Das war ein guter Griff – und jetzt?

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So langsam füllt sich die Liste der Aktien, die ich in 2022 nachkaufen möchte. Allein im Januar will ich bisher bei der Hälfte meiner Aktien, die schon Dividende gezahlt haben, noch einmal nachlegen.

Auch die heutige Aktie steht auf meiner Watchlist. Aber nach einer Performance von 39,3% im letzten Jahr fällt es mir schwer, direkt zum Kaufen zu schreiten.

In diesem Beitrag analysiere ich deshalb die letzten Quartalsergebnisse und schaue auf die Prognose. Ob sich aus meiner Sicht jetzt noch ein Einstieg oder Nachkauf lohnt, erfährst Du in diesem Beitrag.

Bisher sehr positiv sind meine bisherigen Erfahrungen mit dem kanadischen Telekommunikationsunternehmen BCE. Hier habe ich es ausführlich vorgestellt.

Am Chart siehst Du, dass ich offenbar zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen bin und die Aktie mittlerweile das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht hat:

BCE 5-Jahres-Chart
BCE-Aktie im 5-Jahres-Chart (in CAD)

Dividendenzahlung

BCE zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,875 CAD je Aktie. Für meine 35 Aktien beträgt die Brutto-Dividende 30,625 CAD. Die Umrechnung in Euro erfolgte durch maxblue zum Kurs von 1,4292. Entspannung auch bei der Quellensteuer: maxblue hat erneut lediglich 15% Quellensteuer berechnet und sie vollständig auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Nach dem Steuerabzug verbleibt somit eine Netto-Dividende von 15,96 €. Die Dividende wird mit Wertstellung 19.01.2022 überwiesen.

Dividendengutschrift BCE im Januar 2022

Perspektive

Mit der Performance von 39,3% Plus im letzten Jahr gehörte die BCE-Aktie zum besten Fünftel meines Dividendendepots. Und das ohne spektakuläre Meldungen oder konjunkturelle Highlights. Es war eine stetige Entwicklung zurück auf das Kursniveau, das die Aktie vor Corona (und damit vor meinem Einstieg) hatte.

Der Kursanstieg hat natürlich negative Auswirkungen auf die Dividendenrendite. Bei meinem letzten Nachkauf im Februar 2021 lag sie noch bei 6,3%. Aktuell ist sie einen kompletten Prozentpunkt niedriger. Damit ist sie natürlich immer noch hoch, aber eben nicht mehr so herausragend.

Trotzdem habe ich die Aktie für einen weiteren Nachkauf vorgesehen. Und das aus den folgenden Gründen:

  • krisensicheres Geschäftsmodell mit wenig Wettbewerb
  • Inflationsrobustheit durch gewisse Preissetzungsmacht
  • Diversifizierung in den kanadischen Dollar
  • weiterer Ausbau der immer noch kleinen Depotposition

Die letzten Quartalszahlen sind bei BCE in der Regel unaufgeregt. Im 3. Quartal des letzten Jahres stieg der Umsatz um 0,8%. Das ist wirklich nicht viel, aber sicherlich der Größe und Marktabdeckung geschuldet. Aber BCE erzielte aus diesem Umsatz eine operative Marge von 43,8% – ein Plus von 1,4 Prozentpunkten. Folglich legte das adjustierte EBITDA um 4,2% zu. Der Gewinn je Aktie stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,8%. Insgesamt wurden nun in den 3 Quartalen 2,43 CAD Gewinn erwirtschaftet. Zum Jahresende könnten es demnach 3,24 CAD sein.

Bei einem aktuellen Kurs von 66,79 CAD ergibt das ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,6. Das ist für ein solches Schwergewicht nicht günstig! Allerdings sollte nun spätestens bei der Verkündung der Jahresergebnisse am 3. Februar auf die Gewinnerwartungen für 2022 umgestellt werden. Wird die Wachstumsprognose von 1-6% auf das neue Jahr fortgeschrieben? Das KGV würde dann auf leicht unter 20 sinken.

Das ist optisch zwar günstiger, aber meines Erachtens immer noch teuer. Ich sehe deshalb keine Eile bei meinem Nachkauf. Das Jahr 2022 ist noch lang und es gibt sicherlich deutlich günstiger bewertete Aktien.

Ein guter Bewertungsindikator ist für mich in diesem Fall die Dividendenrendite. Steigt sie wieder in die 6%-Region, dann ist der Aktienkurs wieder auf einem attraktiven Niveau. BCE bleibt damit auf meiner Watchlist, steht aber aktuell auf diesem Kursniveau nicht zum Nachkauf an.

