Notausgang gewählt und den Verkaufserlös direkt reinvestiert

4.5
(43)

In Großbritannien geht es momentan drunter und drüber. Erst stirbt die Queen, dann kündigt die neue Premierministerin Steuersenkungen an und treibt damit die Inflationserwartungen noch höher. Einige Tage später rudert sie zurück und ist direkt schwer beschädigt.

Ähnlich verhält sich die Bank of England, die angekündigt hatte, keine Anleihen mehr aufzukaufen. Nachdem aber urplötzlich große Pensionsfonds vor der Pleite standen, mussten wieder Anleihen gekauft werden…

Kein Wunder, dass das britische Pfund bei diesen Manövern abgestürzt ist.

In dieser Woche hat nun Liz Truss eine neue Steuer ins Parlament eingebracht und die hat dazu geführt, dass ich eine Umschichtung in meinem Dividendendepot vorgenommen habe.

Welche Aktie ich verkauft und was ich stattdessen gekauft habe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Ähnlich wie bei uns von der Bundesregierung eine Gaspreisbremse angekündigt wurde, sollen in Großbritannien die Energiekosten für Privathaushalte begrenzt werden. Das soll rund 89 Mrd. Pfund kosten und bedarf einer Finanzierung.

Und da ist die britische Regierung u.a. auf die Idee gekommen, Energieproduzenten heranzuziehen. Erzeuger regenerativer Energien und Atomkraftwerksbetreiber werden mit einer Steuer belegt. Sie soll zunächst zeitlich begrenzt sein, bis sich die Energiemärkte wieder beruhigt haben.

Noch bei ihrem Amtsantritt hatte Truss verkündet, dass es mit ihr keine „windfall tax“ geben würde. Und deshalb darf die neue Steuer auch jetzt nicht so heißen. Um das alles zu kaschieren, wird offiziell der Umsatz der Energiekonzerne über Preislimite beschränkt.

Titelseite des Guardian am 12.10.2022
Die neue Steuer ist der Aufmacher auf der Titelseite des Guardian am 12.10.2022

Greencoat UK Wind

Direkt betroffen von dieser neuen Steuer, die Anfang 2023 in Kraft treten soll, ist mein Depotwert Greencoat UK Wind, der in Großbritannien Windparks betreibt. Ihn hatte ich erst im Mai letzten Jahres beim Kauf ausführlich vorgestellt (hier) und mittlerweile dreimal nachgekauft (zuletzt im Juni hier).

Die konkreten Auswirkungen auf das Unternehmen sind noch nicht veröffentlicht. Natürlich hat es in den letzten Monaten auch vom gestiegenen Strompreis profitiert.

Mich verunsichert aber in meinem Investment vor allem, dass die politischen Verhältnisse in Großbritannien so instabil sind. Und nun Erzeuger regenerativer Energien für die extrem gestiegenen Gas- und Ölpreise in Sippenhaft genommen werden. Denn der Schlüssel, sich europaweit von der russischen Abhängigkeit zu befreien, liegt ja nun gerade in regenerativen Energien.

Statt die Windkraft weiter zu fördern, wird sie nun belastet. Selbst wenn die Erträge von Greencoat UK Wind noch hoch genug sein werden, um die Dividenden weiter zu bezahlen (wovon ich erstmal ausgehe), sind die Zukunftsaussichten der Branche doch ziemlich eingetrübt.

Ich habe mich deshalb relativ spontan am 12.10.2022 entschlossen, meine gesamte Aktienposition in Greencoat UK Wind (1.000 Stück) zu verkaufen. Ich erhielt dafür einen Kurs von 1,51 € je Aktie – insgesamt also 1.510,00 €. Gebühren musste ich beim Smartbroker beim Handel über gettex keine bezahlen.

Verkaufsabrechnung Greencoat UK Wind im Oktober 2022

Wenn wir uns nicht im Bärenmarkt befinden würden und der Rest des Depots im grünen Bereich wäre, dann hätte ich sicherlich erst mal entspannt abgewartet. Und dann, wenn die Details der neuen Steuer feststehen, die Auswirkungen auf Greencoat UK Wind analysiert.

Da aber alle meine britischen Werte derzeit stark im Minus sind, wollte ich das bei Greencoat UK Wind vermeiden. Mit den Aktien habe ich einen Veräußerungsverlust von 81,11 € „erlitten“. Während der Haltezeit habe ich aber 75,74 € als Netto-Dividenden erhalten. Unterm Strich bleibt so ein Minus von lediglich 5,37 €.

Und ich habe ja immer noch die Möglichkeit, jederzeit wieder in Greencoat UK Wind einzusteigen. Die Aktie bleibt auf meiner Watchlist und ich werde beobachten, wie die weitere Entwicklung ist. Denn ich persönlich bin weiterhin davon überzeugt, dass regenerative Energien für die Erreichung der Klimaschutzziele unerlässlich sind. Und ein Investment in Greencoat UK Wind einen Beitrag dazu leistet, der auch noch finanziell lukrativ sein kann.

Aber dazu müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Und wer einmal die Axt an die regenerativen Energien legt, wird leider auch vor einem zweiten Mal nicht zurückschrecken.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Greencoat UK Wind PLC
ISIN:GB00B8SC6K54
Im Divantis-Depot seit:07.05.2021
Letzter Nachkauf am:06.06.2022
Stückzahl im Divantis-Depot:1.000
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:1,59 €
Gesamtkaufpreis:1.591,11 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:75,74 €
verkauft am:12.10.2022
Durchschnittsverkaufserlös abzgl. Gebühren und Steuern:1,51 €
Gesamtverkaufserlös:1.511,00 €
Gewinn/Verlust:-5,37 €
Verlust in Prozent:0,33%

Fortescue Metals Group

Nachdem ich ursprünglich im Oktober gar nicht an der Börse aktiv werden wollte, hatte ich nun einen Cash-Zufluss. Und einen Teil davon habe ich direkt wieder investiert.

Denn gerade gab es ja die erste Dividendenzahlung meines frischen Depotwerts Fortescue Metals Group und dabei hatte ich das Ziel formuliert, den Depotanteil auszubauen.

Also habe ich die Gunst der Stunde genutzt und ein Drittel des Verkaufserlöses direkt neu investiert.

