Die Divantis-Anlagestrategie für 2022

Divantis Anlagestrategie 2022
4.7
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Rückblickend auf 2021 lag ich mit meiner Prognose weitgehend richtig. Ich war überzeugt davon, dass das Jahr 2021 nicht so spektakulär wie das Jahr 2020 werden würde. Und in der Tat: ein erneuter Corona-Crash ist ausgeblieben.

Und viel wichtiger: Ich hatte mit 15-20% Potenzial an den weltweiten Aktienmärkten gerechnet. Und lag damit teilweise sogar noch etwas zu niedrig.

Für 2022 sieht es nun allerdings etwas schwieriger aus. Die große Erholung des Vorjahres erwarte ich nicht mehr. Stattdessen beschäftigen uns Inflation, Lieferschwierigkeiten, Zinserhöhungen und die nächsten Corona-Wellen.

Eine solche Unsicherheit ist nichts Neues für mich. In mehr als 25 Jahren Börsenerfahrung habe ich zum Jahresbeginn oft nicht gewusst, wo die Reise wirklich hingehen wird. Umso wichtiger ist der Blick auf das Große und Ganze, um nicht aus der Spur zu kommen.

Wie ich mein Depot in dieser Lage ausrichte und welche Investitionen ich plane, erfährst Du in diesem Beitrag.

Allgemeine Rahmenbedingungen

Zum Jahresende 2021 kam die Volatilität an die Märkte zurück. Mit dem Auftreten der Corona-Mutante „Omikron“ kehrte Covid-19 in die Köpfe der Börsianer zurück.

Weitere Mutationen sind so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Pandemie wird uns auch 2022 noch im Griff haben. Allerdings scheint mir die Wirtschaft mittlerweile robust genug, dass es keine größeren wirtschaftlichen Auswirkungen mehr haben wird.

Selbst ein kompletter Lockdown erscheint verkraftbar, wenn er denn konsequent und ohne große Ausnahmen durchgeführt wird, um die Infektionswellen zu brechen.

Abseits von der Pandemie gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass die Inflation doch nicht so übergangsweise ist, wie von den Notenbanken propagiert. Klar, Inflationsraten von 4-6% sind durch die Konjunkturprogramme, Lieferkettenengpässe und – in Deutschland – durch die zeitweise Mehrwertsteuersenkung begründet. Aber unabhängig davon stelle ich mich als Anleger auf eine länger anhaltende Inflationsrate von deutlich über 2% ein.

Und ich gehe auch davon aus, dass zumindest in den USA der erste Zinsschritt früher kommen wird als allgemein erwartet. Das wird vor allem für zinssensitive Technologieaktien eine Herausforderung.

Ich bevorzuge daher weiterhin Unternehmen mit einer gesunden Bilanz und einer hohen Preissetzungsmacht. Und suche nach nicht überzogenen Bewertungen, wenn ich eine Kauforder aufgebe.

Zinsniveau

2022 wird wohl das letzte Jahr mit einem niedrigen Zinsniveau in Europa sein. In den USA werden die ersten drei Zinsschritte der Fed fest erwartet. Die EZB wird dann wohl 2023 nachfolgen.

Für den Aktienmarkt ist das klassischerweise kein positives Szenario. Denn wenn Anleihen wieder attraktiver werden, dann schichten große Investoren ihre Depots um. Und insbesondere Wachstumstitel, die noch keinen Gewinn ausweisen, geraten unter Druck.

Allerdings geht das nicht von Heute auf Morgen. Denn noch ist das Zinsniveau historisch gesehen immer noch auf einem sehr niedrigen Stand. Und das wird sich selbst mit den ersten Zinsschritten noch nicht ändern.

Größere Umschichtungen erwarte ich deshalb frühestens 2023, eher noch ab 2024. Aber der Bullenmarkt wird nicht ewig andauern.

Meine Erwartungen für den Aktienmarkt

Ich erwarte für 2022 ein Börsenjahr, das differenziert sein wird. Ich sehe für Qualitätstitel weiterhin ein ordentliches Potenzial. Die breiten Indizes werden voraussichtlich aber nicht mehr so performen wie 2021. Hier sind einfach zu viele Titel enthalten, die sich inflations- oder zinssensitiv zeigen.

Insgesamt kann ich mir in 2022 eine Performance der großen Aktienmärkte von 3-8% Plus vorstellen.