Auf einen Blick:

Unternehmen:BCE Inc.
ISIN:CA05534B7604
Im Divantis-Depot seit:27.07.2020
Letzter Nachkauf am:03.02.2021
Stückzahl im Divantis-Depot:35
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:35,59 €
Gesamtkaufpreis:1.245,70 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:113,08 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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7 Gedanken zu „Das war ein guter Griff – und jetzt?“

  1. Hallo Ben,

    ich habe bisher einen großen Bogen um kanadische Aktien gemacht, gerade wegen der Besteuerung. Handhabt die Anrechnung der Quellensteuer jede Bank anders? Ich bin es schon Leid, Anträge auf die Verrechnung stellen zu müssen.

    Gruß Michael

    1. Es gibt auch Kanadier mit US-Konstrukt.
      Ich habe z.B. die Brookfield Renewable Partners mit ISIN BMG162581083 im Depot (WKN A1JQFZ).
      Die Dividende wird dort lediglich mit ca 26% besteuert (so wie US-Aktien).
      Andere Kanada-Aktien (wie Brookfield Infrastructure, die ich halte oder Bank of Nova Scotia, die ich mal hielt) erhalten bei mir einen Abzug von circa 35% (wie übliche Kanadaaktien).
      Die Brookfield Renewable Corp (ISIN CA11284V1058 bzw. WKN A2P90A) wird meines Wissens auch mit 35% besteuert.

      1. Mit der Aussage über Brookfield Renewable Partners (BEP) wäre ich sehr vorsichtig, denn diese ist schlichtweg falsch.

        BEP ist eine Firma mit Sitz auf den Bermudas, wird aber nach kanadischem Recht besteuert. Das Problem ist das BEP garkeine Corporation ist (deswegen auch die Neugründung der BEPC) sondern eine börsennotierte Limited Partnership. Eine LP ist vergleichbar mit einer Kommanditgesellschaft und sorgt in Deutschland steuertechnisch für einige Probleme, sowohl bei der Dividende als auch beim Verkauf. Die Dividende besteht meisten noch aus Kapitalrückflüssen und Dividenden. Die Dividenden werden mit 25% Quellensteuer versehen, wovon 0% angerechnet werden. Bei einem Verkauf werden garkeine Steuern einbehalten, da es mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern ist. Ich kann nur von kanadischen oder amerikanischen LPs abraten.

        1. Lieber Dave, ich bin da leider nicht so bewandert wie du.
          BEP hatte tatsächlich 2020/21 die Besonderheit, dass es über deutsche Broker schwer zu kaufen/verkaufen war.
          Nun mit der Gründung von BEPC hat sich das wieder geändert.
          Ich beziehe sie über die onvista Bank.
          Angesichts der Größe und Etabliertheit des Unternehmens (auch wenn einige Kennzahlen nicht so überzeugen), des Themas (erneuerbare Energien) und der guten und zuverlässig ausgezahlten Dividende bleibe ich weiterhin investiert.

    2. @Michael

      Mit kanadischen Aktien kann ich maxblue empfehlen. Dort wird die Dividende vorab ermässigt.
      Bei kanadischen Papieren müsste man nämlich für jede einzelne Zahlung einen Antrag stellen, was sich auch bei größeren Positionen nicht rechnet. Eine Zusammenfassung für ein Jahr ist – nach meinem Wissen – nicht möglich.

      BörsenHai

  2. Wundert mich, dass hier niemand direkt was zu bce schreibt.

    Es koennte brenzlig werden (?) :
    Ums 23.4 -> 23.3 mrd in 4 y
    Net Inc: 2.9 -> 3.1 mrd cad i in 4y
    opCF : 7.3-> 7.9 mrd
    FCF 3.3->3.4-> 2.6 mtd
    Ausgezahlte Div : 2.8–> 3.1 mrd.

    Bis letztes jahr war eigentlich alles im gruenen bereich.
    Aber :
    Der Fcf ist wegen erhoehter CapEx (langfristige investitionen) letztes Jahr von 3.4 auf 2.6 mrd gefallen. Vermutlich wegen 5g. Sondersituation? Hoehere Xg warten schon ! Und elom musk mit seinen inzwischen 2000 Satelitten seines 5G SpaceLink programms auch !

  3. Habe heute meine Dividendenabrechnung bekommen von Novo Quellensteuer 25 % nix mit 35
    SIN (WKN) CA0641491075 (850388)
    Wertpapierbezeichnung Bank of Nova Scotia, The
    Registered Shares o.N.
    Nominale 20,00 Stück
    Zins-/Dividendensatz 1,00 CAD
    Ex-Tag 31.12.2021
    Zahltag 27.01.2022
    Brutto CAD 20,00
    QuSt 25,00 % (EUR 3,50) CAD 5,00
    Zwischensumme CAD 15,00
    Umg. z. Dev.-Kurs (1,428563) EUR 10,50
    Gesamtbetrag zu Ihren Gunsten EUR 10,50

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