Was Dich hier erwartet:
Immer wieder berichte ich über meine Depots bei den verschiedenen Online-Brokern. Und das aus gutem Grund: Denn das kann ich gleich vorwegnehmen: Es gibt nicht den Einen, den besten Broker schlechthin.
Zwar wird er immer wieder in Rankings oder Umfragen gekürt. Aber eine solche Zusammenfassung krankt an einer Stelle: sie berücksichtigt den Anleger nicht!
Die Bedürfnisse unterscheiden sich so sehr, dass es wirklich nicht leicht ist, den Überblick zu behalten. Und ich habe bisher keinen Broker gefunden, der alle denkbaren Bereiche gleichermaßen gut abdeckt.
Einem Anleger sind Sparpläne wichtig. Einem anderen auch, aber nicht auf ETFs, sondern auf Aktien. Wieder ein anderer möchte nur Einmalkäufe durchführen und dafür wenig Gebühren bezahlen. Und der nächste Anleger möchte die freie Auswahl unter allen Börsenplätzen haben. Und da sind jetzt solche Spezialthemen wie Quellensteuerservice oder günstige Kapitalerhöhungen noch gar nicht berücksichtigt.
Ich versuche in diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel zu bringen und stelle meine Online-Broker vor – mit ihren Vorteilen und Schwächen. Und so kannst Du Dir ein eigenes Bild machen und womöglich noch ein weiteres Depot eröffnen. Denn Du wirst schnell merken, dass es gar nicht so verkehrt ist, die eigene Geldanlage auf mehrere Depotfüße zu stellen.
Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, welchen Online-Broker man am Besten findet. Und es hat sehr viel damit zu tun, welche Produkte man handelt. Wie ich bereits geschrieben hatte, habe ich mehrere Depots bei verschiedenen Online-Brokern. Mit denen bin ich selbstverständlich zufrieden, sonst hätte ich die Depots nicht. Und doch nutze ich die Depots unterschiedlich.
vollwertige Broker
Als vollwertige Broker bezeichne ich die klassischen Online-Broker, die einen Wertpapierhandel an allen inländischen Börsenplätzen anbieten. Zudem ist dort ein Handel im Ausland möglich. Oftmals bieten sie auch Girokonten an.
Consorsbank
Die Consorsbank ist ein Pionier der deutschen Online-Broker und wurde 1994 von Karl Matthäus Schmidt, dem heutigen Vorstandsvorsitzenden der Quirin-Bank gegründet. Nach verschiedenen Eigentümerwechseln und Umfirmierungen ist sie mittlerweile eine deutsche Niederlassung der französischen BNP Paribas. Übrigens genauso wie der Smartbroker, weshalb es auch eine gemeinsame Jahressteuerbescheinigung beider Online-Broker gibt.
Ich schätze an der Consorsbank, dass es sich um ein vollwertiges und ausgereiftes Depot handelt. Ich kann dort an allen inländischen Börsenplätzen und vielen ausländischen Börsenplätzen handeln. Außerdem ist öfter ein Handel in Wertpapieren möglich, den andere Broker ablehnen. Schließlich bietet die Consorsbank auch die Möglichkeit zum Optionshandel an.
Nachteilig empfinde ich das TAN-Verfahren über eine separate App, die Benutzerfreundlichkeit ist hier nicht besonders hoch. Hoch ist dafür inzwischen die Provision. Bei Gründung war die Consorsbank wirklich noch ein Discount-Broker, der deutlich günstiger als die stationären klassischen Banken war. Inzwischen ist das Provisionsmodell jedoch nicht mehr zeitgemäß. Die Schwester Smartbroker zeigt, dass es auch deutlich günstiger geht.
Diesen Wermutstropfen nehme ich allerdings in Kauf und nutze mein Depot z.B. zur Verwahrung australischer gestapelter Wertpapiere oder auch zur Zeichnung von Neuemissionen. Positiv ist schließlich das sehr einfach gehaltene Modul zur Depotübertragung, bei dem ich einzelne Wertpapierpositionen online auswählen und zur Übertragung freigeben kann.
comdirect
Ebenfalls 1994 wurde die „Comdirect Bank“ gegründet und zwar als Tochter der Commerzbank. Nach langjähriger Eigenständigkeit, sogar mit Börsennotierung, ist sie inzwischen auf die Commerzbank verschmolzen und firmiert nur noch als Marke „comdirect“. Das wiederum hat sie mit der onvista bank gemeinsam. Anders als beim Duo Consorsbank/Smartbroker sind die Steuerbescheinigungen von comdirect und onvista bank aber getrennt.