Beim US-Dollar, der für europäische Anleger in US-Aktien wichtig ist, kalkuliere ich mit einem Niveau von 1,10-1,15. Er sollte seine Stärke aufgrund der Zinspolitik der Fed gegenüber dem Euro halten können.

Keine Alternative zu einem Investment in Aktien

Aufgrund der Rahmenbedingungen sind Aktien weiterhin ein Muss. Denn nur mit Sachwerten lassen sich positive Realrendite erzielen. Immobilien, Aktien und Private Equity werden auch in 2022 gefragt sein.

Meine langfristigen Ziele

Meine Geldanlage ist langfristig ausgerichtet. Und so habe ich auch – teilweise sehr – langfristige Ziele für mich definiert. Aktuell sehen sie so aus:

  • Meine Dividendenerträge werden 1.000 € netto im Monat erreichen.
  • Durch Stillhalterprämien werde ich 1.000 € brutto im Monat erlösen.
  • Ich werde den Gegenwert von 1 Bitcoin in Kryptowährungen besitzen.
  • Meine Immobilien werden schuldenfrei sein.
  • Ich habe Nachbesserungsrechte im Volumen von 1 Mio. €.
  • Als Business Angel bin ich an 10 Unternehmen beteiligt.

Manche dieser Ziele habe ich bisher noch nicht auf dem Divantis-Blog kommuniziert oder begründet. Teilweise sind sie auch ganz frisch. Ich werde sie aber selbstverständlich entsprechend vorstellen!

Meine aktuelle Depotaufteilung

Seit Januar 2021 habe ich begonnen, zwei Nebendepots zum Dividendendepot aufzubauen. Mit dem Anti-Depot investiere ich in aussichtsreiche Tech-Titel, die nach klassischen Maßstäben oftmals völlig überbewertet erscheinen. Und – als weiteres Merkmal – keine Dividende ausschütten. Außerdem sind im Anti-Depot Kryptowährungen enthalten, die ich mindestens 1 Jahr bis zur Steuerfreiheit der Kursgewinne halte.

Und mit dem Optionsdepot versuche ich durch Stillhaltergeschäfte weitere Erträge zu generieren. Zusätzlich fallen dort vereinzelt Dividendenerträge und realisierte Kursgewinne an.

Das prozentuale Verhältnis der drei Depots zueinander sieht zum Jahreswechsel 21/22 grob so aus:

Dividendendepot: 89%
Optionsdepot: 9%
Anti-Depot: 2%

Depotaufteilung für 2022

Bisher hatte ich meinen Fokus fast vollständig auf dem Dividendendepot und habe das Optionsdepot und das Anti-Depot mit zusätzlichen Mitteln aufgebaut. Im letzten halben Jahr habe ich schon in meinen monatlichen Zusammenfassungen eine Summe unter diese Depots gezogen und die Gesamtentwicklung berechnet. Denn was nützt es mir auf Dauer, wenn das eine Depot steigt, das andere aber mehr sinkt?

In 2022 will ich noch einen Schritt weitergehen und die Depots gedanklich miteinander verknüpfen. Verkaufe ich z.B. einen Dividendendepottitel, dann kann ich die Erlöse daraus auch im Anti-Depot reinvestieren. So soll sich am Gesamtinvest prinzipiell nichts ändern, ich aber mit der gewonnenen Flexibilität insgesamt ein höheres Vermögen aufbauen.

Im Ziel schwebt mir vor, dass das Dividendendepot dauerhaft einen Anteil von mindestens 75% ausmacht. Es ist der Kernbereich meiner Investments, ähnlich dem bekannten Core-Satellite-Ansatz. Drumherum bewegen sich dann die anderen Depots mit einer 10-10-5-Aufteilung.

Du fragst Dich jetzt, ob ich mich verzählt habe und da nicht ein Depot zuviel ist? Hier kommt die Auflösung:

Neben dem Dividendendepot, dem Optionsdepot und dem Anti-Depot werde ich in 2022 ein viertes Depot aufbauen. Es wird ein Depot sein, das für Sondersituationen bei Unternehmen gedacht ist. Das kann eine Übernahme oder ein angekündigtes Squeeze-Out sein. Damit will ich einerseits eine positive Rendite erzielen. Aber noch viel wichtiger ist mir ein anderer Aspekt: Beim Squeeze-Out entstehen Nachbesserungsrechte, die im Anschluss in einem gerichtlichen Spruchverfahren geltend gemacht werden. Und kommt es dann zur Anpassung des Unternehmenswertes und damit zur Nachbesserung erhalte ich eine verzinste Nachzahlung auf mein angedientes Volumen. Wie das alles genau funktioniert, stelle ich noch in einem eigenen Beitrag vor. So viel sei schon verraten: es ist dafür ein ganz langer Atem notwendig. Die Spruchverfahren dauern Jahre, 10 bis 15 sind keine Seltenheit. Dafür sind die Risiken nach Unten begrenzt und dieses Depot wird im Falle einer Börsenkorrektur deutlich besser als die drei anderen Depots abschneiden.

