Wenn Corona besiegt ist, startet diese Aktie durch

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Vor einem halben Jahr wollte ich noch aus der Aktie aussteigen – im Nachhinein wäre das eine gute Gelegenheit gewesen. Denn von ihrem Hoch ist sie aktuell 20% entfernt. Ich habe mich damals aber umentschieden und mich auf die langfristige Story des Unternehmens konzentriert.

Und genau diese Aussichten sollten aktuell eine gute Einstiegs- oder Nachkaufgelegenheit bieten.

Ob ich sie nutze und nun zugreife und wann es mit dem Aktienkurs wieder aufwärts gehen könnte, erfährst Du – neben der Dividendenabrechnung – in diesem Beitrag.

Medtronic ist die Nr. 1 bei Herzschrittmachern, hat aber auch noch viel mehr zu bieten hat. Die Aktie habe ich hier ausführlich vorgestellt. Leider hat das US-Unternehmen seinen steuerlichen Sitz in Irland und das ist für deutsche Anleger nachteilig. Denn die Quellensteuer wird nicht auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet!

Das Hoch von 135,89 US$ hatte die Aktie im September letzten Jahres. Seitdem ging es bis auf 99 US$ abwärts. Zuletzt hat sich die Aktie wieder etwas stabilisiert:

Medtronic 5-Jahres-Chart
Medtronic 5-Jahres-Chart (in US-Dollar)

Dividende

Medtronic zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,63 US$ je Aktie. Für die 100 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 63 US$. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 1,1455 in Euro umgerechnet und nach Abzug und Nichtanrechnung der irischen Quellensteuer verbleibt eine Netto-Dividende von 26,75 €. Sie wird mit Wertstellung 18.01.2022 überwiesen.

Medtronic Dividendengutschrift im Januar 2022

Perspektiven

Grund für den Abwärtstrend waren zunächst die neuen Corona-Wellen, die mit Auftreten von Omikron noch heftiger wurden. Sie führten zu einer Verschiebung nicht erforderlicher Krankenhaus-Operationen und damit zu weniger Bestellungen bei Medtronic.

Das zeigte sich dann auch in den letzten Quartalszahlen und einer Senkung der Prognose durch das Management. Das gab der Aktie dann den letzten Kick nach Unten.

Medtronic berichtete im November die Zahlen für das zweiten Quartal ihres Geschäftsjahres, das zum 29. Oktober endete.

Mit einem Umsatz von 7,85 Mrd. US$ wuchs Medtronic zwar gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,3%, verfehlte aber die Erwartungen des Marktes um 130 Mio. US$. Und die Prognose wurde von einem Umsatzwachstum um 9% auf 7-8% zurückgenommen.

Das hört sich zwar isoliert nicht so dramatisch an. Aber die Basis war eben bereits ein volles Corona-Jahr und da hätte die Erholung deutlich größer sein sollen.

Der Kursabschwung ist deshalb aktuell absolut berechtigt und korrigiert die Bewertung des Unternehmens auf ein den Zahlen entsprechendes Maß. Und schließlich gab es auch noch ein Warnschreiben der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA an Medtronic nach einer Fabrikinspektion im Zusammenhang mit dem Rückruf von Insulinpumpen.

Jetzt kommt aber das große Aber: Ich investiere ja nicht für die nächsten drei Monate in eine Aktie. Und auch nicht für die nächsten drei Jahre. Sondern mein Zeithorizont liegt deutlich länger und ich frage mich immer, wo das Unternehmen in 5 bis 10 Jahren stehen kann.

Und da schätze ich Medtronic als einen Gewinner der Nach-Corona-Ära ein. Es wird Nachholeffekte geben! Aufgeschobene Operationen von zwei bis drei Jahren werden weltweit nachgeholt werden.

Und Medtronic ist einer der Marktführer im Gesundheitswesen und in vielen Sektoren hervorragend aufgestellt. Sobald es wieder zu einer Normalisierung kommt, wird Medtronic zu alter Stärke zurückfinden. Und dementsprechend auch der Aktienkurs wieder steigen.

Ich selbst hätte – wie so viele andere Marktteilnehmer – Anfang 2020 nicht erwartet, dass die Pandemie so lang anhalten wird. Und deshalb wage ich auch keine Prognose mehr, wann sie beendet sein wird. Ich hoffe zwar, dass die optimistische Aussagen zutreffen und wir am Ende des Jahres auf die Pandemie zurückschauen können. Aber niemand weiß, welche neuen Varianten noch entstehen und wie sie sich auf uns alle auswirken.

