Bleibt das schwache Jahr dieser Aktie ein Einzelfall?

4.5
(41)

Manche Aktien in meinem Depot verwöhnen mich jährlich mit positiven Wertbeiträgen. Steigende Aktienkurse und ordentliche Dividenden sind genau der Grund, warum ich diese Aktien einst gekauft habe.

Bisher war ich mit meinen europäischen Stromnetzbetreibern auch gut gefahren. Vergleiche ich nun allerdings meinen spanischen mit meinem italienischen Titel, fällt eine deutlich auseinanderfallende Entwicklung auf.

Anläßlich der aktuellen Dividendenzahlung werfe ich einen näheren Blick auf die Entwicklung der beiden Aktien und stelle Dir meine Entscheidung vor, wie ich mit den Werten weiter verfahren will.

Die Dividendenzahlung kommt aus Spanien von Red Eléctrica. Die Aktie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Der Vergleichswert ist TERNA aus Italien.

Dividendenzahlung

Red Eléctrica zahlt wie schon im letzten Jahr keine erhöhte Dividende im Januar, sondern behält den Vorjahreswert bei. Gezahlt werden 0,2727 € je Aktie. Für die 600 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Bruttodividende von 163,62 €. Sie befinden sich in meinen Depots bei maxblue (500 Stück) und der onvista bank (100 Stück). Nach Abzug der Steuern verbleibt insgesamt eine Netto-Dividende von 115,27 €. Sie wurde jeweils mit Wertstellung 07.01.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Red Electrica im Januar 2021 bei maxblue
Die Abrechnung von maxblue
Dividendengutschrift Red Electrica im Januar 2021 der onvista bank
Die Abrechnung der onvista bank
Anzeige
Bei der onvista bank halte ich den wertmäßig größten Teil meines Depots. Und sie bietet im Januar ein spannendes Angebot für Neukunden: Wenn Du bis zum 31.01.2021 ein 5 €-Festpreis-Depot eröffnest und dann bis zum 30.04.2021 drei kostenpflichtige Trades (Käufe oder Verkäufe) durchführst, erhältst Du 50 € Tradeguthaben. Es ist bis zum 30.06.2021 gültig. Mit einem Klick kommst Du hier direkt zu dem Angebot!

Vergleich mit TERNA

Red Eléctrica und TERNA betreiben ein ähnliches Geschäftsmodell, beide Unternehmen stellen die Stromnetze in Spanien und Italien zur Verfügung. Red Eléctrica ist darüber hinaus allerdings auch noch in Südamerika aktiv.

Ursprünglich habe ich in Red Eléctrica 11.025 € investiert, in TERNA waren es “nur” 9.414 €. Die Performance der Aktien einschließlich Dividenden ist deutlich unterschiedlich:

Red EléctricaTERNA
2017+9,4%+15,8%
2018+9,6%+7,3%
2019-2,8%+25,2%
2020-0,5%+9,4%
2017-2020+15,9%+70,3%

Und so kommen auch die TERNA-Aktien zum Jahresende 2020 auf einen Marktwert von 12.500 €, während Red Eléctrica bei 10.665 € steht. Die Performance von Red Eléctrica speist sich im Ergebnis ausschließlich aus den Dividendenzahlungen, während bei TERNA sowohl der Aktienkurs als auch die Dividenden meine Erwartungen erfüllen.

Perspektiven

Wenn ich mir diesen Vergleich so anschaue, dann ist für mich auch klar, in welche Aktie ich zukünftig mehr investieren will. Red Eléctrica sehe ich aktuell lediglich als Dividendenlieferanten. Die Position behalte ich bei, setze sie aber perspektivisch unter Beobachtung für einen Teilverkauf.

TERNA hingegen erfüllt kontinuierlich die Erwartungen und kommt auch für einen Nachkauf in Frage. Aktuell kümmere ich mich darum, dass mir die italienische Quellensteuer vollständig von der DKB angerechnet wird (dazu hatte ich hier Details geschrieben). Und dann steht auch einem Nachkauf nichts mehr im Wege.

Die Geschäftszahlen von Red Eléctrica für die ersten 9 Monate des letzten Jahres waren stark von Corona geprägt. Der Stromverbrauch ging um 6,6% zurück. Aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der Satellitentochter Hispasat blieben Umsatz und EBITDA gleichwohl nahezu konstant. Daraus resultiert dann auch die gleichbleibende Dividendenzahlung.

Unabhängig vom Vergleich mit TERNA sehe ich Red Eléctrica derzeit nur als Halteposition mit der Hoffnung auf bessere Nach-Corona-Zeiten. Als Monopolist wird die Aktie von einer anziehenden Konjunktur und damit verbundenem höherem Stromverbrauch profitieren. Und im Hinblick auf die zunehmende Elektromobilität sind Stromnetzbetreiber auch nicht zu verachten. Aber dafür ist noch viel Geduld erforderlich.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Red Eléctrica Corporación, S.A.
ISIN:ES0173093024
Im Divantis-Depot seit:17.08.2016
Letzter Nachkauf am:08.07.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:600
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:18,38 €
Gesamtkaufpreis:11.025,69 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.519,60 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Dann bewerte ihn mit einem Klick!

