Zuletzt habe ich über 3M berichtet. Ein Unternehmen, das von Rechtsstreitigkeiten arg gebeutelt ist und nun eine Sparte abspaltet.
Im heutigen Bericht geht es um eine andere amerikanische Aktiengesellschaft, die ebenfalls von Sammelklagen und teueren Vergleichen betroffen ist und die Abspaltung bereits hinter sich hat.
Vielleicht ist es sogar die Blaupause für das 3M-Management? Jedenfalls bin ich hier weiterhin zuversichtlich, dass die Probleme weitgehend hinter uns liegen und 2024 ein gutes Jahr für die Aktie werden könnte.
Denn die Abspaltung schärft den Blick auf die beeindruckenden Wachstumsraten. Beeindruckend deshalb, weil es sich eigentlich um einen schweren Tanker handelt, der nun zum schnellen Katamaran mutiert.
Jedenfalls ist das der Plan. Wie es mit der Umsetzung aussieht und warum ich optimistisch bin, erfährst Du in diesem Beitrag.
2023 war ein bedeutsames Jahr in der Unternehmensgeschichte des bis dato weltweit größten Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson (JNJ). Ihn habe ich hier ausführlich vorgestellt und in der Vorstellung ist noch die Sparte Verbrauchergesundheitsprodukte enthalten. Sie wurde im letzten Jahr dann als Kenvue abgespalten.
Seitdem steht Johnson & Johnson deutlich kleiner dar und hat jetzt nur noch die Bereiche Medizintechnik und Pharma im Konzern.
Im 10-Jahres-Chart wird deutlich, dass die Börse die Abspaltung noch nicht positiv bewertet. Nach Verlusten in 2023 bewegt sich die Aktie aktuell in einer Seitwärtstendenz:

Mein erster Kauf liegt schon mehr als 10 Jahre zurück und ist deshalb nicht mehr auf dem Chart eingezeichnet. Meine ersten 25 Aktien von Johnson & Johnson habe ich damals (am 9. August 2012) zum Kurs von 55,20 € gekauft. In US$ lag der Aktienkurs damals bei 67,90, der Wechselkurs zum Euro war für einen Kauf deutlich günstiger als heute: 1,2301.
Dividende
Johnson & Johnson zahlt erneut eine Quartalsdividende von 1,19 US$ je Aktie. Für die 150 Aktien in meinem Dividendendepot ergibt das eine Brutto-Dividende von 178,50 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0849 in Euro umgerechnet. Das entspricht dem offiziellen Referenzkurs der EZB. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 122,50 €. Sie wurde mit Wertstellung 05.03.2024 überwiesen.

