Seit ziemlich genau zwei Jahren habe ich die norwegische Aktie nun in meinem Dividendendepot. Und anlässlich der jüngsten Dividendenzahlung habe ich mir die Performance für diesen Zeitraum im Vergleich zu meinen anderen Depotwerten ausgewertet.
Und war einigermaßen überrascht: direkt hinter Novo Nordisk platziert sie sich auf den zweiten Platz. Ist es Zufall, dass Dänemark und Norwegen damit die Top-Positionen einnehmen?
Ich nehme das Ranking jedenfalls zum Anlass und schaue mir die aktuellen Geschäftsergebnisse und die Bewertung der Aktie genauer an. Lohnt sich womöglich sogar noch ein Nachkauf? Oder ist es besser, auf einen Kursrückgang zu warten? Und deutet sich ein solcher überhaupt an?
Wie ich diese Fragen beantworte, erfährst Du in diesem Beitrag.
Die bisher einzige norwegische Aktie in meinem Depot ist der Versicherer Protector Forsikring. Ihn habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Die Entwicklung des Aktienkurses ist in den letzten Jahren überzeugend: Im Tief war die Aktie im Corona-Crash 2020 für 2 € zu haben, derzeit notiert sie bei 19 €. Mein Einstieg im Bereich zwischen 10 und 12 € war im Nachhinein günstig:

Dividendenzahlung
Protector Forsikring zahlt nun eine Dividende von 5 NOK je Aktie. Sie ist als Sonderdividende deklariert. Das hört sich erst mal gut an, allerdings gab es im letzten Jahr im Februar eine Sonderdividende von 6 NOK. Damit ist das eine Senkung um 16,7%. Für die 400 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 2.000 NOK. Die Quellensteuersituation bei Norwegen ist zunächst nachteilig. Denn es werden einerseits 25% Quellensteuer abgezogen. Und auf der anderen Seite die deutsche Kapitalertragsteuer nebst Solidaritätszuschlag berechnet.
Der Quellensteuerabzug lässt sich auf 15% vorab reduzieren, wenn man ein entsprechendes Formular bei der DKB einreicht. Das richtig ausgefüllte Formular ist dann für das laufende Jahr plus zwei weitere Kalenderjahre gültig.
Die Bruttodividende wurde zum Kurs von 11,3696 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt dann eine Nettodividende von 85,54 €. Sie wird mit Wertstellung 16.02.2024 verbucht.

Die Errechnung der Dividendenrendite ist bei Protector Forsikring nicht so einfach, da sich die Dividendenzahlungen schlecht vorhersagen lassen. Es macht deshalb lediglich Sinn, die drei Dividendenzahlungen des Jahres 2023 heranzuziehen und die jetzige Senkung zu berücksichtigen: im letzten Jahr wurden im Mai und im Juli jeweils 2 NOK gezahlt. Zusammen mit den 5 NOK jetzt ergibt das eine Jahresdividende von 9 NOK. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 220 NOK errechnet sich eine Dividendenrendite von 4,1%. Bei einem heutigen Kauf, gibt es aber keine Garantie, innerhalb der nächsten 12 Monate tatsächlich diese Dividendenrendite zu erzielen. Sie kann höher oder niedriger sein.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) profitiert erheblich vom gestiegenen Aktienkurs. Denn mein Einstand liegt „nur“ bei 4.327,29 €. Rechne ich mit den 9 NOK Dividende, dann erhalte ich – bei unterstelltem identischen Umrechnungskurs – eine Jahresbruttodividende von 316,63 €. Das entspricht einem YoC von 7,3%.
Perspektiven
Trotz der hohen Quellensteuer habe ich bereits 8,6% netto meines Kaufpreises über die Dividenden zurück erhalten. Dazu ein ordentliches Kursplus, so dass ich insgesamt auf eine Performance von +85% komme.
Für 2 Jahre Haltedauer ist das natürlich deutlich mehr als ich kalkuliert hatte. Die Versicherungstitel sind aber alle in dieser Zeit gut gelaufen. Jedoch ragt Protektor Forsikring in meinem Depot dabei heraus. Lediglich Novo Nordisk konnte eine bessere Performance hinlegen. Talanx folgt auf Platz 3 und die Munich Re auf Platz 5.