Die Fortescue Metals Group ist ein australischer Eisenerzproduzent, der sich klimaneutral aufstellt und zukünftig grünen Wasserstoff produzieren wird. Hier habe ich das Unternehmen ausführlich vorgestellt. Somit bleibt das Geld in erneuerbaren Energien investiert.

Ebenfalls am 12.10.2022, aber einige Stunden später, kaufte ich 50 Aktien zum Kurs von 10,986 €. Ich zahlte insgesamt 549,30 € – erneut gebührenfrei über den Smartbroker bei gettex.

Kaufsbrechnung Fortescue Metals Group im Oktober 2022

Zumindest für einen Teil habe ich damit die wegfallende Dividendenzahlung von Greencoat UK Wind kompensiert. Aufgrund der deutlich höheren Dividendenrendite der Fortescue Metals Group müsste das grob der Hälfte entsprechen. „Müsste“ deshalb, weil ja weder die zukünftigen Dividenden von Greencoat UK Wind noch von der Fortescue Metals Group bekannt sind.

Für den Kauf gab es jetzt – außer dem ungeplanten Cash-Zufluss – keinen aktuellen Anlass. Ich möchte die Position noch weiter ausbauen und insofern ist das ein gutes Investitionsziel. Die 120 Aktien, die ich nun von Fortescue Metals Group im Dividendendepot habe, sollen noch weiter zulegen. Bis zur nächsten Dividendenzahlung im März sollten es mindestens 200 Stück sein.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Fortescue Metals Group
ISIN:AU000000FMG4
Im Divantis-Depot seit:06.06.2022
Letzter Nachkauf am:12.10.2022
Stückzahl im Divantis-Depot:120
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:11,85 €
Gesamtkaufpreis:1.421,88 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:40,03 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen
Anzeige
Den Verkauf von Greencoat UK Wind und den Nachkauf von Fortescue Metals Group habe ich beim Smartbroker vorgenommen. Beide Orders hatten je mindestens 500 € Volumen und wurden bei gettex ausgeführt. Deshalb zahlte ich jeweils 0,- € Gebühren. So macht Aktienhandel richtig Spaß! Informiere Dich jetzt hier über Dein kostenfreies Depot!

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.5 / 5. Anzahl der Stimmen: 43

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

38 Gedanken zu „Notausgang gewählt und den Verkaufserlös direkt reinvestiert“

  1. Hi Ben,

    macht dir der hohe Umsatzanteil von China bei Fortescue Metals Group nicht zu schaffen?
    Ich finde es ein gutes Unternehmen, allerdings habe ich bedenken, dass wenn China z.B. sagt der Fokus soll auf eigener Rohstoff Produktion liegen, der Umsatz massiv wegbrechen könnte.

    Wie siehst du das? Du hast in deinem Beitrag nicht so viel darüber berichtet.

    Viele Grüße.

    Dennis

    1. Hallo Dennis,

      China ist bereits einer der größten Förderer von Eisenerz. Aber offenbar reichen die Vorkommen nicht aus, um den Bedarf für die Stahlproduktion zu decken. Oder es ist für China attraktiver, aus Australien zu importieren statt selbst noch mehr abzubauen. Die Nachfrage aus China ist natürlich von der dortigen Konjunktur abhängig. Das Risiko, dass China vollständig auf eine eigene Rohstoff-Produktion umsteigt, sehe ich nicht. Ich verlinke mal auf einen Wikipedia-Artikel mit Zahlen aus 2011. Danach hat Australien die höchsten Reserven und der Eisenanteil im Eisenerz ist deutlich höher als bei den chinesischen Vorkommen.

      Viele Grüße Ben

  2. Obwohl gestern nach Bekanntgabe der US Inflationsdaten, die in etwa stagnieren bis auf leichte Steigerungen der Kernrate, der Markt erst stark abgetaucht ist, um dann diesen unerklärlichen Rebound von +3% intraday beim Dow hinzulegen, fehlt mir ein bisschen die Erklärung dafür. Manche meinen, die Inflation (US) hätte jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Ich mein, ich hätte gestern iwo gelesen, das die Bank of England (unter der Hand) den britischen notleidenden Institiuonellen Marktteilnehmern signalisiert hätte, auch weiter Anleihen aufzukaufen, weil ihr gar nichts anderes übrigbleibt. Das rechnet der Markt natürlich sofort auf die EZB und vor allem die Fed hoch.
    Die sieht den Unfall ja auch. Das würde den Rebound zur Hälfte miterklären.
    Ich habe bei Gottfried Heller /Fiduka mit Stand vom 30.09.2022 gelesen, das im Zinsbereich die 0,25-prozentige Bundesanleihe mit Laufzeit bis 2029 seither von 97,5 auf 88,5 abgestürzt ist.
    Mal ehrlich, wer kauft sich denn zum Kurs von 88,5 jetzt noch eine Bundesanleihe mit 0,25% Coupon die im Jahr
    2029 zu 100 ausläuft? Bei der Inflation? Ich jedenfalls nicht. Wie gesagt, das war Stand Ende September.
    So und jetzt die Gilts. Ich hab nicht nachgesehen, aber die werden noch beschi…er aussehen. Die will keiner mehr haben und an WEN soll denn die Bank of E die denn dann verkaufen, wenn sie ihre Bilanz abbauen will, zu welchen Kursen?
    Würde hier unter den Lesern jemand Gilts kaufen oder hält er welche?
    Das jetzt den Lieferanten/Produzenten (auch) von erneuerbaren Energien die Erträge (willkürlich) abgeschöpft werden sollen, zeigt a) die Not und b) die Dummheit. Wir haben doch offensichtlich ein Energieproblem,und ein Energiepreisproblem. Damit würgen die jede Motivation und Innovation und Investitionsbereitschaft ab, um irgendwo zusätzliche kWatt oder MWatt oder GWatt herzubekommen. Unerklärlich? in D wird das ja auch diskutiert.
    Aber schöner Tag gestern und man sieht, es gibt auch Hoffnung.
    Grüße

  3. Das Thema mit der Sippenhaft für Stromerzeuger/Netzbetreiber fällt mir tatsächlich auch gerade auf und leider auch auf die Füße. Die Kurse von Terna und Red Electrica haben in den vergangenen Wochen überproportional abgegeben. Ich hoffe, dass diese Companies nicht von den staatlichen Akteuren als Cash Cows ausgeweidet werden.

