Das war leider zu erwarten

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Die Corona-Pandemie hat für einige Einschläge in meinem Depot gesorgt. Vor allem die als so sicher eingestuften Infrastrukturaktien mit Mautstraßen und Flughäfen hat es getroffen.

Da mein Depot breit diversifiziert ist, ist die Gesamtperformance immer noch im akzeptablen Bereich. Nur bei den Dividendeneinnahmen bin ich weit von meinem Jahresziel entfernt und werde es auch nicht mehr erreichen.

Jetzt hat eine weitere Aktie ihre Ausschüttung deutlich reduziert. Warum das zu erwarten war und wie ich die Perspektiven für die nächsten Jahre sehe, erfährst Du in diesem Beitrag.

Beim Aktienkurs hat sich Corona gar nicht so schlimm gezeigt bei der Transurban Group. Den australischen Mautstraßenbetreiber habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividende

Um so härter kommt es bei der Dividende. Statt wie im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt 0,30 AUD je Aktie zahlt die Transurban Group nun lediglich 0,16 AUD Dividende. Das ist eine Senkung um 46,7%. Für die 600 Aktien in meinem Depot bedeutet das eine Brutto-Dividende von nur noch 96 AUD. Sie wurde von der Consorsbank * zum Kurs von 1,6747 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern (und unterschiedlichen Quellensteuersätzen) verbleibt eine Netto-Dividende von 41,21 €. Sie wurde rückwirkend mit Wertstellung 14.08.2020 überwiesen.

Dividendengutschrift Transurban Group im August 2020 mit 30% Quellensteuer
30% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2020 mit 15% Quellensteuer
15% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2020 mit 10% Quellensteuer
10% Quellensteuer
Dividendengutschrift Transurban Group im August 2020 mit 0% Quellensteuer
0% Quellensteuer

Perspektiven

Anders als Atlantia oder Sydney Airport zahlt Transurban wenigstens noch eine Dividende. Eine nahezu Halbierung ist allerdings auch nicht von schlechten Eltern. Ähnlich ist VINCI verfahren, die ihre Dividende erst um 35% gekürzt und dann die Streichung der Zwischendividende angekündigt haben.

Insofern habe ich tatsächlich mit einer Dividendenkürzung bei der Transurban Group gerechnet. Durch den zwischenzeitlichen Lockdown und die anschließende wirtschaftliche Rezession in Australien und den USA ist der Autoverkehr deutlich zurückgegangen. Damit einher ging zwangsläufig ein Rückgang bei den Mautgebühren.

Die jetzige Dividende stellt die Schlussdividende für das abgelaufene Geschäftsjahr mit Bilanzstichtag 30.06. dar. Dadurch wirken die Zahlen insgesamt nicht so dramatisch, da ja die Mehrheit des Geschäftsjahres von Corona unbeeinflusst war.

Die Mauteinnahmen sind im gesamten Geschäftsjahr um 3,4% zurückgegangen, der Verkehr auf den Mautstraßen um 8,6%. Schaut man sich aber den Juli 2020 an, das ist der erste Monat des neuen Geschäftsjahres, dann ist dort der Verkehr gegenüber Juli 2019 um 25% zurückgegangen. Das lässt für das neue Geschäftsjahr einen erheblichen Rückgang erwarten!

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Transurban Group unterm Strich einen Verlust von 143 Millionen AUD nach einem Vorjahresgewinn von 260 Millionen AUD ausgewiesen. Für die Dividendenzahlung ist aber der Free Cash relevant, so dass trotz Verlusts eine Zahlung erfolgen konnte.

Eigentlich müsste man als Aktionär spätestens jetzt Reißaus nehmen. Denn das schöne Wachstum der letzten Jahre scheint erst mal Vergangenheit zu sein.

Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, ist der Aktienkurs aber weiterhin ordentlich unterwegs. Und das liegt daran, dass die Aussichten mittelfristig gar nicht schlecht sind. Denn im US-Markt haben beide Präsidentschaftskandidaten angekündigt, massiv in Infrastruktur zu investieren. Und da kommt die Transurban Group für neue Straßenprojekte ins Spiel. Das Wachstum in der Aktie soll durch neue Mautstraßen zurückkommen!

Derzeit ist das Management in Gesprächen oder Ausschreibungen rund um Washington, den Hamptons und erstmals in Kanada (Montreal) engagiert.

Und auch im Heimatmarkt Australien wird ein Straßenausbau in Sydney und Brisbane geplant.

In der Präsentation der Geschäftszahlen (hier das PDF) wird mehrfach auf eine mögliche Kapitalerhöhung im neuen Geschäftsjahr hingewiesen. Wie bei Sydney Airport (hier der Beitrag zur jüngsten Kapitalerhöhung) soll sie dem Schuldenabbau dienen. Angesichts der zu erwartenden schlechten Ergebnisse wird sich der Verschuldungsgrad ansonsten dramatisch erhöhen.

Da ich weiter an die Zukunft der Aktie glaube und die Perspektiven gar nicht so schlecht sind, werde ich mich an einer möglichen Kapitalerhöhung beteiligen. Es wäre dann schon meine dritte Kapitalerhöhung bei der Transurban Group. Und bisher bin ich damit recht gut gefahren. An der Börse aktiv zukaufen würde ich aber nicht mehr, mit den 600 Aktien bin ich ausreichend investiert.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Transurban Group
ISIN:AU000000TCL6
Im Divantis-Depot seit:16.08.2016
Letzter Nachkauf am:08.10.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:600
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:8,08 €
Gesamtkaufpreis:4.849,04 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:356,05 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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