Nach Depotwechsel macht finnische Quellensteuer wieder Spaß

In der Kone Academy in Hannover finden Schulungen für Mitarbeiter statt

Wenn Du schon länger Leser meines Blogs bist oder mein Interview im Finanzrocker Podcast gehört hast, dann weißt Du, dass ich die Aktien des finnischen Aufzug- und Rolltreppenherstellers KONE im Depot habe.

Und dass ich im letzten Jahr bei der Dividendenzahlung einen unerwartet hohen Quellensteuerabzug durch die Comdirect Bank zu „verkraften“ hatte. Wir haben darüber intensiv diskutiert.

Nun habe ich wieder Dividende von KONE erhalten, die Aktien aber mittlerweile zu Maxblue übertragen. Ich war sehr gespannt auf die Dividendenabrechnung.

100 KONE-Aktien befinden sich in meinem Depot. Leider gab es in diesem Jahr keine Dividendenerhöhung. Die Dividende beträgt weiterhin 1,65 € pro Aktie. Das ergibt eine Brutto-Dividende von 165,00 €. Bei der Comdirect Bank kam im letzten Jahr mit dieser Brutto-Dividende eine Netto-Dividende von 98,10 € heraus. In 2017 hatte die Consorsbank noch 115,40 € bei geringerer Brutto-Dividende gezahlt.

In diesem Jahr hatte nun Maxblue die Chance, es besser zu machen. Und siehe da: es wurde besser! Abgezogen wurden nämlich lediglich 15% finnische Quellensteuer, die vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet wurden. Die Netto-Dividende beträgt dadurch 122,85 €. Sie wird mit Wertstellung 07.03.2019 überwiesen.

Die Originalabrechnung der KONE-Dividende im März 2019

Nur durch den Depotübertrag hat sich damit die Dividendenzahlung um 24,75 € erhöht. Der Fairness halber sei gesagt, dass die Comdirect Bank immerhin ein halbes Jahr später noch 8,80 € nachgezahlt hat. Sie waren durch die Quellensteuerrückerstattung abzüglich Gebühren zusammen gekommen.

Für finnische Aktien lautet die Erkenntnis aus diesen Abrechnungen aber für mich eindeutig: Augen auf beim Online-Broker! Die Comdirect Bank ist bei finnischen Aktien nicht gut aufgestellt. Besser bin ich bei der Consorsbank (*) und jetzt bei Maxblue gefahren. Für mich eine wichtige Erkenntnis, warum es sich lohnt, mehrere Depots bei verschiedenen Banken zu haben.

KONE selbst habe ich hier ausführlich vorgestellt. Die nicht erfolgte Dividendenerhöhung in diesem Jahr sehe ich natürlich kritisch. Ich hoffe, dass sich dabei um einen einmaligen Akt handelt und nächstes Jahr wieder erhöht wird. Ansonsten werde ich die Zukunft der Aktie in meinem Depot überdenken müssen.

Meine Dividendenerträge im Jahr 2019 steigen mit dieser Zahlung auf 1.643,42 €.

Auf einen Blick:

Unternehmen:KONE
ISIN:FI0009013403
Im Divantis-Depot seit:13.10.2016
Letzter Nachkauf am:07.02.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:42,49 €
Gesamtkaufpreis:4.249,35 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:345,15 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

19 Gedanken zu „Nach Depotwechsel macht finnische Quellensteuer wieder Spaß“

  1. Hi Ben, ich habe heute den Finanzrocker Podcast mit dir gehört ! Ich finde es klasse, dass du dich dort „präsentiert“ hast. Dein Blog ist für mich sehr inspirierend, daher bleib dabei und weiter so :-)

    VG Patrick

  2. Hallo Ben,

    ich habe noch nicht verstanden wieso der Steuerabzug bei MaxBlue geringer als bei der Comdirect ist bzw. was ich dafür tun muß.
    Hast Du da irgendwelche Info welche Aktien-Dividenden aus welchen Märkten bei welcher Depot-Bank am günstigsten/ sinnvollsten ist?