    1. Hallo Stefan,
      Red Electrica und Terna sind Stromnetzbetreiber und keine Energieerzeuger – das ist nicht vergleichbar.
      Beide sind natürlich indirekt durch die Energiekosten betroffen und bei Zahlungsausfällen ihrer Kunden oder deren Kunden. Sie sind aber natürlich auch verantwortlich für die Stabilität des nationalen Netzes, das durch andere Netze beeinflusst werden kann. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen.
      Eine „Sondersteuer“ für die beiden Unternhemen, halte ich für unwahrscheinlich.

  4. Hallo Ben,
    aus meiner Sicht ist das Chance/Risikoprofil, insbesondere wenn man die Immobilien/Wirtschaftsprobleme in China und weltweit berücksichtigt, bei FMG nicht wirklich günstiger als bei GUKW.
    BG, Matthias66

  5. Lieber Benjamin!

    Meine Mutter rief mich stets „Flo“ – außer, sie sorgte sich sehr oder war böse auf mich, dann zog sie die einzelnen Silben ziemlich lang – und spätestens beim „-aan“ waren dann beide Seiten schon genervt voneinander. Du schätzt dich hoffentlich glücklich, mich als zumeist passiven Mitleser zu haben, denn schriebe ich häufiger, würde ich erneut derart streitlustig daherkommen wie bei meinem letzten vorlauten Beitrag, der ja ein etwas größeres Echo nach sich zog, seinerzeit gings um deinen Zweifel an der Zukunft der BASF, welchen ich unverändert nicht verstehe. Bei dir treibt mich heute erneut die Besorgnis an.

    Du bist ein toller Blogger und hast mich immer wieder inspiriert; der Einzige, dessen Seite ich strikt 8:00 48täglich aktualisiere neben dem Podcast vom Holger Zschäpitz; andere Quellen brauche ich nicht im Alltag. Doch aktuell bröckelt mein Bild von dir als langfristig orientierter Anleger – ist da eine Mutation zugunsten eigentlich rezessiver Trader-Gene zu erkennen?
    Nun fliegt nach kurzer Haltedauer der Wind-Wert bei dir raus – und du kaufst für einen wahrlich geringen Betrag Metall nach. Haben die neuerdings überall vermuteten fallenden Messer in Australien stumpfe Klingen? Dein großes Thema Nachhaltigkeit hat nicht nachhaltig gehalten bislang. Fliegt nun ob der aktuellen Stimmung bald auch Taylor Wimpey raus? Schließlich haben die Briten ja eine Bekloppte gewählt (das geht vorbei!) und Immobilien steigen aktuell nicht um mehrere Prozent monatlich, wies sich bislang gehörte? Auf die Sicht von Jahrzehnten, die wir beiden hoffentlich noch auf dieser geschundenen Erde erleben werden, ist Windenergie doch mittelfristig ein nicht zu schlagender Trend und das Unternehmen total gesund. Oder brauchst du einfach Cash, ggf aus privaten Gründen (das würde Vieles erklären)? Da wir nur die „eine“, nämlich ökonomische Seite, von dir kennen, ist es schwierig, dich finanziell „komplett“ einzusortieren und erschwert die kritische Würdigung deiner Beweggründe für mich als Außenstehenden – aber das ist eben so im Internet.
    Nahezu alle abgestraften Werte sind doch derzeit Nachkaufgelegenheiten; im ach so schlecht dastehenden Deutschland nahezu jeder deiner gehaltenen Werte z. B. auch die Allianz (da braucht es mindestens noch drei Weltkriege, um die langfristig unter 200 Euro zu drücken) oder die BASF (unter Niveau von Atompilzen in Ludwigshafen und mindestens 50 der anderen Werke kriegste die doch nicht kaputt). Vonovia wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeitlichkeit zeitnah erholen und weiter Divi erhöhen, und bevor das HomeBias-Argument kommt: Bin den Briten überaus dankbar, dass nun GlaxoSmithKline zu meinen größten Positionen gehört, und auch BP war sensationell günstig. Widerspricht BP noch deinen Anlagekriterien? Dieser Riese wird sich gen grün umstellen, und zwar sehr zeitnah, und noch ist er erschwinglich…

    Bitte nimm den provokativen Unterton dieser offenen Fragen nicht krumm – würden wir uns kennen, fände ich jede Unterhaltung mit dir sicherlich gehaltvoller als mit 98% der Leute, mit denen man sich so täglich unterhalten muss. Doch – bist du dir noch treu? Wo bleibt die frühere Gelassenheit / Geduld / Coolness? Möchte den Buy-and-Hold-Ben zurück… An der Börse wird doch alles wieder gut.

    Unverändert sende ich dir bewundernde, hoffentlich nicht bemutternde Grüße

    Florian

    1. Hallo Florian,

      Dein Artikel ist schon starker Tobak. Wenn Du im Alltag mit allen so kommunizierst, meinen wohl 98%, die sich mit Dir unterhalten müssen, was für ein I….

      Ich weiß nicht, wie lange Du an der Börse tätig bist. Es ist einfach gesagt, wenn es an der Börse 10 Jahre nur nach oben geht zu sagen, Buy-and-Hold ist die richtige Strategie.

      Zu Allianz:
      Schau Dir den Chart seit 2000 an, Allianz kam von 400 EUR. Wieviel Jahrzehnte benötigen sie, um diese Kurse wieder zu erreichen? Bei der Allianz bin ich Anfang 2011 eingestiegen zu 92 EUR.

      Zu BASF:
      Ich bin bei BASF Anfang 2011 eingestiegen und habe sie Mitte Januar 2020 verkauft wegen Corona. Der Kurs war damals 50% über den heutigen. Ich habe 10 Jahre Dividende erhalten. Verkauft habe ich BASF mit einem leichten Kursplus. Durch die reale Inflation habe ich Geld eingebüßt. An der heutigen Situation der explodierenden Gaspreise ist BASF ein Hauptschuldiger.

