Krasser Quellensteuerabzug bei KONE-Dividende nach Depotübertrag

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Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet: Normalerweise behandeln die deutschen Online-Broker die Dividendenausschüttungen und die Anrechnung von Quellensteuer bei ausländischen Aktien einheitlich.

Letztes Jahr bei der Dividendenausschüttung des finnischen Aufzug- und Rolltreppenherstellers KONE (hier ausführlich vorgestellt!) hatte ich die 100 Aktien noch bei der Consorsbank im Depot. Die Abrechnung der Dividende war völlig unauffällig, es wurden 15% Quellensteuer berechnet und auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Bei einer Gesamtdividende von 155,00 € kam eine Überweisung von 115,40 € heraus.

Die Aktien habe ich dann im letzten Jahr irgendwann in mein Depot bei der Comdirect Bank übertragen (Warum ich mehrere Depots habe, könnt Ihr hier nachlesen!).

Jetzt schüttet KONE wieder Dividende aus und die Abrechnung hat mich ziemlich überrascht.

KONE selbst hat die Dividende erhöht. Pro Aktie gibt es nun 1,65 € Dividende. Das sind 10 Cent oder 6,45% mehr als im Vorjahr!

Die Comdirect Bank zieht aber nun von den 165,00 € Gesamtdividende 30% Quellensteuer ab (bei der Consorsbank waren es nur 15%!) und rechnet die Hälfte dann wiederum auf die deutsche Kapitalertragsteuer. Dadurch bleibt am Ende eine Auszahlung von nur 98,10 €. Sie wird per 07.03.2018 überwiesen.

Bei Consors erhielt ich für also für eine 10,00 € niedrigere Dividende eine 17,30 € höhere Auszahlung. Das kann doch nicht wahr sein!

Der Aktienkurs von KONE hat sich seit dem Kauf auch nicht toll entwickelt. Der Kurs liegt derzeit bei 41,00 €. Durch die beiden Dividendenzahlungen bin ich damit gerade mal bei Plus-Minus-Null. Das ist natürlich nicht das an Rendite, was ich mir vorstelle. Eine Maßnahme wird sein, dass ich die Aktien wieder zur Consorsbank übertrage, um nächstes Jahr wieder weniger Steuerabzug zu haben.

Ansonsten steht die Aktie bei mir ohnehin nicht auf der Nachkaufliste, da ich mit den 100 Aktien ausreichend investiert bin. Die Branche und das Unternehmen sehe ich aber immer noch als spannend an.

Mit dieser Dividendenzahlung steigen die Dividendenerträge im Jahr 2018 auf 1.332,02 €.

Auf einen Blick:

Unternehmen: KONE

ISIN: FI0009013403

Im Divantis-Depot seit: 13.10.2016

Letzter Nachkauf am: 07.02.2017

Stückzahl im Divantis-Depot: 100

Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: 42,49 €

Gesamtkaufpreis: 4.249,35 €

Bisher erhaltene Netto-Dividenden: 213,50 €

15 Gedanken zu „Krasser Quellensteuerabzug bei KONE-Dividende nach Depotübertrag“

  1. Bei mir wurden bei der Diba 15% Quellensteuer abgezogen.

    Quellensteuer hat Finnland 30% laut

    http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/Auslaendische_Quellensteuer/Anrechenbare_Ausl_Quellensteuer_2017.pdf?__blob=publicationFile

    Kann es sein das die Quellensteuer in Finnland genau wie in den USA von 30% auf 15% gesenkt wird, du bei der Comdirekt aber kein freistellungsauftrag zum DBA ausgefüllt hast und deswegen die vollen 30% abgezogen werden?

    Oder braucht es für Finnland kein extra Formular?

    Mich hatte immer ein Kauf abgehalten da ich der Meinung war es würden 30% Quellensteuer fällig. Nachdem ich bei dir gesehen hatte sind nur 15% hab ich dann auch zugeschlagen.

    Woran liegen die 30% nun?

    1. Ich habe eine Anfrage an die Comdirect geschickt und sie um Erläuterung gebeten. Ein Extra-Formular findet sich jedenfalls auf der Homepage nicht. Ich habe bei Consors auch keins hinterlegt, nur für die USA. Ich berichte auf jeden Fall über die Antwort!

