Die norwegische Aktie habe ich vor einem Jahr neu ins Dividendendepot gekauft. Und im letzten Jahr dann auch schon drei Dividendenzahlungen erhalten. Nun ist die vierte Dividende eingegangen und ich schaue erstmals auf die Entwicklung zurück.
Was ich schon sagen kann: meine Erwartungen wurden übertroffen und die Aktie hat sich wirklich gut entwickelt. Aber passt die Kursentwicklung auch zu den Geschäftsergebnissen?
Und macht es Sinn, jetzt über einen Nachkauf zu sprechen?
Die Fragen beantworte ich in diesem Beitrag und zeige auch die neueste Dividendenabrechnung.
Die bisher einzige norwegische Aktie in meinem Depot ist der Versicherer Protector Forsikring. Ihn habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Die Entwicklung des Aktienkurses ist in den letzten Jahren atemberaubend: Im Tief war die Aktie im Corona-Crash 2020 für 2 € zu haben, derzeit notiert sie beim 6-fachen Preis:

Dividendenzahlung
Protector Forsikring zahlt nun eine Dividende von 6 NOK je Aktie. Sie ist als Sonderdividende deklariert. Für die 400 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 2.400 NOK. Die Quellensteuersituation bei Norwegen ist zunächst nachteilig. Denn es werden einerseits 25% Quellensteuer abgezogen. Und auf der anderen Seite die deutsche Kapitalertragsteuer nebst Solidaritätszuschlag berechnet.
Der Quellensteuerabzug lässt sich auf 15% vorab reduzieren, wenn man ein entsprechendes Formular bei der DKB einreicht. Das habe ich mittlerweile auch gemacht, allerdings nicht mit genug Vorlauf zu dieser Dividendenzahlung. Die DKB benötigt das Formular 4 Wochen vor dem Ex-Tag. Das Formular ist dann aber für das laufende Jahr plus zwei weitere Kalenderjahre gültig. Ich müsste also ab der nächsten Dividendenzahlung und dann in 2024 und 2025 eine Minderung der Quellensteuerung erhalten. Bei dieser Abrechnung wären das 240 NOK (=21,85 €) gewesen, die ich mehr erhalten hätte.
Die Bruttodividende wurde zum Kurs von 10,9832 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der Steuern verbleibt dann eine Nettodividende von 106,26 €. Sie wurde mit Wertstellung 17.02.2023 verbucht.

Perspektiven
Ein Jahr im Depot und – trotz der hohen Quellensteuer – bereits 5% netto über die Dividenden zurück erhalten. Dazu ein Kursplus von 17%, so dass ich insgesamt auf eine Performance von 22% komme. Das ist in diesen Zeiten außerordentlich gut und macht natürlich Freude.
Protector Forsikring ist hinsichtlich seine Eigenanlagen stark kapitalmarktlastig. Und kommt dementsprechend bei rückläufigen Aktienmärkten auch unter Druck. Genauso erholt sich die Aktie aber auch bei entsprechenden Kursaufschwüngen des breiten Marktes.
Die Geschäftszahlen für das Jahr 2022 waren aus meiner Sicht nicht fulminant, sondern eher durchwachsen. Aber gleichzeitig auch deutlich besser als befürchtet.
Die Brutto-Versicherungsprämien legten um 19% zu, allerdings stieg auch die Schadensquote an. Aufgrund eines starken Wachstums (+31%) hat sich Großbritannien zum größten Markt entwickelt und damit den bisherigen Platzhirschen Schweden abgelöst. Der Heimatmarkt Norwegen liegt lediglich auf Platz 3, gefolgt von Dänemark und Finland.
Insgesamt kommt Protector Forsikring für 2022 auf eine Netto-Ergebnis-Rate aus dem Versicherungsgeschäft von 88,9%. 2021 waren es noch 87,3%. Dieser Wert zeigt die Profitabilität des Geschäfts (Versicherungsprämien abzüglich Schäden und Kosten).
Der Gewinn je Aktie sank im Jahr 2022 von 15 auf 10,2 NOK. Hier muss ich allerdings ein „nur“ hinzufügen. Denn allein das 4. Quartal fügte 7,7 NOK zum Gewinn je Aktie bei und war damit mehr als doppelt so stark für das Vorjahresquartal (3,2 NOK).
Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die Eigenanlagen. Im Gesamtjahr halbierte sich die Rendite von 6,8% auf 3,4%. Das Portfolio ist im Vergleich zu konservativen Versicherern wie Munich Re oder Allianz eher aggressiv aufgestellt. Die Aktienquote liegt bei 17,9% (Vorjahr: 15,1%) und 27% sind in High-Yield-Anleihen angelegt (Vorjahr: 24%).
Insgesamt erfüllt mein Engagement meine Erwartungen. Der Versicherungsteil läuft weiterhin gut und die steigende Inflation kann offenbar problemlos an die Kunden weitergegeben werden. Das Kapitalmarktgeschäft ist ambitioniert und bietet weiterhin hohe Chancen bei entsprechend hohen Risiken.
Mir gefällt, dass das Management immer dann, wenn es möglich ist, eine Ausschüttung vornimmt. So kommen bei mir auf dem Konto regelmäßige Rückflüsse an. Die Höhe der Dividenden ist allerdings Schwankungen unterlegen und nach schwachen Quartalen fällt die Zahlung auch aus. Dafür kommt dann etwas später eine Sonderdividende. Die Aktie ist also kein Garant für kontinuierliche, stetig steigende Dividendenzahlungen. Aber im Durchschnitt sieht es dann doch wirklich ordentlich aus.
Ich bin mit der aktuellen Position gut aufgestellt, kann mir aber einen Nachkauf auch weiterhin gut vorstellen. Aktuell liegt der Depotanteil von Protector Forsikring bei 1,2%. Ich warte aber jetzt erst mal etwas ab und will schauen, wie sich die Märkte weiter entwickeln. Sollten wir den Bärenmarkt hinter uns lassen können, dann dürfte die Aktie auch den Turbo zünden. Und dann erhöhe ich auch mein Engagement.
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Protector Forsikring |
| ISIN: | NO0010209331 |
| Im Divantis-Depot seit: | 04.02.2022 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.10.2025 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 500 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 14,69 € |
| Gesamtkaufpreis: | 7.344,66 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 676,69 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |

Kommentar verfassen