Wer mutig ist, kauft Medtronic auf dem aktuellen Kursniveau und wartet gelassen auf den Aufschwung. Andere warten bis die Pandemie unter Kontrolle ist.

Und ich? Ich werde gar nichts machen! Denn mir reichen die 100 Medtronic-Aktien im Depot aus. Das entspricht einem Depotanteil von exakt 2% und damit fühle ich mich ausreichend investiert. Wäre die Quellensteuerthematik bei der Dividende nicht, würde ich vermutlich noch mal nachlegen. Aber so ist die Aktie für mich persönlich eine Halteposition. Meine Verkaufsgedanken habe ich aber bis auf Weiteres komplett auf Eis gelegt.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Medtronic
ISIN:IE00BTN1Y115
Im Divantis-Depot seit:01.06.2017
Letzter Nachkauf am:25.09.2019
Stückzahl im Divantis-Depot:100
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:87,02 €
Gesamtkaufpreis:8.701,82 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:351,22 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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2 Gedanken zu „Wenn Corona besiegt ist, startet diese Aktie durch“

  1. Guten Tag Ben,

    sry für meine dumme Frage….aber nach meinem Wissen gibt es ein Steuerabkommen mit Irland, sodass nichts anfallen sollte. Falls doch ist den irischen Behörden (Zahlstelle) nicht ersichtlich ist, dass der Wohnsitz in der EU/Deutschland ist? Müsste man in dem Fall nicht einfach eine Offenlegung des Namens und Wohnsitzes bei der Depotbank beantragen?

    Bei Maxblue habe ich ein solches spezifisches Formular nicht gefunden, nur das Rückerstattungsformular. Das kostet ja fürs einreichen 41,65€… also nicht wirklich zu empfelen. Wenn die Bank nicht die Namensoffenlegung und Wohnsitz übenehmen will, kann man es nicht einmalig auch direkt machen?

    Ich habe kurz mein Internet angeschmissen und folgendes dazu gefunden:

    Hier ist der Link:
    https://www.revenue.ie/en/companies-and-charities/dividend-withholding-tax/exemptions-for-non-residents.aspx

    Diesen habe ich auf dieser Seite gefunden:
    https://www.dsw-info.de/anlegerschutz/quellensteuer/laenderspezifische-erstattungsantraege-auf-dividenden/erstattung-irischer-quellensteuer/

    Liebe Grüße
    Bepo

  2. TNoch so eine Schrottmeldung :
    Unilever will von GlaxoSmithklein die „haushaltswaren Abteilung“ abkaufen. GSK will 60 mrd dafuer, die einen umsatz von 10 mrd Pfund bringt. GSK kostet momentan 90 mrd gbp. Und diese Spin Off Abteilung liefert gsk gerade mal 30% des Umsatzes. Demnach waere sie so um 30 mrd wert. ( Vor dem splitt !) Und ich geh mal davon aus, dass diese SpinOff Firma noch nicht mal die rentabelste sparte von gsk ist, sonst wuerden sie sie ja nicht absplitten. Falls gsk die firma alternativ, wie eigentlich geplant, an die boerse bringt, steckt gsk wohl auch noch jede menge schulden in die SpinOff Firma rein, wie das bei pharma spin offs so ueblich ist. Ich geh mal davon aus, dass gsk die haelfte all ihrer schulden, also etwa 30 mrd, im falle einer boersen einfuehrung in die spinn off firma steckt. Der EV dieser Firma koennte dann sein : dreifacher umsatz + 30 mrd schulden = 60 mrd. Voilà, passt !

    Ein feiner deal fuer gsk, ein ultra miserabler fuer Unilever. Denn fuer unilever bedeutet dieser zuwachs von 10 mrd an umsatz , (also etwa ein 20%iger Umsatz zuwachs, ), einen 60%igen zuwachs an boersenkapitalisierung. Kein wunder, dass der kurs gestern so eingeknickt ist.

    Ps : ich gehe davon aus, dass der deal platzt.
    Denn in einem einigermassen gesunden Boersenumfeld (???) kann gsk bei einer boersenplatzierung wohl noch mehr rausholen. Ausserdem hat auch pfe noch ein woertchen mitzureden, denen ja auch noch was von dieser haushaltswaren firma gehoert. ( Das hab ich in meiner obigen ABSCHAETZUNG noch gar nicht mitberuecksichtigt !)

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