Jetzt ist aber wirklich genug für dieses Jahr

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“Diesmal ist alles anders.” Das ist ein Satz, der an der Börse sehr teuer werden kann. Für mich ist er in diesem Jahr aber Wirklichkeit geworden.

Denn üblicherweise kaufe ich von der Dividendenzahlung der Munich Re einmal im Jahr 10 Aktien des Wettbewerbers Swiss Re und diversifiziere damit meine Dividendeneinnahmen.

In diesem Jahr habe ich das aber schon zweimal gemacht. Bedingt durch den Corona-Crash war mein erster Kauf viel zu teuer und so legte ich im März noch einmal nach.

Vermutlich kannst Du Dir schon denken, was jetzt kommt… Warum ich aber nicht zum Tiefstkurs ein drittes Mal gekauft habe, sondern bis jetzt gewartet habe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Warum Swiss Re?

Die Swiss Re liefert sich mit der Munich Re ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nr. 1 in der Rückversicherungsbranche. Für mich ist die Munich Re die klare Nr. 1 im Depot: es ist die Aktie mit der sichereren Dividende und bei mir am höchsten gewichtet. Und deshalb will ich sie auch nicht erhöhen, um keinen Klumpen zu bilden.

Die Swiss Re ist hingegen etwas konjunkturanfälliger in der Gewinn- und Dividendenhistorie. Deshalb habe ich sie als Beimischung im Depot.

Wie sicher ist die Dividende der Swiss Re?

Die Swiss Re hatte im Februar eine Dividendenerhöhung auf 5,90 CHF nach 5,60 CHF im letzten Jahr angekündigt. Durch die Corona-Pandemie geriet die Dividende bei zahlreichen Marktteilnehmern in Gefahr. Offizielle Statements, dass über eine Kürzung oder gar Streichung nachgedacht werde, gab es aber bei der Swiss Re nicht.

Dann gab es eine Empfehlung der europäischen Versicherungsaufsicht, dass Versicherungen (genau wie Banken) auf ihre Ausschüttungen verzichten sollten. Da war ich schon mal froh, dass die Swiss Re in der Schweiz sitzt und davon nicht betroffen ist. Mittlerweile haben aber auch Munich Re, Allianz und Talanx ihre Dividendenankündigungen bestätigt.

Swiss Re führt die diesjährige Hauptversammlung als virtuelle Hauptversammlung am 17. April 2020 durch. Dort wird die Dividendenzahlung beschlossen werden. Sie wird dann am 23. April 2020 ausbezahlt. Ich habe keinerlei Zweifel, dass die Dividende kommt!

Wie es mit der Dividende der nächsten Jahre aussieht, weiß ich natürlich heute noch nicht. Ich gehe aber optimistisch davon aus, dass auch in 2021 eine Dividende gezahlt werden wird. Bei der Hauptversammlung wird es bestimmt erste Hinweise auf die Geschäftsentwicklung der Swiss Re in Corona-Zeiten geben.

Der Aktienkauf

Nachdem ich im Februar und im März jeweils schon 10 Aktien gekauft hatte, habe ich nun im April erneut 10 Aktien gekauft. Ja, ich hätte sie deutlich günstiger haben können – zeitweise war die Dividendenrendite zweistellig -, aber da war mir die Situation zu wacklig. Ich kaufe lieber mit ruhiger Hand, verzichte damit auf Rendite, kann aber auch gut schlafen. Und bei meinem jetzigen Kauf liegt die Dividendenrendite immer noch bei 7,75%!

Ich kaufte 10 Aktien von Swiss Re zum Kurs von 72,54 € in mein Depot beim Smartbroker. Handelsplatz war Lang & Schwarz. Eigentlich wollte ich bei der ING kaufen, aber da war ein Handel mit Schweizer Aktien nicht (mehr) möglich. So zahlte ich eine Provision von lediglich 4,00 € für den gesamten Kauf und musste insgesamt 729,40 € aufwenden. Das liegt übrigens 364,60 € unter meinem Kauf im Februar!

Wertpapierabrechnung Kauf Swiss Re im April 2020

Ausblick

Das war es jetzt aber wirklich mit Käufen der Swiss Re für dieses Jahr. Statt mit 40 Aktien gehe ich nun mit 60 Aktien in die Dividendenzahlung. Für mein Jahresziel von 11.000 € Netto-Dividendenerträgen ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da einige andere Dividendenzahlungen in den Sternen stehen, wird die Zielerreichung auf jeden Fall sehr eng.