      Hier bei Ben bin ich seit ca. 2 Jahren unterwegs, Ben analysiert Quartalsweise seine Aktien, wenn sich hierbei Rahmenbedingungen geändert haben, verkauft er und investiert neu. So werden es die meisten hier halten.

      GB ist ein anderes Thema. Nach Boris Johnson hat man gemeint „schlimmer geht nimmer“, aber es steigerte sich noch mit Truss. Truss hat in wenigen Tagen so viel Porzellan zerschlagen, wofür Boris Jahre benötigte.

      Ich kann verstehen, man will sein Geld retten und flieht, was ist daran verwerflich? In GB bin ich zu Beginn des Brexit ausgestiegen und habe es nicht bereut.

      Lieber Florian, ich kann Dir nur Gelassenheit, Geduld und Coolness wünschen, denn Dein Betrag hier ist unter aller Sau!

      Viele Grüße

      Peter

      1. Der Beitrag von Florian ist in meinen Augen nicht „unter aller Sau“.
        Mir sind Menschen lieber, die sachlich aber offen und direkt Dinge sagen / schreiben als ein verwässerndes Blabla und im ungefähren und vagen bleiben.

      2. Ich finde deine Beiträge in der Regel sehr informativ Peter, sie spiegeln deine Lebenserfahrungen. Bei der Bewertung von Florians Beitrag liegst du meines Erachtens falsch, Flo schreibt sicher sehr offensiv, aber ich halte seinen Beitrag für akzeptabel und berechtigt. Vielleicht äußert sich Ben ja selbst nich dazu!
        Schönen Sonntag

        1. Hallo Claudio,

          in seinem neuesten Beitrag schreibt Ben:

          „Herzstück des Divantis-Blogs ist bekanntlich das Dividendendepot.“

          Ben hatte und hat nie eine Buy-and-Hold-Strategie. Dieser Satz ist seine Antwort auf die von Florian angestoßene Diskussion. Ich weiß nicht, ob es Florian bewusst ist, Ben handelt hier mit seinem realen Geld!

          Ben hat in seinem Dividendendepot regelmäßig Aktien ausgetauscht, wenn sie seinen Erwartungen nicht mehr entsprachen. In diesem Depot sind ausschließlich Aktien, die Dividende zahlen, diese kann auch sehr gering sein. Dies schließt aber Wachstum Aktien wie Amazon, Alphabet und Adobe aus.

          Deshalb hat er vor 2 Jahren das Anti-Depot eröffnet, das ihm diese Möglichkeiten nun eröffnet. Ich hätte an seiner Stelle gesagt, ich erweitere nun mein Dividenden-Depot mit der Möglichkeit, Wachstums-Aktien in mein Depot aufzunehmen, die zur Zeit noch keine Dividende zahlen, aber später vielleicht wie Apple und Microsoft und andere. Die meisten hier haben ein Depot auch mit Wachstums-Aktien, die keine Dividende zahlen.

          Dann kam die Erweiterung um das Optionsdepot, in diesem Gebiet sind hier einige unterwegs, ist aber nicht mein Ding.

          Dann kam das Zitronen-Depot, hier geht es um das Squeeze-Out. Meiner Frau und mir ist es dreimal passiert, das Aktien von uns von der Börse genommen wurden. Wir haben überlegt, auf Nachbesserungen zu warten, dies ist auch Risiko behaftet. Wir haben uns jedes Mal entschieden, zu möglichst hohem Kursen zu verkaufen.

          Dies zeigt, über die Zeit hat Ben sein Anlagespektrum erweitert. Seit seiner Selbstständigkeit hat er wohl mehr Zeit, um Informationen aufzusaugen.

          Die Steigerungen von Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 in den letzten 20 Jahren sind hauptsächlich durch die Kurssteigerungen der Tech-Werte begründet. Ohne den Tech-Werten liegen die Steigerungen der Indizes nur knapp oberhalb der offiziellen Inflationsrate, unter Berücksichtigung der Kostensteigerungen, die in der Inflationsrate nicht enthalten sind, wie Mietsteigerungen, steigende Sozialabgaben und staatliche Gebühren usw.

          Wenn man die Nieten in den Indizes frühzeitig verkauft, dann kann man sein Depot besser aufstellen. Wer in 2000 für 400 EUR Allianz gekauft hat, wird diesen Kurs in 20 Jahren nicht mehr sehen, es sei denn, die Inflationsrate bleibt bei 10%. Wir haben 2007 die Deutsche Bank für 96 EUR verkauft, sie stand über 100 EUR vorher. Wir haben Bayer am Tag, als der Kauf von Monsanto verkündet wurde, für 105 EUR verkauft, vor ca. 5 Jahren 3M für 197 EUR nach der zweiten Gewinnwarnung kurz hintereinander. Mit all diesen Verkäufen haben wir Gewinne gesichert.

          Buy-and-Hold und Augen zu sollte man machen, wenn man seinem Geld Böse ist, oder, wenn man genug davon hat.

          Früher reichte es einmal im Jahr, sein Depot zu überprüfen und wenn nötig, Änderungen vorzunehmen. Ich hatte dies immer zwischen Weihnachten und Neujahr gemacht. Heute dreht sich das Rad an der Börse so schnell, man muss mit den Quartalszahlen eine Überprüfung vornehmen.

          Ich gebe zu, ich hätte auch eine diplomatischere Formulierung anwenden können, die wäre inhaltlich aber gleich gewesen.

          Viele Grüße,

          Peter

          1. Hallo Peter P.,

            ich freue mich immer, wenn ich von den langjährigen Erfahrungen anderer Anleger lernen kann. Das meine ich ernst.

            Nun zu der o.a. Aussage
            „Buy-and-Hold und Augen zu sollte man machen, wenn man seinem Geld Böse ist, oder, wenn man genug davon hat.“

            Bei den angesprochenen Aktien von Allianz, Bayer und Deutsche Bank sollte man m.E. in die Bilanz auch die bis heute gezahlten Dividenden und deren Wiederanlage einbeziehen. Sie dürften zumindest bei der Allianz und bei Bayer nicht unerheblich sein.

            Nun meine Frage: Gab es in der Vergangenheit auch Aktien, deren Verkauf sich im Nachhinein als vorschnell herausgestellt hat?