Die Depotgewichtungen meiner Versicherungstitel sehen aktuell so aus:
| Titel | Depotanteil |
|---|---|
| Munich Re | 10,42% |
| Allianz | 6,22% |
| Talanx | 2,06% |
| Protector Forsikring | 1,55% |
Damit kommen diese 4 Versicherungstitel exakt auf 20,25% Depotgewichtung. Und – soviel kann ich schon mal vorweg nehmen – das ist auch der Grund, warum ich keinen Nachkauf bei Protector Forsikring tätige. Die Branche hat einfach schon genug Gewicht in meinem Depot.
Wäre das jedoch nicht der Fall, dann würde ich bei Kursrückgängen der Aktie durchaus aufmerksam und schauen, dass ich mir noch ein paar Stücke dazu lege.
Denn die Positionierung von Protector Forsikring gefällt mir weiterhin.
Für das Ergebnis von Protector Forsikring sind die Eigenanlagen wichtiger als bei anderen Versicherungen. Das Portfolio ist im Vergleich zu konservativen Versicherern wie Munich Re oder Allianz eher aggressiv aufgestellt. Wobei die Risiken zuletzt leicht reduziert wurden. Die Aktienquote liegt zum Jahreswechsel bei 16,0% (Vorjahr: 17,8%) und auch das High-Yield-Portfolio wurde um rund 10% reduziert. Es sorgte gleichwohl für eine Durchschnitts-Verzinsung des gesamten Anleihenportfolios von 5,8% (Vorjahr: 6,0%).
Aber auch im klassischen Versicherungsgeschäft ist Protector Forsikring dynamisch unterwegs. Das Prämienvolumen legte im vergangenen Jahr um 47% zu. Angeführt vom britischen Markt, in dem es sich mit +84% nahezu verdoppelte. In den nordischen Staaten konnten – im Vergleich dazu bescheidene – 20% Plus erzielt werden. Erzielt wird das Wachstum durch Versicherungsvermittler. Protector Forsikring zahlt dafür Provisionen, spart sich aber einen hohen eigenen Mitarbeiterbestand und ist damit flexibler aufgestellt.
In der Gewinn- und Verlustrechnung halten sich die Erträge aus dem Versicherungs- und dem Investmentgeschäft in etwa die Waage. Im Ergebnis steht ein Gewinn je Aktie von 18,3 NOK nach 16,7 NOK im Vorjahr (+9,6%). Bei einem Aktienkurs von 217,50 NOK ergibt das ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,8.
Das sieht optisch niedrig aus, vor allem wenn man aus anderen Branchen deutlich höhere Kennzahlen gewohnt ist. Allerdings sind die Bewertungen im Versicherungsbereich in der Regel niedriger und gerade bei Protector Forsikring haben wir in der Vergangenheit lediglich einstellige Werte gesehen.
Es ist damit im aktuellen Kurs sehr viel Optimismus enthalten. Und das birgt auch immer die Gefahr von Enttäuschungen. Deshalb würde ich hier auch nur zu niedrigeren Kursen zugreifen wollen.
Ebenfalls zu bedenken ist, dass die Dividendenzahlungen stark schwanken. Mal werden Quartalsdividenden gezahlt, mal aber auch nicht. Und wie jetzt auch zu sehen, wird die Sonderdividende auch mal niedriger als im Vorjahr angekündigt. Dahinter steckt das Konzept des Managements, immer dann, wenn es möglich ist, eine Ausschüttung vorzunehmen. Aber eben auch dann, wenn ein Quartal schwache Ergebnisse (vor allem im Investmentbereich) gebracht hat, darauf zu verzichten. Die Aktie ist deshalb kein Langweiler-Papier und auch nicht geeignet, kalkulierbare Erträge zu erbringen.
Auf mittlere Sicht, bei mir jetzt eben 2 Jahre, sieht es dann aber tatsächlich ordentlich aus. Und das ist auch der Grund, warum die Aktie ihren festen Platz in meinem Depot hat.
Aber aufgrund der genannten Gründen nun mit dem Vorsatz, sie dauerhaft zu halten und nicht mehr aufzustocken. Eine Ausnahme wäre lediglich, wenn ich eine andere Versicherungsaktie im Gegenzug reduzieren würde. Aber dazu habe ich auch keinen Anlass.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Protector Forsikring |
| ISIN: | NO0010209331 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.02.2022 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 500 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 14,69 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.344,66 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 676,69 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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