Höchstdividende eines der größten und unbekanntesten Softwareunternehmen der Welt

Joe Kaeser bei einer Investorenveranstaltung

Siemens war in den letzten Wochen vor allem wegen der geplanten Fusion der Zugsparte mit Alstom im Gespräch. Hier sieht es trotz Zugeständnissen derzeit nicht so aus, als würde die EU-Kommission die Fusion genehmigen.

Operativ sieht es derzeit auch eher durchwachsen aus bei Siemens. Schwache Geschäfte im Kraftwerksbau und Energiemanagement ließen im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 die Gewinne um rund 6% sinken. Lichtblick war jedoch der gestiegene Auftragseingang (+13%), der zumindest mittelfristig auf Verbesserungen hoffen lässt.

Auf einem Feld ist Siemens jedoch unter den Top Ten, ohne dass es gemeinhin damit in Verbindung gebracht wird.

Für Freude sorgt die Dividende, die einen neuen Höchststand erreicht: Pro Aktie schüttete Siemens 3,80 € aus, das ist ein Plus von 0,10 € gegenüber dem Vorjahr (+2,7%). 120 Siemens-Aktien befinden sich im Divantis-Depot. Das ergibt eine Brutto-Dividende von Überweisung von 456,00 €. Diesmal ist brutto gleich netto,  da ich meinen Freistellungsauftrag für 2019 noch nicht belastet habe. Die Dividende wurde von der Augsburger Aktienbank (Welcher Online-Broker ist der Beste?) mit Wertstellung 04.02.2019 überwiesen.

Die Originalabrechnung der Siemens-Dividende im Februar 2019

Die Aktie ist aktuell mit einem KGV von 13 und einer Dividendenrendite von 4,0% attraktiv bewertet. Ich habe aber das Gefühl, dass es erst mal an einer guten Story für die Börse fehlt. Langfristig ist Siemens weiter ein Basisinvestment für mich. Aber kurzfristig wird sich am Aktienkurs wenig tun.

Den Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser schätze ich für seine deutlichen Worte an die Politik. Er ist ein Unternehmenslenker, der sich positioniert und nicht versteckt. Das obige Bild zeigt ihn bei einer Investorenveranstaltung.

Ab April will Kaeser Siemens mit der „Vision 2020+“ flexibler aufstellen. Die einzelnen Sparten sollen eine größere Eigenständigkeit erhalten. Im laufenden Geschäftsjahr  soll der Umsatz moderat steigen und die operative Marge des Industriegeschäfts weiter verbessert werden. Helfen soll zudem ein Kostensenkungsprogramm, dass das Neugeschäft mit Gasturbinen in die schwarzen Zahlen sorgen soll.

Siemens ist ein Tanker und Veränderungen wirken langsam. Spannend finde ich die Tatsache, dass Siemens mit weltweit über 25.000 Softwareentwicklern zu den zehn größten Softwareunternehmen der Welt gehört. Man hört und liest davon aber eigentlich gar nichts. Auch in meinem Porträt von Siemens fehlt diese Information bisher.

Raum für Innovationen ist also gegeben. Mit meinen Siemens-Aktien fühle ich mich daher – trotz der aktuellen Stagnation – weiter wohl. Ich werde nichts daran ändern. 120 Aktien sind ja auch schon eine ordentliche Größe!

Mehr Freude macht mir das Spin-Off Siemens Healthineers, an dem Siemens selbst weiter 85% der Aktien hält. Deren erste Dividende ist auch schon im Anmarsch, dazu sicher in den nächsten Tagen mehr…

Meine Dividendeneinnahmen im Jahr 2019 liegen nun bei 924,59 €.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Siemens AG
ISIN:DE0007236101
Im Divantis-Depot seit:21.01.2014
Letzter Nachkauf am:16.03.2017
Stückzahl im Divantis-Depot:120
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:95,65 €
Gesamtkaufpreis:11.477,90 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:2.030,05 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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2 Gedanken zu „Höchstdividende eines der größten und unbekanntesten Softwareunternehmen der Welt“

  1. Hallo,

    ich bin kurz vor dem Ex-Div-Datum bei Siemens eingestiegen.
    Das war bisher mein erster und einziger Kauf in 2019.
    Bezüglich der Zahlen und Aussichten stimme ich Dir zu.