            Sollte dies der Fall sein, müsste man diese meiner Meinung nach ebenfalls in die Bilanzierung des „Buy and hold“ aufnehmen.

            Ich gehöre – nach wilden Anfangszeiten – inzwischen zur Fraktion der Daueranleger und halte Qualitätsaktien auch in Zeiten, wenn die Kurse temporär einmal sinken. Dies hat sich nach meinen Erfahrungen insgesamt in der Mischkalkulation als erfolgreicher herausgestellt. Immerhin gibt es dann weiterhin gute Dividenden.

            Viele Grüße

            Andreas P.

            1. Hallo Andreas P,

              eine „Buy and Hold“ Strategie ist heute nicht mehr durchführbar. Die Märkte wechseln zu schnell. Nicht einmal Kostolany folgte dieser Devise, obwohl er sagte „Aktien kaufen und schlafen legen“.

              Vor 30 Jahren war IBM oder GE scheinbar nicht angreifbar – und heute? Für mich ist „Buy and Hold“ auf 5 – 10 Jahre gemünzt und nicht permanent die Pferde wechseln, wie ein Trader.

              Natürlich gibt es Aktien (Miniauszug: Coca-Cola, Nestle, Roche), die stabile Gewinne einfahren. Dort sind mir Kursverluste auch egal, denn Sie liefern jedes Jahr. Die Frage ist: Wie lange noch? Deswegen sollte man durchaus mehr als einmal im Jahr die Zahlen prüfen oder Nachrichten zu den Unternehmen lesen.

              1. Hallo BörsenHai,

                ja, richtig. „Fire and forget“ sollte man nicht machen.

                Man muss schon die Entwicklung der entsprechenden Unternehmen mitverfolgen. Deswegen sind Aktien meiner Meinung nach ja auch keine passive Anlage.

                Solange das Geschäftsmodell aber nicht grundsätzlich infrage gestellt ist, halte ich die Aktien auch in temporären Schwächephasen. Mitunter hat man dadurch auch längere Zeit eine „lahme Ente“ oder am Ende einen Totalausfall.

                Viele Grüße

                Andreas P.

    2. Lieber Florian,

      Dein Kommentar hat ja über das Wochenende einige Diskussionen ausgelöst. Ich habe sie verfolgt, aber prinzipiell gehört das Wochenende meiner Familie. Ich greife deshalb nur in Notfällen ein, sondern bin eher auf dem Spielplatz zu finden. Du hast auch schon viele gute Antworten erhalten, die ich jetzt nicht wiederholen möchte.
      Ich habe mich aber heute hingesetzt und einen neuen Beitrag geschrieben, der dann morgen früh erscheinen wird. Darin werde ich meinen Buy-and-Hold-and-Check- Ansatz noch einmal zusammenfassen. Und ich hoffe, dass ich Deine Fragen damit etwas beantworten kann.
      An Deinem Kommentar beeindruckt hat mich, dass Divantis bei Dir neben dem Podcast von Holger Zschäpitz Deine einzige Quelle ist. Einerseits ist das ein Lob, das ich extrem hoch werte. Auf der anderen Seite hoffe ich stark, dass Du Deine Investitionsentscheidungen nicht von diesen beiden Quellen abhängig machst. Denn weder der Podcast noch mein Blog haben die Weisheit für sich gepachtet. Es sind beides Meinungsmedien, die Dich bereichern und irgendwie auch unterhalten sollen.
      Eine Anmerkung zum Schluss: Wie Du als treuer Leser ja weißt, ist „Ben Warje“ ein Künstlername. Und Ben ist damit – in meinem Fall – auch keine Verkürzung von Benjamin.

      Viele Grüße Ben

  6. Ad Peter P.

    Weiß nicht, wie das hier allgemein gesehen wird, aber auf der Sacheben sei mitgeteilt, dass die Argumente sicherlich beiderseits mit harten Bandagen ausgetauscht werden dürfen, denn wir sind nicht zum Kuscheln hier. Aber als Idol (das meintest du doch?) und „unter aller Sau“ kommentiert zu werden, erlebe ich als abseits der hier ansonsten geltenden Fairness untereinander.

    Ja, man kann Selbstredend jederzeit „fliehen“ und sein Geld „retten“. Meine Anmerkung galt lediglich der Fragestellung, ob Ben ggf seine Maxime hinterfragen oder neu erklären sollte. Jeder kann doch handeln, wie er möchte. Ob das clever oder verkehrt war, wissen wir ohnehin erst nach Jahrzehnten. Gerade die „Porzellan zerschlagende“ Truss wird sich kurzfristig ja selbst überleben. Vielleicht sitzen wir ja im selben Boot und wissen es nicht einmal? Was an BASF „schuldig“ ist, bleibt wohl dein Geheimnis. Von wo die Allianz kommt ist vollkommen gleichgültig, da mein Beitrag darauf abzielte, dass sie derzeit in meinen Augen ein Kauf ist.

    Diesen Umgang miteinander jedoch möchte ich mir ausdrücklich nicht zu eigen machen und fand deine bisherigen Beiträge gehaltvoller, lieber Peter P.

    Herzlichst

    Florian

    1. Hallo Florian, hallo Mitschreiberlinge,

      ich habe unter „Greencoat UK Wind“ einen Kommentar zu den Sondersteuern in den UK geschrieben, damit die Leute informiert sind, da ich mich erinnerte, dass Ben dort investiert ist. Meine Intention war nicht, dass jemand verkauft oder die Aktie zu bewerten.
      Für mich war das Vorstellen der Aktie beim Kauf durch Ben sehr informativ und ich entschied, ich werde dort nicht investieren, obwohl das doch der Zukunftsmarkt ist (?!?).

      Die Diskussion ob Ben noch seinen Prinzipien folgt, hatten wir, glaube ich, vor einem Jahr (Verkauf Microsoft, etc.). Dein Anstubser, dies zu hinterfragen, finde ich legitim; ein bisserl gefühlsbetont halt ;). Ich weiß es nicht, ich bin nicht Ben, aber auch ich habe mich in letzter Zeit von einigen Aktien getrennt (auch mit Verlust), weil die Rahmenbedingungen sich plötzlich änderten. Plötzlich geänderte Rahmenbedingungen erhöhen aber Unsicherheit und Risiko.
      Die Frage ist doch: Fühle ich mich wohl bei dem Investment? Wenn dem nicht mehr so ist, sollte man über einen Ausstieg nachdenken (das ist auch Bens Credo; Verkäufe Siemens, Danone, etc.). Jeder hat seine eigene Situation und agiert entsprechend anders. Die Grundstrategie „Buy and Hold“ widerspricht ja nicht dem Verkeuf einzelner Positionen, denn wir investieren in Einzelaktien nicht in ETFs.

