Endlich gibt es einen Entscheidungstermin

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Es war mein einziger Aktienverkauf im letzten Jahr: Ich war über die Dividendenpolitik enttäuscht – trotz voller Kassen wurde die Dividende reduziert. Und ich halbierte meine Position.

Nun aber gibt es endlich einen offiziellen Termin, an dem eine Entscheidung verkündet wird. Entweder wird der Schatz genutzt, um ein anderes Unternehmen zu übernehmen oder die Aktionäre erhalten eine Sonderausschüttung.

Zwei Monate sind es noch bis zu dem Termin und bis dahin warte ich halt. Immerhin gab es ja jetzt die reduzierte Dividende auf meine reduzierte Aktienanzahl.

Meine Einschätzung zur Entscheidung und alle Details zur Dividende erhältst Du in diesem Beitrag.

Bereits bei den letzten beiden Dividendenzahlungen hatte ich über die anstehende Frage berichtet, was die Pennon Group mit dem Verkaufserlös von Viridor wohl machen wird. Das Management hat jedes Mal auf Zeit gespielt und sich nur vage geäußert. Die Pennon Group, die mittlerweile ein reinrassiger Wasserversorger in Großbritannien ist, habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividendenzahlung

Die Pennon Group zahlt nun eine Dividende von 6,77p pro Aktie. Das ist gegenüber der letzten April-Dividende (13,66p) eine Senkung um 50,4% und wurde mit dem Wegfall des Müllgeschäfts begründet. Für die 300 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 20,31 Pfund. Die Dividende wurde von der onvista bank * zum Kurs von 0,85571 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 17,47 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.04.2021 überwiesen.

Dividendengutschrift Pennon Group im April 2021

Perspektiven

Seit der Halbierung meiner Aktienposition im letzten November läuft die Pennon Group aktuell nur im hinteren Mittelfeld meines Depots.

Der Aktienkurs hat sich seitdem auch nicht wirklich verändert. Ich verkaufte für 11,31 € und das entspricht auch der Spreadmitte des aktuellen Kurses.

In meinem Kalender habe ich mir allerdings den 3. Juni fett markiert. Bei uns ist das mit Fronleichnam in den meisten Bundesländern ein Feiertag. Und ich hoffe, dass der Tag auch für alle Aktionäre ein Festtag wird.

Das Management wird am 3. Juni nämlich nicht nur die Jahresergebnisse veröffentlichen, sondern auch Klarheit schaffen, was mit den Milliarden auf den Konten passieren wird. Denn aktuell tragen sie nicht zum Ergebnis bei, sondern belasten die Eigenkapitalrendite.

Wenn ich mir die Unternehmensmeldungen durchlese, zuletzt das Trading Statement vom 30. März, dann ist für mich klar, dass das Management die Übernahme eines anderen Wasserversorgers favorisiert.

Ist ja auch klar: Denn dadurch steigt die eigene Bedeutung und perspektivisch auch die eigene Vergütung. Für die Aktionäre muss das nicht zwangsläufig negativ sein. Aber: Es besteht die große Gefahr, dass für eine Übernahme viel zu viel Geld auf den Tisch gelegt wird.

Denn leider weiß auch jeder Verkäufer, dass die Pennon Group im Geld schwimmt und einen Anlagedruck hat. Und das spiegelt sich dann auch in den Kaufpreiserwartungen wider.

Denn gute 3 Mrd. Pfund liegen auf den Konten der Pennon Group. Damit lässt sich schon agieren. Die gesamte Marktkapitalisierung der Pennon Group liegt beispielsweise bei etwas über 4 Mrd. Pfund. Ein Unternehmen vergleichbarer Größenordnung ließe sich also – so zumindest die Theorie – fast mit der Portokasse bezahlen.

Da die meisten Wasserversorger in Großbritannien nicht börsennotiert sind, wäre ein Unternehmenszukauf für mich als Aktionär eine gute Gelegenheit, die Marktstellung in Großbritannien zu erweitern. Wenn denn kein Mondpreis dafür bezahlt wird.

Da bis heute kein Unternehmenskauf stattgefunden hat, erwarte ich am 3. Juni auch eher die Ankündigung einer Sonderausschüttung.

Das Kerngeschäft der Pennon Group läuft unterdessen im Rahmen der Prognosen und unaufgeregt. Genau so, wie ich das von einem Wasserengagement auch erwarte. Und unaufgeregt freue ich mich auch auf den 3. Juni, denn danach herrscht dann Klarheit. Und ich werde für mich bewerten, wie es mit dem Engagement weiter geht. Bei einem völlig überteuerten Unternehmenskauf würde ich mich auch von der Aktie trennen. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommen muss.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Pennon Group
ISIN:GB00BNNTLN49
Im Divantis-Depot seit:21.09.2017
Letzter Nachkauf am:02.02.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:200
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:12,68 €
Gesamtkaufpreis:2.535,57 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.221,06 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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4 Gedanken zu „Endlich gibt es einen Entscheidungstermin“

  1. Hallo Ben,

    Ich wollte ja in den letzten 2 Jahren immer Aktien der Pennon group kaufen, ich hab davon Abstand genommen. Der Grund ist, dass in England die Regulierung von Strom u Wasserfirmen EXTREM regulierend erdrückend sind. Aus diesem Grund hab ich auch meinen englischen Stromnetz Betreiber verkauft, National Grid. Aber von National Grid kann man was lernen : die sind aus diesem Grund nach USA ausgewichen, und kaufen/bauen dort ihr Stromnetz weiter aus. Deswegen rechne ich eher damit, dass Pennon im Ausland zukauft, wenn denn je !?
    Macht für mich aber auch keinen Sinn, da Wasserfirmen weltweit sehr teuer sind.

    1. Hallo Manfred,

      da sind wir uns einig! Ein Zukauf macht nur Sinn, wenn der Preis stimmt. Und das ist derzeit kaum möglich. Die Konkurrenz durch Private Equity-Unternehmen ist sehr groß. Aktuell haben wir einen Verkäufermarkt im Wasserbereich. Bin wirklich gespannt, ob es dann stattdessen endlich eine große Ausschüttung gibt.

      Viele Grüße Ben

  2. Moin Ben,
    ist die Dividende wirklich korrekt die heute gekommen ist? Bin fast vom Stuhl gefallen! Laut verschiedenen Seiten 3,55 GPB

    Gruss
    Marius

    1. Hallo Marius,

      ja, das ist korrekt. Allerdings hast Du jetzt nur noch 2 Drittel Deiner bisherigen Aktien im Depot. Mein Beitrag dazu erscheint am Donnerstag.

      Viele Grüße Ben

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