Durchschnittliche Bewertung: 4.5 / 5. Anzahl der Stimmen: 41

Gib die erste Bewertung für diesen Beitrag ab!

Schade, dass Dir der Beitrag nicht gefallen hat!

Unterstütze die Qualitätsverbesserung!

Möchtest Du mir einen Hinweis geben, was ich besser machen kann?

19 Gedanken zu „Bleibt das schwache Jahr dieser Aktie ein Einzelfall?“

    1. Ich gebe ja zu, dass manche Überschrift etwas reißerisch ist. Aber bei dieser Überschrift finde ich das eigentlich nicht. Im Übrigen ist das notwendig, um im Dschungel der Finanzblogs nicht unterzugehen. Außerdem macht es mir selbst auch Spaß, mir schöne Überschriften zu überlegen. :-)

      Viele Grüße Ben

    2. Deiner Meinung kann ich mich zu 100% anschließen.
      Da ja mittlerweile auch auf jeder Seite (genug) Werbung geschaltet ist, bräuchte es nicht auch noch diese Art von Überschriften.
      ich lese die Artikel, weil ich es schon seit Langem tue und die Transparenz dieses Blogs sehr mag und nicht, wegen der offensichtlich clickbait-Überschriften.

      1. Hallo Kim,
        so ist das mit den Schlagwörtern auch gedacht. Die Überschriften sind mehr für die Übersichtsseiten auf den verschiedenen Finanz-Portalen, auf denen der Feed automatisch ausgelesen wird.

        Viele Grüße Ben

      1. Ich hatte erst gedacht, dass MaxBlue hier besser agiert, aber mir scheint die tun das erst ab einer Gewissen Summe, wenn die Kosten für die Rückholung der Quellensteuer nicht zu viel von der Dividende fressen. Das war für mich der Grund, meine Red Electrica in mein Hauptdepot bei Trade Republic zu verschieben, weil ich nie so viele Aktien von denen besitzen werde, dass sich das lohnt. Zumal ab 1500 EUR Divi pro Jahr zusätzlich Erschwernisse dazukommen durch den spanischen Fiskus.

        1. 4% (5,45 EUR) kann man sich aus Spanien zurück holen, Maxblue macht das erst ab 10 EUR. Ist natürlich ärgerlich.
          die anderen 15% wurden angerechnet.

    1. Hallo Sebastian II,

      Du hast vollkommen recht. Ich hatte das anders in Erinnerung, aber gerade noch mal nachgeschaut. Die Textpassage habe ich geändert. Vielen Dank für den Hinweis!

      Viele Grüße Ben

  1. Die scheinen ein Cash flow Problem zu haben. Bis 2018 war die div immer recht gut durch den free Cash flow gedeckt. 2019 war die div leicht oberhalb des fcf, und 2020 bahnt sich da ein Problem an. Wenn man den Zahlen trauen kann, liegt der fcf bei 458 mio€,
    Die dividenden lagen aber 2019 schon bei 531mio. Rechnet mal lieber nicht mit einer div- Erhöhung. !!!

    1. Hallo Manfred,

      ich habe mich mit REE etwas genauer beschäftigt und bei ca. 15,00 € gekauft.

      2019 fanden übrigens wie von Ben geschrieben Investitionen in Hispasat und weitere Aquisitionen statt.

      Zum Cashflow:

      Bei der Betrachtung der Kapitalflussrechnung der 9 Monate 2020 war ich von der sehr hohen Investitionszahl überrascht, aber dies beinhaltet eine Investition zum Erwerb eines 50% -Anteils an dem brasilianischen Übertragungsunternehmen Argo für 374 Mio. EUR, sodass man die Investitionszahlen anpassen muss, um den “normalisierten” Cashflow zu erhalten.

      Der ausgewiesene operative Cashflow betrug 860 Mio. EUR, beinhaltet jedoch auch eine Investition von 92 Mio. EUR in die Working Capital-Position.

      Bereinigt betrug der operative Cashflow 953 Mio. EUR und lag damit leicht unter dem Wert von 972 Mio. EUR im Jahr 2019 (9 Monate)

      Die Investitionen haben sich von 379 Mio. EUR auf 768 Mio. EUR mehr als verdoppelt.

      Wie bereits erwähnt, beinhaltet der 768 Mio. EUR eine Investition in Höhe von 374 Mio. EUR in das brasilianische Übertragungsunternehmen.

      Bereinigt betrug die Investitionssumme etwas mehr als 394 Mio. EUR, was bedeutet, dass der bereinigte Free Cashflow in den ersten neun Monaten des Jahres rund 558 Mio. EUR betrug .