Mein Depotuniversum soll zum Ende des Jahres 2022 dann so aussehen:

Dividendendepot: 75%
Optionsdepot: 10%
Sondersituationendepot: 10%
Anti-Depot: 5%

Mein Dividendenziel 2022

2021 habe ich mein Dividendenziel von 10.000 € netto deutlich übertroffen. Haupttreiber waren jedoch eine Sonderausschüttung der Pennon Group und eine Quellensteuererstattung aus der Schweiz. Bereinigt um diese Ereignisse liege ich noch rund 5% über meinem Zielwert. Hier habe alle Dividenden analysiert.

Für 2022 möchte ich gerne erneut das Ziel erreichen und im besten Fall auch leicht übertreffen. Und da das Jahr 2022 für Dividendeninvestoren wie mich wieder besser werden sollte (viele Unternehmen kehren zu ihren früheren Dividendensteigerungen zurück), setze ich mir ein realistisches Ziel für die Netto-Dividendenerträge in 2022 von 11.000 €. Darin ist unterstellt, dass die Dividendenerträge durch Dividendenerhöhungen rund 3% wachsen. Einige Dividendenerhöhungen werden vermutlich über diesem Wert liegen, dafür werden andere Titel aber nicht erhöhen oder ihre Dividenden kürzen.

Schwer auszurechnen ist für mich der US-Dollar, bei dem ich deshalb im Durchschnitt gleichbleibende Wechselkurse unterstellt habe.

Meine Investitionsstrategie 2022

Nachdem ich mich zur Jahresmitte 2020 selbstständig gemacht habe, habe ich seitdem keine festen monatlichen Einkünfte mehr.

Trotzdem möchte ich auch in 2022 weiterhin regelmäßige Aktienkäufe durchführen. Ich werde die dafür nötigen Mittel aus den Dividendenerträgen selbst nehmen. Vorgesehen habe ich, dass ich mindestens 500 € pro Monat für Aktienkäufe im Dividendendepot zur Verfügung habe. Das entspricht 55% der geplanten Netto-Dividendenerträge. Die restlichen 45% möchte ich perspektivisch für Investitionen in meinen Nebendepots verwenden.

Insgesamt soll das aber nur eine Richtschnur sein. Ich werde mich nicht mehr strikt nur an die Reinvestition der Dividendenerträge halten, sondern Erträge aus den anderen Depots ebenfalls zum Investment nutzen. Und jeweils dort anlegen, wo ich die größten Chancen sehe.

Dabei will ich meinen oben genannten langfristigen Zielen (über 2022 hinaus) näher kommen.

Vermögensbildung durch Immobilientilgung

Wie ich in meinem Beitrag zur finanziellen Unabhängigkeit offen gelegt habe, habe ich neben dem Aktiendepot von rund 500.000 € u.a. noch mehrere Eigentumswohnungen. Ihre Verschuldung liegt zum Jahresanfang 2022 noch bei 557.857 € (Vorjahr: 580.861 €). Nach den feststehenden Tilgungsplänen werde ich innerhalb des Jahres weitere 21.232 € davon tilgen. Mehr als die Hälfte der Tilgung wird in meine Immobilie in Leipzig fließen.

Nachdem ich ein Darlehen kürzlich günstig refinanzieren konnte (der Zinssatz sank von 3,21% auf 0,57%), läuft die Zinsbindung meines nun höchstverzinsten Darlehens (2,24%) noch bis August 2025. Und da macht es unter Umständen Sinn, die Sondertilgungsoptionen zu nutzen. Ich kann bei diesem Darlehen jährlich 14.100 € zusätzlich tilgen und so meine Zinslast reduzieren.

Je nachdem, wie sich der Aktienmarkt im Jahr 2022 entwickelt, werde ich das in Betracht ziehen. Dann kann es sinnvoll sein, etwas Geld vom Tisch zu nehmen und mir die Zinsersparnis zu sichern.