    VG
    Jens

    1. Hallo Jens,

      wirklich verstehen kann man die Unterschiede auch nicht. Das Service-Angebot der Banken in Bezug auf Quellensteuern ist einfach unterschiedlich. Maxblue bietet da sehr viel kostenfrei an. Die Comdirect nimmt Gebühren dafür. Aber z.B. bei französischen Dividenden bieten beide keine Lösung. Hier kenne ich bisher nur die DKB, die eine Vorabbefreiung anbietet.

      Viele Grüße Ben

  3. Hallo Ben,

    die unterschiedliche Handhabung der Banken bezüglich der finnischen Quellensteuer habe ich immer noch nicht verstanden.
    Welche Erklärung hältst Du für die Richtige:

    1) Maxblue zieht nur 15% Quellensteuer bei deiner Kone-Dividende ab, da sie etwas „falsch machen“. Immerhin gibt das Bundeszentralamt für Steuern im Falle Finnland 30 % Qellensteuer vor und wie ich an andere Stelle hier erwähnt habe, hat die ING-DiBa kürzlich ihre Kunden schriftlich informiert, dass ab sofort nicht mehr 15% sondern 30% Quellsteuer auf finnische Dividenden anfallen und die nicht anrechenbaren 15% in einem Rückerstattungsverfahren zurück geholt werden könnten.

    2) Maxblue zieht nur 15% Quellensteuer bei deiner Kone-Dividende ab, da Du eine gültige DBA-Vollmacht erteilt hast.
    Allerdings ist in deiner Dividendengutschrift nichts über eine Quellensteuervergütung zu lesen.

    Wie auch immer, ich habe mir erlaubt meine Kone-Dividendengutschrift und Steuermitteilung bei der comdirect anzuhängen.
    Aus der Dividendengutschrift geht hervor, dass 15% der Quellensteuer wirklich sofort vergütet wurden. Dies war in meinem jahrelangen Kampf gegen zuviel bezahlte Quellensteuer erst mein zweites Erfolgserlebnis aber aufgrund deiner Veröffentlichung zu Metsä Board und comdirect war ich hier vorsichtig optimistisch (ohne diese Info hätte ich auch nicht gewagt Kone in mein Depot zu legen).

    Wie der Steuerabrechnung zu ersehen bleiben mir von den 330 € nach Abzug von Steuern und Gebühren (comdirect erhebt bei einer Vorabbefreiung 5 € plus MWSt) noch 237,61 €.
    Somit summieren sich die Steuern und Gebühren auf 27,997% mit denen ich erst einmal leben kann. Dies entspricht fast exakt den 27,995% Steuern, die ich auf Dividenden zahle, die nicht der Quellensteuer unterliegen.
    Somit übertrage ich meine Kone-Aktien erst einmal nicht zu meinem Maxblue-Depot. Ich befürchte, dass Maxblue analog ING-DiBA auf 30% Quellensteuer umstellt und meine DBA-Vollmacht dort nicht greift oder hohe externe Gebühren anfallen.
    Meine ersten Erfahrungen mit Maxblue geben mir nicht den Eindruck einer gut organisierten Bank und meine konkreten Fragen ob bei einer Quellensteuerreduzierung – oder Quellensteuerrückerstattung in einem bestimmten Land externe Gebühren anfallen will oder kann mir keiner beantworten.

    Somit zahle ich erstmal weiterhin gerne meine 5,95 € bei comdirect und bin gespannt was Du in Zukunft zu Maxblue-Dividendenausschüttungen veröffentlichst bzw. was in meinem jüngst eröffneten Maxblue-Depot bezüglich „Quellensteuerproblemländer“ wie Schweiz, Italien, Spanien und Norwegen geschieht.