      Das Free Cashflow-Ergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres deckt also fast die Dividende i.H.v. 567 Mio EUR für das gesamte Jahr ab. (wohlgemerkt machen sich die Zukäufe von Hispasat und ARGO erst ab 2021 richtig bemerkbar und irgendwann sollte sich die Strommenge auch wieder normalisieren – wenn das Virus endlich besiegt ist)

      LG Sebastian

      1. Hallo Sebastian !

        Schön, deine ausführlichen CF und Investitions Ausführungen zu lesen. Aber so ganz verstehe ich das alles noch nicht.

        Ich hab mir daraufhin auf der HP die Geschäftsberichte angeschaut. Von 2019 und 3Q/20. Die sind recht knapp gehalten.

        Im 19ereitee Bericht schon fällt mir auf, dass der ” normal definierte” FCF tief negativ ist. ( – 791 mio€) das kommt wohl von den schon 2019 riesigen Investitionen her (1.9 mrd€) . Letztendlich wurden die Dividenden aber bezahlt. Wovon ? Wohl durch Aufnahme weiterer Schulden. Der Schuldenberg stieg von 4.7mrd auf 6.0 mrd€ an.

        Und in den ersten 9 Monaten 2020 war’s auch nicht viel anders: Ausgewiesen wurde hier ein ” normaler ” FCF von nur 89 Mio, nach 263. Da fehlt dann noch was im 4. Quartal, um letztlich etwa 530 mio an Dividende auszahlen zu können. Und dabei haben sie in den ersten 3 Quartalen bereits weitere 450 Mio Schulden aufgenommen .
        Letztendlich scheint uns die Bank die Dividenden zu bezahlen.

        Das ganze ist natürlich eine Ueberbrueckung, und zu hoffen bleibt, dass die riesigen Investitionen bald Früchte tragen. Beruhigend ist, dass der operative CF einigermaßen normal funktioniert

        1. Zusatz :

          ….. Beruhigend ist, dass der operative CF einigermaßen normal funktioniert.

          Ausser, dass das Working Capital in den letzten 5 Jahren meist in den roten Zahlen war. Dh : in all diesen Momentaufnahmen je am jahresende war nicht genug fluessiges vorhanden, um die kurzfristigen verbindlichkeiten bezahlen zu koennen.

          Aehnliche probleme hat uebrigens der Couseng von REE, National Grid in England.

          Das problem bei diesen Grid versorgern scheint zu sein, dass sie zwar ein monopol besitzen, deshalb aber von den Regierungen einen Daempfer bei der Preisbildung erhalten. Und der kann sehr unangenehm sein, siehe England. ( Ben, aehnliches gilt uebrigens auch fuer die pennon group!)

          1. Ja, Red Electrica wirft beim FreeCashflow in den Publikationen der IR alles in einen Korb, daher ist es etwas Arbeit davon die Investitionen in Netze bzw. Capex zu trennen von den Akquisitionen. Die spanische Politik sehe ich auch als Risiko, aber genau aus dem Grund hat man in den letzten 2-3 Jahren massive Übernahmen im Ausland getätigt. Daher auch die höhere Verschuldung, wobei mir das Leverage immer noch deutlich besser gefällt als bei einigen US-Versorgern oder auch bei Terna. In den letzten beiden Jahren konnte man bereits die “Abhängigkeit” der Netze von über 90 % auf aktuell knapp 80 % senken. (Natürlich auch Coronabedingt)

            Im Vergleich zu Terna gefällt mir REE doch noch ein Stück besser, jedenfalls aus operativer Sicht. Zum Kursverlauf hat Ben ja alles gesagt.

  2. Hallo Ben,

    sieh Dir bitte diese Seite an:

    https://www.weltsparen.de/magazin/was-ist-quellensteuer/

    Quellensteuer in Spanien

    Auch in Spanien ist bei der Kontoeröffnung ein vom Kunden unterschriebenes Steuerformular („Declaración de Residencia Fiscal“) zur Reduzierung der Quellensteuer einzureichen. Die spanische Quellensteuer beträgt sonst 19 %, z.B. aus Dividendenzahlungen. Bis zu einem Betrag von 1.500 Euro pro Jahr sind Kapitalerträge jedoch von der Steuer befreit.

    Ich habe selbst keine spanischen Titel, aber was hier beschrieben wird, habe ich auch an anderer Stelle gelesen.

    Viele Grüße

    Peter

    1. Hallo Peter,

      bei Weltsparen bezieht sich das aber auf eine Tages- oder Festgeldanlage bei einer spanischen Bank. Als Aktionär von Red Eléctrica eröffne ich ja kein Konto in Spanien, sondern habe mein Depot weiterhin in Deutschland. Trotzdem Danke für den Hinweis!

      Viele Grüße Ben

Kommentar verfassen