Geplante Aktieninvestments

Der Schwerpunkt meiner Überlegungen wird weiterhin das Dividendendepot sein. Dort habe ich noch zahlreiche Positionen, die ich weiter ausbauen möchte und es stehen auch noch spannende Titel auf der Watchlist.

Meine Kaufpläne aus 2021 habe fast vollständig erfüllt. Offen ist lediglich noch der Ausbau meines Engagements in Japan.

Weiter aufstocken möchte ich in 2022 auch Lam Research, BB Biotech, L’Oréal und Defama.

Ich setze mir aber kein Ziel mehr zur Anzahl meiner Depotwerte. Ich habe gemerkt, dass ich nicht zwingend neue Titel suchen muss, wenn sich in meinem Depot bereits vielversprechende Nachkaufkandidaten befinden.

Klarer Fokus für Investitionen

Bei meinen Investments werde ich einen klaren Fokus auf die Trends der nächsten Jahre setzen:

Inflation

Die Inflation ist nicht nur vorübergehend. Zwar glaube ich nicht an dauerhafte Steigerungsraten wie in den letzten Monaten. Aber die 2%-Marke werden wir vermutlich für längere Zeit nicht mehr von unten sehen. Darauf muss ich mich auch als Investor einstellen. Deshalb werde ich mich bei Aktienkäufen stets fragen, welchen Einfluss eine hohe Inflation auf das Geschäftsmodell hat und ob das Unternehmen davon womöglich sogar profitieren kann. Außerdem habe ich begonnen, in meinem Optionsdepot Positionen von Goldminenbetreibern und Kryptoschürfern aufzubauen. Beide Bereiche sollten von einer Inflation direkt profitieren. Sie werden zu einem festen Bestandteil meines Depots.

Klimawandel

Der Klimawandel ist unumgänglich und seine Abmilderung wird uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte fordern. Ich möchte den Anteil meiner Aktien, die einen direkten positiven Einfluss auf das Klima haben, weiter erhöhen. Außerdem werde ich weiter fragen, inwiefern mein jeweiliges Investment vom Klimawandel profitiert oder sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann.

Crowdinvestments als weitere Beimischung

In 2021 habe ich meine Investitionen in Crowdinvestments weiter ausgebaut und inzwischen mehr als 5.000 € darin angelegt. Hier hatte ich darüber ausführlich berichtet. In 2022 stehen nun die ersten Fälligkeiten an. Ich möchte die Fälligkeiten gerne wieder anlegen und bei aussichtsreichen neuen Projekten auch weiter investieren. Die beiden Trends Inflation und Klimawandel gelten auch natürlich hier.

Meine Favoriten bleiben deshalb Engel & Völkers Digital Invest *, Bergfürst * und ecoligo.investments.

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Business Angel-Investments

Seit einiger Zeit besuche ich regelmäßig Pitching-Veranstaltungen für Business Angels. Dort treffen Investoren auf Start-Ups in der ersten Phase ihres Bestehens. Die Idee dahinter ist ein Investment ohne operativen Einfluss, das mit dem persönlichen Netzwerk und der langjährigen Erfahrung unterstützt wird. Bisher ist es für mich noch zu keinem Investment gekommen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es in 2022 einmal klappen könnte. Die Investitionsmittel dafür würde ich dann aus meinem Aktiendepot nehmen. Perspektivisch möchte in den nächsten Jahren 5-10 Angel-Investments eingehen.

Ziel für die Depotperformance

Wie auch schon in den letzten Jahren setze ich mir kein Ziel für die Gesamtperformance meines Depots. Durch die Zusammenfassung meiner Depots möchte ich insgesamt eine positive Rendite erzielen. Um das zu unterstützen, werde ich mich auch mit Absicherungsstrategien beschäftigen und voraussichtlich im Optionsdepot einen Airbag aufsetzen, der mein Gesamtdepot vor einer großen Korrektur schützen soll.

Ich bleibe aber die langfristigen Chancen nicht aus den Augen verlieren und auch weiter in aussichtsreiche Aktien investieren, die meine Dividendenerträge steigern.

Zum Jahreswechsel beträgt der Gesamtwert von Dividendendepot, Optionsdepot und Anti-Depot rund 540.000 €. Entwickeln sie sich mit dem Markt und entsprechend meiner Prognose, dann würde der Wert zum Jahresende zwischen 556.000 € und 583.000 € liegen. Durch das neu geplante Sondersituationen-Depot, das sehr defensiv und langfristig ausgerichtet ist, wird die Gesamt-Performance in 2022 bewusst gehemmt.