Das comdirect-Depot ist ein Volldepot, also ein Handel an allen inländischen und zahlreichen ausländischen Börsenplätzen möglich. Ein Depot bei der comdirect hat den großen Vorteil, dass ich damit Kunde der Commerzbank bin und damit die Solidität eines Großkonzerns im Rücken habe. Das merkt man z.B. beim Kundenservice. Gleichzeitig ist der Handel in speziellen Wertpapieren teilweise restriktiv, angeblich aus Kundenschutz.
Negativ fällt mir immer wieder auf, dass die Gutschrift von Dividendenabrechnungen in ausländischer Währung mit 2 zusätzlichen Valutatagen erfolgt. Die Schwester onvista bank zeigt – genauso wie andere Broker auch -, dass es auch anders geht. Und das sogar innerhalb der gleichen Bank! Lästig ist zudem, dass bei Dividendenabrechnungen eine separate Steuerabrechnung in einem eigenem PDF erfolgt, die oftmals erst einen Tag nach der eigentlichen Dividendenabrechnung kommt.
Ähnlich wie bei der Consorsbank empfinde ich die Gebührenstruktur als zu teuer. Dazu gehört auch die Tatsache, dass die comdirect nach den ersten 3 Jahren Depotführung ohne Girokonto nur dann keine Depotgebühren erhebt, wenn ein Sparplan pro Quartal ausgeführt wird oder zwei Trades stattgefunden haben. Das lässt sich natürlich mit einem Sparplan über 25 € in einem ausgabeaufschlagfreien ETF wie den Arero und vier Ausführungen im Jahr erfüllen. Es ist für mich aber ein Anachronismus!
Positiv ist allerdings, dass die Bestellung von Eintrittskarten für die Teilnahme an Hauptversammlungen kostenfrei ist. Und Firmenkunden, z.B. mit einer Trading-GmbH, können zu den gleichen Konditionen wie Privatkunden ein Depot eröffnen. Schließlich wird auch ein Junior-Depot für Kinder angeboten.
DKB
Die DKB ist als Deutsche Kreditbank AG eine eigenständige Tochter der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Die DKB bietet ein vollwertiges Depot mit Handel an allen inländischen und den wichtigsten internationalen Börsenplätzen an. Dabei hat sie für den Inlandshandel eine einfache Provisionsstruktur in 10-€-Schritten.
Für Neukunden haben sich die Konditionen allerdings mittlerweile etwas verschlechtert (betrifft alle Konto-/Depoteröffnungen nach dem 14. September 2022). Denn für eine Depoteröffnung ist die Eröffnung eines Girokontos Voraussetzung. Und das ist nur dann kostenlos, wenn jeden Monat mindestens 700 € eingehen oder Du unter 28 Jahre alt bist. Ansonsten kostet das Konto 4,50 € im Monat. Dazu ein Tipp: Der Geldeingang muss kein Gehalt sein. Es reicht aus, wenn Du Dir das Geld von einem eigenen Konto bei einer anderen Bank überweist. Du könntest z.B. auch per Dauerauftrag zum Monatsanfang die geforderten 700 € zur DKB übertragen und dann ebenfalls per Dauerauftrag zur Monatsmitte die 700 € auf ein anderes Konto von Dir zurückübertragen. Der Fantasie sind da wenig Grenzen gesetzt – aber es ist eine Regelung, die es zu beachten gilt. Das Girokonto selbst ist aber gar nicht so schlecht und ich nutze es intensiv. Mit den 700 € monatlichem Geldeingang wirst Du auch zum „Aktivkunden“ und kannst dann z.B. im Ausland Bargeld ohne Währungsumrechnungsentgelt abheben.
Wesentlicher Grund für ein Depot bei der DKB ist der Quellensteuerservice bei ausländischen Aktien. Für französische Aktien ist die DKB aus meiner Sicht sogar ein Muss. Denn sie bietet für die Quellensteuer aus Frankreich als einzige mir bekannte Depotbank die Möglichkeit einer Vorabbefreiung an. Das macht dieses Depot für französische Aktien hochinteressant!