      1. Hallo Ben,
        hast Du eine fundierte Antwort von comdirect erhalten?
        Ich habe, inspiriert von deiner Seite, im September 2018 200 Kone Aktien in mein comdirect-Depot gelegt. Allerdings habe ich bereits im Jahre 2013 comdirect eine DBA-Vollmacht erteilt. In dieser Vollmacht ist im Länderumfang explizit Finnland im Bereich „Vorabbefreiung“ erwähnt. Für eine Vorabbefreiung fallen bei comdirect 5 € plus MwST an. Allerdings wird comdirect nur aktiv, wenn nach Abzug der Kosten 25 € übrigbleiben. Wenn ich nun von einer Dividendenausschüttung in 2019 von 1,70 €/Aktie ausgehe sollten eigentlich 1,70 € x 200 x 15% = 51 € erstattungsfähige Quellensteuer anfallen.Abzüglich 5€+0,95€ sollte eigentlich 45,05 € Quellensteuervergütung anfallen.Ich sage eigentlich, weil ich schon soviel Frustrationen (Stichwort: Französiche Quellensteuer, Tschechische Quellensteuer) und Fehlinformationen seitens comdirect im Zusammenhang mit Quellensteuer erfahren habe.
        Bei „nur“ 100 Aktien sollte die Abschätzung 1,70 € x 100 x 15% = 25,50 € erstattungsfähige Quellensteuer ergeben und unter Berücksichtigung der Kosten sollte comdirect selbst bei gültiger DBA-Vollmacht nicht aktiv werden.
        Aber all meine Ausführungen sind rein spekulativ, interessant wird es wenn die erste Dividende auf mein comdirect-Konto landet.

        1. Hallo Schade,

          sorry, ich hätte das hier unter diesem Artikel verlinken sollen. Ich habe im Dezember eine Erstattung von der Comdirect Bank über 8,80 € erhalten. Die Details habe ich in diesem Artikel aufgeschlüsselt. Ich werde meine KONE-Aktien dieses Jahr wieder zur Consorsbank zurückübertragen. Da war im Vorjahr (2017) der Quellensteuerabzug niedriger.

          Viele Grüße Ben

          1. Hallo Ben,

            besten Dank für den Link. Das Thema Quellensteuer macht mich immer wieder sprachlos. Man ist vollkommen hilflos weil selbst die Ansprechpartner bei der comdirect hier widersprüchliche und falsche Auskünfte geben.
            Ich wiederhole mich gerne: Die einzigen konkreten und hilfreichen Antworten zu dem Themenkomplex finde ich auf deinen Seiten insbesondere weil hier die Kopien der Gutschriften zu finden sind. So ist genau zu ersehen welche Bank bei welchen Depotbestand die Quellensteuer wie handhabt.
            Wer kann schon wissen, dass die Consorsbank einen anderen Quellensteuersatz ansetzt als die comdirect? Ich bin mal gespannt ob die Consorsbank in 2019 wieder nur 15% Quellensteuer ansetzt für finnische Dividenden.
            Weiter wundert mich, dass deine Steuererstattung für Kone nur 5 € Provision plus MwSt gekostet hat, dies sind eigentlich die Kosten für ein Vorabbefreiungsverfahren. Das Rückerstattungsverfahren kostet eigentlich 20€ +MwSt

            Weiter bin ich verwundert, dass die Erstattung überhaupt durchgeführt wurde obwohl nur 8,80 € übrigblieben und nicht der geforderte Nettoertrag von mindestens 25 €. Bei mir ist die comdirect noch nicht mal bei 176 € erstattungsfähiger Tschechischer Quellensteuer aktiv geworden obwohl die Kosten für die Vorabbefreiung, wie es sich im nachhinein bestätigt hat, nur 106 € betragen.

            Sehr transparent finde ich auch immer die Position „fremde Spesen“, wie sie auch in deiner Kone-Abrechnung stehen. Kann man hier nicht reinschreiben um was es sich handelt?

            Noch was positives: anhand deiner comdirect-Dividengutschrift Metsä Board aus dem Jahre 2018 ersehe ich, dass das Vorabbefreiungsverfahren bei gültiger DBA-Vollmacht wohl funktioniert hat und nur 5 € + MwSt anfielen und keine weiteren „fremden Spesen“. Daher gehe ich erst einmal davon aus, dass dieses Verfahren bei meiner Kone-Dividende in 2019 auch greifen wird.

            Viele Grüße Schade

          2. Hallo Ben,

            ein Arbeitskollege hat mir heute zufälligerweise ein Schreiben der Diba vom 21.02.19 auf den Tisch gelegt. Hier lautet es: „..in Ihrem Direkt-Depot verwahren Sie aktuell finnische Wertpapiere…Die Quellensteuer der Dividenden ändert sich. Bisher haben wir Dividenden unter Abzug von 15% Quellensteuersteuer ihrem Depotverrechnungskonto gutgeschrieben. Das ist unsjetzt nicht mehr möglich, weil wir uns damit zur Weitergabe Ihrer persönlichen Daten verpflichten würden.
            Diese Änderung hat zur folgen, dass Ihre Ertragsgutschriften mit dem aktuell gültigen nationalen Quellensteuersatz aggerechnet werden. Im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens haben Sie allerdings die Möglichkeit einen Teil der Quellensteuer zurückzufordern“.
            Mit anderen Worten: Die Diba wird ab sofort, wie es offensichtlich die comdirect seit längerem tut, 30% Quellensteuer abziehen und nicht nur 15%. Wenn Du deine Kone-Aktien wieder auf das Consors-Depot übertragen haben solltest,sehe ich die reale Gefahr, dass auch Consors auf 30% Quellensteuer umstellt.
            Ich bin mal gespannt ob bei meinen 200 Kone-Aktien im comdirect-Depot die Vorabbefreiung gemäß der DBA-Vollmacht greift.

