Zu dieser Frage gibt es viele Testberichte im Internet und in Papierzeitschriften. Dabei wird die Gebührenstruktur verglichen, das Handling des Onlineportals bewertet und der Service kommentiert. Und dann wird ein Testsieger gekürt. Mal ist es die Consorsbank, mal comdirect oder ING. Je nachdem, welche Kriterien wie gewichtet werden. Und was sagt uns das?
Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, welchen Online-Broker man am Besten findet. Und es hat sehr viel damit zu tun, welche Produkte man handelt. Wie ich bereits geschrieben hatte, habe ich mehrere Depots bei verschiedenen Online-Brokern. Mit denen bin ich selbstverständlich zufrieden, sonst hätte ich die Depots nicht. Und doch nutze ich die Depots unterschiedlich.
Bevor ich Dir meine Einschätzung zu den von mir genutzten Depots gebe, empfehle ich Dir, mittels nachfolgendem Depotrechner das Depot für Deine Bedürfnisse zu ermitteln:
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Mein Depot, in dem ich vor allem meine deutschen Werte verwalte, ist bei der Augsburger Aktienbank. Dort sind zwar die Gebühren für das Handeln relativ hoch (mindestens 19,00 € pro Order), aber die Abwicklung des Verrechnungskontos ist hervorragend. Überweisungen und Daueraufträge von diesem Konto (es ist ein Girokonto ohne Karte) werden am gleichen Tag dem Gutschriftskonto gutgeschrieben. Ich kann also z.B. bei Dividendenzahlungen direkt am gleichen Tag und mit gleicher Wertstellung die Dividende auf ein anderes Konto weiterleiten. Das bietet mir sonst keine andere Bank! Toll finde ich außerdem, dass die Augsburger Aktienbank automatisch einen Wertpapierkredit einräumt. Dazu muss man keinen Vertrag unterschreiben oder einen Antrag stellen. Der Zinssatz ist mit derzeit 4,80 % auch fair. Der Kredit ist auf 50.000 € beschränkt und wird automatisch an das Depotvolumen angepasst. Die Depotgebühr erhalte ich zurückerstattet, da ich das Depot über einen Fondsvermittler eröffnet habe und so auch noch bei den Ausgabeaufschlägen von Investmentfonds sparen kann. Schau Dir das Angebot einfach mal an! (*)
Für meine ausländischen Werte nutze ich vor allem mein Depot bei der Consorsbank. Sie sind sehr zuverlässig und professionell in der Abwicklung und für das Trading werden einem Echtzeitkurse angeboten. Ich habe hier eigentlich gar nichts auszusetzen. Der Wertpapierkredit ist etwas teurer, der Zinssatz liegt derzeit bei 5,40 %. Ich nutze ihn eigentlich nie. Er ist leider auch auf 10.000 € beschränkt.
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Ein weiteres Depot habe ich bei der comdirect bank. Hier finde ich das Handling etwas komplizierter als bei der Consorsbank. Außerdem ist das Verrechnungskonto wirklich nur ein Verrechnungskonto. Vermutlich wird es besser, wenn man ein Girokonto miteröffnet. So dauert es immer 1-2 Tage, bis eine Verfügung auf einem anderen Konto gutgeschrieben ist.
Das Depot bei der 1822 direkt ist aus meiner Sicht verbesserungsbedürftig. Es lohnt sich vor allem, wenn man bereits Kunde bei der Tochter der Frankfurter Sparkasse ist und alles auf einen Blick haben möchte. Um Käufe zu tätigen, muss immer ein Guthaben auf dem Girokonto vorhanden sein. Wenn man vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto umbuchen will, dauert die Gutschrift – obwohl es hausintern ist – immer mehrere Stunden. Und vorher kann man keine Wertpapierorder abgeben. Das ist leider ziemlich schlecht.
Das Depot bei der Targobank sollte man nicht für US-amerikanische Werte nutzen. Die Gebührenstruktur ist so, dass man sonst leicht für gar nicht so seltene Aktiensplits mit Gebühren belastet wird. Eigentlich spricht nicht wirklich etwas für die Targobank, das Handelssystem ist Steinzeit.
Wer gerne Sparpläne abschließt und/oder mit ETF handelt, ist mit der ING gut bedient. Hier ist sie meines Erachtens konkurrenzlos günstig. Viele ETF lassen sich komplett gebührenfrei kaufen. Ich nutze mein Depot außerdem, um dort meine Schweizer Aktien zu halten. Zur Erstattung der Quellensteuer wird von der ING nämlich direkt ein Tax-Voucher kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Wegen der Quellensteuerthematik habe ich auch ein Depot bei Maxblue, einer Marke der Deutschen Bank. Sie holen mir die Quellensteuer aus Irland wieder zurück und sind da offensichtlich konkurrenzlos.
Für die Quellensteuer aus Frankreich bietet die DKB als einzige mir bekannte Depotbank die Möglichkeit einer Vorabbefreiung an. Das macht dieses Depot für französische Aktien hochinteressant! Und auch ansonsten punktet es mit pauschalen Transaktionskosten, die teilweise deutlich günstiger als bei der Konkurrenz sind.
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Ebenfalls eine Alternative für Sparkassenkunden ist der S-Broker . Oder auch diejenigen, die nicht bei einer Sparkasse sind, aber die Solidität der S-Finanzgruppe schätzen. Die Konditionen sind fair und konkurrenzfähig.
Flatex – habe ich keine Erfahrung.
Und Ihr? Welchem Online-Broker vertraut Ihr Euer Depot an? Und warum? Schreibt mir in die Kommentare!

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