Was Dich hier erwartet:
Im letzten Sommer habe ich ein Experiment gestartet und erstmals einen ETF-Sparplan angelegt. Mit einer kleinen Summe sollte er ein realer Test sein und zum Jahreswechsel wollte ich dann seine Performance bewerten und mich entscheiden, wie es weitergeht. Die Einzahlungen erhöhen oder das Experiment beenden – die Antwort darauf steht nun fest.
Warum sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann und Dich meine Entscheidung vielleicht überrascht, erfährst Du in diesem Beitrag.
Der ETF-Sparplan
Im Juni 2020 legte ich bei Trade Republic einen ETF-Sparplan auf den Nasdaq-100-Index mit meiner monatlichen Sparrate von 25 € an. Alle Infos dazu kannst Du in diesem ursprünglichen Beitrag nachlesen.
Die Sparplanausführungen
Der Sparplan wurde von Juni bis Dezember sieben Mal ausgeführt. Der Kauf war jeweils gebührenfrei. Insgesamt investierte ich 174,95 €. Die meisten Raten wurden nämlich aufgrund von Rundungsdifferenzen mit 24,99 € abgerechnet. Der Kurs stieg während der sieben Monate (abgesehen vom November) kontinuierlich an, so dass die erworbene Stückzahl mit jeder Sparplanausführung kleiner wurde:
| Monat | Ausführungskurs | Stückzahl |
|---|---|---|
| Juni | 86,26 | 0,2898 |
| Juli | 90,05 | 0,2775 |
| August | 92,28 | 0,2708 |
| September | 94,12 | 0,2656 |
| Oktober | 99,84 | 0,2503 |
| November | 98,77 | 0,253 |
| Dezember | 100,48 | 0,2487 |
Im Dezember gab es dann sogar noch eine kleine Ausschüttung in Höhe von insgesamt 0,06 € netto für meinen Gesamtbestand.
Meine gesammelte Erfahrung
So ein Sparplan ist tatsächlich sehr einfach. Die Anlage bei Trade Republic ist ein Kinderspiel und die Ausführung funktioniert auch sehr zuverlässig. Positiv empfand ich den Ausführungszeitpunkt: der Sparplan wurde am jeweils am 16. eines Monats am Nachmittag nach Öffnung der Börse in den USA ausgeführt. Dadurch ist der Spread des ETFs geringer und der Ausführungskurs fair. Und es wurden wirklich keine Kaufgebühren erhoben!
Was mir fehlte – aber das ist ja genau auch der Sinn eines ETF-Sparplanes – war die fehlende Einflussmöglichkeit. Ich hätte den Sparplan manchmal gerne einige Tage früher ausgeführt. Ich hatte da den Gedanken: „Heute wäre ein guter Tag, um nachzukaufen – schade, dass noch nicht der 16. ist.“ Ich weiß natürlich, dass das genau nicht passieren soll. Sondern die kontinuierliche Sparplanausführung für langfristig geglättete Durchschnittskaufkurse sinnvoll ist.
Ich habe aber gemerkt, dass ich einfach nicht der Sparplan-Typ bin. Wahrscheinlich beobachte ich die Börse dafür zu intensiv. Ich brauche kein passives Sparplanelement in meiner Vermögensallokation.
Vielleicht ist das bei einer Einzelaktie anders, da kann ein Sparplan auch für mich Sinn machen, wenn der Kurswert sehr hoch ist (ich denke da z.B. an eine Amazon oder Alphabet). Aber zu einem Index finde ich einfach keine Beziehung.
Warum ich generell lieber in Einzelaktien als in ETFs investiere, habe ich hier ausführlich beschrieben.
Meine Entscheidung
Der Sparplan hat mich daher nicht überzeugt und ich habe die weitere Ausführung gestoppt. Die bisher angesparte Postion habe ich verkauft. Beim Verkauf hat Trade Republic dann auch nur 1 € Gebühren berechnet. Hinzu kam dann noch ein Steuerabzug. Insgesamt habe ich mit dem Sparplan 10,38 € Gewinn gemacht. Portfolio Performance hat mir daraus eine Rendite von 15,73% errechnet. Für ein Experiment nicht schlecht, aber für mich auch kein Grund, den Sparplan fortzuführen.
Der Verkauf einer Sparplanposition funktioniert in 2 Schritten: Man gibt die gerade Stückzahl in der Ordermaske ein (bei mir „1“), dieser Verkauf wird dann auch sofort ausgeführt und abgerechnet. Die Bruchstücke (also alles nach dem Komma) werden dann – ohne weitere Orderaufgabe – separat verkauft und ein paar Tage später abgerechnet. Die Verkaufsgebühr von 1 € wird nur einmal erhoben.
Die Dokumentation
Nun noch in Screenshots die Dokumentation meiner Sparplantransaktionen:



Ausblick
Als ich den Sparplan angelegt habe, war mir bewusst, dass mein Technologieanteil im Depot zu klein war. Deshalb wählte ich den Nasdaq-100 als Technolgieindex aus. Mittlerweile habe ich aber ohnehin schon weitere Technologiewerte in mein Dividendepot gekauft. Im Juli kam Texas Instruments dazu, im August Cisco Systems und dann im September Lam Research. Und nun im Januar habe ich dann mit Adobe, Fiverr und Dropbox gleich drei Technologietitel in das neue Anti-Depot gelegt.
Auch das ist ein Grund, warum ich nicht weiter in den Nasdaq-100 als Index investieren möchte. Ich habe nun einige Einzeltitel gefunden, die ebenfalls gut performen und deren Positionierung im Dividendendepot ich in diesem Jahr auch noch ausbauen will.


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