Die Aktie strapaziert ein wenig meine Nerven. Vom ursprünglichen Highflyer ist sie zum Sandsack in meinem Depot geworden. In diesem Jahr erst 3% im Plus, dazu die Dividende nur um 2% angehoben. Das macht schon etwas nachdenklich.
Denn eigentlich soll sie mit den Märkten korrelieren und bei allgemein positiver Markttendenz dann deutlich stärker steigen. Aber offenbar ist das schon länger nicht mehr der Fall. Denn auch letztes Jahr entwickelte sich die Aktie unterdurchschnittlich.
Für den größten Vermögensverwalter der Welt wachsen die Bäume offensichtlich auch nicht mehr in den Himmel.
Bei mir führt das nun dazu, dass ich den Titel stärker beobachten werde und meine eigentlich positive Grundeinstellung kritisch hinterfrage.
Auf welche Punkte ich nun genauer achten will und warum ich dem Unternehmen auch noch Zeit gebe, erfährst Du in diesem Beitrag.
Auch 2023 war lange Zeit ein sehr schwaches Jahr für BlackRock. Die klare Nr. 1 unter den Asset Managern und ETF-Anbietern legte dann allerdings ein Schlussquartal mit mehr als 20% Kursplus hin und rettete sich so in den grünen Bereich. Das Unternehmen habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Dividendenzahlung
BlackRock zahlt erstmals eine Quartalsdividende von 5,10 US$ je Aktie (zuvor: 5,00 US$). Das ist eine Erhöhung um 2%. Für die 25 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 127,50 US$. Flatex rechnete zum Kurs von 1,0907 in Euro um. Das entsprach dem EZB-Referenzkurs am Tag vor dem Dividendenzahltag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 87,03 €. Sie wurde mit Wertstellung 22.03.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt BlackRock eine Jahresdividende von 20,40 US$. Bei einem Aktienkurs von 820 US$ ergibt das eine Dividendenrendite von 2,5%. Da BlackRock seine Dividende üblicherweise jährlich erhöht, dürfte bei einem heutigen Kauf die tatsächliche Jahresdividende höher liegen. Bleibt es beim bisherigen Turnus, dann wird die Quartalsdividende wieder mit der März-Zahlung 2025 höher sein.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) berechne ich, in dem ich die Brutto-Dividende der jetzigen Abrechnung vervierfache und damit einen Jahreswert mit unterstelltem gleichen Wechselkurs erhalte. Anders ist es nicht zu rechnen und daher auch nur eine Momentaufnahme. Die rechnerische Jahresdividende liegt demnach bei 467,59 €. Bezogen auf meinen Einstand von 9.893,58 € ergibt das einen YoC von 4,7%. Vor drei Monaten waren es noch 4,6% und die Dividendenerhöhung wirkt sich hier positiv aus.
Perspektiven
Die Aktie von BlackRock korreliert seit jeher stark mit den Märkten. Sie sorgt damit nicht für weniger Volatilität im Depot, sondern verstärkt diese noch. Interessanterweise ist es in diesem Jahr, das nun auch schon ein Quartal alt ist, dann doch anders. BlackRock bewegt sich lediglich seitwärts, die Märkte steigen jedoch.
Doch woran liegt das?
Traditionell legt BlackRock als eines der ersten Unternehmen seine Quartalsergebnisse vor. Sie sind damit auch immer ein Richtungszeiger für die Berichtssaison. Und die Ergebnisse des 4. Quartals 2023 waren zumindest ordentlich.
Wie von mir prognostiziert, führte die Jahresendrallye an den Märkten dazu, dass bei den Assets under Management zum Stichtag 31.12.2023 die 10 Billionen US$-Marke wieder geknackt wurde. Ein Wachstum im Jahresvergleich um 16%.
Folglich konnte auch der Umsatz zulegen, er stieg im Quartalsvergleich um 7% an. Auf Jahressicht war er allerdings unverändert. Der operative Gewinn legte im Quartal um 11%, nahm aber im Jahresvergleich um 2% ab. Grund dafür war ein Margenrückgang von 35,7% auf 35,1%.
Und das ist auch der Haken am Geschäft von BlackRock: die Zuflüsse in ETFs bringen unterm Strich eben weniger Managementgebühren als aktiv verwaltete Fonds. Davon gibt es noch mehr als genug im BlackRock-Portfolio und die Nachfrage danach ist weiterhin vorhanden. Aber das Wachstum findet eben auch in morgenschwächeren Bereichen statt.