      @Ben: Danke für Deine explizite Bestätigung, dass ich nicht für deinen Ausstieg bei der „Greencoat UK Wind“ „verantwortlich“ bin. Ich ging davon aus, aber wollte mich dennoch erneut bei Dir für die Bestätigung bedanken.

      @Florian: Ich habe mich auch schon länger von Taylor Wimpey getrennt (mit Gewinn). Soll aber auch keine Verkaufsanregung sein. :)
      Ob Ben „komplett einschätzbar“ ist, spielt doch keine Rolle. Er ist einer der wenigen im Netz, die Ihre Investments auch belegen und gibt seine Ansicht der Dinge wider. Die muss nicht immer mit unserer übereinstimmen. Ich sehe noch keinen Widerspruch zu seiner Globalstrategie. Eher das Zitronendepot oder Antidepot sehe ich als Widerspruch, schätze es aber auch als „Versuch macht kluch“ ein. Ist doch alles legitim.

      Deswegen sollten wir es jetzt gut sein lassen mit dem Thema und uns spannenden Diskussionen unserer Investments zuwenden. (wie 1Steven1 anmerkte)

  7. Hallo,

    ich fand den Kommentar heute Mittag von Manfred „Was soll das jetzt?“ sehr passend.

    Soweit ich es sehe schauen wir hier doch alle gerne rein, weil Ben und einige Andere neben Informationen auch eigene Gedanken zum Besten geben, die einen manchmal auf neue Ideen bringen oder helfen, seine eigenen Entscheidungen zu reflektieren. Dabei ist doch ganz klar, dass diese Ideen nicht unbedingt zur eigenen Strategie passen müssen, und es wird hier ja keiner verpflichtet, diese Ideen aufzugreifen.
    Insofern muss sich weder Ben noch sonst irgendjemand für seine Anlageentscheidungen rechtfertigen oder alle Beweggründe im Detail aufführen.
    Auch investiert keiner „fehlerfrei“, sondern man lernt idealerweise aus Fehlern und falschen Risikoeinschätzungen. Auch hat sich Demut an der Börse langfristig bewährt, d.h. es ist nicht ratsam, seine aktuellen Erkentnisse oder Annahmen als allgemeingültig darzustellen.

    Also ich habe es auch nicht ganz verstanden, es bleibt ein „Was soll das jetzt?“, es liegt vielleicht auch an der eingeschränkten Kommunikationsart hier im Blog.
    Ich würde mich freuen, wenn wir hier mit Business as usual fortfahren könnten :-)

    VG und ein schönes Wochenende
    1Steven1

  8. Dein Zitat „Denn der Schlüssel, sich europaweit von der russischen Abhängigkeit zu befreien, liegt ja nun gerade in regenerativen Energien.“ – sorry der hat bei mir wirklich einen Schenkelklopfer ausgelöst – wie naiv seit Ihr Deutschen eigentlich?

    Dieses Zitat erklärt alles, sog. „erneuerbare“ Energien sind nicht grundlastfähig. Die kannst Du nur als Ergänzung zur Grundlast einsetzen, die Grundlast haben wir in „D“ aber komplett abgeschafft: Steinkohle, Atomstrom, Braunkohle, Gas, LNG aus Fracking…

    Wir haben die dümmste Energiepolitik auf der Welt und sorry auch die dümmsten Poiltiker der Welt, wahrscheinlich sogar aller Zeiten mit Abstand. Auf Details verzichte ich jetzt. An und für sich ein guter Blog, aber hier musste ich mal intervenieren.

    1. „Der „FAZ“-Redakteur Morten Freidel hat sich neulich die Mühe gemacht, einmal nachzurechnen. Um ihre Ziele zu erreichen, müsste die Regierung jeden Tag vier große oder acht kleine Windräder bauen, und das über die nächsten zehn Jahre. Selbst wenn man auf alle Genehmigungsverfahren von heute auf morgen verzichten würde: Dafür gibt es weder das Material noch die Monteure – von den Kosten gar nicht zu reden.“ Zitat Fleischhauer/ Focus. Meine Ergänzung: Wer gibt die Flächen dafür?
      Ich hab selber vor kurzem aus Neugier mal über Wasserstoff als Energielieferant nachgeschaut und da gibt es bis jetzt wenig bis gar nichts wirklich volkswirtschaftlich belastbares. PV explodiert im Preis, privat lange Wartezeiten ohne verbindliche Lieferzusagen und ständig nach oben mäandernde Preise. Auch hier ist man aber von knappen fossilen Rohstoffen abhängig, die auch nur begrenzt haltbar sind.
      Alternativen sind bekannt. Da es in den nächsten Jahren einen ständigen Kampf um die Energie geben wird,
      halte ich zur Zeit SSE, National Grid, Algonquin Power, Black Hills, New Yersey Resources, Nextera Energy, Southern Co, TC Energy, und Woodside Energy Group Ltd. , Exelon Corp., Equinor, Consolidated Edison, Enbridge und will weiter ausbauen in dem Sektor.
      Schönen Sonntag und seid nett zueinander. Die meisten hier sind doch erwachsen. Nehme ich an.

      1. Hallo Thomas,

        als Ergänzung zu Windrädern folgendes:
        Für das Fundament werden 3.000 bis 4.000 Tonnen Stahlbeton benötigt, für den Mast nochmals 1.500 bis 2.000 Tonnen. Der Zement hierfür hat die energieintensivsten Produktion. Zusätzlich wird jede Menge Kies benötigt. Die Vorräte sind erschöpft, neue Kiesgruben oder Erweiterungen scheitern an den örtlichen Grünen, die alles blockieren.

