Diese Aktie hat gute Voraussetzungen 2024 wieder durchzustarten

JNJ Symbolbild
4.7
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Ein Minus von 10% muss man in diesem Jahr erst mal hinbekommen. Für mich war es jedenfalls spontan nicht zu erklären.

Im Zuge der Vereinnahmung der Quartalsdividende habe ich mich deshalb wieder näher mit dem Unternehmen beschäftigt und bei der Analyse festgestellt, dass es keine wirklich schlechten Nachrichten gibt.

Ganz im Gegenteil dürften die internen Umstrukturierungen nun abgeschlossen sein und die Rahmenbedingungen im nächsten Jahr deutlich besser werden.

Ich bin deshalb zuversichtlich, dass die Aktie aus dem Gesundheitswesen im nächsten Jahr nicht nur eine positive Performance schaffen kann, sondern auch die Verluste dieses Jahres mehr als aufholen wird.

Woher ich den Optimismus nehme und welche Chancen sich daraus ergeben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Zum Jahresbeginn 2023 war er noch der weltweit größte Gesundheitskonzern. Die Rede ist von Johnson & Johnson (JNJ), die ich hier ausführlich vorgestellt habe.

Das hat sich im Jahresverlauf stark verändert. Nicht nur der Kursrückgang reduzierte die Marktkapitalisierung, sondern auch die Anzahl der Aktien sank deutlich. Denn das war das Ergebnis der Abspaltung der Verbraucherproduktesparte Kenvue.

Nachdem zugleich Eli Lilly gute 50% zugelegt hat, hat Johnson & Johnson inzwischen einen Rückstand von rund 155 Mrd. US$ (374 Mrd. vs. 529 Mrd. US$). Zur Einordnung: Kenvue steht bei lediglich 40 Mrd. US$.

Johnson & Johnson steht damit deutlich kleiner dar und hat jetzt nur noch die Bereiche Medizintechnik und Pharma im Konzern.

Im 10-Jahres-Chart wird deutlich, dass die positive Entwicklung aktuell eine Pause einlegt:

10-Jahres-Chart Johnson & Johnson in US-Dollar
10-Jahres-Chart Johnson & Johnson in US-Dollar

Mein erster Kauf liegt schon mehr als 10 Jahre zurück und ist deshalb nicht mehr auf dem Chart eingezeichnet. Meine ersten 25 Aktien von Johnson & Johnson habe ich damals (am 9. August 2012) zum Kurs von 55,20 € gekauft. In US$ lag der Aktienkurs damals bei 67,90, der Wechselkurs zum Euro war für einen Kauf deutlich günstiger als heute: 1,2301.

Dividende

Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,19 US$ je Aktie. Trotz des Split-offs von Kenvue hat sich daran nichts verändert (hier findest Du noch mal alle Infos zu der Transaktion im Sommer). Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 178,50 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0817 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB. Nach Abzug der Quellensteuern (ich hatte durch gezahlte Stückzinsen aus Anleihen noch ein Verrechnungsguthaben für die deutsche Kapitalertragsteuer) verbleibt eine Netto-Dividende von 140,27 €. Sie wurde mit Wertstellung 05.12.2023 überwiesen.

Dividendengutschrift Johnson & Johnson im Dezember 2023

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Johnson & Johnson eine Jahresdividende von 4,76 US$. Bei einem Aktienkurs von 154,42 US$ ergibt das eine Dividendenrendite von 3,08%. Bei einem heutigen Kauf der Aktie dürfte die Dividendenrendite sogar noch etwas liegen, da Johnson & Johnson als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Dafür gibt es aber natürlich keine Garantie, genauso wie für die zukünftigen Quartalsdividenden.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist spürbar höher, da ich durch die lange Haltedauer einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. Unterstelle ich den identischen Dollarkurs bei vier Quartalsdividenden (was so nicht eintreten wird, sich aber anders nicht hochrechnen lässt), dann liegt meine Jahres-Brutto-Dividende bei 660,07 €. Auf meinen Einstand von 13.619,23 € ergibt das dann ein YoC von 4,85%.

Auf meinen allerersten Kauf (siehe oben) zum Kurs von 67,90 US$ liegt der YoC in der Originalwährung übrigens bei 7,0%.

