Die Aktie ist speziell – das war mir seit langem klar. Positioniert im Halbleiterbereich und dazu mit einer hohen Dividende. Das ist schon ungewöhnlich. Zusätzlich setzt das Unternehmen aber auf Chips im analogen Bereich und bedient damit das Brot-und-Butter-Geschäft. Von KI oder anderen Zukunftsthemen keine Spur.
Genau deshalb stellt sie für mich auch nur eine Ergänzung in meinem Portfolio dar. Das Geschäft ist zyklisch und das ist mir bewusst. Der Chinaanteil ist hoch und auch das birgt Gefahren.
Aber ohne Risiken gibt es auch keine Rendite. Nur so funktioniert Börse. Auch die gehypten Themen der Branche haben Risiken.
In welchem Bereich des Zyklus wir aktuell stehen und wie die weiteren Aussichten sind, das beleuchte ich in diesem Beitrag.
Nach dem Erstkauf im Juli 2020 habe ich Texas Instruments inzwischen schon fünfmal nachgekauft und so insgesamt 30 Aktien im Dividendendepot liegen. Meine Nachkäufe fanden in 2021, 2022 und zuletzt im November 2023 statt.
Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt. Die Kursentwicklung war bis Ende 2021 beachtlich. Seitdem verharrte die Aktie im Seitwärtstrend und schwankte 2023 zwischen 140 und 180 US$:

Dividendenzahlung
Texas Instruments zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,30 US$ je Aktie. Sie war erst im Vorquartal um 4,8% erhöht. Erstmals sind jetzt aber 30 Aktien in meinem Dividendendepot dividendenberechtigt. Das ergibt eine Brutto-Dividende von 39 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0773 in Euro umgerechnet. Das entspricht interessanterweise dem EZB-Referenzkurs am Tag vor dem Zahltag und hatte für mich hier einen minimalen positiven Effekt. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 26,96 €. Sie wurde mit Wertstellung 13.02.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann werden innerhalb eines Jahres 5,20 US$ Dividende bezahlt. Bei einem Aktienkurs von 158 US$ ergibt das eine Dividendenrendite von 3,3%. Da die Dividende aber vermutlich erneut zur nächsten November-Dividende erhöht wird (zumindest wenn Texas Instruments am Erhöhungsrhythmus festhält), wäre die Dividendenrendite bei einem heutigen Kauf vermutlich sogar etwas höher.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) unterscheidet sich – vor allem durch den Nachkauf im letzten November – nur unwesentlich von der aktuellen Dividendenrendite. Hier benötigt das Investment einfach noch Zeit und es müssen einige Dividendenerhöhungen oder wesentliche Kurssteigerungen geschehen, damit es besser aussieht. Mein Einstand für die 30 Aktien liegt insgesamt bei 4.483,50 €. Vervierfache ich die aktuelle Bruttodividende mit dem aktuellen Wechselkurs, dann erhalte ich 144,81 € Dividende im Jahr. Das entspricht einem YoC von 3,2%.
Perspektiven
Schaut man sich die Investor Relations-Seite von Texas Instruments an, dann sieht das alles beeindruckend aus: dargestellt wird die durchschnittliche Dividendensteigerungsrate der letzten Jahre und die Vernichtung von 47% der Aktien durch Aktienrückkäufe. Allein: das nützt einem Investor heute nichts, was zählt ist die Zukunft.
Und zuletzt hat wurde die Dividende eben nicht um 24% wie im langjährigen Durchschnitt, sondern nur mit 4,8% erhöht. Und Aktienrückkäufe finden auch keine mehr statt. Im letzten Quartal ist die Anzahl der ausstehenden Aktien sogar leicht gestiegen, vermutlich durch Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.
Kürzlich berichtete Texas Instruments die Ergebnisse für das Schlussquartal und für das gesamte Jahr 2023. Dabei ging der Umsatz von 20 Mrd. US$ auf 17,5 Mrd. US$ zurück. Die Kosten allerdings erhöhten sich sogar leicht von 6,2 auf 6,5 Mrd. US$. Das zeigt die Wirkungen der Inflation, die eben auch im Einkauf und bei den Personalkosten erkennbar sind. Und es zeigt, dass die Bruttomarge von Texas Instruments deutlich zurückgekommen ist.