Mit diesem Kauf habe ich jetzt schon mehr in Aktien investiert als ich für das gesamte Jahr geplant hatte. Ich habe dazu jedoch Liquidität aus meinen P2P-Krediten genommen und so eine gewisse Umschichtung vorgenommen. Du musst Dir also keine Sorgen machen, dass ich den Rest des Jahres jetzt nicht mehr über Aktienkäufe berichten werde.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Swiss Re
ISIN:CH0126881561
Im Divantis-Depot seit:18.04.2017
Letzter Nachkauf am:15.04.2020
Stückzahl im Divantis-Depot:60
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:85,87 €
Gesamtkaufpreis:5.152,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:377,83 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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12 Gedanken zu „Jetzt ist aber wirklich genug für dieses Jahr“

    1. Hallo Tom,

      ich habe beim Smartbroker noch keine Dividenden aus der Schweiz erhalten, weiß es also nicht. Letztes Jahr im April gab es den Smartbroker ja noch nicht. Ich habe aktuell auch einen Depotübertrag zur ING laufen, da ich dort den Tax Voucher in jedem Fall dazu bekomme. Befürchte aber, dass er nicht mehr rechtzeitig zur Dividendenzahlung durchgeführt wird. Dann kriege ich die Dividende für die nachgekauften Aktien vom Smartbroker und kann dann darüber berichten, ob es den Tax Voucher dazu gibt.

      Viele Grüße Ben

  1. Gibt es irgendwo eine Zusammenstellung wie man in Abhängigkeit von Land und Broker seine Steuer minimieren kann?
    Für mich als Anfänger ist das noch total Neuland und man muss ja nicht alle Fehler selber machen ;-)
    Man bekommen zwar hier und da immer mal wieder einen Hinweis, dass es bei einem Broker besser/ schneller gehen soll, aber eine Übersicht habe ich bisher nirgends gesehen.

  2. Hi Ben,

    was ich immer sage, es ist sinnvoller zu kaufen, wenn es nach Stabilisierung aussieht und die Kurse von unten kommen als der Griff ins fallende Messer. Ja so kauft man etwas teurer als am Tiefstkurs. Da aber keiner weiß wo der Tiefstkurs ist wird man den selten erwischen. Man kann natürlich permanent nachkaufen. Dazu bin ich aber nur bei ganz wenigen Aktien bereit und nur bei Firmen, welchen ich fast uneingeschränkt vertraue, aufgrund Ihres Produktes, Marktstellung und unter Berücksichtigung von möglichen Währungsschwankungen usw.
    Und wer nicht permanent nachkauft wird sowieso keinen besseren Kurs haben, als wenn man die Beruhigung abgewartet hat. Und selbst wer permanent nachkauft, hat die ersten Käufe unter Garantie noch zu solch hohen Kursen getätigt, das nachher im Durchschnitt auch nichts besseres rauskommt als abzuwarten und in etwas teurere aber dafür steigende oder stabilisierte Kurse zu kaufen.

    Grundsätzlich gefällt mir auch die Munich Re besser, auch hier habe ich nachgekauft. Werde jetzt aber versuchen nicht mehr nachzukaufen, da Munich Re mittlerweile auch zu meinen größten Dividendenzahler gehört. Wenn da halt doch irgendetwas passiert, dann steht doch auch hier mächtig Geld im Feuer.

    Ich kann bei den Rückversicherungen auch das Gesamtrisiko nicht richtig einschätzen. Ich habe keine Ahnung inwieweit hier Kreditversicherungen Kreditausfallversicherungen aus Forderungen für Lieferungen und Leistungen, Ausfallversicherungen für die Zahlungsunfähigkeit einzelner Staaten und Firmen, Firmenbonds und Staatsanleihen im eigenem Portfolio im Feuer stehen. Könnte man mit Sicherheit im Geschäftsbericht nachlesen.

    Jetzt müssen wir nur hoffen, dass es keine Bärenmarktrallye ist und die Kurse nochmals unter die seitherigen Tiefs abkippen. Das kann leider nach einer auf den ersten Blick aussehenden Stabilisierung immer noch passieren. Da bin ich von 2000 bis 2003 schon leidvoll geprüft. Ich habe mittlerweile mein Pulver vorerst auch verschossen.

    1. Hallo Star,
      hallo Ben,

      meine eher subjektive Meinung ist, dass wir uns in einer Bärenmarktrallye befinden.
      Sollten die Gewinnsenkungen die prognostizierten und bereits eingepreisten ca. 25 % für das nächste Quartal Q 2 überschreiten, na dann gute Nacht. Dann geht‘s nochmal richtig ab.. Ich habe noch nicht alles Pulver verschossen, mir sind die Märkte de facto heute auch viel zu teuer.
      Abwarten ist meine Option.