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Ich habe erst kürzlich entdeckt, dass flatex den fairsten Umrechnungskurs für Dividenden in US-Dollar berechnet. Es wird dabei einfach der offizielle EZB-Referenzkurs genommen, ohne eine eigene Marge darauf zu addieren. Für Buy-and-Hold ist das flatex-Depot deshalb für mich die erste Wahl. Depotgebühren fallen nicht an und es gibt auch keine Dividendengebühren. Wenn Dich das auch überzeugt und Du über diesen Link ein Depot bei flatex eröffnest, unterstützt Du damit den Divantis-Blog.

Perspektive

Eli Lilly hat also Johnson & Johnson aus eigener Kraft um mehr als 100 Mrd. US$ in diesem Jahr deklassiert. Das ist schon eine Hausnummer!

Und es ist einem Thema geschuldet, dass die Schlagzeilen bestimmte: die Abnehmspritze. Novo Nordisk und Eli Lilly haben beide ein Medikament zum Abnehmen auf dem Markt, das wahre Wunder bewirkt. Es zügelt den Appetit und bewirkt damit – zumindest nach bisherigem Stand – positive Prozesse im Körper, die dazu führen, dass bisherige stark Übergewichtige seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden oder einen Nierenleiden bekommen.

Schlagzeilen machte das Thema kürzlich als eine Studie besagte, dass die Abnehmspritze für Umsatzrückgänge bei Fast-Food-Ketten und Softdrink-Herstellern sorgen könnte. Und auch der Dialysespezialist Fresenius Medical Care kam kurzzeitig unter Druck.

Über Johnson & Johnson wurde in diesem Zusammenhang in den Medien nicht berichtet. Und doch meldete der Gesundheitskonzern vor einigen Wochen, dass es schon jetzt Auswirkungen auf das Geschäft mit Operationen zur Gewichtsabnahme gebe. Denn eine spürbare Zahl von Patienten würde eine Operation überdenken und sich lieber mit der Abnehmspritze behandeln lassen.

Für Johnson & Johnson sind die sogenannten bariatrischen Operationen zwar nicht das Kerngeschäft, aber doch ein Puzzleteil im Geschäftsmodell des MedTech-Bereichs (hier dargestellt).

Das Management verkündete jedoch Optimismus und erwartet, dass der Trend bald stoppen wird. Denn die Nebenwirkungen der Abnehmspritze sollten über kurz oder lang auch die Diskussionen bestimmen und damit der Übergewichtschirurgie wieder Rückenwind geben.

Ich selbst bin ja sowohl in Johnson & Johnson als auch Novo Nordisk investiert. Sie nehmen die Plätze 4 und 5 in meinem Dividendendepot ein – bisher mit einem klaren Vorteil für die Abnehmspritze. Und hier zeigt sich dann ein Vorteil der Diversifizierung: der Umsatz-Verlust von JNJ ist der Kursgewinn von Novo Nordisk. Und damit kann ich unterm Strich zufrieden sein.

Vor allem mache ich mir aber keine größeren Sorgen um Johnson & Johnson. Nach der Abspaltung von Kenvue ist zwar der Medizintechnik-Bereich jetzt noch bedeutender für die zukünftige Entwicklung. Und das ausgleichende Element der Verbraucherprodukte fehlt. Aber darin liegt auch die große Chance, dass eine neue Dynamik gewonnen wird und der Konzern ab dem nächsten Jahr wieder ein höheres Wachstum zeigen kann.

Passieren wird das schon allein deshalb, weil die Reduzierung der Aktienanzahl von Johnson & Johnson (7,3% sind im Rahmen des Kenvue-Split-offs eingezogen worden) für 2023 in den Kennzahlen nur anteilig für den Zeitraum von Mitte August bis zum Jahresende berücksichtigt ist. Der wirklich große Effekt wird sich 2024 zeigen.