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann zahlt Johnson & Johnson eine Jahresdividende von 4,76 US$. Bei einem Aktienkurs von 158,18 US$ (Schlusskurs 15.03.2024) ergibt das eine Dividendenrendite von 3,0%. Bei einem heutigen Kauf der Aktie dürfte die Dividendenrendite sogar noch etwas liegen, da Johnson & Johnson als Dividendenaristokrat traditionell im Juni seine Dividende erhöht. Dafür gibt es aber natürlich keine Garantie, genauso wie für die zukünftigen Quartalsdividenden.
Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) ist spürbar höher, da ich durch die lange Haltedauer einen vergleichsweise niedrigen Einstand habe. Unterstelle ich den identischen Dollarkurs bei vier Quartalsdividenden (was so nicht eintreten wird, sich aber anders nicht hochrechnen lässt), dann liegt meine Jahres-Brutto-Dividende bei 658,13 €. Auf meinen Einstand von 13.619,23 € ergibt das dann ein YoC von 4,8%.
Auf meinen allerersten Kauf (siehe oben) zum Kurs von 67,90 US$ liegt der YoC in der Originalwährung übrigens bei 7,0%.
Perspektive
Mit dem Start ins Jahr 2024 hat bei Johnson & Johnson ein neues Zeitalter begonnen. Erstmals steht das Unternehmen nur noch auf zwei statt auf drei Beinen. Der Bereich Consumer Health wurde im letzten Jahr erfolgreich als Kenvue abgespalten und übrig bleiben nun die wachstumsstärkeren Bereiche Phamaceutical und MedTech.
Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 sind zwar schon um den abgespaltenen Teil bereinigt, aber es macht natürlich einen Unterschied, wenn ein Bereich nun wirklich fehlt oder einfach rausgerechnet wird.
Insofern bin ich gespannt, wie die Zukunft bei JNJ tatsächlich aussehen wird. Ein Wachstum werden wir in 2024 sicherlich sehen, denn durch die Wahl des Split-offs hatte sich die Anzahl der JNJ reduziert. Da die Kennzahlen aber immer die durchschnittliche Aktienanzahl eines Jahres berücksichtigen, war dieser Durchschnitt noch vergleichsweise hoch. In 2024 steht nun die niedrigere Aktienanzahl komplett als Basis bereit. Und damit werden sich die Kennzahlen „je Aktie“ automatisch besser gestalten als in 2023.
Die Endergebnisse für 2023 liegen mittlerweile auch schon vor und sie werden dann die Vergleichswerte für das neue Jahr darstellen: JNJ erzielte einen Umsatz von 85,2 Mrd. US$, ein Zuwachs von 6,5%. Der Gewinn je Aktie legte adjustiert um 11,1% auf 9,92 US$ zu. Tatsächlich sank er jedoch um 15,3% auf 5,20 US$. Der große Unterschied erklärt sich durch einen einmalige Rückstellung in Höhe von 6,9 Mrd. US$ im 1. Quartal, mit dem der Babypuder-Rechtsstreit erledigt werden soll.
Für das neue Geschäftsjahr wird ein operatives Umsatzwachstum von 5-6% erwartet. Der adjustierte Gewinn je Aktie soll im Mittel um 7,4% auf 10,55 bis 10,75 US$ steigen.
Bei einem Aktienkurs von rund 160 US$ entspricht das in der Prognosemitte einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15. Eine – aus meiner Sicht – nicht zu hohe Bewertung.
Und in der Vergangenheit war es oft so, dass JNJ zunächst mit einer verhaltenen Prognose in das Jahr startete und dann unterjährig eine Anpassung nach Oben vornahm.
Aber selbst wenn das in 2024 nicht passieren sollte, sind die Aussichten gut. Johnson & Johnson hatte bereits eine Langfristprognose für die Zeit von 2025 bis 2030 veröffentlicht. Sie sieht ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 5-7% vor. Der MedTech-Bereich soll dabei sogar im oberen Bereich der Range wachsen.
Ich bin von den Aussichten überzeugt. „Leider“ habe ich aber bereits 150 JNJ-Aktien in meinem Depot. Damit ist es meine fünftgrößte Depotposition mit einer Gewichtung von 4,5%. Damit bewege ich mich in einem Bereich, in dem ich nicht mehr zukaufe. Ich habe die Erwartung, dass der Aktienkurs in den nächsten Jahren wieder steigen wird und dann irgendwann auch das Allzeithoch aus dem April 2022 von 186 US$ in Angriff nehmen wird. Damit wird dann die Depotgewichtung noch höher werden. Das möchte ich nicht zusätzlich mit Käufen befeuern.
Gespannt bin ich jetzt auf die diesjährige Dividendenerhöhung. Im letzten Jahr wurde die Dividende um 5,3% (von 1,13 auf 1,19 US$) erhöht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es wieder 6 Cent werden und die neue Dividende dann 1,25 US$ beträgt. Das wäre dann eine Erhöhung um 5,0%. Die Verkündung sollte Mitte April erfolgen. Lassen wir uns überraschen!
Auf einen Blick:
| Unternehmen: | Johnson & Johnson |
| ISIN: | US4781601046 |
| Im Divantis-Depot seit: | 09.08.2012 |
| Letzter Nachkauf am: | 23.01.2018 |
| Stückzahl im Divantis-Depot: | 150 |
| Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren: | 90,79 € |
| Gesamtkaufpreis: | 13.619,23 € |
| Bisher erhaltene Netto-Dividenden: | 4.267,18 € |
| Aktuelle Strategie: | Halten und Dividende kassieren |
| für diesen Beitrag verwendete Quellen: |
| Johnson & Johnson Reports Q4 and Full-Year 2023 Results |


Kommentar verfassen