Sparpläne kosten – unabhängig vom Anlagebetrag – bei der DKB 1,50 € je Ausführung. Davon ausgenommen sind Aktionsfonds. Aktiensparpläne sind auf die DAX40-Aktien möglich. Für Sparpläne bieten sich aus meiner Sicht eher andere Broker an. Sowohl was Auswahl als auch Gebühren betrifft, hat die DKB hier erheblichen Nachholbedarf.
ING
Wer gerne Sparpläne abschließt und/oder mit ETF handelt, ist mit der ING gut bedient. Hier lassen sich viele ETF komplett gebührenfrei kaufen. Ich nutze mein Depot außerdem, um dort meine Schweizer Aktien zu halten. Zur Erstattung der Quellensteuer wird von der ING nämlich direkt ein Tax-Voucher kostenfrei zur Verfügung gestellt. Und damit kann ich dann die Quellensteuer aus der Schweiz zurückfordern.
Positiv ist mir auch aufgefallen, dass die ING die Möglichkeit bietet, einen Depotübertrag von einer anderen Bank zu ihr komplett elektronisch abzuwickeln. Die notwendige Unterschrift kannst Du am Bildschirm „malen“ und die ING schickt das Formular dann selbst ab.
maxblue
Unter dem Titel „maxblue“ bietet die Deutsche Bank einen Direkt-Broker an, der gerade für Quellensteuern einige Vorteile bietet. So wird z.B. bei kanadischen Aktien die Quellensteuer auf 15% reduziert und voll auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Bei irischen oder finnischen Dividendeneinkünften sendet die Bank Dir automatisch ein Antragsformular zur kostenfreien Rückforderung der Quellensteuer zu, wenn der Rückforderungsbetrag mindestens 10 € beträgt.
Für diesen Service nehme ich auch gerne in Kauf, dass die Gutschrift von Dividendenabrechnungen in ausländischer Währung mit 2 zusätzlichen Valutatagen belegt wird. Die Konditionen für den Wertpapierhandel bewegen sich in einem ähnlich hohen Bereich wie bei der Consorsbank oder der comdirect.
Ich nehme gerne die Prämie für Depotüberträge an. Denn auch als Bestandskunde prämiert maxblue Überträge von Wertpapieren mit 0,5% des übertragenen Depotvolumens (maximal 500 €). Das Angebot ist zwar zeitlich befristet, wurde aber bisher immer wieder verlängert. Wenn Du es nutzen willst, dann solltest Du aber in jedem Fall vorher noch mal auf der maxblue-Webseite nachschauen. Die 0,5% gibt es auch z.B. für Aktien, die sonst keine Dividende zahlen.
onvista bank
Die onvista bank ist – wie die comdirect – eine Marke der Commerzbank und keine eigene Bank. Interessanterweise sind die Konditionen aber besser als bei der comdirect und einige Kritikpunkte fallen hier nicht an. So kommen die Dividendenabrechnungen schon am offiziellen Zahltag früh morgens ins Postfach und aufs Verrechnungskonto. Und für den Wertpapierhandel wird an allen deutschen Handelsplätzen eine Flatrate in Höhe von 7 € genommen. Egal wie hoch die Order ist. Da kommt dann nur noch die Maklercourtage der Börse hinzu. Interessant ist auch die Kondition für einen Handel in den USA: sie kostet pauschal 15 € und ist damit unter der deutschen Brokern das günstigste Angebot.
Nervig ist allerdings die Benutzeroberfläche der onvista bank, die mit Tabs arbeitet, in denen dann einzelne Menüpunkte geöffnet werden. Und da suche ich dann meist hin und her, bis ich z.B. die „Überweisung“ finde.
Ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Lange war das onvista bank-Depot mein bevorzugter Handelsort. Mittlerweile hat jedoch der Smartbroker die Flatkondition unterboten.
1822 direkt
Das Depot bei der 1822 direkt ist aus meiner Sicht verbesserungsbedürftig. Es lohnt sich vor allem, wenn man bereits Kunde bei der Tochter der Frankfurter Sparkasse ist und alles auf einen Blick haben möchte. Um Käufe zu tätigen, muss immer ein Guthaben auf dem Girokonto vorhanden sein. Wenn man vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto umbuchen will, dauert die Gutschrift – obwohl es hausintern ist – immer mehrere Stunden. Und vorher kann man keine Wertpapierorder abgeben. Das ist leider ziemlich schlecht. Ich habe mein Depot deshalb vor einiger Zeit aufgelöst und stattdessen die Alternative aus dem Sparkassenlager, den S Broker gewählt.