Dann soll der Gewinn je Aktie auf 10,55-10,75 US$ wachsen, was in der Mitte einem Zuwachs von 7,3% gegenüber dem für 2023 erwarteten Ergebnis entspricht. Interessanterweise entspricht dieser prozentuale Zuwachs genau dem prozentualen Anteil der eingezogenen Aktien. Das heißt dann im Umkehrschluss, dass der absolute Gewinn trotz der Abspaltung gleich geblieben ist und sich nun auf deutlich weniger Aktien verteilt. Ganz so ist es natürlich nicht, denn Kenvue war ja profitabel. Aber der durch die Abspaltung verlorene Gewinn wird im nächsten Jahr durch Mehrgeschäft wieder hereingeholt. Denn 2024 soll der operative Umsatzanstieg bei 5-6% liegen.

Johnson & Johnson hat nun sogar schon eine Langfristprognose für die Zeit von 2025 bis 2030 veröffentlicht. Sie sieht ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 5-7% vor. Der MedTech-Bereich soll dabei sogar im oberen Bereich der Range wachsen.

Das sind insgesamt Aussichten, auf die Johnson & Johnson-Aktionäre lange warten mussten. Aus dem großen, trägen Konzern ist nun ein schlankerer und agilerer Immer-noch-Konzern geworden.

Und diese Erkenntnis dürfte sich im nächsten Jahr auch an der Börse durchsetzen. Mit jedem Quartalsergebnis, dass die Prognose bestätigt und entsprechendes Wachstum liefert, sollte der Aktienkurs davon profitieren.

Und wenn ich daran denke, dass in vielen Titeln in diesem Jahr schon die voraussichtlich sinkenden Zinsen des nächsten Jahres positiv vorweggenommen wurden, dann dürfte Johnson & Johnson aus der Masse als Gewinner hervorstechen. Hier wurde nichts positiv eingepreist und dementsprechend ist auch noch genug Luft für eine positive Kursentwicklung vorhanden.

Die Voraussetzungen sind gegeben und ich bin überzeugt davon, dass Johnson & Johnson auch liefern wird. Dann bedarf es nur noch der notwendigen Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer. Und da es jetzt keine Themen zu Kenvue mehr gibt, erwarte ich eine Konzentration auf die Wachstumsnachrichten.

Offen sind natürlich noch Rechtsthemen. Das will ich auch nicht klein reden. Aber hier gehe ich davon aus, dass sie tatsächlich weitgehend eingepreist sind und eher ein Potenzial für Überraschungen besteht. Denn teuer ist die Aktie jetzt schon nicht. Und 2024 könnte das Jahr werden, in dem die Verluste von 2023 aufgeholt und noch ein guter Schnaps drauf gelegt wird.

Wenn man sich erinnert, dass wir im April 2022 noch bei 186 US$ ein Allzeithoch bei Johnson & Johnson sahen, dann ist wenig Vorstellungsvermögen nötig, wohin der Kurs von aktuell 154,42 US$ im nächsten Jahr um 20% steigen könnte. Und eine Übertreibung wäre das dann vermutlich auch noch nicht.

Trotz der aus meiner Sicht positiven Aussichten bleibe ich unverändert bei meiner Depotposition von 150 Aktien. Das ist der absoluten Größe der Position geschuldet. Bei einem Marktwert von über 20.000 € möchte ich nicht mehr nachkaufen, sondern meine verfügbaren Mittel lieber für andere Aktien in meinem Depot verwenden, die ich ebenfalls für aussichtsreich halte und die bisher noch deutlich niedriger gewichtet sind.

Und wenn Johnson & Johnson tatsächlich den Vorwärtsgang einschlägt, steigt meine Depotposition ja sowieso von alleine.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Johnson & Johnson
ISIN:US4781601046
Im Divantis-Depot seit:09.08.2012
Letzter Nachkauf am:23.01.2018
Stückzahl im Divantis-Depot:150
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:90,79 €
Gesamtkaufpreis:13.619,23 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:3.235,98 €
Aktuelle Strategie:Halten und Dividende kassieren

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4 Gedanken zu „Diese Aktie hat gute Voraussetzungen 2024 wieder durchzustarten“

  1. Lieber Ben

    danke für den Bericht zu JNJ. An der Anzahl der Kommentare und daran wie schnell sie kommen kann man erkennen ob du gerade über ein unspektakuläres Sleep-Well-At-Night-Investment geschrieben hast oder über etwas kontroverses.

