Einige der großen US-Konzerne haben zuletzt ihre Dividenden nur deutlich unterhalb der Inflationsrate erhöht. BlackRock mit 2,5% und Procter & Gamble mit 3,0% waren schon enttäuschend. Von +0,7% bei 3M ganz zu schweigen.
Umso schöner für mich als Aktionär ist die Konstellation bei einem Unternehmen, dass sich vor der großen Inflation die Devise gegeben hatte, die Dividende jährlich um 2%-Punkte über der Inflationsrate zu steigern.
Das führt nun erneut zu einer zweistelligen Dividendenerhöhung und ein Ende der überdurchschnittlichen Erhöhungen ist erst einmal auch nicht in Sicht.
Was das konkret für mein Engagement bedeutet und warum auch der Aktienkurs noch Potenzial bietet, erfährst Du in diesem Beitrag.
Die Pennon Group, ein wichtiger Wasserversorger in Großbritannien, habe ich hier ausführlich vorgestellt. Sie hat sich 2021 komplett neu aufgestellt, ihr Müllgeschäft verkauft und eine neue Dividendenpolitik beschlossen.
Beim Lesen des Langfristcharts ist zu beachten, dass im Juli 2021 aus 300 Aktien 200 Stück wurden und es eine Netto-Dividende von 918,26 € gab (hier). Ich habe dadurch rund 50% meines Einsatzes wieder zurückbezahlt bekommen und kann seitdem ziemlich entspannt mit dem Engagement leben.
Im Langfristchart ist der Split deutlich sichtbar:

Die Aussagekraft ist aber durch die Kapitalmaßnahme ziemlich beschränkt. Deshalb ergänzend der Blick auf die Entwicklung der letzten 2 Jahre:

Und hier zeigt sich, dass die Aktie nach dem Reverse Split noch bei 15 € notierte, mittlerweile aber nur noch bei 10 €.
Dividendenzahlung
Die Pennon Group zahlt nun eine Dividende von 12,96 Pence pro Aktie. Das ist gegenüber der letzten April-Dividende (11,70 Pence) eine Erhöhung um 10,8%. Für die 200 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 25,92 Pfund. Die Dividende wurde von der onvista bank zum Kurs von 0,88205 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 21,65 €. Sie wurde mit Wertstellung 05.04.2023 überwiesen.