        Wir hätten in Deutschland schon längst anfangen müssen, den überschüssigen Wind- und Solarstrom durch umwandeln in Wasserstoff zwischenzuspeichern und ins Gasnetz einzuspeisen. Dies verträgt bis zu 20% Wasserstoffzusatz problemlos.

        In BW läuft in einem Ort, der Name fällt mir nicht ein, ein Großversuch, 30% Wasserstoff ins Gasnetz einzuspeisen.

        So kann Wasserstoff ins Gasnetz nach Süddeutschland transportiert werden, ohne zusätzliche Investitionen, und kann in den Gaskraftwerken in Strom umgewandelt werden. Später können die Gaspipelines und die Gaskraftwerke auf Wasserstoff umgerüstet werden. Die zig Milliarden, die die Überlandleitungen kosten, die nun auch unter die Erde verlegt werden sollen, ist aus meiner sicht humbug, der blöde deutsche Verbraucher zahlt alles.

        Thomas, es sind viele Wasserstoffprojekte in Deutschland in der Erprobungsphase und Planung, in Deutschland dauert das nur länger als Anderswo.

        Du hast Woodside Energy im Depot, die bauen in den USA eine Anlage mit NEL, hier eine Info:

        https://nelhydrogen.com/press-release/nel-asa-receives-a-nok-600-million-purchase-order-from-woodside-energy/

        Woodside Energy entwickelt 2 Projekte in Südaustralien, die ab 2025 Wasserstoff produzieren.

        Woodside Energy hat mit der RWE und Uniper Lieferverträge für LNG-Gas vereinbart, erste Lieferungen Anfang 2023. Die Lieferungen werden später in Wasserstoff geändert.

        PV-Anlagen und deren Lieferfähigkeit sind ein Thema für sich.

        In der kommenden Woche bekomme ich meine Klimaanlage mit Wärmepumpe, ein japanisches Modell, hier ist die Lieferzeit kürzer als der Zeitraum der Fördergenehmigung der BAFA. Meine PV-Anlage mit Batterie und Notstrom als Insellösung kommt wohl erst in Q2/Q3 2023. Hier habe ich zudem die Möglichkeit, ein Generator mit Gleichrichter an einem String des Wechselrichters anzuschließen, und so bei geringer Solarleistung die Batterie aufzuladen. Eine Thermie-Anlage haben wir für Warmwasser schon sehr lange. In Abhängigkeit der Strom- und Gaspreise können wir mit Gas oder Strom im Winter heizen. Somit sind wir dann gut für eine Energiewende aufgestellt.

        Einen schönen Sonntag noch bei strahlender Sonne.

        Peter

        1. Hallo Peter, wenn du das Projekt in Öhringen ( Hohenlohekreis ) (Verteilnetzbetreiber Netze BW)
          meinst, dann sind in diesem Projekt, das auf 30% Hydrogen kommen „möchte“ (keine Infos zum Ist) dort immerhin schon 30 Haushalte eingebunden. Es ist eben kein Großversuch.
          Mein Dorf, wo ich wohne, hat geschätzt 1000 Haushalte.
          Versteh mich nicht falsch, ich schätze hier jeden Beitrag, aber das sieht mir im Moment alles noch zu sehr nach Kinderschuhen aus. Ja, wer beizeiten an Tesla geglaubt hat, hatte recht… Aber der zahlt keine Dividende :-(
          Deswegen bleibe ich bei jedem Engagement auch drin.
          Aber Deutschland braucht Grundlast. Noch lange.
          Windräder haben btw auch eine Lebensdauer von plus minus 20 Jahren, danach müssen sie ersetzt werden. Also einmal neu bitte. Ich hab auch schon Fotos gesehen, wo defekte Windräder bzw Rotorblätter einfach im Acker vergraben wurden.( Auch nicht umweltfreundlich)

          1. Hallo Thomas,

            ich habe vor längerer Zeit einen Bericht zu Öhringen gelesen, dieser Ort wurde exemplarisch ausgewählt. Erstens muss dort genügend Wasserstoff zur Verfügung stehen, zweitens habe ich den Artikel entnommen, eine Diversität bei den Verbrennungsstätten ist gegeben.

            Thomas, wir leben in Deutschland, da laufen Entscheidungen im Zeitlupentempo ab.

            Hier ist ein Vorschau auf die kommende HannoverMesse, die ich hoffentlich wieder besuchen kann:

            https://www.hannovermesse.de/de/news/news-fachartikel/iberdrola-weltweit-fuehrend-bei-der-entwicklung-von-gruenem-wasserstoff

            Gestern in den Tagesthemen war ein Bericht über Spanien, dem Gastland der diesjährigen Buchmesse. In diesem Bericht wurde Wasserstoffanlage als fertiggestellt gezeigt, ebenso wurde gezeigt, die Fernzüge kommen minutengenau ans Ziel.

            Als Ingenieur bin ich für PV-Anlagen, diese sind zu 100% Recycelbar, kosten für ein übliches Einfamilienhaus ca. 150-200 EUR. Die Module werden bei ca. 900°C verdampft, alle kostbaren Metalle werden rückgewonnen. Der Erlös ist ein vielfaches der Recyclingkosten. Die PV-Module kann man bei uns auf den Bauhöfen kostenfrei abgeben.

            Viele Grüße

            Peter

  9. Vielleicht können ja die Politikdiskussionen wieder auf Twitter stattfinden oder mit inhaltlicher Substanz unterlegt werden!
    Ich persönlich erfreue mich hier an den tollen inhaltlichen Diskussionen zu Märkten und Unternehmen.

  10. Das ist das Interessante an der Börse. Unterschiedlichste Aktien und unterschiedliche Meinungen dazu. Reich werden, oder mindestens Geld verdienen möchte auch jeder.

    Ich weiß nicht wieviel tausend Aktien es weltweit gibt, und jede aktienausgebende Firma hat auch Ihre Aktionäre aus unterschiedlichsten Gründen. Diejenigen, welche dort investiert haben, sind ja auch der Meinung, dass es ein gutes Investment ist. Übrigens auch alle welche bei Wirecard investiert hatten. Vielleicht ist auch hier Gier frisst Gehirn der Auslöser.

    Die einen meinen Nel ASA, Plug Power, Power Cell oder Bitcoin ist der neues Messias. Für mich sind das Kapitalverbrennungsmaschinen. Für andere nicht.