Ich bin gespannt, ob meine Prognosen zutreffen oder ich am Jahresende ganz woanders lande. Ich setze mir das aber bewusst nicht als naheliegende Ziel, die 600.000 €-Marke zu knacken. Denn ich möchte die Freiheit haben, auch kurzfristig riskante Positionen einzugehen, denen ich langfristig ein überdurchschnittliches Potenzial zuschreibe. Das geht in der Regel mit erhöhter Volatilität einher und ist dann für eine zielgenaue Performance nachteilig. Und genauso möchte ich eben auch zunächst auf Performance verzichten können, um dann in 5 oder 10 Jahren einen richtigen Booster zu haben.

Zusammenfassung und Reporting

Über die Entwicklung meiner Prognosen und meiner Investitionen werde ich monatlich im Rahmen meiner Monatszusammenfassung berichten (Erscheinungstermin jeweils am Monatsanfang!).

Ich freue mich darauf, wenn Du mich weiterhin auf meinem Weg begleitest.

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25 Gedanken zu „Die Divantis-Anlagestrategie für 2022“

  1. Hallo Ben,

    alles Gute und viel Gesundheit für 2022 und danke für Deinen Jahresrückblick, sowie für diese wohldurchdachte Prognose hier!

    Ich lese weiterhin still, aber mit hohem Interesse mit auf Deinem Blog hier.

    Spannend wird IMO für die kommenden Jahre u.a., wohin sich die Schwellenländer markttechnisch entwickeln werden und auch, wie es mit Russland weitergeht.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei allem, was Du Dir vorgenommen hast und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen
    Trillion

  2. Hi Ben,

    viel Erfolg für deine Ziele 2022…klingt mega spannend alles und auch hoch interessant.
    Darf ich fragen, wie du zu den Pitch-Treffen bei Start ups gekommen bist und ob das für jeden möglich ist bzw. welche Voraussetzungen dafür notwendig sind?

    Viele Grüße und noch ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2022,
    Chris

  3. Hallo Ben,

    danke für deinen Block und die viele Arbeit, die du darein investierst.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Umsetzung deiner Ziele!

    Wie schätzt du eigentlich die Folgen einer möglichen Evergrande Pleite für die Weltwirtschaft und entsprechend für den Aktienmarkt ein?

    VG Läufer

      1. Das Evergrande problem werden die chinesen still und heimlich lösen, indem die regierung die druckerpresse anschmeisst und nachts heimlich geld druckt. Viel geld !
        Und die meisten notleidenden immo firmen werden fuer ein spfel und 2 eier zunaechst mal verstaatlicht werden, zusammengestutzt , aufgesplittet, und dann an andere gut funktionierenden Firmen zwangsverrteilt werden, die sich dann um die Sanierung kuemmern muessen. Zwangsweise !

        die gesammte immo branche in china macht etwa 25% des BSP aus. Das wrd jetz erstmal radikal gestutzt auf die haelfte.hochhäuser von Evergrande muessen innerhalb von 10 tagen gesprengt werden !!! Das was dann noch uebrigbleibt, wird mit heimlichem, neu gepressten geld unterstuetzt.So kann man sich vorstellen, wieviel geld da heimlich gedruckt werden wird. Das erzeugt dann eine chinesische inflation, die sich gewaschen hat. Und diese Inflation wird in die weite welt hinaus exportiert werden

      2. Hallo Läufer,

        ich bin nicht der Meinung von Manfred. Zumindest nicht, dass deswegen eine große Inflation weltweit darauf zurückzuführen ist oder die chinesische Zentralbank deswegen so viel Geld druckt.

        Evergrande hat nur ca 20 Milliarden Dollar-Schulden (falls die Bücher stimmen). Die China-internen Schulden (300 Milliarden) sind für die Weltbörsen weniger interessant (außer für internationale Beteiligungen), das wird China-intern geregelt und hat hauptsächlich Auswirkungen auf den Binnenmarkt. Wie die chinesische Zentralbank und KP reagiert, kann ich nicht einschätzen. Es sollen von der Regierung beauftragte Controller in die Firma gesandt worden sein. Die KP wird nicht auf Teufel komm raus Evergrande retten. Was genau die KP macht, wird aber viel unter der Decke erfolgen. Unsichtbar für uns. Nicht vergessen es sind noch weitere Immobilienfirmen in China ausfallgefährdet. Vielleicht wird ein Exempel statuiert. Die Aktiva verstaatlichen oder unter staatliche Kontrolle und dann die Pleite.

