber niemand wird dazu gezwungen, sein Geld in P2P-Kredite anzulegen. Ich habe ja auch nur einen kleinen Teil meines Vermögens dort liegen. Die aktuellen 9.000 € entsprechen beispielsweise 2,5% meines Aktiendepots.

        Viele Grüße Ben

    2. Hallo Tobias,

      ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch jahrelang gedacht, dass P2P-Kredite unseriös sind und mit dem Leid anderer wollte ich keine Geschäfte machen. Ich habe mich dann aber mal intensiver damit beschäftigt. Muhammad Yunus hat für die Idee der Mikrokredite den Nobelpreis erhalten. Das Konzept verschafft „Kleinbedürftigen“ Zugang zu Krediten, den sie ansonsten nicht hätten. Entweder weil es kein funktionierendes Bankensystem gibt, ihre Kreditwünsche zu niedrig sind oder sie keine Sicherheiten stellen können. Und dieses Konzept haben die P2P-Plattformen übernommen. Mintos (als Beispiel) vergibt dabei keine eigenen Krediten, sondern stellt unzähligen Kreditgebern ihre Plattform zur Verfügung. Sie können damit ihre vergebenen Kredite refinanzieren. Die Zinssätze für die Kreditnehmer sind dabei noch höher als die 12%, die man als Anleger erhalten kann. Der Kreditgeber müssen nämlich auch noch die Ausfälle einkalkulieren, für die sie eine Rückkaufgarantie gegenüber den Anlegern abgegeben haben. Hinzu kommt noch die eigene Marge. Zinssätze von 20% sind deshalb vermutlich keine Seltenheit.
      Und trotzdem halte ich das nicht für unseriös! Denn es hilft den Kreditnehmern, wenn es eine solche Finanzierungsmöglichkeit gibt. Oft laufen die Kredite nur 30 Tage und in absoluten Zahlen sind die Zinsen dann gar nicht so hoch. Braucht jemand z. B. 500 € für einen Monat, weil er dann einen Auftrag bezahlt bekommt, dann würde er in dem Beispiel 508 € zurückzahlen müssen.
      Und zur Frage, ob es sich um ein Schneeballsystem handelt: Ausschließen kann man nichts im Leben. Dafür gab es schon zu viele Betrugsfälle. Selbst bei milliardenschweren Konzernen wie Enron gab es Luftbuchungen, die zum Zusammenbruch führten. Teilweise sind die P2P-Plattformen aber sogar reguliert und durch die Diversifikation über verschiedene Plattformen, verschiedene Kreditgeber und viele Kredite, versuche ich das Totalverlustrisiko zu minimieren.

      Deine zweite Frage, wann ich welches Depot zum Aktienkauf verwende, beantworte ich in einem eigenen Beitrag, der morgen auf Divantis erscheint. Das würde sonst den Kommentarrahmen sprengen. ;)

      Viele Grüße Ben

      1. Hallo Ben,

        ich will dich nicht umstimmen, finde die Traumrenditen natürlich auch reizvoll (und will deswegen vielleicht überzeugt werden) aber bin eben skeptisch ob die Anbieterplattformen seriöse Geschäftspartner sind oder sich dahinter nur ein Schneeballsystem verbirgt.

        Ich finde die Idee hinter P2P-Krediten an sich auch sinnvoll, denn wenn ich einer Familie in Afrika, Indien etc. einen Kredit gebe, so dass diese sich dann eine wirtschaftliche Grundlage aufbauen können, hat man ja ein gutes Gefühl, tut gefühlt was Gutes und verdient auch noch ein klein wenig daran.

        Warum ich nur so meine Zweifel / Bedenken an den Anbietern / Plattformen habe:

        a) Zinssätze bis 20% sind ja schon extrem hoch – d.h. die Familien in Osteuropa, Afrika, Indien etc. zahlen da sicherlich noch viel mehr als bei mir ankommen. Aber ist das dann nicht eine Ausbeutung / Wucher? Ich knüpfe den Familien dann 20% und mehr ab? Ist das moralisch noch OK? Treibe ich die damit nicht in die Schuldenfalle?

        b) können die Darlehensnehmer solche Zinssätze überhaupt finanzieren oder – und da habe ich meine größten Bedenken – sind diese Zinssätze gar nicht real erzielbar sondern werden nur auf dem Papier ausgewiesen?
        Was mich so skeptisch macht ist:

        aa) alle Anbieter setzen extrem auf neue Kunden / frische Gelder durch recht ansehnliche Boni für Neukundenwerbungen / Bonuszinssätze für neue Gelder. Mintos feierte z.B. gerade, dass sie jetzt 3 Milliarden € Kundeneinlagen eingenommen haben.

        bb) die Zinssätze sind extrem hoch – natürlich reizt das – aber üblicherweise ist doch die goldene Regel: je höher die Rendite, je höher das Risiko (da fällt mir nur der Spruch eines ehem. Bundesbankpräsidenten ein: „Geld ist scheu wie ein Reh und geil wie ein Bock“); wenn das teilweise als Tagesgeldersatz vermarktet wird suggeriert das eine Sicherheit, die es bei 6 – 7 % versprochener Rendite eigentlich nicht gefahrlos geben kann.

        cc) wenn das wirklich nachhaltig Renditen zwischen 6 – 12 % abwirft: warum machen dieses Geschäft dann nicht Banken / Unternehmen?

        dd) warum sind die P2P-Plattformanbieter alle in Osteuropa ansässig (es ist ja nun nicht so, dass es in Osteuropa keine Banken gibt / keine Pfandhäuser gibt etc.)?

        Einerseits reizt mich also die in Aussicht gestellte Rendite – andererseits klingeln bei mir die Alarmglocken, ob das nicht ein großes Schneelballsystem / Ponzi Schema ist und die aktuellen Auszahlungen nur mit den Neueinzahlungsgeldern realisiert werden.

  6. Hallo Ben,

    ich würde ergänzend noch folgendes zu bedenken geben:

    Was passiert, wenn eine der P2P – Plattformen in existenzielle Schwierigkeiten gerät, die Leute dadurch auf einmal feststellen, auf welches Risiko sie sich eingelassen haben und nun in größerem Umfang ihr eingesetztes Kapital abziehen wollen?

    Geht das so ohne Weiteres? Sind die Plattformen dann entsprechend liquide?

    Ich stehe dem P2P – Markt persönlich sehr skeptisch gegenüber und habe dort bisher nicht investiert.

    Nach meiner Ansicht passen diese Anlagen überdies auch nicht für Anleger mit ethisch – moralischen Ansprüchen. Das Argument mit den geringen „absoluten“ Beträgen kann m.E. nicht wirklich überzeugen.

    Gruß
    Andreas

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