Aktie auf Allzeithoch und sie hat nichts mit Öl oder Rüstung zu tun

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So hätte die Überschrift noch Anfang des Monats gelautet. Doch dann wurde die Bekanntgabe der Quartalszahlen überraschend um einen Tag vorgezogen und in einem Bereich kam es für Analysten zu einer unerwartet schwachen Meldung.

Daraufhin verlor die Aktie innerhalb weniger Minuten mehr als 10% ihres Kurswertes und das Allzeithoch rückte wieder in weite Ferne.

Und was habe ich gemacht? Ich habe mir die Quartalsmeldung angeschaut, war nicht überrascht und habe beherzt zugegriffen.

Und das, obwohl ich im August eigentlich nichts kaufen wollte. Aber dieser Gelegenheit konnte ich einfach nicht widerstehen.

Warum ich der Meinung bin, dass sich hier eine außerordentliche Chance bietet und der Langfristtrend für das Unternehmen spricht, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die „Schreckensmeldung“ kam von Novo Nordisk. Den Insulinhersteller habe ich hier ausführlich vorgestellt. Schon 2017 hatte ich nach einem vergleichbaren Tagesverlust investiert und seitdem eine wunderbare Entwicklung mitgemacht. Selbst im letzten Jahr war die Aktie noch für 60 € zu erwerben:

10-Jahres-Chart von Novo-Nordisk in Euro
10-Jahres-Chart von Novo-Nordisk in Euro

Aktienkauf

Ich kaufte am 3. August 2022 am Abend nach Börsenschluss im Direkthandel von maxblue bei der Baader Bank 30 Aktien von Novo-Nordisk zum Kurs von 100,24 €. Dafür wurden 8,90 € Provision fällig und ich zahlte insgesamt 3.016,10 €.

Aktienkauf Novo-Nordisk im August 2022

Dividendenzahlung

Novo Nordisk zahlt im März und im August eine Dividende. Dabei kommt im August der kleinere Teil. Er beträgt in diesem Jahr 4,25 DKK je Aktie. Gegenüber dem letzten Jahr ist das eine Erhöhung um 21,4% (Vorjahr: 3,50 DKK). In meinem Depot befinden sich durch den Nachkauf nun 150 Aktien von Novo-Nordisk, sodass die Brutto-Dividende 637,50 DKK beträgt. Sie wurde von maxblue zum Kurs von 7,4369 in Euro umgerechnet. Nach Abzug der vergleichsweise hohen Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 53,53 €. Sie wurde mit Wertstellung 18.08.2022 überwiesen.

Perspektiven

Novo-Nordisk erfüllt alles, warum ich genau solche Titel für mein Dividendendepot auswähle. Das Geschäftsmodell ist völlig krisenresistent, denn chronische Krankheiten machen keine Pause. Da kann eine Pandemie die Welt aus den Angeln heben oder ein russischer Präsident die Friedensordnung in Europa beenden. Wer an Diabetes oder Fettleibigkeit leidet, braucht seine Medikamente. So traurig das ist.

Über 500 Millionen Menschen leiden mittlerweile an Diabetes, bei Fettleibigkeit sind es sogar 650 Millionen. Und die Tendenz zeigt bei beiden Krankheiten leider nach Oben.

Wachstum kommt für Novo-Nordisk aber nicht nur durch die weitere Ausbreitung der Krankheiten zustande. Groß ist das Potenzial auch bei den bereits Betroffenen. Denn nur 15% der Diabetiker erhalten auch eine adäquate Behandlung.

Novo-Nordisk rechnet für die kommenden Jahre mit einem Wachstum von 18% p.a., mit überdurchschnittlichem Anteil bei der Fettleibigkeit. Novo-Nordisk beherrscht seine Märkte (Marktanteil im Bereich Diabetes bei rund 30%, bei Fettleibigkeit rund 80%) und erzielt daraus hohe Margen. Die EBIT-Marge liegt regelmäßig über 40% und trotz hoher F&E-Ausgaben ist Novo-Nordisk nur moderat verschuldet. Die Schuldenlast könnte in weniger als einem Jahr getilgt werden.

Das alles kommt natürlich an der Börse gut an. Nicht ohne Grund notierte die Aktie auf Allzeithoch. Das sorgt dann aber auch für eine entsprechend hohe Bewertung. Während der 10-jährige Durchschnitt bei einem KGV von 24 liegt, notierte die Aktie derzeit mit einem 2022er-KGV von rund 35.

Mit den Quartalszahlen zur Jahresmitte hob Novo-Nordisk seine Prognose für das Gesamtjahr noch einmal an. Unter Ausblendung von Währungseinflüssen (der starke US-Dollar hilft Novo-Nordisk in diesem Jahr sehr) soll der Umsatz um 12-16% steigen, der operative Gewinn soll um 11-15% zulegen. In der Bilanzwährung (Dänische Kronen) sollen diese Werte sogar um 9-14 Prozentpunkte höher sein.