S Broker
Ich habe mein Geld gerne auf verschiedene Banken und auch verschiedene Institutsgruppen verteilt. Deshalb ist es keine schlechte Idee, als Sparkassenkunde auch Wertpapiere dort zu halten. Mein Favorit ist dabei der S Broker. Er ist aus der Übernahme eines Urgesteins des Direktbrokerage, nämlich pulsiv, entstanden. Zu Zeiten des Neuen Marktes war ich dort auch schon mal Kunde.
Vorteil des Depots beim S Broker ist, dass eine direkte Anbindung an ein Girokonto vieler Sparkassen – und damit schnelle Überweisungen – möglich ist. Die Depotführung ist kostenlos, wenn mindestens ein Bestand von 10.000 € gehalten wird. Die Konditionen für den Wertpapierhandel sind etwas höher als bei der Konkurrenz, aber insgesamt noch fair. Es gibt allerdings immer wieder kleinere Gebühren, z.B. auch bei Depotüberträgen von Namensaktien.
Positiv aufgefallen ist mir die Möglichkeit, sehr einfach Konten in Fremdwährungen zu eröffnen und dann dort Geld zu parken. Hast Du z.B. japanische Aktien in Deinem Depot beim S Broker und eröffnest ein Fremdwährungskonto in Yen, dann werden Dir die Dividenden auf diesem Konto in Yen gutgeschrieben. Und Du kannst sie dann konvertieren, wenn Du den Wechselkurs günstig findest.
Schließlich gibt es immer wieder Aktionsangebote, die einen kostengünstigen Handel bei einzelnen Partnern ermöglichen.
Neobroker
Neobroker sind erst in den letzten Jahren aufgekommen und haben den Wertpapierhandel noch einmal deutlich vereinfacht. Sie zeichnen sich durch ein niedriges Gebührenmodell aus und ermöglichen meist eine einfache Orderaufgabe per App. Die Handelsmöglichkeiten sind jedoch eingeschränkt, so gibt es meist nicht alle Aktien und nicht alle Handelsplätze zur Auswahl.
Smartbroker
Der Smartbroker ist eigentlich ein Hybrid zwischen Neobroker und klassischen Broker. Er hat lediglich eine Webanwendung, dafür ist bei ihm der Handel an allen deutschen Handelsplätzen und vielen ausländischen Börsen möglich. Also wie ein klassischer Broker. Die Gebührenstruktur entspricht aber der eines Neobrokers. Ab einem Volumen von 500 € ist beim Handelsplatz gettex sogar ein gebührenfreier Handel möglich, andere Handelsmodelle kosten nur 1 € oder 4 € Provision.
Die Smartbroker AG (bis zur Umfirmierung wallstreet:online capital AG) ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der börsennotierten Smartbroker Holding AG. Sie nutzt allerdings die Plattform der früheren DAB Bank und das Depot wird damit – wie bei der Consorsbank – von der BNP Paribas geführt.
Die Benutzeroberfläche ist nicht modern und es gibt auch keine App. Depoteröffnungen sind nur für Einzelpersonen möglich, also keine Gemeinschafts- oder Firmendepots und auch keine Junior-Depots. An diesen Tagen arbeitet der Smartbroker allerdings und will laut letztem Stand gemeinsam mit der Baader Bank in 2023 ein entsprechend neues Angebot auflegen.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Smartbroker und nutze das Depot sehr viel. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass die Teilnahme an Kapitalerhöhungen nur 0,50 € Provision kostet. Da strecken andere Banken ihre Hände deutlicher aus.
Trade Republic
Trade Republic ist der bekannteste Neobroker in Deutschland, er ist seit 2019 auf dem Markt. Jede Order kostet dort 1 € Gebühr, egal ob Du damit eine Aktie für 5 € oder ein Aktienpaket für 20.000 € kaufst. Allerdings lassen sich nicht alle Aktien handeln, sondern nur solche, die an der LS Exchange notiert sind. Das ist ein von Lang & Schwarz betriebenes elektronisches Handelssystem der Börse Hamburg.
Die größte Stärke von Trade Republic ist die einfache und intuitive Handhabung innerhalb der App. Gerade bei kleineren Anlagebeträgen ist es toll, wenn man für nur 1 € Gebühr kaufen kann. Trade Republic selbst erhält eine Rückvergütung für die Trades, deshalb ist es wichtig auf die Spreads zu achten. Denn sonst zahlt man dann eben doch mehr als nur 1 €.