    PS: Ich tippe auf Erklärung 1)

    Dividendengutschrift:

    Depotbestand Wertpapier-Bezeichnung WKN/ISIN
    per 26.02.2019 A0ET4X KONE Corp. (New)
    STK 200,000 FI0009013403
    Registered Shares Cl.B o.N.
    Emissionsland: FINNLAND
    EUR 1,65 Dividende pro Stück für Geschäftsjahr 01.01.18 bis 31.12.18
    zahlbar ab 07.03.2019
    Abrechnung Dividendengutschrift
    Bruttobetrag: EUR 330,00
    30,000 % Quellensteuer EUR 99,00 –
    15,000 % Quellensteuervergütung EUR 49,50
    Ausmachender Betrag EUR 280,50
    Provision für Steuererstattung EUR 5,00 –
    19,000 % Mehrwertsteuer auf EUR 5,00 EUR 0,95 –
    Verrechnung über Konto (IBAN) Valuta Zu Ihren Gunsten vor Steuern EUR 274,55
    Aufgrund der uns vorliegenden Vollmacht haben wir für den erstattungsfähigen Anteil die Quellensteuer bereits vergütet

    Steuermitteilung:

    Zu Ihren Gunsten vor Steuern: EUR 274,55
    Steuerbemessungsgrundlage EUR 330,00
    Kapitalertragsteuer (2) EUR -32,27
    (angerechnete ausländische Quellensteuer: EUR 49,50 )
    Solidaritätszuschlag EUR -1,77
    Kirchensteuer EUR -2,90
    _____________________
    abgeführte Steuern EUR -36,94
    _____________________
    Zu Ihren Gunsten nach Steuern: EUR 237,61

    1. Hallo Schade,

      erst mal bin ich sehr zufrieden, dass ich eine volle Anrechnung der finnischen Quellensteuer erhalten habe. Ich habe die DBA-Vollmacht bei Maxblue eingereicht. Irgendwo (ich weiß leider nicht mehr wo) hatte ich mal gelesen, dass Maxblue bei Vorliegen der DBA-Vollmacht sofort die Anrechnung vornimmt. Und die Erstattung dann im Hintergrund abläuft, ohne dass der Kunde davon etwas mitkriegt. Ich hoffe einfach mal, dass es ungefähr so abläuft.

      Ich werde jedenfalls weiter berichten, wie das bei den nächsten Dividendenzahlungen abläuft.

      Viele Grüße Ben

  4. Hallo Ben,
    grundsätzlich finde ich die Branche Aufzüge und Rolltreppen sehr interessant. Was mir bei Kone allerdings negativ aufstößt ist die Tatsache, dass die Ausschüttungsquote verdammt hoch ist. 2018 bei 100%. Sieht für mich nicht unbedingt nachhaltig aus.

    Was sind deine Gedanken dazu?

    1. Hallo Dividenden Chef,

      das letzte Jahresergebnis war nicht berauschend. KONE hat deshalb lediglich die Dividende stabil gehalten. Das führt aber aktuell zu der hohen Ausschüttungsquote. Nächstes Jahr sollte sie wieder niedriger sein. Ich stimme Dir zu, dass das ansonsten nicht nachhaltig wäre.

      Viele Grüße Ben

      1. Hi Ben,
        aber auch wenn ich mir die Payout-Ratio seit 2013 anschaue ist diese nie unter 70 %. Im Mittel bei 82%.

        Ich werde die Aktie erstmal weiter beobachten. Danke für den Artikel!

        Mal schauen ob das mit der Abspaltung bei Thyssen was wird, da hätte man dann nochmal eine Alternative!

        PS: Im Bürgebäude (BJ 2017) in dem ich mich befinde ist auch ein Kone Aufzug verbaut! :-)

      2. Kein Gewinnwachstum 2016-2020e, und die Aktie kostet ein KGV2019e von 27.
        Da muss der komplette Gewinn ausgeschüttet werden, um 100 / 27 = 3,7% Dividendenrendite zu produzieren.

  5. Hi Ben,

    Ich hätte mal eine Frage zur Quellensteuer.
    Was hast du für Erfahrungen mit Quellensteuern gemacht bzw. in welchen Länder lohnt es sich deiner Meinung nach einen Antrag zu stellen? Es kommt natürlich auch auf Dividendensumme an. Ich habe gerade bei meinen Dividenden für diese Jahr geschaut und folgende Prozente abgezogen bekommen. (Kanada 25%, Belgien 30%, Dänemark 27%, Südkorea 22%, Irland 20%). USA mit 15%, Deutschland, GB und Australien sind ja außen vor.