      Zu den Rückversicherungen mal ein kurzes oder auch längeres Statement :
      Das Rückversicherungsgeschäft ist ein sehr schwieriges und für einen Laien schwer verständliches Geschäft – ich würde sogar behaupten – ein nicht zu verstehendes Geschäft ( wenn man sich da nicht reingearbeitet hat ) !!
      Selbst ein gestandener Bilanzbuchhalter / Dipl. Kaufmann, der aus einer anderen Branche kommend, sich in die Bilanzierung einer Rückversicherung ( oder auch Versicherung ) einarbeiten müßte, bräuchte eine längere Zeit dafür, sich in die versicherungstechnische Rechnungslegung einzuarbeiten !
      Da langt absolut nicht der laienhafte schnelle Blick in die Bilanz, um hier irgendetwas einschätzen zu wollen. Das klappt vielleicht ( Bilanzierungskenntnisse vorausgesetzt ) bei Produktions – / Handelsunternehmen, aber nicht bei Rückversicherungen. Klar, man sieht den Cash, Forderungen, Verbindlichkeiten, EK + FK, aber nicht die elementaren Buchungen der Rückdeckungen weltweit. Dazu müßte man in die einzelnen Buchungen einsteigen, um den Zusammenhang und das Risiko sehen zu können. Verdammt schwierig.
      Rückversicherungen sind immer eine Wette, zum Glück hat die Munich Re ein gutes Risikomanagement und eine ganze Abteilung, die sich nur mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen beschäftigt. Daran sieht man ja schon, dass das ein risikobehaftetes Geschäft ist. Versicherung eben.
      Hypothetisch gesehen, zweimal z.B. Katrina ( 2005 ) in einem Jahr hintereinander und vielleicht noch ein drittes Großereignis und das war‘s mit der Dividende und den schönen Kursen, die abrauschen wie ein vom K 1 heruntergeworfener Stein. Das war der Munich Re & Consorten nicht nur einmal passiert, dass Großschäden alles verhagelt haben. Und das bei einem nur marginalen Gewinn von ca. 2,7 Milliarden Euro 2019 ( und noch weniger in vorangegangenen Jahren ), den andere Unternehmen im Quartal machen !!
      Und wen‘s interessiert : Lest mal das Fiasko von Warren Buffett nach, als er die General Re für ca. 22 Milliarden USD in den 90 zigern gekauft und Milliardenverluste über Jahre eingefahren hat.
      Leider ( obwohl er es dringend wollte ) konnte er die auch nicht verkaufen ( nach späterem Austausch der Führung hat er die immer noch, glaube ich, jetzt ist sie aber im Gewinn ), weil ein Gewirr von dermaßen vielen Verpflichtungen über Jahrzehnte bestanden ( Derivate und sehr lange Kontrakte ), die besorgniserregend waren und jederzeit explodieren konnten. Fakt ist, dass ernste Probleme mit Rückversicherungen zeitgleich mit anderen Problemen am Finanzmarkt korrelieren ! Dessen sollte man sich bewußt sein, das ist das Damoklesschwert, was immer über den Rückversicherungen schwebt. Aber wie sagte Mark Twain mal :
      „Ein Mann, der eine Katze am Schwanz nach Hause zu tragen versucht, wird eine derartige Lektion lernen, die er nie auf eine andere Weise je lernen wird“.
      Werdet ihr eure Lektion lernen ? Ich wünsche es euch nicht.
      Das kann Procter & Gamble etc. nicht passieren !
      Man darf dabei nicht vergessen, dass er die Versicherungen weitestgehend dazu benutzt, weil dem sofortigen Cashzufluß erst viel später die Verpflichtungen entgegenstanden und er in der Zwischenzeit damit arbeiten konnte / kann.
      Aber die Absicherung über Derivate und diese ewig währenden langen Kontrakte sind ein nicht unerhebliches Risiko, die mal ganz schnell so eine Aktie zerlegen kann.
      Ich würde die Munich Re oder andere Re Unternehmen nicht kaufen, das Geschäftsmodell ist mir zu risikoreich und nicht verständlich bzw. zu nebulös, was nützt da eine gute Dividende ?
      Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

  3. Hallo Ben,

    kurz zwei Anmerkugnen zu diesem Kauf:

    Erfreulicherweise ist es ja bei den 4,00 € Kosten geblieben. Nachdem das Preis-Leistungs-Verzeichnis vom Smartbroker die Ein- und Austragung von Schweizer Namensaktien in das Aktionärsregister mit jeweils satten 50,- € bepreist, finde ich das beruhigend. Musstest Du dafür einen Antrag auf Verzicht stellen oder ist diese Eintrag nicht obligatorisch?

    Den Tax-Voucher bekommt man – nach Auskunft von Smartbroker – auf Antrag innerhalb von 2-3 Tagen kostenlos per Post. Die Quelle für diese Aussage findet sich hier: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1317102-441-450/smartbroker-broker-deutschlands-groesster-finanzcommunity.

    Schönes Wochenende und viele Grüße
    Jens

    1. Hallo Jens,

      die Eintragung in das Namensregister von ausländischen Aktien wird von keiner deutschen Bank standardmäßig und kostenlos vorgenommen. Sie ist auch nur sinnvoll, wenn man an den Hauptversammlungen teilnehmen oder Naturaldividenden (z.B. bei Calida) erhalten möchte. Ich bin nur bei deutschen Aktien im Namensregister eingetragen.

      Viele Grüße Ben

    1. Hallo Fabian,

      wir nähern uns nun der Hurrikan-Saison. Die kann – im wahrsten Sinne des Wortes – für einigen Wirbel bei der Swiss Re sorgen. Bleibt es ruhig, wird das auch einen positiven Effekt auf den Aktienkurs haben. Ich sehe die Aktie derzeit nicht als zwingenden Kauf. Dafür ist das Jahr noch zu lang.

      Viele Grüße Ben

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