    Ich schätze JNJ ebenfalls sehr und durch Zukäufe in 2023 ist das Unternehmen auch eines meiner größten Investments geworden. 3% Dividendenrendite bei durchschnittlicher Steigerung von 6% per annum in den letzten 5-10 Jahren sind wirklich angenehm. Dabei die tolle AAA Bewertung, das stabile Geschäftsmodell und die 61 Jahre Dividendensteigerungshistorie beruhigen schon ungemein.

    Sollte in 2024 dann doch noch mal ein Rücksetzer kommen, sind die dieses geschundenen Healthcare-Unternehmen evtl. wieder auf der Gewinnerseite.

    Und was den Hype um Novo Nordisk und Elli Lilly anbetrifft sage ich nur: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.. ;-)

    Beste Grüße,
    Chrischaan

    1. Stichwort kontrovers,

      ein Thema, welches bestimmt für Traffic und kontroverse Diskussionen sorgen könnte,
      ist Nachhaltigkeit bei der Geldanlage mit dem Zusatz: „im Wandel der Zeit“.

      als Beispiel bei „im Wandel der Zeit“ kann ich mir bei Meldungen wie diesen

      – Der Bundestag hat am 8. September 2023 das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Mit dem „Heizungsgesetz“ möchte die Ampel-Koalition den Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen und damit den Klimaschutz voranbringen

      im Zusammenhang mit diesen

      -https://www.welt.de/wirtschaft/article248881922/Waermepumpe-und-Co-Bundesamt-stoppt-zahlreiche-Foerderprogramme.html
      Datum 07.12.2023

      einen bitterbösen Sarkasmus leider nicht verkneifen.

      Auch Blackrock und Vanguard „überarbeiten“ ihr Standing diesbezüglich
      https://fortune.com/2023/09/13/blackrock-vanguard-were-once-esg-reversing-course-finance-bob-rubin/

      Auch die globale Hinwendung zur Kernenergie scheint global zumindest für Verschiebungen bei der Geldanlage zu sorgen.

      Bens Blog gibt es seit 2017 und Bens Branding ist nachhaltig sorgenfrei leben.
      Hat sich bei Ben auch im Laufe der Zeit ein gewisses Umdenken in manchen Dingen der Geldanlage(nachhaltig) ergeben
      findet ein Umdenken, Lernprozess statt? Meint nachhaltig heute etwas anderes als 2017?

      wäre jedenfalls mal ein Themenvorschlag für diesen Blog, den ich ansonsten sehr schätze.

      zum Thema Johnson und Johnson
      bei mir etwa 3,16% Depotanteil und da bleiben sie auch.
      Kenvue hat sich seit Start jedenfalls schlechter entwickelt als JJ in der Zeit.
      schöne Woche @ll

  2. Hi ben,
    Ich schaetze jnj sehr, aber ich habe den eindruck, hier wird von der firma augenwischerei betrieben. Warum ?
    Es gibt verschiedene arten von fett im koerper : zb das fett, das oberhalb der bauchmuskulatur ist, und das viscerale fett, das sich unterhalb der bauchmuskulatur befindet. Ich denke, bei der adipositas operation wird lediglich das fett zwischen haut u bauchmuskulatur entfernt. ( lieg ich hier richtig ?) . Das eigentlich gefaehrliche fett ist aber das viscerale fett, das die inneren organe wie darm, pankreas und leber umhuellt. Und dieses fett spielt bei diabetis 2 eine entscheidende rolle : es sendet botenstoffe aus – im gegensatz zum bauchfett – das entzuendungsbeguenstigent ist. In bezug auf die leber heisst dies, einfluss auf diabetis auszuüben. Das viscerale fett muss also abgebaut werden, nicht das bauchfett unter der haut. Das hat kaum einen gesundheitlichen einfluss. Nur dann, wenn diese fettzellen platzen, bei ultra obesity.

  3. Du hast mit keinem Wort den baldigen Patentablauf von Stelara für Psoriasis erwähnt. 2024 in der EU, 2025 USA. Immerhin 20% des J&J Umsatzes oder ca 7 Mrd$. In der Pipeline sind wenig neue Hoffnungsträger. Das ist denke ich mal der Grund für aktuell bescheidene Performance.

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