    Viele Grüße
    Markus

  6. Dividende / bereinigtesEPS = Ausschüttungsquote
    ======================================
    2005: 0,250 € / 0,32 € = 78% (Abspaltung Cargotec, Restrukturierungskosten)
    2006: 0,250 € / 0,47 € = 54%
    2007: 0,325 € / 0,53 € = 61% (Kartellstrafe, Immobilienverkauf)
    2008: 0,325 € / 0,83 € = 39%
    2009: 0,325 € / 0,93 € = 36% (+0,325 € Bonusdividende)
    2010: 0,450 € / 1,04 € = 43%
    2011: 0,700 € / 1,15 € = 61% (+0,750 € Bonusdividende; Bewertungsgewinn)
    2012: 0,875 € / 1,23 € = 71% (+0,650 € Bonusdividende; Restrukturierungskosten)
    2013: 1,000 € / 1,36 € = 74%
    2014: 1,200 € / 1,47 € = 82%
    2015: 1,400 € / 1,79 € = 78%
    2016: 1,550 € / 1,99 € = 78%
    2017: 1,650 € / 1,90 € = 87% (items affecting comparability)
    2018: 1,650 € / 1,74 € = 95% (items affecting comparability)
    2019e: 1,70 € / 1,83 € = 93%
    2020e: 1,78 € / 2,04 € = 87%
    2021e: 1,77 € / 2,22 € = 80%

    Kein EPS-Wachstum 2016-2020e, da ist die Luft für weitere Dividendenerhöhungen auf Jahre hinaus dünn.

    Vor allem dann, wenn man stattdessen auf Abenteuer aus ist:
    https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/aufzuggeschaeft-kone-spielt-offenbar-einstieg-bei-thyssen-durch/24347006.html

    Die Bewertung mit KGV2019e = 27 (https://www.marketscreener.com/KONE-1412480/financials/) ist der Grund dafür, wieso das Unternehmen für eine Dividendenrendite von 100 / 27 = 3,7% seinen kompletten Gewinn ausschütten muss.

    1. Nicht alles lässt sich mit Zahlen begründen. Für mich ist es ein globaler Trend, von dem Aufzugsbauer profitieren. Die Fläche in den Städten ist begrenzt, also muss höher gebaut werden. Und ist einmal ein Aufzug eines Herstellers eingebaut, dann profitiert er im Anschluss von den Wartungsverträgen. KONE überschreitet heute übrigens die 50 €-Marke, da es Spekulationen um eine Übernahme der Thyssen-Aufzugsparte gibt.

      1. United Technologies („7+2“ für KGV 17, Ausschüttungsquote 40%) und Schindler („9+2“ für KGV 22, Ausschüttungsquote 50%) kosten beide weniger als Kone („5+3“ für KGV 27, Ausschüttungsquote 90%). Dividendenrenditen sind nicht zielführend.

  7. Hallo,
    ich habe mal eine Frage zur ausländischen Quellensteuer, die mir nicht ganz verständlich ist.
    Ein Finanztipp schrieb mal man solle Aktien mit Quellensteuer in einem eigenen Depot bündeln und keinen Freistellungsauftrag dafür stellen.

    Macht das steuerlich Sinn, also eine Depot für Auslandsaktien und eines für inländische?

    Danke.

    Grüße aus Bayern

    1. Hi Joe,

      ja, das macht Sinn und ich handhabe es so.
      Hintergrund ist, dass der Freistellungsauftrag mit dem Bruttobetrag der Dividende belastet wird und nicht mit dem um die anrechenbare Quellensteuer reduzierte Summe.

      Gruß,
      Jörg

      1. Hallo Joe,

        ich mache es genauso wie Jörg. In meinem Depot bei der Augsburger Aktienbank habe ich meine deutschen Aktien liegen und dort 801 € Freistellungsauftrag hinterlegt. Die Aktien mit Quellensteuer liegen bei den anderen Banken ohne Freistellungsauftrag.

        Viele Grüße Ben

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