Der Gewinn je Aktie ist trotzdem gestiegen. Im Jahresvergleich um 7% auf 36,51 US$. Hier helfen die Aktienrückkäufe und die sinkende Zahl ausstehender Aktien. Sie sank im Jahresdurchschnitt von 152,4 Millionen auf 150,7 Millionen. Im Schlussquartal lag sie sogar nur noch bei 150,2 Millionen.
Insgesamt gab BlackRock im Jahr 2023 4,5 Mrd. US$ an seine Aktionäre. 3 Mrd. US$ für Dividenden, 1,5 Mrd. US$ für Aktienrückkäufe.
Angesichts der gesunkenen Aktienanzahl und nur 2% Dividendenerhöhung dürfte sich an dem Ausschüttungsbetrag in 2024 auch wenig verändern.
Der Gewinn je Aktie ergibt für den aktuellen Aktienkurs ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,5. Ein Wert, der jetzt nicht gerade zu Euphorie Anlass gibt.
Abseits der Ergebnisse gab BlackRock aber noch etwas bekannt, das ich für Bedeutsamer halte: die Übernahme von Global Infrastructure Partners (GIP) mit Assets under Management von 100 Mrd. US$. Damit hat BlackRock zukünftig eine noch wichtigere Rolle im Infrastrukturbereich. Und kann so die Nachfrage der Kunden nach attraktiven Infrastrukturinvestments direkt auf die eigene Plattform lenken. Bisher hatte BlackRock etwa 50 Mrd. US$ Infrastrukturassets verwaltet, mit der Übernahme verdreifacht sich diese Zahl.
Als Kaufpreis wendet BlackRock dafür 3 Mrd. US$ in Cash und 12 Millionen Aktien auf. Auf dem aktuellen Kursniveau entspricht das einem Gesamtkaufpreis von 13 Mrd. US$. Das ist eine Stange Geld und muss erst einmal aus den verwalteten 100 Mrd. US$ von GIP über Gebühren wieder hereingeholt werden.
Trotzdem empfinde ich die Übernahme als spannend. Denn ich bin ja schon lange ein Freund von Infrastruktur. Und GIP war es, die mir damals Sydney Airport aus dem Depot weggekauft haben. Mit der Übernahme schließt sich für mich der Kreis und Sydney Airport gehört nun mittelbar wieder zu meinen Investments.
Klar ist, dass BlackRock nicht untätig ist. Dass der Aktienkurs der Marktentwicklung zuletzt hinterhinkte, ist natürlich auch dem Management nicht verborgen geblieben. Mit der Akquisition versucht man nun, sich breiter aufzustellen und neue Wachstumswege zu erschließen.
Für mich war das der Hauptgrund meines Investments in BlackRock: die schiere Größe der Nr. 1. Es sind Dimensionen verwalteten Vermögens, die größer als viele Staatshaushalte sind. Und entsprechend hat BlackRock auch Gestaltungsmöglichkeiten, wenn neue Geschäftsfelder erschlossen oder ausgebaut werden sollen.
Wenn ich mir das wieder ins Bewusstsein rufe, dann mahne ich mich selbst zur Geduld. Klar, über die letzten beiden Dividendenerhöhungen im 2%-Bereich war ich enttäuscht. Aber es war ja auch eine durchwachsene Zeit für die Geschäftsergebnisse.
Und manchmal muss man auch eine Durststrecke mitmachen, um dann wieder von einem Hoch zu profitieren. Deshalb steht eine Trennung von BlackRock für mich auch nicht zur Disposition. Allerdings werde ich mir die weitere Entwicklung in den nächsten Quartalen durchaus genauer anschauen. Und die Dividendenerhöhung 2025 sollte dann auch wieder etwas kraftvoller sein. Die Grundlagen dafür werden 2024 gelegt.
Für mich bleibt BlackRock trotzdem ein Basisinvestment, um vom Wachstum der Märkte zu profitieren. Die Aktie ist aber nur eine Halteposition. Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann auch wieder, wenn die Zahlen wieder besser werden.
Übrigens ist dieser Tage der jährliche Anlegerbrief von Larry Fink, dem CEO von BlackRock erschienen. Er beschreibt eindrücklich, warum Kapitalmärkte eine treibende Kraft der Vermögensbildung sind und warum das aus seiner Sicht auch in den nächsten Jahrzehnten so bleiben wird. In jedem Fall lesenswert!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | BlackRock |
| ISIN: | US09247X1019 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.04.2017 |
| Letzter Nachkauf am: | 15.01.2020 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 25 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 395,74 € |
| Gesamtkaufpreis: | 9.893,58 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 2.195,45 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |


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