Analysten hatten für das erste Halbjahr einen deutlich höheren Umsatz mit dem Medikament Wegovy erwartet. Dabei hatte Novo-Nordisk schon vorher versucht, die Erwartungen zu dämpfen und auf Lieferschwierigkeiten hingewiesen. Das wurde von den Analysten aber offenbar ignoriert.

Wegovy kommt bei stark übergewichtigen Menschen zum Einsatz, ist aber noch nicht weltweit ausgerollt. In den USA ist es seit Juni 2021 im Vertrieb. Novo-Nordisk erwartet, dass sich die Lieferschwierigkeiten in den nächsten Monaten legen werden.

Gemeinsam mit dem möglichen Vertrieb in anderen Regionen sollte dann zwangsläufig der Umsatzturbo eingeschaltet werden. Für 2023 und die folgenden Jahre bin ich sehr zuversichtlich und habe dementsprechend jetzt auch entspannt nachgekauft.

Ehrlicherweise war mir Novo-Nordisk schon immer zu teuer und jeder einzelne Kauf war bei mir auch mit Bedenken verbunden. Im Nachhinein war es aber immer richtig, die Aktie zu kaufen. Qualität hat ihren Preis und das Wachstum von Novo-Nordisk ist stabil bzw. soll sich ja sogar noch beschleunigen.

Mein langfristiges Ziel bleibt es, die Position von Novo-Nordisk auf 200 Aktien auszubauen. Mit nun 150 Aktien bin ich diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Weitere Käufe sind nun konkret nicht geplant, da warte ich lieber noch auf 2023 oder später. Denn mit jetzt 3,6% ist das Depotgewicht ja auch schon relativ hoch und es besteht kein akuter Handlungsbedarf.

Auf einen Blick:

Unternehmen:Novo Nordisk
ISIN:DK0060534915
Im Divantis-Depot seit:28.10.2016
Letzter Nachkauf am:03.08.2022
Stückzahl im Divantis-Depot:150
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:50,69 €
Gesamtkaufpreis:7.602,95 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:456,76 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

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5 Gedanken zu „Aktie auf Allzeithoch und sie hat nichts mit Öl oder Rüstung zu tun“

  1. Novo-Nordisk bespare ich in einem – nennen wir es mal – quartals-Sparplan.
    Denn für meine Blutspenden werde ich bei uns vergütet und das fließt in diese Aktie. Natürlich macht es nicht viel aus, um ordentlich Anteile zu erhalten – aber so macht mir das Spaß :-)

    1. Hallo Danni,

      die Frage ist natürlich berechtigt, da ich gerne über den Smartbroker handle. Hier war es aber so, dass ich keine Liquidität auf dem dortigen Verrechnungskonto hatte, bei maxblue jedoch meinen Wertpapierkredit nutzen konnte. Zudem ist mein bisheriger Bestand an Novo-Nordisk bereits dort im Depot gewesen und so spare ich mir einen Depotübertrag und habe alles direkt in einer Position gemeinsam.

      Viele Grüße Ben

  2. Hi Ben,

    finde Novo Nordisk insgesamt auch sehr spannend als Unternehmen. War mir nur immer zu teuer, hatte keine Lust auf noch eine Quellensteuer-Geschichte (neben Frankreich, Schweiz, Norwegen) und so wanderten immer andere Pharma-Werte ins Depot… liefen auch sehr solide:-)

    Bei Wegovy wäre ich bzgl. Prognose und Umsatzturbo zudem vorsichtiger:

    https://www.fiercebiotech.com/biotech/surmount-able-lillys-tirzepatide-clears-high-bar-set-novos-wegovy-obesity

    Eli Lilly und noch eine weitere Firma kommen hier mit starken Produkten auf den Markt für Übergewicht. 22,5% vs. 14,x% über 68 bzw. 72 Wochen Gewichtsverlust aus den Studien sprechen eine klare Sprache und werden Wegovy Marktanteile streitig machen.
    Auch wenn am Ende nicht immer nur Studien ausschlaggebend sind bei Medikamenten sondern auch Applikationsart, Häufigkeit der Anwendung, erster am Markt etc. wird es durch mehr in dem Fall sehr starke Wettbewerber kein Spaziergang.
    Der Kuchen der Übergewichtigen wird aber wohl erstmal groß genug sein, dass alle einen guten Teil abbekommen werden.
    Bin da sehr gespannt auf die weitere Entwicklung und habe Eli Lilly mal auf die watchlist gepackt.

    Viele Grüße und weiterhin gute Investments!
    Christopher

  3. Tizepatide von Ely Lilly ist wohl etwas effektiver als das Semaglutide von Novo Nordisk, aber das Novo Nordisk mittel hat einen ganz entscheidenden Vorteil : es gibt es in Tablettenform, waehrend tirzepatide wöchendlich gespritzt werden muss.

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