Weitere Stärken sind die Sparpläne. Hier bietet Trade Republic eine Vielzahl von Möglichkeiten an. So stehen über 2.000 kostenfreie ETF-Sparpläne zur Auswahl, außerdem sind Einzelaktien und Cryptos im Sparplan möglich. Zuletzt wurde sogar die Möglichkeit zum Handel in Bruchstücken von Aktien geschaffen. Die Sparpläne werden sogar ohne die 1 € Gebühr ausgeführt und sind damit konkurrenzlos günstig.
Nachteilig ist die hohe Gebühr für die Bestellung einer Eintrittskarte für eine Hauptversammlung. Wenn Du den Besuch einer deutschen Hauptversammlung planst, dann könntest Du eine einzelne Aktie günstig bei Trade Republic kaufen und sie dann per Depotübertrag zu einem klassischen Online-Broker übertragen. Dort lässt Du sie dann im Depot liegen und bestellst Dir jedes Jahr eine kostenfreie Eintrittskarte.
Jüngst hat Trade Republic mit dem Angebot auf sich aufmerksam gemacht, dass Einlagen bis 50.000 € auf dem Verrechnungskonto mit 2 % p.a. verzinst werden. Damit bietet Trade Republic ein sehr attraktives Tagesgeld an.
Scalable Capital
Ein direkter Wettbewerber zu Trade Republic ist Scalable Capital. Auch hier wird über eine App gehandelt und der Scalable Broker bietet Wertpapierhandel und Sparpläne an. Dazu gibt es unterschiedliche Preismodelle. Beim FREE Broker hast Du ein gebührenfreies Depot und kannst gebührenfrei Sparpläne auf Aktien und ETFs ausführen lassen. Alle Orders werden über gettex ausgeführt und kosten 0,99 € je Trade und den üblichen Spread (ab 250 € sind gewisse Produkte zudem kostenfrei handelbar). Wer also Sparpläne auf Aktien oder ETFs anlegen möchte, ist mit diesem Modell sehr gut unterwegs. Als Alternative steht noch der PRIME Broker zur Verfügung, mit dem Orders ab 250 € auf gettex kostenfrei abgewickelt werden können. Dazu ist entweder eine jährliche Zahlung von 35,88 € oder eine monatliche Zahlung von 4,99 € erforderlich. Dieses Modell hat gegenüber dem Smartbroker (kostenloser Handel ab 500 € Ordervolumen bei gettex) nur einen Vorteil bei Orders zwischen 250 und 500 €. Oder aber, wenn Du keine Lust hast, so viele verschiedene Depots zu eröffnen. Und oftmals gibt es Aktionen, bei denen der erstmalige Wechsel zum PRIME Broker mit einer Einmalprämie vergütet wird. Die deckt dann ungefähr die Kosten des ersten Jahres ab und ein Wechsel zurück zum FREE Broker ist nach einer gewissen Zeit auch möglich, ohne die Prämie zu verlieren.
justTRADE
Das Gebührenmodell von justTRADE ist ziemlich einfach: der Handel kostet nichts! Lediglich der Spread ist zu beachten. Käufe sind ab 500 € möglich, Verkäufe auch darunter. Im Gegensatz zu Trade Republic oder Scalable Capital bietet justTRADE drei Handelsplätze zur Auswahl: LS Exchange, Quotrix und Tradegate. Und diese Auswahl wird transparent bei jeder Order angezeigt, so dass ich immer den Handelspartner von diesen Dreien mit dem besten Kurs auswählen kann.
Ich mag die Einfachheit des Depots und die Tatsache, dass ich dort auch echte Kryptowährungen (nicht über Zertifikate) handeln kann.
Auslandsbroker
In einer umfassenden Aufstellung dürfen auch Auslandsbroker nicht fehlen. Du verlässt mit ihnen aber die deutsche Regulierung und Einlagensicherung. Und bist in der Regel für die Versteuerung Deiner dortigen Einkünfte selbst verantwortlich.
Interactive Brokers
Der im deutschsprachigen Raum umtriebigste Broker ist Interactive Brokers. Die Gesellschaft ist selbst börsennotiert, tritt hierzulande aber vor allem durch ihre zahlreichen Vertriebspartner auf. Das sind CapTrader oder LYNX. Wenn Du dort ein Depot eröffnest, landest Du im Ergebnis bei Interactive Brokers. Die Konditionen unterscheiden sich je nach Vertriebspartner etwas.