Perspektiven
Ein gutes Drittel ihres Kurswertes hat die Pennon Group seit der großen Kapitalmaßnahme Mitte 2021 verloren. Von 15 € auf 10 € schmeckt mir als Aktionär natürlich nicht.
Aber anders als bei manch anderem Titel bin ich trotzdem sehr entspannt. Denn ich habe ja schon mehr als die Hälfte meines Kaufpreises durch Dividendenzahlungen zurückerhalten und so ist mein Gesamtengagement – trotz des deutlichen Kursrückgangs der letzten knapp 2 Jahre noch mit mehr als 30% im Plus.
Und wenn ich die bisherigen Netto-Dividenden von meinem Einstand abziehe, dann habe ich „lediglich“ 1.188,48 € in die Pennon Group investiert. Auf dieses Investment erziele ich aktuell eine Dividendenrendite 7,6%. Und das aufgrund der Inflationsindexierung mit steigender Tendenz.
Denn die Dividende soll kontinuierlich 2%-Punkte über der CPIH-Rate erhöht werden. CPIH ist der britische Verbraucherpreisindex einschließlich Wohnkosten (Consumer Price Index including owner occupiers‘ housing cost).
Wenn dieser Index wie zuletzt bis Ende Februar 2023 im Jahresvergleich um 9,2% steigt, dann wird die Dividende um 11,2% erhöht.
Der Inflationsanstieg für Ende März wird am 19. April bekannt gegeben und hier veröffentlicht. Er ist dann für die Schlussdividende relevant, da das Geschäftsjahresende bei der Pennon Group der 31. März ist. Diese Schlussdividende, die dann im September zur Auszahlung kommt, wird also mit Sicherheit auch wieder deutlich steigen.
Zuletzt hat die Pennon Group ihre Halbjahresergebnisse berichtet. Der Umsatz legte auf vergleichbarer Basis um 9,3% zu. Allerdings belasteten deutlich höhere Energie- und Finanzierungskosten, so dass der Vorsteuergewinn um 73,8% massiv zurückging. Der Gewinn je Aktie lag nur noch bei 7,9 Pence (Vergleichshalbjahr: 30,6 Pence).
Und das ist dann auch der Grund, warum der Aktienkurs so deutlich zurückgegangen ist.
Für mich ist das allerdings etwas kurz gedacht. Denn die Pennon Group ist ja ein Monopolist und wird auf Dauer nicht mit so geringen Gewinnmargen arbeiten können. Da sie offenbar durch politischen Druck die Preise für die Verbraucher nicht erhöhen kann oder darf, muss sie ihre Kosten senken. Und entsprechende Effizienzsteigerungsprogramme – auch im Zusammenhang mit der Akquisition von Bristol Water in 2021 – sind auch schon angelaufen.
Ich erwarte mir davon, dass die Ergebnisse kontinuierlich wieder besser werden. Und womöglich sehen wir auch eine Übernahme, um Synergieeffekte zu generieren. Dafür stehen rund 500 Mio. Pfund zur Verfügung.
Würde ich nun, wenn ich noch nicht investiert wäre, die Aktie kaufen? Warum eigentlich nicht? Wasser ist ein Betätigungsfeld, das krisensicher ist und immer gebraucht wird. Wettbewerb ist nicht vorhanden und die Bilanzstruktur ist solide. Hinzu kommt eine aktuelle Dividendenrendite von 4,5%. Und die Dividenden steigen überdurchschnittlich.
Allerdings ist Geduld erforderlich, denn Dynamik ist bei der Pennon Group auch nicht erkennbar. Das war schon so nach dem Verkauf des Müllgeschäfts. Da hat sich das Management auch sehr lange Zeit gelassen, um über die Verwendung des Erlöses zu entscheiden. Aber wer ein Freund hoher Ausschüttungen ist und das Geld nicht in nächster Zeit braucht, kann hier aus meiner Sicht ruhig die Augen offen halten.
Ich setze mir in solchen Fällen gerne Dividendenrenditenmarken, bei denen ich dann ein Kauflimit ansetze. Dann habe ich einen zusätzlichen Puffer und fühle mich besonders wohl. Ich errechne mir also anhand der beiden letzten Dividendenzahlungen, bei welchen Aktienkurs die Dividendenrendite z.B. 5,0% betragen würde. Und das wäre dann ein passender Einstiegskurs.
In diesem speziellen Fall würde ich allerdings direkt die neue Inflationsrate berücksichtigen und die perspektivische Dividende erhöhen. Da wir dann wahrscheinlich schon bei 5% Dividendenrendite wären, wäre meine Zielmarke dann eher 5,5% oder sogar 6%.
Ich selbst werde allerdings meinen 200 Aktien keine weiteren Stücke hinzufügen. Ich bin mit der aktuellen Aufstellung zufrieden und erfreue mich an der hohen Dividendenrendite auf meinen Netto-Einstand. Diesen Wert möchte ich mir nicht verfälschen. Mit 0,5% Depotanteil ist die Pennon Group in meinem Depot eine defensive Beimischung mit stetig steigender Dividende.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Pennon Group |
| ISIN: | GB00BNNTLN49 |
| Im Divantis-Depot seit: | 21.09.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 02.02.2018 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 200 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 12,68 € |
| Gesamtkaufpreis: | 2.535,57 € |
| insgesamt erhaltene Netto-Dividenden: | 1.347,09 € |
| verkauft am: | 05.07.2023 |
| Durchschnittsverkaufserlös abzgl. Gebühren und Steuern: | 8,00 € |
| Gesamtverkaufserlös: | 1.600,00 € |
| Gewinn/Verlust: | 411,52 € |
| Gewinn in Prozent: | 16,23% |

Kommentar verfassen