            Viele Grüße Schade

          3. Hallo Schade,

            Danke für die Information. Ich habe die Aktien dann doch nicht zur Consorsbank, sondern zu Maxblue übertragen. Ich habe dafür eine Depotübertragungsprämie erhalten und die Hoffnung, dass die mit der finnischen Quellensteuer besser verfahren. Oder sie mir zumindest zurückholen. Bin jedenfalls gespannt auf die Dividendenzahlung im März.

            Viele Grüße Ben

  2. Hallo Ben,

    ich bin in KONE zwar nicht investiert, ich würde an deiner Stell jedoch mal bei der Comdirect nachfragen, warum dir 30 % Quellensteuer abgezogen wurden. Durch den Kommentar von Adreas hast du nun ein weiteres Beispiel, dass andere Broker „nur“ 15 % abziehen (Consorsbank und ING-DiBa).

    Übrigens habe ich gestern von der ING DiBa Post bekommen, dass diese ihre Gebührenordnung für den Wertpapierhandel anpassen. Bisher musste man 0,25 % der Ordergröße Provision zahlen, mindestens jedoch 9,90 €. Zukünftig zahlt man einen Grundbetrag von 4,90 €, zzgl. 0,25 % der Ordergröße. Das heißt, dass alle Orders < 2.000 € nun günstiger werden (z.B. Gebühren bei 1.000 € Ordervolumen alt: 9,90 € / neu: 7,40 €). Damit werden gerade Kleinanleger mit geringerem Kapitaleinsatz bessergestellt. Dabei freut mich, dass diese Gebührensenkung (wie gesagt nur für keine Orders) nicht nur Neukunden zu Gute kommt, sondern auch Bestandskunden.

    Viele Grüße,
    Danny

    1. Hallo Danny,

      hab den Tipp direkt umgesetzt. Mal schauen, was sie antworten.

      Die neue Gebührenstruktur der ING-DiBa ist für kleine Orders wirklich toll. Aber über 2.000 € wird es dann teurer als bisher. Aber für Buy & Hold ist das ja auch erst mal kein Problem. Für kleine Beträge kaufen und dann einfach nicht mehr verkaufen, obwohl die Aktie im Wert gestiegen ist. ;-)

      Die neuen Gebühren gelten übrigens erst ab 18. Mai 2018.

      Viele Grüße

      Ben

      1. Hallo Ben,

        mal schauen, was die Comdirect zum Thema 30 % Steuerabzug zu sagen hat. :-/

        Bisher kaufe ich BlueChips immer um die 1.000 €. Somit zahle ich nun „nur“ noch 0,74 % Gebühren, anstatt 1 %.
        Small- oder Midcaps bzw. Turnaround-Kandidanten kann ich nun bereits für etwa 750 € kaufen und liege dann immer noch unter meinem Ziel-Gebühren Anteil von max. 1 %.

        Buy&Hold ist der Plan. Daher dürfen die 1.000er Positionen gern auch um mehrere 100 % zulegen. Die Gebühren fallen ja nur beim Verkauf an. ;-)

  3. Ja die Antwort von der Comdirekt würde mich interessieren.

    Allerdings das mit dem vierfachen Wert auf deiner Abrechnung von letztem Jahr hab ich bis heute nicht verstanden…

    Bei der Diba sind die Abrechnungen alle einfacher finde ich…
    Da steht bei mir einfach 15% Quellensteuer und fertig nix mit vierfachen Wert und der gleichen.

    Wie Interpretiert ihr denn den Quellenszeuerzettel von der bzst? Für mich ließt sich das nach 30% Qs.

    1. Die Comdirect hatte eine Aktion, bei der es eine Prämie dafür gab, wenn man einen Depotübertrag vornimmt. Für übertragene Aktien im Wert von 10.000 € gibt es nach einer gewissen Haltedauer eine Prämie von 50 €. Das wird im Mai sein, dann kann ich die Aktien zurückübertragen (was ich ansonsten nicht gemacht hätte). Ich hatte noch Metsä Board und 3M übertragen. Bei Metsä Board (ebenfalls finnisch) wird mich voraussichtlich das gleiche Schicksal mit dem Quellensteuerabzug ereilen. Die 50 € Prämie gehen dann also für höhere Quellensteuer drauf. :-(

      1. Ich habe noch mal nachgeguckt: Die Prämie ist sogar 100 €! Insofern bleibt mir trotz des Quellensteuerabzugs noch ein Bonus. Das mindert den Schmerz etwas. ;-)

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