    (Habe übrigens das Angebot der comdirect genutzt, Aktien des EURO STOXX Select Dividend 30 für 7,90€ an der Börse Frankfurt zu kaufen – warte allerdings noch auf die Gutschrift…)

    VG
    1Steven1

  2. Siemens-Segmente (Jahresbericht 2018):

    {Umsatz-Anteil 2018} [op.Marge 2018] EBIT-Anteil 2018 Segmentname
    ================================================
    {14,7%} [_3,0%] _4,3% Power & Gas
    {14,5%} [_8,2%] 11,4% Energy Management
    {_7,8%} [10,7%] _8,6% Building Technologies
    {10,4%} [10,0%] _9,9% Mobility
    {15,3%} [29,5%] 30,1% Digital Factory
    {10,5%} [_5,9%] _5,9% Process Industries & Drive
    {15,9%} [16,5%] 25,2% Siemens Healthineers [85%-Beteiligung]
    {10,8%} [_5,3%] _5,5% Siemens Gamesa Renewable Energy [59%-Beteiligung]

    Nach Umsatz sind alle acht Geschäftsbereiche ähnlich groß, aber über 50% des operativen Gewinns erzielt Siemens mit Medizintechnik (auch wenn man die nicht selbst gehaltenen 15% aus dem Konsolidierungsraum herausrechnet, was Siemens in seinem Jahresbericht selbst nicht tut) und der margenstarken „Digital Factory“ (Konzerndurchschnitt der EBIT-Marge: 10,4%), wobei letztere auch ihren Anteil durch Zukäufe in 2016 & 2018 gesteigert hat, während die Healthineers seit 2014 an Bedeutung leicht verloren haben (also nicht schneller wachsen als der Mutterkonzern).
    Siemens will nun offenbar in Richtung „Internet of Things“ gehen, nach den zahllosen Änderungen des Geschäftsmodells seit der Internet-Blase.

    Die Healthineers steuern tatsächlich nur ca. 23% des EBIT bei; der von Siemens noch gehaltene 85%-Anteil hat aber einen Börsenwert, der einem Drittel der Siemens-Marktkapitalisierung entspricht – der Markt bezahlt für das nichtzyklische Segment mit der innerhalb von Siemens überdurchschnittlichen operativen Marge einen stattlichen Aufschlag, was angesichts der aktuell sehr hohen Bewertung der Medizintechnik-Branche insgesamt keine Überraschung sein sollte (und eine günstige Gelegenheit für Siemens sein könnte, weitere Anteile daran zu verkaufen).

    Der gesamte Stromerzeugungs-Bereich, sowohl die während der Ölpreisblase 2012-2014 prozyklisch aufgestockte Turbinensparte (https://www.ingenieur.de/technik/wirtschaft/unternehmen/siemens-kauft-gasturbinen-sparte-rolls-royce/) als auch das 2017 via Fusion (https://www.iwr.de/news.php?id=33434) gegründete, chronisch margenschwache und subventions-abhängige Windkraft-JointVenture, verdienen praktisch kein Geld (mehr) – dabei hatte Power & Gas 2014 noch fast 30% des EBIT von Siemens erwirtschaftet!
    Der Klimawandel hat das Geschäftsmodell von Siemens ordentlich ins Schlingern gebracht (wenngleich nicht so schlimm wie beim Kraftwerk-Dienstleister Bilfinger); seinen Anteil am Kernkraftwerksgeschäft hatte man ja bereits 2011 verkauft (https://www.nordbayern.de/wirtschaft/teure-trennung-siemens-muss-areva-648-millionen-euro-zahlen-1.1245441).

    Die derzeit angedachte Auslagerung auch der Turbinen-Sparte in ein weiteres Joint-Venture (https://www.handelsblatt.com/technik/hannovermesse/turbinengeschaeft-siemens-sucht-loesung-fuer-kraftwerksparte-und-verhandelt-angeblich-mit-mitsubishi/24129534.html), an welchem man ggf. nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten würde, hätte den Effekt, dass Siemens einen nicht mehr kontrollierten Geschäftsbereich auch nicht in seiner GuV vollkonsolidieren müsste, sondern nur noch etwaige Ausschüttungen als Finanzerträge in der Gewinn- und Verlustrechnung führen würde – und dadurch trotz effektiv unveränderter Zahlen seine operative Marge nach oben frisieren könnte (gleich viel EBIT aus einem um 15% geschrumpften Umsatz!).
    Ob sich die Investoren durch die dann fälligen Jubelmeldungen über die „Steigerung der Marge“ blenden oder vielleicht sogar durch den „Umsatzrückgang“ erschrecken lassen werden?

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