Im Einklang damit ging der operative Gewinn von 10,1 Mrd. US$ auf 7,3 Mrd. US$ zurück. Steigende Zinskosten (von 214 Mio. US$ auf 353 Mio. US$) und geringere Steuern sorgten dann im Ergebnis für einen Rückgang des Nettogewinns von 8,7 Mrd. US$ auf 6,5 Mrd. US$.
Ausgedrückt im Gewinn je Aktie ist das ein Rückgang von 9,41 US$ auf 7,07 US$. Bei einem Aktienkurs von 158 US$ entspricht das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,3.
Die angespannte Situation wird beim Blick auf den Free Cash Flow deutlich: während der operative Cash Flow „nur“ um 26% abnahm, brach der Free Cash Flow um 77% ein. In absoluten Zahlen ging er von 5,9 Mrd. US$ auf 1,3 Mrd. US$ zurück. Grund dafür ist vor allem der starke Anstieg von Investitionen.
Und damit ist dann auch klar, warum die Aktienrückkäufe gestoppt wurden. Denn allein für die Dividendenzahlungen wurden in 2023 4,5 Mrd. US$ aufgewendet. Sie waren damit deutlich nicht vom Free Cash Flow gedeckt. In den Vorjahren war das allerdings in Kombination mit den Aktienrückkäufen schon ähnlich. Nur dass es eben nicht so deutlich war wie in 2023.
Aber wie geht es nun weiter? Texas Instruments gibt zu Jahresbeginn lediglich eine Prognose für das nächste Quartal ab. Danach soll der Umsatz zwischen 3,45 Mrd. US$ und 3,75 Mrd. US$ erreichen. Und der Gewinn je Aktie zwischen 0,96 und 1,16 US$ betragen. Zum Vergleich: im 1. Quartal 2023 wurden 4,38 Mrd. US$ Umsatz und ein Gewinn je Aktie von 1,85 US$ erzielt.
Damit sieht es – zumindest für den Start ins neue Jahr – nach einem weiteren erheblichen Rückgang aus.
Interessant finde ich dabei, dass sich der Aktienkurs für diese trüben Aussichten immer noch ganz gut hält. Texas Instruments bedient Branchen, z.B. Automotive, die als konjunktursensibel gelten. Und ist deshalb selbst auch als zyklisch zu werten. Und in den Umsatz- und Gewinnrückgängen zeigt sich die verhaltene Stimmung in der Wirtschaft. Die großen Ökonomien befinden sich bereits in einer Rezession oder steuern darauf zu.
Genau das bietet aus meiner Sicht aber auch Chancen für Texas Instruments. Denn sobald die Börse erkennt, dass sich die konjunkturellen Aussichten verbessern, werden Titel wie Texas Instruments davon auch profitieren. An der Börse wird schließlich die Zukunft gehandelt. Noch ist die Zukunft nicht prickelnd. Aber wir wissen alle, wie schnell sich der Wind drehen kann.
Für mich hat Texas Instruments eine Positionierung im Depot als defensiver Technologietitel mit zyklischem Einschlag.
Nachdem ich Texas Instruments ja nun gerade erst (so fühlt sich Mitte November letzten Jahres für mich jedenfalls noch an!) nachgekauft habe, steht ein weiterer Nachkauf aktuell nicht auf meinem Programm. Ich werde die 30 Aktien nun erst einmal halten und warten, bis meine persönliche Dividendenrendite deutlich über der aktuellen Dividendenrendite liegt. Das ist dann für mich ein Zeichen, dass ich die Aktie schon so lange halte, dass ich mehrere Dividendenerhöhungen miterlebt habe oder sich der Aktienkurs so positiv entwickelt hat, dass ich rückblickend günstig eingekauft habe.
Aktuell erreicht die Position einen Depotanteil von 0,9%. Das ist nicht üppig, aber auch nicht so wenig, dass ich dringend aufstocken müsste. Insgesamt ist es einfach eine Depotposition, die ich laufen lasse. Und damit die Hoffnung verbinde, dass sich die Erfolgsgeschichte, die vor meinem Einstieg geschrieben wurde, auch in absehbarer Zeit wieder fortsetzt.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Texas Instruments Inc. |
| ISIN: | US8825081040 |
| Im Divantis-Depot seit: | 07.07.2020 |
| Letzter Nachkauf am: | 13.11.2023 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 30 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 149,45 € |
| Gesamtkaufpreis: | 4.483,50 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 408,91 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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