        Jede große Firmenpleite hat Auswirkungen auf die Kurse weltweit. Aber es wird nach meiner Einschätzung keine neue Finanzkrise wie 2008, denn toxische Papiere wurden sicher nicht von Evergrande weltweit weiterverkauft, die Beteiligungsstruktur von Evergrande ist mir nicht bekannt (chinesische Aktien! sind intransparent, Nachrichten kommen nur wenige). 2008 wurden die faulen Papiere weltweit weiterverkauft und europäische Banken griffen im großen Umfang zu.
        Chinesische Bank und Versicherungsaktien halte ich derzeit aber für sehr risikobehaftet. Finanzwerte werden weltweit betroffen sein. Aber sicherlich deutlich weniger.

        Grund für die Einschätzung: Evergrande ist bereits seit 4 Monaten in der Presse, die Finanzwerte (BlackRock, Partner Group, T.Rowe Price, etc) weltweit schwächeln seit dem (ca. Oktober der erste Einbruch, Dezember dann der Zweite), andere Aktien zeigten unbeeindruckt im Okt/Nov/Dez nach Norden. Ich sehe derzeit keinen Grund bei 20 Milliarden internationale Finanztitel (s.o.) zu verkaufen.
        Das ist keine Kauf-, Verkauf- oder Halteempfehlung!

        Der BörsenHai

          1. Hallo Manfred,

            da hast Du etwas missverstanden, was ich toxische Papiere nannte. Ich meinte nicht die Evergrande-Aktien selbst.

            Bei der Finanz-Krise ging es darum, dass große amerikanische Finanzinstitute gebündelte Finanzobjekte an andere Finanzinstitute verkauft haben. Sie zeigten die „guten“ Positionen aber legten nicht offen – hätte ich auch nicht, ich Egoist ;) – dass ein erheblicher Anteil der Pakete mit Papieren gefüllt wurden, die nicht gedeckt waren. Die nichtgedeckten wertlose Papiere, gesagt wurde aber es sind Bankforderungen an Hausbesitzer in den USA. Es führt aber zu weit, die Details ausführlich darzulegen, deswegen ein Beispiel:

            Ich verkaufe Dir eine Kiste (5 kg) Orangen und die faulen 2 kg Orangen liegen unten in der Kiste. Ober, frische duftende Orangen, die wunderbaren Orangensaft versprechen. Die Kiste für nur 10 EUR, bei einem Marktpreis von 1,70 EUR pro Kilo. (Leider kannst du halt 2 kg nicht nutzen, aber das weißt Du nicht, weil Du Sie nicht siehst.)
            Und damals zur Finanzkrise wurden eben 100 kg Kisten verkauft mit Gammelfleisch, Fisch, Geflügel, Salat, Nüssen, Orangen, Handtüchern, etc. pp, und ewig weiterverschoben – von Bank zu Bank. Bis jemand die Forderungen einlösen wollte und erkennen musste, die Papiere sind nicht gedeckt. Das erinnert ein wenig an die Schneider-Forderungen einer großen deutschen Bank, die – um Ihr Ausfallrisiko zu reduzieren – anderen Banken Forderungen abtrat und sagte, die sind viel Wert, da steht ein Milliadär dahinter. Oder würden wir sonst dort investieren? Das Ende ist bekannt.

            Beste Grüße
            BörsenHai

      3. Lieber Läufer,
        ich möchte gerne die Zeilen von Manfred (wirkten etwas zugespitzt/satirisch auf mich…-;) und Börsenhai ergänzen…
        Auch ich vermute, dass die Auswirkungen der Pleite von Evergrande, die wir zu erwarten haben, wegen der Entkopplung zu Westbörsen eher niedrig sein wird.
        Zwei Papierarten dürften aber – aus psychologischer Sicht – darunter leiden:
        – Aktien des gleichen Landes (hier: China), sprich: Eine Ping An, Tencent, Alibaba, Meituan etc. sowie
        – Aktien in der gleichen Branche wie Evergrande, sprich: US-REITs, Hamborner REIT, Vonovia, etc.
        Logisch mag das nicht sein, aber was ist an der Börse schon immer gut nachvollziehbar? Wohl nur wenig…
        Ich würde dann übrigens – wenn es so kommt – meine Vonovia-Position aufstocken…;-)

        Übrigens finde ich diverse Aktivitäten der KP in Richtung Börsenunternehmen sowohl nachvollziehbar als auch in Teilen lobenswert. Es bedarf einer gewissen Regulierung in dem Bereich. Im Westen hat es ja ewig gedauert bis wir an den Punkt kamen, dass Firmen wie Apple mal mehr als 0,1% Unternehmenssteuern zahlen. Das kann für eine Gesellschaft, die einen Großteil des Gemeinwohls aus Steuern finanziert auch nicht gut sein.