    Grundsätzlich hat für mich Ben früher auch eher in Substanz und Stabilität investiert. Tayler Wimpey, Atlantia, Greencoat UK Wind, Fortescue Metall usw. für mich persönlich alles Schrott. Warum in so kleine unbekannte ausländische Nebenwerte investieren, wenn es genug Firmen gibt, welche es seit Jahrzehnten mit ihrem Geschäftsmodell bewiesen haben, dass es funktioniert? Aber auch das ist Ansichtssache.

    Der Erfolg oder der Misserfolg wird das in Jahren bestätigen. Früher habe ich mir ab und zu auch Anregungen bei Ben geholt. Aber seit so „komische „ Werte im Depot landen, ist das eher Vergangenheit. Schade.

    1. Ja, da musste ich schmunzeln bzw. kann ich zustimmen, genau diese Unternehmen interessieren mich ebenfalls „Null“, aber man kann diese Beiträge ja schön links liegen lassen.

      VG
      1Steven1

    2. Hallo star,

      ich kann Deine Kritik nachvollziehen und dennoch muss ich widersprechen.
      Genau WEIL Ben Werte abseits des „Normalen“ diskutiert und Investments eingeht, finde ich es spannend. Denn mich interessieren eher seine Beweggründe, die für mich den Mehrwert bringen. Es geht weniger um die Aktien, die er auswählt, sondern eben seine Begründung für den Kauf (!).

      Mit einem Blog der nur die Hochdividendenwerte abbildet oder hauptsächlich Wachstumsaktien behandelt (gefühlte 90%), wäre uns kein Mehrwert beschieden. Viele „Dividendenblogs“ geben „Erträge“ an, die bei weitem nicht mal Brutto mit den Dividenden zu erlösen wären. Andere sinnieren scheinbar über Gewinne mit Wachstumsaktien in denen Sie damals gar nicht investiert waren. Der Vergangenheitschart gibt es aber her (weil sie mal auf einer Watchlist waren – scheinbar.

      Wer ein Depot nachbilden will, ist hier sicherlich ebenso falsch aufgehoben wie auf vielen anderen Seiten. Eine Coca-Cola (seit 20 Jahren im Bestand) ist eben anders zu bewerten als wenn ich sie heute kaufe.

      Die „In-Aktien“ sind wahrscheinlich (!) Geldverbrennungsmaschinen. Mit NEL habe ich (bei sehr niedrigem vierstelligen Einsatz) das vierfache rausgeholt. War (das nur zur Verdeutlichung!!!) eine reine „Zockerposition“ und ich bin glücklich da rausgekommen zu sein! Hätte auch 80% – 100% Verlust bedeuten können. Eine WalMart über 30 Jahre hat aber auch nur 100% gebracht (ohne Dividenden). Hätte ich mal lieber … es gäbe genug Positionen: im Nachhinein ;)

      Meine Erfahrung sagt mir: Steigenden Kursen hinterher-investieren ist gefährlich. Das Geschäft nicht zu verstehen mindestens ebenso. Solides Geschäft und solide Gewinne und genügend (möglichst wachsend) Cash Flow sind gute Anzeichen.

  11. Langfristig schlagen Sachwerte Geldwerte. Die banale Frage: sind Sachwerte a) Aktien oder b) Anleihen ist ja soweit klar. Ich hab jetzt doch noch mal bei den Gilts nachgesehen und da sieht es wirklich sehr traurig aus.
    Zu Beispiel ist der 11/2% UK Treasury Gilt 2047 über einen Zeitraum von neun Wochen von 84,73 £ für 100 £ am 2. August auf 51,88 £ am 27. September gefallen , bevor er sich am 4. Oktober auf 60,65 £ erholt hat.
    Das ist krass. Die BoE kommt mir vor, wie ein Stand auf dem Töpfermarkt, der voller Trubel und Publikum ist
    und auf dem auch alle Stände ringsum guten Umsatz und Absatz machen, nur der Stand der BoE hat bis 17:00 Uhr nachmittags noch nicht einen Topf verkauft. Sorry für den blöden Vergleich. Es hat ja alles zwei Seiten. Die Sonnenseite zeigt enorme Chancen für mutige, aber die Schattenseite zeigt einen totalen Vertrauensverlust der Investoren. Die britische Regierung muß (wie alle Regierungen überhaupt) ständig neue Bonds emittieren und mit jedem neuen Bond werden die alten wertloser. Warum sich also so etwas kaufen? und wenn dann zu immer höheren Zinsen, die die Schuldenlast weiter nach oben treibt.
    Da werden sich Armeen von Shorties dort grad ihr Mütchen kühlen, was es nicht leichter macht. Die Briten werden in der US-Finanzindustrie nicht nur Freunde haben.
    Die EZB ist nur froh, das sie nicht im Scheinwerferlicht steht, obwohl sie die gleichen Probleme hat.
    Wenn sich jemand was kauft, dann US Geldmarktfonds oder ETF.
    Was will ich damit sagen? die Briten sehen bei mir grad traurig aus, aber solange sie Dividenden zahlen, lass ich sie lieber im Depot verschimmeln, als sie zu verkaufen. Nach jeder Nacht kommt wieder ein neuer Tag.
    Interessant wird irgendwann die Zinswende.

  12. Wie eine solide Aktie durch staatliche Vorgaben von heut auf morgen komplett disqualifiziert wird konnte ich an meiner Salmar vor ein paar Tagen hochfrustiert am eigenen Depot verfolgen. Der geneigte Leser kann a.O. die Gründe nachlesen, die ich durchaus auch von Seiten des Staates nachvollziehen konnte. In diesem Kontext sind die Überlegungen seitens Ben zu Greecoat durchaus auch exemplarisch. Ich halte Salmar dennoch weiter….

    Abschließend wäre es vielleicht auch noch einmal ganz hilfreich darüber zu diskutieren, inwieweit Aktien im Angesicht der globalen Spannungen (China etc.) sozusagen als „Bunkerware“ von Bedeutung seien können. Man könnte jedenfalls mal dahin diversifizieren.

    Alles wird gut ;-) Gruß Frank

Kommentar verfassen