Der größte Vorteil von Interactive Brokers ist die umfassende Möglichkeit, mit Optionen an vielen Börsenplätzen zu attraktiven Konditionen handeln zu können. Aber Du kannst ein dortiges Depot auch nutzen, um „lediglich“ Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Und Du kannst sogar Leerverkäufe von Aktien beauftragen.
Insgesamt ist die Depotoberfläche „Trader Workstation“ aber deutlich komplexer als bei den üblichen deutschen Brokern und einige Erfahrung notwendig.
Tasty Trade
Wenn Du nur in den USA handeln möchtest, dann ist Tasty Trade einen Blick wert. Mit dem Depot, das wie bei einem Neobroker über eine App gesteuert wird, kannst Du Aktien und Optionen handeln. Ein Aktientrade kostet dabei gebührenfrei möglich, für den Handel von Optionen fallen 1,15 US$ Gebühren an. Für mich ist es eine gute Ergänzung zum Depot bei Interactive Brokers, da ich bei Tasty Trade alle Kurse in Echtzeit angezeigt bekomme. Bei Interactive Brokers müsste ich dafür ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Nachteil von Tasty Trade ist allerdings, dass Ein- und Auszahlungen für deutsche Anleger etwas komplizierter sind, da sie in US-Dollar auf ein Konto in den USA erfolgen.
Meine Empfehlungen
Es ist klar geworden, dass es den einen, besten Broker nicht gibt. Und ich habe auch nur über die Depotbanken geschrieben, mit denen ich selbst Erfahrungen habe. Ich glaube aber, dass ich damit einen breiten Überblick geben konnte. Für tiefergehende Details solltest Du Dir in jedem Fall die jeweiligen Informationen auf den Webseiten anschauen. Und Konditionen können sich sehr schnell ändern. Alle genannten Gebühren usw. sind deshalb unverbindlich, da ich für die Dauerhaftigkeit des Angebots selbstverständlich nicht garantieren kann.
Trotzdem möchte ich mich festlegen, welchen Broker ich für welchen Anlegertyp empfehlen würde.
| Anlegertyp | Empfehlung |
|---|---|
| Anfänger, der mit Sparplänen auf ETFs beginnen will und sein Smartphone bedienen kann | Trade Republic |
| Anfänger, der mit Sparplänen auf ETFs beginnen will, am PC arbeitet und ggf. telefonische Unterstützung benötigt | comdirect |
| Fortgeschrittener, der auch mal kleinere Beträge in einzelne Aktien investieren will und sein Smartphone bedienen kann | Trade Republic |
| Fortgeschrittener, der schon etwas größere Beträge in einzelne Aktien investieren will und einen PC hat | Smartbroker |
| Fortgeschrittener, der ein Zweitdepot zum günstigen Handeln mit mehreren Handelsplätzen sucht | justTRADE |
| Fortgeschrittener, der ein Zweitdepot zum günstigen Handeln mit allen inländischen Handelsplätzen sucht | onvista bank |
| überzeugter Sparkassenkunde, dem Gebühren nicht so wichtig sind | S Broker |
| Fortgeschrittener, der Dividenden in Fremdwährung erhält und diese direkt auf einem Währungskonto parken will | S Broker |
| Fortgeschrittener, der französische Dividendentitel hält | DKB |
| Fortgeschrittener, der Schweizer Dividendentitel hält | ING |
| Fortgeschrittener, der neben Aktien auch echte Cryptos im gleichen Depot haben will | justTRADE |
| Fortgeschrittener, der die größten Zuteilungschancen bei Neuemissionen haben will | Consorsbank, comdirect, maxblue, Smartbroker |
| Inhaber einer Trading-GmbH | comdirect |
| Minderjährige (Kinderdepot) | comdirect |
| Besucher deutscher Hauptversammlungen | maxblue |
| Semi-Profi, der direkt in den USA Aktien und ggf. Optionen handeln will | Tasty Trade |
| Semi-Profi, der weltweit auch mit Optionen handeln will | Interactive Brokers |
1822 direkt
CapTrader
comdirect
Consorsbank
DKB
justTRADE
ING
Lynx
maxblue
onvista bank
S Broker
Scalable Capital
Smartbroker
Trade Republic


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