        Hier noch zwei youtube-Kanäle, die ich sehr empfehlen kann, da mir die Produzenten seriös erscheinen:
        – China Aktien insider (spricht gebrochen deutsch und hat den großen Nutzen für uns, dass er mitunter chinesische Artikel für uns eindeutscht)
        – Zukunfts-Märkte (er betrachtet eher Asien/EmergingMarkets und vloggt schon sehr lange, auch guter Typ!).

        1. Ach ja,Mathias, noch was :
          Ich schaetze eher, dass die chinesische Boerse von der evergrande kriese PROFITIEREN wird. Aus den selben Gruenden, weshalb die westlichen boersen von der chovid krise profitiert haben, wegen des Geld druckens. ( Von diesem chinesischen Gelddrucken bin ich felsenfest überzeugt, auch wenn ich hier anscheinend mit meiner meinung alleine auf weiter flur stehe.)

          Ach ja, noch was : die 20 mrd usd sind kein allzugrosses problem. Das big problem ist china intern, und strahlt dann von innen heraus aus

  4. Hallo Läufer,

    im großen und ganzen kann ich mich dem Beitrag vom BörsenHai anschließen.

    Ich war bis vor 6 Jahren für einen Kunden von mir, einem Zulieferer der Bauindustrie, beratend in China unterwegs. Mit meinem Wissen ist Entwicklung vorhersehbar gewesen. Ich investiere nicht in China, habe dies hier mehrmals kundgetan.

    In China muss der Kunde vor Baubeginn die Wohnung/Haus bezahlen. Es ist im Interesse der KP dafür zu sorgen, dass diese Menschen nicht vor dem Ruin stehen. Die Anzahl der Betroffenen ist nicht unerheblich.

    Die KP lässt wohl nachforschen, wo die Gelder geblieben sind, und wohin sie geflossen sind.

    Dann werden Köpfe rollen, in echt.

    Über die Anzahl der Geschädigten gibt es keine genaue Zahlen. Je nach Schaden hat meiner Meinung auch der Konsumgüterbereich zu leiden, hauptsächlich chinesische Hersteller.

    Der Einfluss auf die Weltwirtschaft ist meiner Meinung nach gering.

    Viele Grüße

    Peter

    1. Hallo Peter,

      Durch exempel statuieren und koepfe rollen wird das problem nicht geloest. Oberflaechlich gesehen muessen erst mal 300 mrd “ verarbeitet“ werden. Hinzu kommen dann noch all die anderen (bau-) firmen, die da dran hängen u mit in den abgrund gerissen werden. Und wie du sagst, wird sich die regierung auch um die vorrausgezahlten bauinvestitionen kuemmern muessen. Dieses geld ist de fakto weg, verschwunden, fehlinvestiert, bei zulieferern gelandet, die jetzt auch bankrott sind. Von den banken, die da dran haengen, ganz zu schweigen. Woher soll denn all das geld fuer die reparationen kommen ? Die chin regierung hat sicher aus der japankriese vor 30 jahren gelernt, die damals sogar noch einen restriktiven geldkurs gefahren haben. Denen bleibt doch gar nichts anderes uebrig als geld zu drucken . . . Nur aus so typisch asiatischen gepflogenheiten wie „showing face“ wird das bestimmt nicht an die grosse glocke gehaengt. Und wenn der (konsum-) markt mit geld ueberflutet wird, werden all die bisher noch billigen chinesischen Waren im preis natuerlich steigen. all diese billigen waren, die bisher zb von alibaba hier ueber ganz asien verschickt wurden, wird wird rs bald nicht mehr viel geben. Das wir alles teurer werden. Die billigen chinesischen zeiten, von denen hier all die asiatischen satellitenstaaten profitiert haben, werden bald geschichte sein

      Gruss, Manfred

      1. Hallo Manfred,

        das Köpfe-Rollen erfolgt zum Schluss. Das Geld ist nicht weg und verschwunden, sondern es ist nicht da, wo es sein sollte. In China gibt es auch sehr viele offene Hände, wie anderswo auch. Es werden wohl auch erhebliche Summen sich im Ausland befinden, die beiseite geschafft wurden. Mehr möchte ich hierzu auch nicht sagen.

        Viele Grüße

        Peter

    1. Hallo Manfred,
      da habe ich noch welche – sind aber alter Bestand bei ner Bank…..
      Jetzt wollte ich über einen Brocker an der NYSE über einen Nachkauf nachdenken, geht aber nicht :-)
      Bist Du auf dem Laufenden, welcher Broker das aktuell anbietet?
      Danke Carsten

      1. Sorry, nein, weiss ich nicht.
        Ich bin da nur so ueber diesen funds (?) gestolpert. Ich wuerde an deiner stelle vielleicht mal bei Icahn Lep enterprises direkt nachfragen.

        Wie sind denn deine erfahrungen mit diesem papier ?

  5. Hallo Ben,
    dir ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
    Wow – das ist mal ein detaillierter Ausblick, Man merkt deutlich, dass du schon lange am Aktienmarkt tätig bist, denn deine Einschätzungen sind fundiert und weit entfernt von den teils extremen Aussagen mancher „Börsenexperten“.
    Ich sehe es ähnlich wie du, die große Rallye ist vorbei und wir haben uns mit einigen Sondereffekten zu beschäftigen (Corona, Inflation, Leitzinserhöhung, Lieferkette, Immobilien China). Daraus folgere ich auch, dass unprofitable und derzeit (massiv über-)bewertete Unternehmen die Verlierer sein können – dazu zähle ich auch Tesla. Dann fällt mir noch das Thema Besteuerung für Großunternehmen (z.B. Amazon) ein – hier dürfte sich der Kurs nach Beschluss aus der Politik (EU/USA) ebenfalls nach unten anpassen, da der (unfaire) Wettbewerbsvorteil wegfallen dürfte. Ob das aber schon 2022 passiert, ist fraglich.
    Ein Wirtschaftswachstum von 3 – 8 % sehe ich nur dann, wenn China stabil bleibt.
    Den €/$-Kurs kann ich auch schwer einschätzen. Ich gehe daher auch von einem Mittelwert von 1,15 aus.

    Die ganzen Anzeichen könnten für uns Dividendeninvestoren sehr interessant werden, da es vermutlich Marktphasen mit guten Kaufgelegenheiten geben wird. Jetzt heißt es, etwas Liquidität zu halten/aufzubauen, um in so einem Fall agieren zu können.

    Dir weiterhin viel Erfolg beim Investieren
    &
    Viele Grüße,
    MrTott (Chris)

  6. Guten Morgen

    Wie sehen eigentlich die Microsoft Aktionäre hier, die doch relativ teure Übernahme von Activsion? Ist das ein guter Deal, oder zu teuer?

    1. Hallo Claudio,

      strategisch finde ich die Übernahme sehr gut. Der Gaming-Bereich ist eine hervorragende Ergänzung zur Xbox. Und sollte dieses ominöse Metaverse wirklich die Zukunft sein, dann wäre da Microsoft auch noch besser aufgestellt. Ich würde allerdings das Management von Activision Blizzard schleunigst austauschen. Das Unternehmensklima scheint dort katastrophal zu sein.
      Ich bin allerdings gespannt, ob die Kartellbehörden den Deal überhaupt zulassen.

      Viele Grüße Ben

  7. Hallo Ben
    Ich bin neu hier. Ich bin in meinem ersten Jahr, an welchen ich mich für Aktienkäufe entschieden habe.
    Da ich mich in den letzten Monaten sehr viel mit Anschaffung von welchen Aktien befasst habe, erstaunt es mich, dass es im Internet eine Person wie Dich gibt, seine Erfahrungen ohne Entgelte zu teilen. Bisher habe ich nur mehr und weniger teure Anbieter von Börsenbriefen gefunden.
    Aus diesem Grund schon einmal ein grosses Dankeschön an Dich!
    Gleichzeitig habe ich natürlich auch eine Frage an Dich. In Deinem Depot finde ich die Aktie der FA Otis (A2P1UZ, US68902V1070) nicht. Hat dies einen besonderen Grund.
    Diese Frage stelle ich Dir natürlich rein Interessehalber, da ich für diese Firma bereits jahrelang arbeite und da eigentlich künftig auch immer welche nachkaufen möchte.
    Wenn Du einige Info zur Firma haben möchtest? Meine Mail ist Dir ja bekannt.

    Gruss Beat

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